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Einführung:
Die Schwingkreise im Eingang von Radios benötigen die Zuführung
der vom Sender ausgestrahlten Hochfrequenzenergie. Das wird durch Antennensysteme
sichergestellt. Die klassische Antennenanlage der Radiofrühzeit war
die Langdrahtantenne mit zusätzlicher
Erde. Bald kamen weitere Systeme hinzu, die eigentlich hauptsächlich
den Sinn hatten, die Systeme deutlich zu verkleinern. Die frühen
Radios benötigten noch leistungsstarke Antennen, weil die Empfänger,
insbesondere die Detektoren und Einkreiser, jede Menge Antennenspannung
benötigten. Mit der Einführung hochverstärkender Superhetempfänger,
konnten die Antennen etwas kürzer werden. Sogar mit Zimmerbehelfsantennen
gelang brauchbarer Empfang. Rahmenantennen
und Ferritantenen brachten weitere Volume-Reduzierungen.
Die folgende Auflistung beschreibt die verschiedenen Antennensysteme des
Rundfunkempfanges zu Zeiten der Oldtimer. Es werden nur Antennen angesprochen,
vor 1980 zur Anwendung kamen, da nur dieser Zeitabschnitt mit der Zielsetzung
dieser WEB-Site korrespondiert. Die Auflistung soll auch keine Beschreibung
der Wirkprinzipien darstellen, sondern lediglich die in der Rundfunktechnik
beim Endverbraucher üblichen Antennen ansprechen.
Langdrahtantennen:
In der Frühzeit der Radios wurden fast ausschliesslich Drahtantennen
(Langdrahtantennen) in Verbindung mit einer guten "Erde"
zum Empfang von Rundfunksendungen verwendet. Dabei galt: Je höher
und länger die Antenne, desto besser der Empfang. Neben Blitzschutzproblemen
und Streitigkeiten mit dem Nachbar, gab es oft auch Probleme mit dem Vermieter
bei solchen unübersehbaren Gebilden. Diese Antennen nahmen auch stark
Störsignale (Atmosphärische Störungen, Gewitter, Elektrogeräte,
usw) auf. Typische Antennenlängen lagen bei ca. 10 Meter - 50 Meter.
Es konnte ein einfacher Draht oder auch Hochfrequenzlitze sein. Die Leitungen
wurden zumeist über Porzellanisolatoren und Porzellanwanddurchführungen
nach draussen und auf das Dach oder den Boden geführt. Auch T-Antennen
waren üblich. Dabei wurde der hochführende Draht an den frei
horizontal aufgehängten eigentlichen Antennendraht in der Mitte angeschlossen.
Wichtig war der sogenannte Erdungsschalter, meist neben dem Fenster aussen
angebracht. Damit wurde die Antenne im Nichtempfangsfall geerdet, um Blitzeinschläge
in ihrer Wirkung zu reduzieren. Daher kommt der von dem Ansager am Programmende
immer aufgesagte Spruch "Vergessen Sie nicht Ihre Antenne zu erden.".
Eine kurze Variante der Langdrahtantenne war die Wurfantenne.
Langdrahtantennen konnten auch in der Wohnung und im Haus verlegt werden.
Nur war der Wirkungsgrad geringer und Störeinstrahlunge u.U. grösser.
Landrahtaussenantenne
Behelfsantennen, Kombiantennen,
Zimmerantennen, Wurfantennen, usw.:
Geräteinterne Antennen: Viele Radios hatten nun als Behelfsantenne
im Gehäuse ein Stück Draht als Antenne, nach Einführung
des UKW-Rundfunks auch ein UKW-Dipol, der dann u.U. auch als LW-MW-KW-Behelfsantenne
mitgenutzt wurde. Bei einigen Radios konnte an der Rückwand diese
Zusammenschaltung der internen Antennen weggeschaltet werden. Andere Radios
trennten UKW und AM durch eine Drossel und nutzten für AM ein weiteres
kurzes Drahtstück.
UKW-Zimmerantennen: Für UKW gab es Zimmerantennen in
Dipolform, teilweise (selten) mit eingebauten HF-Vorverstärker. Es
wurden auch einfache Flachbandkabelstücke zu Dipolen mit Anschlusskabel
geschaltet angeboten.
Kurzdrahtantennen:
Viele Radios bekamen lediglich ein Stück Draht ohne Erde angesteckt.
Dieses Stück Draht musste dann hinter der Radio-Konsole mühmsam
die Wellen aus dem "Äther" fischen.
