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Letzte Bearbeitung 22.06.2010
(C)opyright Rainer Steinfuehr, 2008-2009, Berlin

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Warum müssen alte Radio
"abgeglichen" werden? Beispiel: Der Mittelwellenbereich eines Einkreisempfängers geht im von 520 kHz bis 1600 kHz. Die frequenzbestimmenden Bauteile (Drehkondensator und Spule) haben aufgrund der Fertigungstoleranzen aber in unserem Beispiel einen tatsächlichen Bereich von 590 bis 1640 kHz. Das hat zur Folge, dass am unteren Bandende die Sender von 520 bis 590 Khz nicht empfangen werden können und oben bei 1620 bis 1640 kHz ein Bereich empfangbar wird, wo es keine (oder nur wenige) Rundfunksender gibt. Mit einem Abgleich wird nun der tatsächliche Frequenzbereich mit dem gewünschten Frequenzbereich zur Deckung gebracht. Der Abgleich erfolgt mit einem Messender und wird in diesem Beispiel konkret am Abgleichkern der Mittelwellenspule vorgenommen.
Was ist am Radio hochfrequenzmässig
abgleichbar?
Beim Geradeausempfänger fällt beim Einkreiser nur der Frequenzabgleich an. Beim Mehrkreiser ist neben dem Frequenzabgleich auch als Folge davon der Gleichlauf der beteiligten Schwingkreise notwendig. Mehrbandempfänger müssen für jeden der eingebauten Frequenzbereiche einzeln abgeglichen werden. Auch Sperrkreise können abgeglichen werden. Beim Superhetempfänger sind folgende Stufen abzugleichen:
Generell kann gesagt werden (wenn eine konkrete Abgleichanleitung nichts anderes vorschreibt): Mit dem Trimmer-Kondensator wird am oberen Bandende (rausgedrehter Drehkondensator) und mit der Schwingkreisspule am unteren Bandende (reingedrehter Drehkondensator) feinabgeglichen. Welche Geräte sind zum Abgleich notwendig? Um optimale Ergebnisse zu erzielen, kann ein Wobbel-Messender in Verbindung mit einem Oszilloskop eingesetzt werden. Damit sind die Kurvenformen für unterkritische, kritische und überkritische ZF-Durchlasskurve und die Bandbreite auch auf UKW und die Demodulation gut darstellbar und abgleichbar.
Heute sind Messender für Rundfunkabgleich fast nur noch als Gebraucht-Geräte zu beschaffen. Es gab viele Modelle in unteren Preissegment aus asiatischer Produktion die gut verwendet werden können. Allerdings ist die Frequenzgenauigkeit oft sehr schlecht, sodass zusätzlich ein Frequenzzähler , insbesondere beim ZF-Abgleich zur genauen Frequenzeinstellung, benötigt wird.
Bedenken Sie bitte, bei Messendern werden auch Oberwellen augestrahlt. Stellen Sie sicher, nicht aus Versehen eine solche Oberwelle zu nutzen. So ist ein Messender z.B. auf 1 Mhz eingestellt. Sie werden auf 2 MHz ebenfalls ein etwas abgeschwächtes Signal hören. Deshalb ist es notwendig, den Pegel des Messenders immer so niedrig wie möglich einzustellen, so erkennt man leichter die schwächeren Oberwellen.
Weitere Hinweise zum Messen finden Sie hier. Warum haben die Modulationsarten AM
und FM unterschiedliche Abgleichnotwendigkeiten? Woran ist die Abgleich-Notwendigkeit
zu erkennen?
