Verwendet wurde die Wortendung "....dyne" für:
Hinweis: Bitte wundern Sie sich nicht, daß Sie vielleicht eine Literaturstelle finden, wo eine etwas von meiner Auflistung abweichende Beschreibung des jeweiligen .....dyne-Prinzips zu finden ist. Die damaligen Autoren von Büchern und Zeitschriften variierten die Begriffe durchaus und widersprechen sich sogar bei der Beschreibung der Wirk-Prinzipien. Ich habe das besonders beim Studium der Jahrgänge 1925-1933 des "Funkbastlers" in vielen Artikeln beobachten können (müssen). Noch ein Hinweis zum Begriff Transponierungs-Verstärker. Das war eine andere Bezeichnung für Zwischenfrequenzverstärker im Superhet. Die Auflistung wird ergänzt und präzisiert. Also von Zeit zu Zeit mal wieder reinschauen. Ich brauche auch Ihre Hilfe: Für Ergänzungen, Korrekturen und weitere .....dyne-Varianten wäre ich dankbar: email |

Blick in den Siemens RFE 24, einem Neutrodyne-Dreikreiser
von 1928. Der zweite und 3 Kreis wird gemeinsam
abgestimmt. Der erste Kreis
wird getrennt abgestimmt, unten ganz links zu sehen.
Die Bandumschaltung bei
geöffnetem Deckel oben links (drehen). Rückkopplung-Regler unten ganz
rechts zu sehen.
Unten rechts der Mitte ist die Achse des gemeinsamen Abstimmknopfes
zu sehen.
Spulen gepanzert. (Foto-Ermöglichung: Herr Exner "Deutsches
Rundfunk-Museum")
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Alphabetische Auflistung von Dyne-Begriffen |
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| Bezeichnung | Eingesetzt für | Details | Quellen: |
| Autodyne | Superhet | Oberbegriff für Selbstschwingende Mischstufen, also Mischer und Oszillator mit einer Röhre. Ursprünglich noch mit HF-Vorstufe. Nach Pressley. | . |
| Crystodyne |
HF/NF-Verstärkung, Oszillator |
Werden relativ stark vorgespannte Dioden (Kristalle, Halbleiter) in einem bestimmten Teil ihrer Kennlinie betrieben, entsteht u.u. eine "negativer" Spannungsverlauf. Dadurch kann zum einen eine leichte Verstärkerwirkung im HF- oder NF-Bereich erreicht werden. Darüberhinaus kann sogar eine Eigenschwingung in Verbindung mit angeschlossenen Schwingkreisen erreicht werden. Es wurden damals sogar Superhetschaltungen vorgestellt. Reine Detektorschaltungen wurden um 1925 vorgeschlagen, setzten sich aber aus verschiedenen Gründen nicht durch (Instabilier komplizierter Aufbau und umständliche Bedienung, usw). Auch heute gibt es hin und wieder Baubeschreibungen. |
"Der Radioamateur", Dr. Eugen Nesper, Verlag von Julius Springer, 1925, 6. Auflage "Wie baue ich einen einfachen Detektor-Empfänger", Eugen Nesper, Verlag von Julius Springer, 1925 |
| Filadyne | Rueckkopplung im Geradeaus-Empfänger | Einbeziehung der Kathode bei direktgeheizten Röhren in die Rückkopplung | Funkbastler 1928, Seite 452 |
| Fremodyne |
Mischpendelempfänger fuer UKW | Besteht z.B. aus einer Doppeltriode. Ein System als Oszillator, das 2. System als Mischpendler mit einer (z.B) ZF von 20 Mhz und Pendelgleichrichtung. | "Ultrakurzwellen", Diefenbach, Band 105, 1951. Hinweis von Peter Stepponat, Berlin |
| Gollodyne | Detektorempfangsschaltung | Hochleistungsdetektor mit ausgewählten Bauteilen: Gollodyne |
Gollums Welt der Detektorempfänger |
| Homodyne | Mischer | Direkt-Mischer. Oszillator schwingt direkt auf der Empfangsfrequenz, "ZF" ist die Niederfrequenz. | . |