Netzantenne:
Netzantennen, auch Lichtantennen genannt, nutzen das Stromversorgungsnetz
als Antenne. Einige Geräte hatten eine solche Antenne gleich verdrahtet
im Gerät eingebaut. Es gab im Zubehörhandel kleine Stecker mit
eingebauten durchschlagfesten Kondensator, der in einen Pol der Netzsteckdose
gesteckt wurde. Das andere Ende dieser Leitung kam in die Antennenbuchse
des Radios. Über den Erfolg dieser Antenne kann man geteilter Meinung
sein, jedenfalls wurden auch viele Störsignale aus dem Stromnetz
direkt in den Empfänger eingeschleppt. Nichtzuletzt waren diese Antennen
beim Durchschlag des Kondensators gefährlich für den Anwender.
Weitere Behelfsantennen:
Es gab eine vielfache Zahl von Behelfsantennenvorschlägen. Vieles
funktionierte, vieles nicht. Gern wurde die Dachrinne als Antenne genutzt.
Das funktionierte immer dann gut, wenn sie keine wirklich niederohmige
Verbindung mit der Hauserde hatte. Weitere Geheimtipps: Balkongeländer,
Fensterwasserabweiser aus verzinkten Blechen, Gasleitungen !!!, Regenschirmantennen
(ja wirklich), Badewannen, und und und.....
Die Wurfantenne war quasi die kleine Schwester der Langdrahtantenne,
wurde aber eigentlich nur zeitweise "ausgeworfen". Typische
Länge ca. 5 -50 Meter. Sogar sehr frühe Koffergeräte nutzten
solche Wurfantennen. Eine typische Behelfsantenne.
Erde:
Das Gegenstück zu Drahtantennen
und Behelfsantennen. Die Erde wurde üblicherweise
an die Wasserleitung angeschlossen, aber auch an Dachrinnen, Zentralheizungen,
Tiefenerdern, Stromnetzen (sehr gefährlich). Behelfsweise wurde die
Erde aber auch einfach als auf dem Fussboden verlegter Draht - Noterde
- verwendet. Bei Allstromgeräten musste darauf geachtet werden, dass
wirklich Trennkondensatoren in die Erdleitung eingebracht wurden. Die
Allstromer hatten zwar auch diese Trennkondensatoren, wenn sie aber durchschlugen,
wurde es gefährlich. Siehe diese Sicherheitshinweise.
Rahmenantennen:
Eine frühe alternative Antennenform war die Rahmenantenne. Sie hatte
einige Vorteile gegenüber der Langdraht-Antenne. So war Zimmerantennenempfang
realisierbar. Ein Rahmen mit der Länge von 60 * 80 cm (und mehr)
war üblich. Es wurde keine zusätzliche "Erde" benötigt.
Es gab zwei Empfangsrichtungen mit Ausblendwirkung für unerwünschte
Sender, die den gewünschten Sender "störten". Die
Rahmenantenne nahm unter Umständen auch weniger Störnebel aus
der Umgebung auf. Die Empfangsleistung lag aber fast immer ein wenig unter
der Langdraht-Antenne. Frühe Koffer-Radios
nutzen ebenfalls eingebaute Rahmenantennen. Wie eine solche Rahmenantenne
aufgebaut ist, kann auf meiner Detektorseite
nachgelesen werden. Es gab verschiedene auch zusammenklappbare Systeme,
die teilweise auch auf Drehgestellen montiert waren.
Bei Kofferadios und Detektorempfängern konnte die Rahmenantenne
zugleich die Schwingkreisspule sein.

Rahmenantenne
Ferrit-Antennen:
Ab 1952 kam die Nutzung der Ferritantenne für Koffergeräte und
Heimradios auf, als Beispiel sei hier der Blaupunkt Notturno aus 1952
genannt. Die Zeitschrift "Funtechnik" beschäftigte sich
schon 1952 in einigen Beiträgen mit Ferritantennen und auch noch
mit Rahmenantennen. Das Empfangsprinzip ist mit der Rahmenantenne eng
verwandt. Das Ferritmaterial verdichtet die Feldlinien der Umgebung und
"zieht" sie in den Ferritstab. Der grosse Vorteil der Ferritantenne
ist die kompakte Bauform. Eine solche Ferritantenne passt in jedes Radio
und Kofferadio und lässt sich gut für Langwelle und Mittelwelle
nutzen, bedingt auch für die langwelligeren Kurzwellenbänder.
