16.11.93, 19.6.1996
Diagonal polarisierte Antennen
Im UKW-Bereich unterscheiden sich sich die Polaritaeten der Antennen nach der verwendeten Betriebsart. So werden in der Regel folgende Polaritaeten in Verbindung mit der Betriebsart genutzt:
CW horizontal
SSB horizontal
ATV horizontal
FM vertikal
digital vertikal oder horizontal
SAT zirkular oder linear-vertikal, linerar-horizontal, linear-diagonal
Ausnahmen bestaetigen auch hier die Regel. Es ist nun so, dass eine Verbin- dung zweier Stationen mit um 90 Grad verdrehter Polarisation eine zusaetzliche Daempfung von 20 dB unterliegt. Die jeweilige Sendeleistung wird also um den Faktor 100 reduziert. Deshalb ist ein Verlust von 20 dB unpraktikabel.
Will man auf UKW an mehreren Betriebsarten teilnehmen, muessen entweder zwei Antennen pro Band oder eine in der Polarisation umschaltbare Antenne oder eine zirkulare Antenne genutzt werden. Allerdings kann ein Elevations-Rotor zur Polarisationskippung um 90 Grad "umgewandelt" werden. Hierbei ist aber der Aufwand doch beachtlich.
Zirkulare Antennen haben gegenueber einer linear polarisierten Antenne einen Verlust von 3 dB, sind aber nutzbar. Umschaltbare Antennen benoetigen "anfaellige" Umschaltvorrichtungen auf dem Dach.
Eine Alternative bietet sich mit der "diagonalen" Polarisation an. Hierbei kann eine lineare Antenne fuer horizontale, vertikale und bedingt fuer zirkulare Verbindungen (z.B. SAT) genutzt werden. Eine diagonale Antenne (45 Grad) hat gegenueber horizontal oder vertikal einen Verlust von ca. 3-4 dB. Eine solche Yagi-Antenne mit 11 dBd bietet vertikal oder horizontal immer noch 8 dBd an. Es gibt Antennenhersteller, die sogar Duo-Band-Yagis fuer diagonale Polarisation (AFU-SAT) anbieten. Im normalen QSO-Betrieb, auch bei UKW-DX sind 3-4 dB noch akzeptabel. Vorteil: Alle Betriebsarten lassen sich EINFACH und unkompliziert betreiben. Probleme gibt es nur, wenn beide QSO-Partner dia- gonal polarisiert sind und dabei "falsch herum" gekippt arbeiten.
73 de DC7BJ, Rainer