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Infradyne
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Mischung nach dem Summen-Prinzip.
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Normalerweise wird die ZF als Differenzfrequenz von Eingangsfrequenz
und Oszillatorfrequenz gebildet. Wird dagegen die Summenfrequenz genutzt,
liegt die ZF über der höchsten Empfangsfrequenz. Auch heute
wird das namentlich in Vergessenheit geratene Prinzip in leistungsfähigen
Kommunikations-Empfängern, zumeist als Doppelsuper eingesetzt. Die
hohe ZF veringert erheblich Nebenempfangsstellen.
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Pitsch. "Lehrbuch der Funkempfangstechnik" 4. Auflage, §203,
1964. |
| Jowidyn | Bauteil | "Panzer-Jowidyn" von APW | . |
| Multidyne | Bauteil | Spulen von Blaupunkt | . |
| Negadyne | Rückkopplungs-Schaltung |
Rückkopplungsschaltung für Mehrgitterröhren. So konnte ein Rückkopplungs-Drehkondensator oder eine zusätzliche Rückkopplungsspule eingespart werden. Ein anderer gebräuchlicher Name war Numan-Kreis, nach dem niederländischen Erfinder Numan. Es gab aber auch immer wieder Schaltungen, die die Rückkopplung
verbesserten. Insbesondere versuchte man die feste Kopplung variierbar
zu machen, durch Heizspannungs-Regelung oder zusätzlichen Koppelspulen
(z.B. "Der Funkbastler" 1927, Seite 385) |
Funkbastler, 1926, Seite 3, Seite 461 Funkbastler 1926, Seite 336, Seite 440, Seite 511 Das große Röhrenhandbuch, Ludwig Rathäuser, Franzis , Reprint Seite 207. |
| Neutrodon | Bauteil zur Neutralisierung | Drehkondensator zur genauen Einstellung der optimalen Neutralisation. | "Der Neutrodyne-Empfänger", Schöpflin-Eichelberger, 1926 |
| Neutroformer | Bauteil zur Neutralisierung | Kombination einer Spule mit Neutralisationsdrehko zu einer Einheit. | "Der Neutrodyne-Empfänger", Schöpflin-Eichelberger, 1926 |
| Neutrodyne (Neutrodyn) |
Neutralisationsschaltung zur Selbstschwingungs-Unterdrückung |
Kompensation der Gitter-Anodenkapazität von 3-Pol-Röhren und weiterer Kopplungen zur Vermeidung von unerwünschter Rückkkopplung. Verwendung in zumeist mehrstufigen Geradeausempfängern hoher Gesamtverstärkung, aber auch vereinzelt in ZF-Verstärkern von Superhets. Nach Hazeltine und anderen. Es gab Neutralisierungen innerhalb einer Verstärkerstufe und über mehrere Stufe hinweg. Es wurden verschiedene Strategien angewandt: Dämpfungswiderstände über Schwingkreise (verschlechterte die Selektion), abgeschirmte Baustufen, Spulenaufbau mit möglichst geringer "Sicht" auf benachbarte Spulen, Spulenkombinationen mit gegenphasiger Nachbarwicklung, Reihenwiderstände im Kondensatorzweig eines Schwingkreises, positive Gittervorspannung, Schwingschutzwiderstend oder Drossel in die Steuergitterleitung (z.B. Seibt EJ452), gegenphasig wirkende "Rückkopplungsspule" (Umkehrung der Rückkopplung in Gegenkopplung), Neutralisierung der Gitter-Anodenkapazität, Scott-Taggart Prinzip, Dreipunktschaltung, Cowpersche Schaltung. Letztlich ging es darum, ein dem Eingangssignal gegenphasig liegendes Signal so stark zuzufügen, dass Schwingneigung aufhörte, Verstärkung aber noch möglich war. Neutralisierung war schwierig einzustellen, Röhrenalterung, Heizspannungsänderungen (damals üblich) brachten eine Neutralisierung schnell aus dem Gleichgewicht. Mehr als 3 geradeausverstärkende Stufen waren kaum realisierbar, zumal der Gleichlauf dann auch immer schwieriger wurde. Mit Aufkommen der Mehrgitterröhren (Tetrode, Pentode) und der Superschaltungen liess das Problem nach und man kam immer mehr ohne Neutralisierungen aus. |