Nutzt ein Gerät auch die Kurzwelle über Ferritantenne, wird
dafür eine eigene Volldrahtspule verwendet. Allerdings wird dann
zumeist zusätzlich noch eine Drahtantenne oder Teleskopantenne benutzt.
Je nach genutztem Frequenzbereich wurden unterschiedliche Ferritmaterialien
verwendet. Für MW und LW sind auch Kombispulen, oft mit HF-Litze
üblich. In Heimempfängern wurde die Antenne zumeist drehbar
und abschaltbar gemacht. Der Benutzer konnte mit einem Drehknopf von aussen
die Ferritantenne drehen und auf beste Empfangsrichtung einstellen. Wollte
er extrem weit entfernte Stationen hören, konnte die Ferritantenne
wegschaltet werden und eine Aussenantennen benutzt werden. Störende
Sender können u. U. ausgeblendet werden. Diese Antennenform ähnelt
etwas der "Magnetischen Antenne".
Für Kofferradios war die Ferritantennen der Durchbruch in Richtung
kleiner kompakter Empfänger. Allerdings musste u.U. das Kofferradio
für besten Empfang verdreht werden.
Hochleistungsheimempfänger hatten für die Ferritantenne
einen eigenen Hochfrequenz-Vor- und Anpassverstärker. Oft wurde bei
diesen speziellen Geräten die Ferritantenne zusätzlich noch
elektrisch abgeschirmt, um elektrische Störfelder zu dämpfen.
Die Ferritantenne nimmt ja hauptsächlich die magnetische Komponente
des Sendersignals auf. Ferritantennen haben eine bidirektionale Richtwirkung
in Form einer Acht. Dabei liegen die beiden Empfangsmaximalpositionen
90 Grad verdreht zur Ferritstablängstachse. Wird also ein solcher
Ferritstab um 360 Grad gedreht, treten 2 Maximalfeldstärken auf.
In der Praxis (insbesondere in Gebäuden und in der Nacht) treten
Missweisungen zur geographischen Lage des Senders und der Antenne auf.

Eine typischen Ferritantenne in einem Kleinsuper.
Sie ist auf dem Drehkondensatorgehäuse montiert, im Vordergrund ein
Anpasstrimmer-C
Drahtfunk-Antennen:
Drahtfunk, eine frühe Form des heutigen
Kabelfernsehens war der Drahtfunk (Vergleiche hinken immer). Über
das Telefonnetz wurde das Sendersignal in der Nähe des Langwellenbereiches
über eine Weiche zum Antennen- und Erde-Eingang des Radios geführt.
Eine relative Störunempfindlichkeit bei guter Signalfeldstärke
ergab guten, stabilen Empfang.

Drahtfunkanschlussdose
Teleskopantennen:
Bei Kofferradios wurde neben Rahmenantennen und Ferritantennen und Dipolen
auch die Teleskopantenne verwendet. Typische Längen zwischen 30 und
70 cm. Insbesondere für Kurzwelle, weil Ferritantennen in diesem
Bereich keine guten Ergebnisse brachten. Diese Antennen wurden auch für
Autoradios verwendet. Bei speziell für den KW-Bereich gebauten Kofferradios
wurden auch überlange Teleskope bis zu ca. 1,5 Meter genutzt. Für
UKW gab es auch Doppelteleskope.
Autoradioantennen:
Das Auto ist aus Sicht eines Radios fast ein abgeschirmter Faraday-Käfig.
Nur wenig Empfangsenergie gelangt in das Blechgehäuse des Autos.
So musste die Senderenergie aussen "eingefangen werden. Autostabantennen,
zumeist als einziehbare Teleskopantennen (auch mit Motor-Antrieb). Diese
Antennen waren mittelohmig und konnten nur über relativ kurze abgeschirmte
Leitungen dem Empfänger zugeführt werden. Die meisten Autoradios
ermöglichten eine genau Anpassung der Impedanz mit einem kleinen
Justageknopf oder Justagetrimmer.