Welche Zwischenfrequenzen sind in Gebrauch? Bei Doppelsupern liegt die 1. ZF deutlich höher. Mir sind hier Frequenzen zwischen 1600 kHz und 70 Mhz bekannt. Die 2. ZF kann zwischen 50 kHz und 475 kHz liegen. Diese beiden Frequenzen müssen vor dem Abgleich bekannt sein. Zuerst wird die 2. ZF abgeglichen, dann die 1. ZF. ** = 132 kHz z.B. beim Siemens 56WLK und AEG605WLK Kann ein Abgleich auch ohne Messender erfolgen? Für HF-Stufen gilt das sinngemäss. Kritisch ist hierbei der Mischoszillator. Ohne Messender müssen real existierende Rundfunksender zur Frequenzabgleichung herangezogen werden. Umständlich. Vorkreise sind notfalls auch ohne Messender abgleichbar. Ist eine Abgleichanleitung unbedingt notwendig? Abgleichanleitungen sind oft - um es höflich zu sagen - telegrammartig kurz und bündig und "geheimnisvoll" kommentiert. Oft selbst für den Fachmann schwer verstehbar. Wird nicht geglaubt? Ich kann leicht einige Beispiele zum "Übersetzen" vorzeigen. Weiter unten ist das Beispiel mit "äussere Maximum" bemerkenswert. Ich würde immer eine Abgleichanleitung nutzen wollen, wenn vorhanden. 2-Punkt oder 3-Punkt Gleichlaufeinstellung zwischen Vorkreis(e)
und Oszillatorkreis? Das Ergebnis wird ein theoretischer gleichgenauer Gleichlauf auf 3 Frequenzen des Bandes sein, die anderen Bandabschnitte nähren sich lediglich dem optimalen Gleichlauf. Dieser Wert wird sich aber in der Praxis schwer erreichen lassen. Aber der entstandene Gleichlaufkompromiss reicht völlig aus. Es kann sein, dass auf UKW direkt auf die Bandenden abgeglichen werden muss. % -Beispiele (Näherungswerte):
Für andere Bandbereiche lässt so auch die untere und obere Testfrequenz für den Gleichlauf ermitteln. % -Beispiel (Näherungswert):
Für andere Bandbereiche lässt so auch die untere und obere Testfrequenz für den Gleichlauf ermitteln.
------Kontrolle und Vorsicht. Übrigens sollten nach erfolgreichem Abgleich die Spulenkerne wieder mit Wachs fixiert werden. Farbloses Kerzenwachs reicht dafür aus. Früher wurde auch gern Bienenwachs genommen. Es können auch Kerne oder sogar Spulen oder Spulenkörper bei Abgleicharbeiten anderer beschädigt worden sein. Bedenken Sie bitte, nach vielen Jahrzehnten sind einige Plastik (Plaste) - Komponenten der Spulenkörper schon recht spröde geworden und brechen bei zu grosser mechanischer Belastung. Die kleinen feinen Drähtchen "lieben" es im HF-Teil geradezu, bei unvorsichtigen Bewegungen mit dem Abgleichbesteck abzureissen. ------Einfach los und rumdrehen? ------Gemeinsame AM-FM-ZF-Stufen ------Abgleich-Werkzeug Es gibt (auch heute noch) sogenannte Abgleichbestecke, mit denen die Kerne nicht beschädigt werden. Die verschiedenen Firmen haben zum Teile skurile Kernformen, sodass normale schraubenzieherartige Flachspitzen nicht passen. Diese Abgleichwerkzeuge sind aus HF-mässig nicht beeinflussendem Material und verschieben so während des "Schraubens" die jeweilige Frequenz nicht. Metallschraubenzieher würden ständig das Abgleichergebnis verändern. Passt das Abgleichwerkzeug nicht auf das Kernendstück ist grösste Vorsicht geboten, der Kern kann leicht abbrechen. ------Fixier-Wachs. Am besten gleich exakt 3 Umdrehungen rausdrehen und auch 3 Umdrehungen wieder hinein. Das Wachs lässt jetzt sauberes Abgleichen zu. Aber dabei vorsichtig sein. Das scharfe Metall kann die Kernspitze beschädigen. Den Abgleich selbst aber nicht mit dem Schraubenzieher vornehmen. ------Oszillator-Lage zur Eingangsfrequenz Kurzwellen-Oszillatoren lassen sich in diesem Bereich durchaus falsch abgleichen. Es kann auf Kurzwelle aber auch anderes herum vom Hersteller gemacht werden. Lesen Sie weiter unten die Abgleichanleitung vom Grundig-Radio: Fe (Frequenz Eingang) grösser Fo (Frequenz Oszillator). Auf UKW schwingt der Oszillator auch eigentlich immer über der Eingangsfrequenz. ------Kernmaterialien und Spulenkerne sind keine Schrauben. Drehen Sie den Kern tiefer in die Spule, wird sich bei