Pitsch. "Lehrbuch der Funkempfangstechnik" 4. Auflage, §331, 1964 "Der Neutrodyne-Empfänger", Schöpflin-Eichelberger, 1926 |
| Neutrodyne-Superhet | Superhet mit Neutralisation | Neutralisation des ZF-Verstärkers | Funkbastler 1927, Seite 165 |
| Neutrodyne-Reflex | Neutralisierung für einen Reflex-Empfänger | Zweistufiger Geradeausempfänger in Reflexschaltung, beide Sufen neutralisiert. | Funkbastler 1925, Seite 619 |
| Novodyne ( Nowodyne) |
Modell-Name | Modell-Bezeichnung von für bestimmete Neutrodyne-Modelle von DeTeWe
(DTW). Wer ein solches Gerät hat oder ein Schaltbild oder eine Bedienungsanleitung oder eine Literaturstelle nennen kann , bitte zur weiteren Präzisierung dieser Auflistung eine email an mich senden. |
(derzeit nur Hinweise im Großhandels-Katalog 1927 , 1928, DeTeWe) |
| Selectrodyne | Modell-Name | Selectrodyne für einige Radios von Funkton Rob.Zach & L. Pilesk, Wien. Um 1930. | (Information von Stefan Dalke) |
| Selektodyne (Selectodyne) |
. | Nur eine Firmen- oder Modell-Bezeichnung? Weitere Informationen über Modelle oder Bauteile (nicht Selectrodyne) eine email an mich senden. |
Internet-Auktionen |
| Solodyne |
Neutrodyne-Empfänger mit Einknopfabstimmung |
Geradeaus-Empfänger mit 2 neutralisierten HF-Stufen und Rückkopplungs-Audion. Abstimmung von 3 Kreisen mit einem gemeinsamen Abstimmknopf. Dadurch hoher Bedienungskomfort. Davon abweichend auch 3 Kreise mit Einzelabstimmung der Drehkondensatoren als preiswerte Lösung, also eine Infragestellung des oben beschriebenen Solodyne-Prinzips (Funkbastler 1927, S. 183) Davon abweichend beschreibt Eugen Nesper in "Der Radioamateur",
1925 den Solodyne völlig anders: |
Funkbastler 1927, Seite 183, Seite 491. 1928, Seite 223, Seite 293 |
| Strobodyne | Superhet | Supervariante, ähnlich dem Tropadyne. Der Oszillator soll wie ein Stroboskop das Eingangssignal zerhacken und so eine Schwebung hervorrufen. Das Wirkprinzip wurde in Deutschland in Frage gestellt. | Funkbastler 1927, Seite 593, Seite 643 |
| Superheterodyne | Superhet. Umsetzung des Empfangssignals auf eine feste Zwischenfrequenz | Oberbegriff für das Mischer-Oszillator-ZF-Prinzip. Nach Armstrong. Aber auch manchmal nur für ein bestimmtes Mischer-Oszillator-Prinzip in Audionschaltung verwendet. Zumeist mit einer Misch- und Oszillator-Röhre in Audio-Schaltung, aber abweichend auch mit getrennter Mischröhre (1. Detektor genannt) und Oszillatorröhre (Funkbastler 1926, Seite 67). In der Regel Eingangskreis abgestimmt. | Funkbastler 1926, Seite 67, Seite 259. 1927, Seite 573 |
| Synchrodyne | Mischer | Direkt-Mischer. Variante des Homodyne. Oszillator schwingt direkt auf der Empfangsfrequenz, "ZF" ist die Niederfrequenz. | . |
| Teledyne | Superhet | Modell-Bezeichnung für einen Tropadyne von Schneider Opel. Wer ein solches Gerät hat oder ein Schaltbild oder eine Bedienungsanleitung oder eine Literaturstelle nennen kann , bitte zur weiteren Präzisierung dieser Auflistung eine email an mich senden. |