UKW-Antennen:
Bei Einführung des UKW-Rundfunks mit zum Teil noch recht einfachen
Emfangsteilen (UKW-Pendler) waren insbesondere auf dem Lande UKW-Hochantennen
notwendig. Dipole, Yagis, Gruppenantennen sollen hier als Begriffe angeführt
werden. Aber die Mehrzahl der Geräte wurden an Behelfsantennen
(zum Teil im Gerät) betrieben. Dipolen werden unterschieden in "offene
Dipole" und "geschlossene Dipole ". Die folgende Skizze
zeigt einen geschlossenen Dipol. Das meint die Dipolschleife ist eine
leitende Verbindung vom linken zum rechten Anschluß, dagegen hat
der offene Dipol diese leitende Verbindung nicht. Die Impedanz von beiden
Dipol-Formen ist unterschiedlich. In der Praxis haben sich 1/4 Lambda
und 1 Lambda - Dipole durchgesetzt. Ein 1/4 Lambda-Dipol hat dabei z.B.
für das UKW-Rundfunkband (ca. 3 Meter-Band) eine Gesamtlänge
von 0,75 Meter. Als Ganzwellendipol wäre eine Gesamtlänge von
3 Meter anzusetzen. In Wiklichkeit sind die Dipole wein wenig kürzer
(Verkürzungsfaktor in Anbängigkeit vom Draht- oder Rohr-Durchmesser).
3-Element-Yagi-Antenne für UKW
Heutzutage sind die dämpfungsarmen symetrischen 240-Ohm-Flachbandkabel
kaum noch zu bekommen. Man kann sich aber bei etwas handwerklichem Geschick
mit dem Selbstherstellen eines solchen Kabels für alte Radios (die
haben zumeist für UKW symetrische 24-Ohm-Anschlüssse) behelfen.
Ein solcher Bauvorschlag für eine Behelfsbandleitung ist am Ende
dieser Seite
zu finden.
Hausantennen, Gemeinschaftsantennen, UKW-Hochantennen:
Schon früh gab es Hochantennen, die ausserhalb des Hauses die Sendeenergie
aufnahmen und in die Wohnung leiteten. Wobei eine Langdrahtantenne auf
dem Dach mit einfacher Runterführung des Drahtes in die Wohnung und
zum Empfänger nicht zu diesem Hausantennentyp gehört. Die Sendeenergie
musste abgeschirmt runtergeführt sein, nur so konnten Störsignale
aus dem Haus selbst reduziert werden. Es wurden ebenfalls Kombiantennen
für LW-MW-KW-UKW mit und ohne Verstärker angeboten. Dabei war
oft der AM-Bereich als Antennenstab, der UKW-Bereich als Kreuzdipol ausgebildet.
UKW-Yagi-Antennen oder Gruppendipole mit oder ohne Verstärker
brachten auch in schwierigen Empfangsgebieten oft Erfolg. Insbesondere
auf dem Land bei grösserer Entfernung zum UKW-Sender wurden teilweise
Yagi-Systeme mit mehr als 3 Elementen und gestockte Dipolwände mit
mehr als 2 Ebenen eingesetzt.
Es gab auch Anlagen mit Verstärkern auf dem
Dachboden. So konnten sogar mehrere Geräte über Gemeinschaftsantenne
versorgt werden. Telefunken bot zum Beispiel einen Boden-Antennenverstärker
für LW, MW, KW an, der sogar schon über eine impedanzangepasste
abgeschirmte Leitung mehrere Antennendosen in den Wohnungen bereitstellte.
Am Ende der Leitung kam ein Abschlusswiderstand. Die Antennendurchführung
vom Dach zum Hausboden war mit einem Durchführungs-Blitzschautautomat
ausgestattet. Der Verstärker wurde über ein Störschutzfilter
netzversorgt. Später wurden diese Anlagen auch um einen Fernsehbereich
ergänzt.
Weitere Antennen:
Magnetische Antennen. Hier wird eine Draht- oder Rohrschleife (meist
zu einem Einwindungs-Ring geformt) so an ein symmetrisches
oder unsysmmetrisches Antenenkabel angekoppelt,
dass das Antennensignal haupsächlich mit seiner magnetischen Komponente
(im Gegensatz zur elektrischen Empfangs-Komponente der Drahtantennen)
zum Emfänger geleitet werden kann. Diese Antennen sind recht kompakt
und können durch ihre 8-förmige (bidirektionale) Hauptempfangsrichtung
zum gezielten "Anpeilen" eines Senders genutzt werden. Die Wirkung
ist ähnlich wie bei der Ferrit-Antenne.
Oft werden auch hausinterne (lokale) Hochfrequenz-Störquellen ausblendbar.