Ferrit-Material die Frequenz verringern. Bei speziellen nichtmagnetischen Vollmetall-Kernen (z.B. Kupfer, Messing, Aluminium) wird sich die Frequenz stattdessen erhöhen (Wirbelstrom-Effekt). Es gab (gibt) verschiedene Pulverkernmaterialien, die sich in ihren magnetischen Eigenschaften in Abhängigkeit von der Nutzfrequenz unterscheiden. Teilweise waren solche Kerne von einigen Herstellern farblich markiert. Es ist aber bei fehlenden Kernen schwer, den richtigen Ersatz zu finden. Gibt es eine kleine Krabbelkiste mit Kernen in der Werkstatt, ist am besten mit Versuch und Irrtum ein passender Kern zu ermitteln. Einige beispielhafte Handelsnamen von solchen Pulver-Materialien :
Unverbindlich: Eine Farbkodierung, die sich zumindest in Katalogen von Arlt und RIM bei namenlosen Kernen deckt:
Diese Farbkodierung war nicht genormt und wurde von den einzelnen Hersteller unterschiedlich angewandt.
------Grenzen des Einstellbereiches. Bei Spulenkernen prüfen sie auch die Unversehrtheit dieser Kerne. Es können Teile abgebrochen sein, Querbrüche sind manchmal nur nach herausdrehen des kompletten Kerns zu erkennen. Kerne können auch in durchgedrehten Gewindegängen auf der Stelle drehen. Es können leider auch falsche Kerne in einer Spule stecken. Sie erkennen ein Grenzwert bei dem Abgleich einer Spule, wenn entweder der Kern voll eingedreht oder voll ausgedreht ist, ohne den Sollwert zu erreichen. Man muss immer noch ein Tick über den Sollwert hinaus "verstellen" können. Das gilt sinngemäss auch bei den Kondensatoren-Trimmern. Bei diesen Trimmern gibt es Bauformen mit Anschlag bei maximaler Kapazität und geringster Kapazität. Bei den Kondensator-Trimmern lässt sich allerdings einfacher ein kleiner weiterer Festkondensator parallel schalten (um die Kapazität zu erhöhen) oder ein grösserer Festkondensator in Reihe (um die Kapazität zu verringern). Es gibt auch Trimmer, die keinen Anschlag haben, man kann sie endlos durchdrehen. Meist haben sie einen Wirkdrehkreis von 180 Grad und sind manchmal hinsichtlich ihrer tatsächlichen Kapazitätsposition nicht zu erkennen. Hier hilft ein alter und allseits bekannter Trick: Sie müssen bei einer 360 Grad-Volldrehung des Trimmers zweimal den Sollwert erreichen. Ist das nicht der Fall, ist der Trimmer nicht mehr im Stellbereich. ------Ferritantennen. Bedenken Sie bei offensichtlich schon getauschten Ferritantennenstäben, ob das Kernmaterial für den gewünschten Frequenzbereich geeignet ist. ------------------------------------------------------------------ Die folgenden Beschreibungen sind als typisch zu verstehen und kommen ohne Wobbelsender und Oszilloskop aus. Wenn Sie Abgleichunterlagen haben, verwenden Sie unbedingt diese, sie werden bessere Ergebnisse bringen. Die Beispiele können natürlich nicht auf spezielle Schaltungsarten und Bauprinzipien eingehen. Radios verfügen im Allgemeinen über eine Regelspannungserzeugung, die Schwankungen in der Feldstärke (Schwund, Fading) ausgleichen sollen. Zusätzlich wird oft zusätzlich eine verzögerte Regelung genutzt. Die "normale" Regelspannung greift auf die Mischstufe und die erste ZF-Stufe zu. Dabei kann der Zugriff auch nur auf die Mischröhre (oder wenn vorhanden, auf die HF-Vorstufe) erfolgen. Die verzögerte Regelung wird erst ab einer gewissen Signal-Feldstärke wirksam. Es ist nun so, dass diese Regelung die Schwingkreiskapazitäten in den geregelten Röhren etwas verändern können. Deshalb werden in einigen Abgleichanleitungen diese Regelspannungen beim Abgleich blockiert und durch Festspannungen ersetzt. Sie kommen u.U. um eine Abschaltung oder eine sperrende Ersatzregelspannung herum, wenn Sie den Pegel des Messenders immer so niedrig wie möglich einstellen. Allerdings muss der Messender noch deutlich aus dem Bandrauschen herauskommen. Hat bei einem Schwingkreis der Abgleich keine Wirkung, ist von einem Fehler in dieser Stufe auszugehen. Auch Festkondensatoren in ZF-Kreisen können defekt sein.