Grosser Katalog 1927 von Radio-Quelle, Leipzig |
| Tetrodyne |
Superhet |
Mischer und Oszillator in zwei getrennten Röhren. Mischung multiplikativ über 2 Gitter der Mischröhre. Bei dem im Radioamateur von 1925 vorgestellten Gerät handelt es
sich sogar um zwei Doppelgitterröhren. Obwohl bei multiplikativer
Mischung keine Audion-Schaltung der Steuergitter notwendig wäre,
ist das in dieser Beschreibung doch der Fall. In wiefern die Art der Kopplung
des Antennen-Rahmes zwischen Gitter und Batterie-Plus und des Oszillator-Schwingkreises
ebenfalls zwischen Gitter und Batterie-Plus Bestandteil des Tetrodyne-Prinzips
waren, ist noch nicht geklärt. |
Funkbastler 1928, Seite 419. Der Radioamateur 1925, Seite 1037 (Vielen Dank für Bereitstellung der Information an das Deutsche Rundfunk-Museum, Herr Exner) |
| Tropadyne |
Superhet | Mischung und Oszillator mit einer Röhre (selbstschwingende Mischstufe) in Audionschaltung nach Fitch. Selbstschwingende Mischstufe mit Kombi-Eingangs-Oszillatorkreis in einer Quasi-Brückenschaltung und oder teilweise mit Oberwellenmischung. Das Eingangssignal wird oft aperiodisch auf den Oszillator-Kreis eingekoppelt. | Funkbastler 1926, Seite 68, Seite 271, Seite 485. 1927, Seite 53, Seite 573 |
| Tropaformer | Bauteil / Baugruppe | Spulenbezeichnung für ein ZF-Filter oder ZF-Spule. | - |
| Ultradyne | Superhet | Mischung und Oszillator in zwei Röhren. Nach Lacault. Eingangskreis
abgestimmt. Mischer hat keine Audion-Schaltung (aber auch Beschreibungen
mit Hinweis auf Audion-Prinzip zu finden) wie bei Superheterodyne oder Tropadyne.
Normalerweise wird das Oszillator-Signal auf die Anode die Mischröhre
gekoppelt und bildet quasi die Anodenspannung. Abweichend auch Mischung
und Oszillator in einer Mehrgitterröhre (Funkbastler, 1927,
Seite 156, Seite 299 oder Funkbastler 1928, Seite 261). Robert Käubler stellt in seinem Artikel in "Funkbastler" 1927, - Seite 573 u. folgende - Superheterodyne, Tropadyne und Ultradyne gegenüber und weist dem Ultradyne die besten Empfangseigenschaften zu. Dieser Artikel ist sowieso lesenswert. Zeitweise wurde wohl im Englischen das Ultradyne-Prinzip auch als "anode- injector superheterodyne" bezeichnet. Auch Ultradyne-Empfänger wurden kombiniert mit Neutrodyne-ZF-Stufen oder ZF-Reflex-Stufen (z.B. Funkbastler 1928, Seite 261). |
Funkbastler, 1925, Seite 639. 1926, Seite 67, Seite 565.1927, Seite 156, Seite 299, Seite 573. The Radio News, 1926, Seite 72 |
| Unidyne |
. | siehe bei Solodyne. | . |

Die beiden Gitter der ersten Röhre sind für den Negadyne-Effekt
verantwortlich.

Die beiden Drehkos NK in Verbindung mit den angezapften Spulen
sind für den Neutrodyne-Effekt verantwortlich.
(Leichtes Rätsel: Müsste nicht bei der zweiten Stufe von links
die Stelle NK und 500 pF-Drehko und oberer Anzapf der Spule
verbunden sein?)

Superheterodyne-Variante. Röhre 1 Oszillator, Röhre 2
Mischer.

Tetrodyne. Linke Röhre Mischer, rechte Röhre Oszillator.

Tropadyne-Variante mit Einkopplung des Eingangs-Signal an die Mitte
des Oszillator-Kreises.
Selbstschwingende Mischstufe.

Ultradyne-Variante mit Röhre 1 als Oszillator, Röhre
2 als Mischer.
Keine Anoden-Gleichspannungsversorgung der Mischröhre !
Danksagungen an:
Ergänzung zum Superhetempfänger: Klaus aus dem Wumpus-Gollum-Forum
(WGF)