DC7BJ, Amateurfunk

22.07.2008

Behelfsantenne für Balkons, aber auch als Portable-Antenne

Es kann kaum schlimmer kommen:

Kurzwellen-Amateurfunk in einem Wohnhaus mit 25 Mietparteien? Keine Chance im Rahmen der geltenden gesetzlichen Vorgaben die Sendeleistungen der Lizenzklasse ausschöpfen zu können? Keine Lust auf Abgabe der berühmten Erklärung? Betrieb ohne Antennenerde?

Aber ein Balkon oben offen und mit an der Stelle der zukünftigen Vertikal-Antenne einem Abstand von jeweils 3 Meter zum Nachbarn (links, rechts, unten)?

Dafür gibt es einige Raumsparwunder an Antennen (Magnetic Loop, Konservendosenantenne, usw). Das sind aber oft Monoband- oder aber eingeschränkte Mehrbandantennen, die teilweise auch noch im Band in Resonanz gebracht werden müssen.

Das alles kam bei mir nicht in Frage. Ich habe aber die Möglichkeit eine 9 Meter-Steck-Angelrute als Antennenträger an dieser "3-Meter-Abstand zum Nachbar" - Montagestelle aufstellen zu können und auch wieder entfernen zu können.

Es kommt nur eine echte Breitbandantenne für alle KW-AFU-Bereiche in Frage, die OHNE Gegengewicht auskommt. Sie soll IRGENDWIE scheinbar auf ein Stehwellenverhältnis unter 1:2 anpassbar sein (gestattet mir die alte Schreibweise), besser unter 1:1.3. Ein Bandabgleich an der Antenne selbst soll wegfallen, ebenso ein Gegengewicht oder eine echte Erde. Der strahlende Teil darf nicht länger als 6 Meter lang sein. Der Abstand des strahlenden Teils nach unten (Nachbarn) muss zumindest 3 Meter betragen. Es wird HF-Mässig also nur der obere 6-Meter-Teil des Mastes genutzt.

Meine Lösung: Anpass-Impedanzwandler (Magnetic Balun) von 52 Ohm auf einige Hundert Ohm. Gespeist über RG58. Unmittelbar hinter dem Impedanzwandler kommt eine Mantelwellensperre. Direkt am Transceiver gaukelt ein üblicher Antennentuner dem Funkgerät ein gutes Stehwellenverhältnis vor.

Der gesetzlichen Vorgabe folgend werden als Sendeleistung nur 10 Watt verwendet. Damit kann man nicht funken? Doch man kann!

Als eigentliche Antenne wird ein Antennendraht von 11 Meter Länge als leichter Wickel auf eine Strecke von 6 Meter gebracht, in kritischen Raumverhältnissen auch noch so gerade 4,80 Meter. Fertig ist die Antenne, good DX.

Natürlich kann eine solche Behelfsantenne NIEMALS mit einer "echten" Bandantenne am Resonanzpunkt konkurrieren, der Wirkungsgrad ist sicher bescheiden. ABER: Funken ohne TVI, etc. geht allemal auf allen Bändern ohne weiteres Gefummel bei kleiner Sendeleistung

Sinngemäß kann diese Konstruktion auch auf einem Fieldday, usw genutzt werden, hier könnte man sich auch noch einen Erdanschluss direkt am Impedanzwandler gönnen und den Draht auf echte 11 Meter bringen und am besten schrägt nach oben in einem Baum spannen oder an einen Portablemast anknüpfen. 45 Grad Erhebungswinkel ergibt eine relativ gute Abstrahlung.

Selbstbau des Anpasstrafos und der Mantelwellensperre ist möglich. Quellen im Internet nutzen. Ich habe für beides einfach das Angebot der Firma W..o genutzt.

Als Mantelwellensperre (besser HF-Drossel kann auch das Koaxspeisekabel genutzt werden. Direkt am Impedanzwandler das Kabel zu einer Spule mit ca. 5-9 Windungen (Durchmesser ca. 15-20 cm) aufwickeln. Dabei darauf achten, dass die Zuführungen sich gegenüber liegen.

Wird die Antenne ohne Antennentuner betrieben, ergeben sich folgende Stehwellenverhältnisse:

  • 160 Meter = 1:3 !
  • 80 Meter = 1:3 !
  • 40 Meter = 1:3 !
  • 20 Meter = 1:1,5
  • 15 Meter = 1:2,5
  • 10 Meter = 1:1,4

Mit Antennentuner ergeben sich im Antennentuner für alle Bänder Stehwellenverhältnisse von kleiner 1:1,3

Alle Angaben ohne Gewähr. Gesetzliche Bestimmungen sind zu beachten.

vy 73 der Rainer, DC7BJ

 

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