Beschreibung eines typisch standardisierten AM-ZF-Abgleiches:
Bandfilter (zwei eng gekoppelte Schwingkreise) mit einer überkritischen Kopplung, beeinflussen sich gegenseitig in der Resonanzfrequenz. Wird ein Kreis verstellt, ändert sich in gewissen Grenzen auch der andere Kreis mit seiner Resonanzfrequenz. Um das bei der überkritischen Kopplung zu reduzieren, kann der jeweils nicht einzustellende Schwingkreis mit einem in Reihe liegenden Widerstand und Kondensator während des Abgleich der beiden Schwingkreise bedämpft werden. Dadurch sinkt dieses gegenseitige Mitziehen deutlich.
Nun wird zur Kontrolle ein Signal des Messenders in einem der vorhanden Rundfunkbänder über Antenne eingekoppelt. Mit dem Abstimmknopf des Radios wird von unten nach oben langsam über die Frequenz gedreht um zu prüfen, ob nur eine Resonanzstelle vorhanden ist und die Kurvenform nicht zu schmal oder zu breit ist. Bei dieser standardisierten Beschreibung wird die Regelspannung des Gerätes nicht fixiert. Natürlich ist eine Ausserkraftsetzung der Regelspannung aber auch möglich. In gewissen Grenzen kann man nach einem Maximum-Abgleich (kritische Kopplung aller Kreise im ZF-Teil z.B. den 1. Kreis einen "Hauch" nach einer niedrigen Frequenz verstimmen, den 2. Kreis einen "Hauch" nach einer höheren Frequenz. So kann die Bandbreite etwas unterkritischer (Normalbandbreite) gemacht werden. Sollte das ZF-Teil total verstellt sein, muss Stufe für Stufe abgeglichen werde. Das geht von hinten nach vorn. Also zuerst die Demodulatorstufe. Messender-Einkopplung auf das Gitter 1 der Vorröhre. Nach dem Abgleich dieser Stufe, kommt die nächste vorliegende Stufe dran. Sie wissen nicht genau, welche genaue ZF-Frequenz beim abzugleichenden Gerät - das vollkommen in der ZF verstellt wurde - vom Hersteller gewählt wurde? Sie können versuchen erst einmal auf 470 kHz abzugleichen und dann prüfen, ob Radiosender an der richtigen Stelle kommen. Beispiel: Sie haben auf 470 Khz ZF abgeglichen, alle Sender kommen scheinbar 10 Khz zu hoch rein. Das wäre der Hinweis auf eine tatsächlich 10 kHz zu hohe ZF. Das klappt natürlich nur, wenn der Oszillator nicht verstellt wurde. Am Abschluss eines ZF-Abgleiches sollte noch der eventuelle vorhandene ZF-Sperrkreis abgeglichen werden. Dieser Kreis liegt vor der Mischstufe und soll eventuell vorhandene Signale auf der ZF des Radios reduzieren. Solche Nichtrundfunksignale können von der Antenne durchaus in den ZF-Verstärke eindringen. Der Messender ist moduliert auf die ZF-Frequenz einzustellen und dann in den Antenneneingang über künstliche Antenne zu koppeln. Der ZF-Sperrkreis wird auf leisestes Signal abgeglichen. Sie erkennen solche ZF-Durchschläge daran, dass das Störsignal nicht weggeht, wenn der Abstimmknopf weitergedreht wird und die Störung bleibt.