Die magnetischen Antennenn können im Empfangsfall auch mit Antennen-Verstärkern
(selektiv oder aperiodisch) kombiniert werden und sogar ferngesteuert
(Frequenz und Empfangsrichtung) werden. Bei Empfangslage in Störnebeln
und nur geringer Möglichkeit große Draht- oder Yagi-Antennen
aufzubauen , das Mittel der Wahl. Die Magnetische Antenne kann für
Langwelle bis UKW ausgelegt werden, allerdings nicht in einem Zug. Z.B.
für 49-Meter-Kurzwellenband hätte eine solche Antenne einen
ungefähren Durchmesser von 60-80 cm. In selektiver Ausführung
wird mit einem Drehkondensator genau auf die Empfangsfrequenz abgestimmt,
das führt schon allein zur einer weiteren Störquellen-Minderung.
Antennenleitungen:
Wie schon erwähnt, reichte die Antennenzuleitung vom einfachen unisolierten
Draht über Porzellan-Isolatoren über erste abgeschirmte noch
nicht niederohmig angepasste Leitungen mit hohen Verlusten zu impedanzmässig
definierten symmetrischen oder unsymmetrischen Leitungen mit geringen
Verlusten.
Es werden schon in Jahren um 1930 abgeschirmte Antennenzuleitungen
beworben. Dabei scheint es nichtangepasste und angepasste Systeme gegeben
zu haben. In den meisten Werbungen und Produktinformationen wird als Qualitätsmerkmal
lediglich auf die Kapazität pro Meter verwiesen. So kann man der
Produktinformation der Firma KAPA entnehmen, dass die Abschirmleitung
AKW ca. 30 pF pro Meter hatte. Selbiger Information ist aber nicht zu
entnehmen, ob es auf der Annenseite eine Antennentransformation und auf
der Empfängerseite eine Zurücktransformation gegeben hat. Kathrein
bot einen kleinen Prüfsummer an, mit dem die abgeschirmte Leitung
hinsichtlich ihrer Störfestigkeit getestet werden konnte.
Firma Telefunken. Die weist z.B. in der Bedienungsanleitung
zum Spitzensuper 8000GWK als Zubehör ein Aussenantennen-System (bestehend
aus dem Stahlrohrantennenmast, der abgeschirmten Silberleitung II, dem
Antennenübertrager, dem Empfängerübertrager) aus, das wohl
angepasst arbeitete.
Symmetrische Bandleitungen:
Bei Bandleitungen lagen die Impedanzen typisch bei ca. 240 Ohm und passten
so gut zu der Impedanz von UKW-Faltdipolen und den Empfängereingängen.
Flachbandleitungen, später Ovalprofilleitungen - hohl
oder mit einem geringdämpfenden Schaumstoff gefüllt - brachten
gute Dämpfungswerte, waren aber etwas einstrahlempfindlich und konnten
nicht direkt auf Wänden usw. verlegt werden. Für die AM-Bereiche
wurden diese Kabel kaum verwendet.
240 Ohm-Flachbandkabel mit oben
direkt angeschlossenem Faltdipol
Unsymmetrische Koaxialleitungen:
Wurde ein unsymmetrisches Kabel (Seele in der Mitte, isoliergetrennt die
Abschirmung aussen herum) mit gutem und dämpfungsarmen Isoliermaterial
verwendet, wurde von Koaxialkabel gesprochen. Die Kabel mit Impedanzen
zwischen 50 und 75 Ohm waren gut an Antenne und Empfängereingang
angepasst. Die Dämpfung war zwar etwas höher, als bei den Flachbandkabeln,
aber die Aufnahmen von Störsignalen deutlich geringer. Das Koaxialkabel
konnte direkt auf und durch Mauerwerk verlegt werden. UKW-Dipole benötigten
allerdings zur Anpassung von ca. 240 Ohm (symmetrisch) einen Anpass-Transformator
(u.a. einen Balun-Trafo) um auf die unsymmetrische Impedanz von 50-75
Ohm zu kommen.
Antennenweichen:
Bei Gemeinschaftsantennen und Hausantennen für UKW (Fernsehen) und
LMK wurden oben an der Antenne die Antennen-Signale für UKW, (FS)
und LMK über eine Antennenweiche zusammengefügt und über
das Bandkabel oder Koaxialkabel
runter zum Empfänger geleitet. Dort wurde die Signale über eine
weitere Antennenweiche wieder in UKW, (FS) und LMK getrennt und über
konfektionierte Stecker dem Radio (FS) bereit gestellt.
