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Letzte Bearbeitung 26.12.2008

Verschiedene Bauformen von Spulen mit geringer Eigenkapazität.

In der Anfangszeit des Rundfunks kam es besonders auf hochwertige Schwingkreise in den Radios und Detektorempfängern an. Nur so konnten leistungsstarke Empfänger gebaut werden, weil die Stufenverstärkungen noch nicht so hoch waren. Verlustverringerte Spulen konnten dabei einen guten Beitrag leisten. Es kam aber auch darauf an, Spulen mit möglichst geringer Eigenkapazität einsetzen zu können. Je geringer die Eigenkapazität, desto grösser wurde der Abstimmbereich eines Schwingkreises bei einem gegebenen Drehkondensator.

Zylinderspulen mit Wicklung an Wicklung waren unter dieser Zeilsetzung eine weniger gute Lösung. Deshalb wurden Luftwickelspulen gebaut, die die direkte benachbarte Lage von Windung zu Windung vermieden.Die einzelnen Windungen "sahen" sich nur an wenigen Stellen.

Es hatten sich damals folgende Spulenformen durchgesetzt:

  • Zylinderspulen (hohe Eigenkapazität), etwas besser bei Kammerbauweise, u.U. auch besser bei wilder Wicklung.
  • Kreuzwickelspulen
  • Korbbodenspulen

Begriffsverwirrung, Unklarheiten in der alten Literatur.

In der alten Literatur findet man Varianten und Vertauschungen der Bennung von den Kreuzwickelspulen. Lesen Sie drei Bücher, Sie werden 3 Varianten finden.

Im Buch "Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete" Zweiter Band, Hanns Günther, Franckh'sche Verlagshandlung, 1935 wird auf diese Verwechslungsneigung auf Seite 30 ausdrücklich hingewiesen.

Die folgenden Spulen sind im Grunde genommen alles Kreuzwickelspulenvarianten.

Klassische Kreuzwickelspulen. (1) Der Wickel geht rein zick-zack-mäßig hin und her. Diese Spulen werden hin und wieder aber auch als Ledionspulen und auch Wabenspulen, sogar Honigwabenspulen bezeichnet.Im "Lehrbuch der Funkempfangstechnik" von H. Pitsch, zweite Auflage, § 95 wird der Wickklungsstil von Honigwabenspule und Kreuzwickelspule gleichgesetzt.


Bild 1: Kreuzwickelspule

Korbbodenspulen (2, 2a) wurden auch als Spinnennetzspulen und Flachspulen und Schlitzspulen und Spinnwebspulen bezeichnet. Dieser Spulentyp wurde am wenigsten unterschiedlich beschrieben. Bei Verbleiben des Spulenkörpers konnte HF-Litze verwendet werden.


Bild 2: Korbbodenspule


Bild 2a: Korbbodenspule mit Anzapfungen

Spinnennetzspulen (2, 2a) werden auch als Korbbodenspulen und Flachspulen und Schlitzspulen und Spinnwebspulen bezeichnet. Dieser Spulentyp wird am wenigsten unterschiedlich beschrieben. Bei Verbleiben des Spulenkörpers konnte HF-Litze verwendet werden. Abweichend allerdings siehe bei Korbspulen, Eugen Nesper.

Honigwabenspulen (eigentlich 1) Verwirrung. Der Begriff Honigwabenspule soll auf die Ähnlichkeit der Rombusform der Wickellufträume zur einer Honigwabe hinweisen (die sehen aber eigentlich sechseckig aus). So gesehen, ist die Kreuzwickelspule eine Honigwabenspule. Man findet aber auch Literaturstellen, wo die Honigwabenspulen der Korbspule (3) gleichgesetzt wird. Im "Lehrbuch der Funkempfangstechnik" von H. Pitsch, zweite Auflage, § 95 wird der Wickklungsstil von Honigwabenspule und Kreuzwickelspule gleichgesetzt.

Korbspulen (3, 3a, 3b) Kreuzwickelvariante mit rombusartigen Luftkammern und dreieckigen Luftkammern, sodass eine "glatte" Aussenseite entsteht. Verwirrung. In vielen Quellen wird aber die Korbspule auch als Honigwabenspule bezeichnet. Selten ist der Begriff "körperlose Spulen" zu finden.


Bild 3: Korbspule
(How to construct ? / Wie aufbauen?)


Bild 3a: Doppelte Korbspule


Bild 3b: Variante einer Korbspule

Erhebliche Abweichungen finden sich bei "Der Radioamateur" von Dr. Eugen Nesper, 1925. Er beschreibt tatsächliche Korbbodenspulen als "Spinnwebspulen". Darüber hinaus macht es das bei um 90 % gekippten Waben bei einer Korbspule auch so. Eine doppelte Korbspule (3a) nennt er "Knockout-Spinnwebspule".

Ledionspulen ( 1 !!, 3 !!). Verwirrung: Teilweise wird mit Ledionspule eigentlich eine Korbspule gemeint (So auch in "Handbuch der Funktechnik und ihrer Grenzgebiete" Zweiter Band, Hanns Günther, Franckh'sche Verlagshandlung, 1935, Seite 30). Zitat: "Wird der Draht nicht nur um einen Stift heraumgeführt, sondern geht an jeder Stelle an zwei Stiften vorbei .... entsteht die Ledionspule....". In anderen Quellen wird die Ledionspule wie bei der klassischen Kreuzwickelspule dargestellt.
Im "Lehrbuch der Funkempfangstechnik" von H. Pitsch, zweite Auflage, § 95 wird der Wickklungsstil von Honigwabenspule und Kreuzwickelspule gleichgesetzt.