Beschreibung eines typisch standardisierten FM-ZF-Abgleiches:
Für alle drei Methoden gilt: Es wird ein ZF-Verstärker vorausgesetzt, der grundsätzlich arbeitet, also Signale immerhin irgendwie übertragen werden. Oft ist der Klang bei exakter Abstimmung (Maximum der Abstimmanzeige-Röhre) auf den Kanal nicht sauber oder es gibt Nebenempfangsstellen. Der Abstimmzeiger des Radios wird auf eine freie Stelle gedreht, keine Antenne angeschlossen, bei parallelgeheizten Röhren wird die UKW-Röhre (die UKW-Röhren) herausgezogen.Abgleich von hinten (Demodulatorkreis - Ratiofilter - Verhältnisgleichrichter). Zuerst muss der Demodulatorkreis exakt auf 10,7 Mhz ( oder die zum Gerät passende Frequenz) gebracht werden. Sicher bezüglich dieser Frequenz kann man nur bei Nutzung eines frequenzgenauen Messenders sein, eine Prüfung mit Frequenzzähler ist sinnvoll. Das Messender-Signal wird immer auf das Steuergitter der Vorröhre (der Basis des Vortransistors) über eine möglichst schwache Ankopplung (10 - 30 pF) gegeben. Ist die letzte Stufe abgeglichen, wird die Einkopplung eine Stufe nach vorn verlegt und die auf diese Einkopplungsstelle folgende Stufe wiederholt. Das wiederum wiederholt sich, bis alle ZF-Stufen abgeglichen sind. Läßt sich ein Kreis nicht auf Resonanz drehen, liegt hier ein Fehler vor. Ist nach dem Gesamt-ZF-Abgleich das Ergebnis noch nicht optimal, sollte auch ein Blick auf den ZF-Ausgangskreis im UKW-Teil selbst geworfen werden. Nun zu den Varianten 1 - 3: -- ad 1 (Abgleich mit einem AM (ja AM) -Messender und und dem Ohr): Das Messender-Signal ist noch unmoduliert, über den Elko (an dem sich die FM-Regelspannung bildet) in der Demodulatorstufe wird mit einem hochohmigen Voltmeter (es kann auch hilfsweise die Abstimmanzeige-Röhre betachtet werden) der Kreis auf höchsten Wert abgeglichen. Nun wird dieser Elko auf einer Seite abgeleitet, der Messender AM-moduliert und insofern feinabgeglichen, daß der AM-Ton so leise wie möglich wird. Elko wieder ran. Der Kreis vor dem Demodulatorkreis wird nun ebenfalls auf Maximalwert der Regelspannung gebracht. Gegebenenfalls diese Abfolge wiederholen. War der Abgleich bis hierhin erfolgreich, geht man eine Verstärkerstufe nach vorn und stimmt in dieser Stufe den Ausgangskreis - und in der Nachfolgestufe den Eingangskreis auf Maximum der Regelspannung im Demodulatorkreis. Wichtig: Die zuvor abgeglichenen Kreise werden nicht mehr verstimmt. So arbeit man sich bis zur ersten ZF-Verstärker-Stufe vor. -- ad 2 (Abgleich mit unmodulierten Messender und z.B. Röhrenvoltmeter): Das Messender-Signal ist unmoduliert, über den Elko (an dem sich die FM-Regelspannung bildet) in der Demodulatorstufe wird mit einem hochohmigen Voltmeter (es kann auch hilfsweise die Abstimmanzeige-Röhre betachtet werden) der Kreis vor dem Demodulator-Kreis auf höchsten Wert abgeglichen. Jetzt kommt der Abgleich des eigentlichen Demodulatorkreises. Zuvor werden zwei Widerstände von jeweils 100 kOhm über den Regelspannungselko des Demodulators gelötet. von deren Mitte zur Mittelanzapfung des Demodulator-Schwingkreisspule wird ein hochohmiges Voltmeter gelegt und dessen Wert auf