Mehr Geräte an einer Antenne:
Sollen mehre Geräte an einer Antennen betrieben werden (z.B. Zwei
Radios an einer Dachantenne, die UKW anbietet), kann unten in der Wohnung
eine Verteilerweiche angeschlossen werden. Die teilt das UKW-Signal impedanz-richtig
in zwei Stränge auf. Dabei wird zumeist eine Trenndämpfung eingebaut.
Wichtig ist dabei, dass an den von der Verteilerweiche
weggehenden Leitungen die Imedanz (z.B. 240 Ohm sym oder 75 Ohm unsym)
sichergestellt wird. Bei den Geräten kann (wenn nötig) wieder
eine Antennenweiche angeschlossen werden. Keinesfalls dürfen bei
dem vom Dach kommenden Antennenkabel einfach zwei Leitungen (ohne Verteiler)
parallel angeschlossen werden.
Aktiv-Antennen:
Schlechte abschirmende oder einstrahlungsgefördernde Empfangssituationen
in Betonbauten mit vielen Computern können den Rundfunkempfang, insbesondere
den KW-Empfang stark verschlechtern. Da bieten sich externe Aktiv-Antennen
an. Diese können am Fenster, auf dem Balkon, im Garten ein möglichst
störfreies Signal abgeschirmt durch die Wohnung zum Empfänger
leiten und direkt dem Empfängereingang zuführen. Diese Aktivantennen
können das Signal stark oder auch abgeschwächt anbieten, sie
verbessern bei guter Technik auch das Signal-Rauschverhältnis. Problematisch
können bei starken Signalen am Eingang der Aktivantenne Übersteuerungsprobleme
werden. Hier bringen Hochleistungs-Schaltungskonzepte und Bauteile einiges.
Allerdings sind auch Aktivantennen immer ein Kompromis zwischen
Verstärkung, Selektion, Übersteuerungssicherheit. Wer eine für
das Empfangsband abgestimmete Grossantene aufbauen kann, ist immer besser
dran, wenn der Empfänger die dann starken Signale auch verarbeiten
kann. Die Aktivantennen können mit Antennenrahmen, Ferritantennen,
Loops Stabantennen und Kombinationen daraus aufgebaut sein. Auch Fernsteuerung
bis hin zu Drehantennen sind möglich. Einige Aktivantennen bieten
auch die Möglichkeit, unabhängig von Koax-Kabel oder symetrischen
Leitungen auch induktiv zu koppeln.
Gefahren, Blitzschutz, Stromschlag:
Außenantennen für LW, MW, KW und UKW und Fernsehen sind u.U.
durch eingeschleppte drahtlos übertragende Spannung gefährlich.
Insbesondere können (auch schon aufziehende und noch Hunderte Meter
entfernte) Gewitter und Hochspannungsleitung in unmittelbarer (ca. 30
- 50 Meter) Nähe für Menschen risikoreich werden. Antennendrähte
(in vielleicht 3 - 10 Meter Höhe und 10-20 Meter Länge) in weniger
als 30-50 Meter Entfernung von Hochspannungsleitungen sollten nicht genutzt
werden!
Rechtzeitig vor dem Aufziehen eines Gewitters (auch wenn
das Gewitter noch 1000 - 2000 Meter entfernt ist) sollte eine Außenantenne
vom Gerät getrennt werden und zwar AUSSERHALB des Hauses. Üblicherweise
werden solche Antennen am Fenster ins Haus geführt. Von früher
üblichen Antennenerdungsschaltern wird abgeraten (es sei denn,
diese Erdleitungen am Erdschalter gehen direkt ausserhalb des Hauses niederohmig
und mit großem Leitungsdurchmesser über nur wenige Meter in
die Schichten- oder Grundwasser-Zone im Erdreich), denn diese wirken als
Blitzableiter und "ziehen" den Blitz sozusagen erst direkt ans
Haus. Besser ist es, die Antennen in maximaler Handentfernung
vom Fenster unterbrechbar zu machen. Das Runterfallen der Antenne kann
durch ein angebrachtes ständiges dünnes Plastikseil verhindert
werden. Die unterbrochene Antennenleitung zum Empfänger wird möglichst
weit hineingenommen.
Bei Allstrom-Geräten sorgfältig vermeiden, daß
die Antennen aus Versehen irgendwo geerdet ist ! Das gilt auch in Kenntnis,
daß Radio-Allstromgeräte EIGENTLICH Trennkondensatoren in Antennen-
oder Erdleitung haben (denn die können fehlerhaft sein).
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