Minimum abgeglichen. Die Widerstände wieder auslöten. War der Abgleich bis hierhin erfolgreich, geht man zwei Verstärkerstufen nach vorn und stimmt in dieser Stufe den Ausgangskreis - und in der Nachfolgestufe den Eingangskreis auf Maximum der Regelspannung im Demodulatorkreis. Wichtig: Die zuvor abgeglichenen Kreise werden nicht mehr verstimmt. So arbeit man sich bis zur ersten ZF-Verstärker-Stufe vor. -- ad 3 (Abgleich mit FM-Wobbel-Messender und Oszilloskop): Ein Wobbel-Messender mit einem Wobbelhub von + - 200 kHz, der 10,7 Mhz (oder die sonst benötigte ZF) erzeugen kann. Das Oszilloskop muß eine Steuermöglichkeit vom Wobbelsender zur Plattenablenkung haben und eine Grenzfrequenz von zumindest 20 MHz. Der Signaleingang des Oszilloskops wird an den NF-Ausgang des FM-Demodulators angeschlossen (es muß aber eine galvanische Verbindung zum Radiodetektor bestehen). Das Oszillogramm sollte wie in der Skizze B aussehen. Ist die Demodulatorstufe so abgeglichen, geht es Stufe für Stufe weiter nach vorn, allerdings wird das schwach ausgekoppelte Eingangssignal des Oszilloskops nun am letzten ZF-Kreis entnommen. Es wird eine ZF-Durchlaßkurve dargestellt, die in der Skizze A entspricht.
Beschreibung eines typisch standardisierten AM-HF-Teil (Mischer
/ Oszillator) - Abgleiches: Jetzt wird das Radio auf 1600 kHz eingestellt, der Messender ebenfalls. Der zugehörige Kondensator-Trimmer (oft direkt mit dem Drehkondensator als eine Einheit ausgebildet oder als kleiner Zusatz-Mini-Drehko) wird so verdreht, bis das Messendersignal gut zu hören ist. Manche einfache Radios haben diesen Trimmer nicht. Hier kann bei verwendeten luftisolierten Drehkos versucht werden, die unterteilten Aussenlamellen des Rotors VORSICHTIG zu verbiegen. Dabei darf es nicht zu Kurzschlüssen kommen. Diese Lamellen sind auch für eine Verbesserung des Gleichlaufes zwischen Vor- und Oszillator verwendbar. Eine Verschiebung von Abstimmbereichsegmenten ist dabei immer nur in Richtung weniger Kapazität möglich. Jetzt muss das Radio und der Messender nochmals auf 520 kHz eingestellt werden. Sie werden nochmals mit der Spule etwas nachkorrigieren müssen. Die L-Einstellung am unteren Bandende und die C-Einstellung am oberen Bandende beeinflussen sich gegenseitig. Wiederholen Sie die Prozedur, bis Sie das Ergebnis zufriedenstellt. Vorkreise:
Der MW-Abgleich ist erfolgt. Wiederholen Sie alles sinngemäss für die anderen AM-Wellenbereiche des Radios. Radios mit HF-Vorstufe nutzen oft für KW die Vorstufe nicht oder nur eingeschränkt per unabgestimmten Bandflter oder sogar nur mit aperiodischer Verstärkung oder reduzierter Selektion des Zwischenkreises. Beschreibung eines typisch standardisierten UKW FM-HF-Teil (Mischer
/ Oszillator) - Abgleiches: Der Messender wird im modulierten Zustand ebenfalls auf 87 MHz eingestellt. Nun wird mit der Spule des Oszillators (drehen des Spulenkerns) solange verdreht, bis das eingestellte Signal zu hören ist. Jetzt wird das Radio auf 100 MHz eingestellt, der Messender ebenfalls. Der zugehörige Kondensator-Trimmer (oft direkt mit dem Drehkondensator als eine Einheit ausgebildet oder als kleiner Zusatz-Mini-Drehko) wird so verdreht, bis das Messendersignal gut zu hören ist. Manche einfache Radios haben diesen Trimmer nicht. Hier kann bei verwendeten luftisolierten Drehkos versucht werden, die unterteilten Aussenlamellen des Rotors VORSICHTIG zu verbiegen. Dabei darf es nicht zu Kurzschlüssen kommen. Diese Lamellen sind auch für eine Verbesserung des Gleichlaufes zwischen Vor- und Oszillator verwendbar. Eine Verschiebung von Abstimmbereichsegmenten ist dabei immer nur in Richtung weniger Kapazität möglich. Jetzt muss das Radio und der Messender nochmals auf 87 MHz eingestellt werden. Sie werden nochmals mit der Spule etwas nachkorrigieren müssen. Die L-Einstellung am unteren Bandende und die C-Einstellung am oberen Bandende beeinflussen sich gegenseitig. Wiederholen Sie die Prozedur, bis Sie das Ergebnis zufriedenstellt. Nun wird der (die) Eingangskreis(e) auf Gleichlauf abgeglichen. Ich empfehle bei Nichtvorhandensein einer Abgleichanleitung die sogenannte Zweipunkt-Methode. Die Details dazu bitte hier nachlesen. Beschreibung eines typschen Abgleiches eines Geradeausempfängers,
auch Reflexempfängers:
Geradeausempfänger hatten eher selten Schwundregelungen. (Ausnahme: z.B Novum von Dietz & Ritter). Beschreibung eines typischen Abgleiches eines Detektorradios: In unserem Beispiel zeigt die Skala für Mittelwelle 520 bis 1600 kHz. Der Drehko wird auf das untere Bandende eingestellt und geprüft, ob der Drehkondensator in dieser Stellung tatsächlich voll eingedreht ist. Der Messender wird im modulierten Zustand auf 520 kHz eingestellt. Nun wird die Spule durch Drehen des Spulenkerns (falls vorhanden) solange verdreht, bis das eingestellte Signal zu hören ist. Jetzt wird der Detektor auf das obere Bandende eingestellt, der Messender ebenfalls. Der zugehörige Kondensator-Trimmer - falls vorhanden - (oft direkt mit dem Drehkondensator als eine Einheit ausgebildet oder als kleiner Zusatz-Mini-Drehko) wird so verdreht, bis das Messendersignal gut zu hören ist. In vielen Fällen haben einfache Detektoren diesen Trimmer nicht. Hier kann bei verwendeten luftisolierten Drehkos versucht werden, die unterteilten Aussenlamellen des Rotors VORSICHTIG zu verbiegen - falls vorhanden. Eine Verschiebung von Abstimmbereichsegmenten ist dabei immer nur in Richtung weniger Kapazität möglich. Allerdings habe viele alte Detektoren keine abstimmbare Spulenkerne. Hier muss zuerst versucht werden, nur am oberen Bandende mit dem eventuell vorhandenen C-Trimmer abzugleichen. In schwierigen Fällen kann auch ein Auf- oder Abwickeln von Spulen-Windungen notwendig werden. Eine weitere Schwierigkeit entsteht durch die Empfindlichkeit des Detektors gegenüber unterschiedlichen Antennen und Position einer eventuell eingebauten variablen Antennenankopplung (induktive oder kapazitive variable Kopplung). Ermitteln Sie den tatsächlichen Frequenzbereich mit stark gekoppelter Antenne und mit loser Antennenkopplung. So wissen Sie für Ihre Empfangsstation die zu erwarteten Frequenzbereiche. Besonderheiten beim Abgleich von Autoradios oder Radios mit induktiver
Abstimmung: Der Gleichlauf wird erreicht, in dem beim Vorkreis ebenso gehandelt wird. Die Zweipunktmethode vereinfacht sich hier oft auf Abgleich direkt am unteren und oberen Bandende. Der Gleichlauf ist wegen konstruktiver Massnahmen des Herstellers (unterschiedliche Induktivtäten, unterschiedliche Spulendurchmesser, variable Kerndurchmesser, usw) beim Eingangkreis gegenüber dem Oszillatorkreises oft besser als bei LC-Abstimmung. Bei den induktiven (Permeabilitäts-) Abstimmungen sind viele Schaltungsvarianten möglich, die sich hinsichtlich der Abgleichnotwendigkeiten unterscheiden. Es ist deshalb oft die Verwendung der Abgleichanleitung zu empfehlen. Am Beispiel eines Grundig-Autosupers Grundig Weltklang 4505 ist das durch das Schaltbild (Auszug) und der Abgleichanleitung (Auszug) zu belegen. Besonderheiten beim Abgleich eines Neutrodyne-Empfängers: Tritt irgendwo Eigenschwingung auf, nun den (die) Neutralisationsdrehkos oder Trimmer von der letzten HF-Vorstufe nach vorn verdrehen, bis das Schwingen aussetzt. Die Schwingneigungen können sich von Stufe zu Stufe ziehen und die Neutralisations-Trimmer sich gegenseitig etwas mitziehen. Vorgang mehrfach wiederholen. Nun nochmals am Bandanfang, Bandmitte und Bandende nachprüfen. Falls vorhanden, die Rückkopplung des Gerätes bis ca 10 % vor Schwingeinsatz anziehen und nochmals Anfang Mitte und Ende prüfen. Gerät ausschalten und nach 10 Minuten wieder einschalten und auf Schwingfreiheit prüfen. Nach einem Frequenz- und Gleichlaufabgleich ist die Neutralisationseinstellung zu wiederholen.
Diese Pendler können auch in Stellung AM des Messenders abgeglichen werden. Abgleich: Erfolgt wie bei einem "normalen" Einkreiser. Drehkondensator und damit Skalenzeiger auf unteres Bandende einstellen. Messsender AM oder FM auf die Bandanfangsfrequenz stellen (also z.B. 87 oder 86 MHz) und L des Schwingkreises abgleichen. Nicht immer gab es Kerne, manchmal musste die Spule verbogen werden. Spulenwindungsabstand enger = Frequenz tiefer. Dann am oberen Bandende wiederholen, hier mit dem eventuell vorhandenen C-Trimmer abgleichen. Gesamten Vorgang wiederholen. Sollte eine UKW-Vorstufe vorhanden sein, war diese meist mit einem nicht abgestimmten Breitbandpassfilter oder aperiodisch ausgestattet, sodass hier nichts abzustimmen ist. Weitergehende Informationen:
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Beispiel einer Abgleichanleitung für ein Grundig-Radio: So sehen typische Abgleichanleitungen aus. Auch der Fachmann muss sich einlesen, da die Klarheit der Beschreibung immer von der Fähigkeit des Anleitungsherstellers abhängt. Das Gerät hat eine echte Bandbreitenregelung - gekoppelt mit dem Höhenregler. Mittels eines "Spulenfahrstuhls werden Bandfilterspulen mit variablen Abstand verwendet. Das Gerät verfügt im HF-Teil
über ein abgestimmtes Bandfilter in den Bereichen LW, MW1 und MW2. Deshalb
ist auch ein 3-fach-Drehkondensator eingebaut. |

Beachten
Sie weiter oben im Textteil die Hinweise zu fe und fo.
Der Begriff "künstliche
Antenne" wird weiter oben im Textteil angesprochen.
"Zwischen- und
Vorkreis" weist auf das abgestimmte Eingangsbandfilter hin.


Schaltbild
des Gerätes
(Wegen der Grösse hier klicken)