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Reparatur-Tipps und allgemeine Hinweise
Online seit 1998. Letzte Bearbeitung: 21.08.2010
Das ist eine Unterseite des "Wumpus-Kompendiums"(WK).

Sorry, but these hints are only in German available. Radio related dictionary German / English.

Copyright Rainer Steinführ, Berlin 1998-2010
Impressum


Diese Seite gehört zu den Reparatur- Restaurierungs und Sammler Tipps von Wumpus Welt der alten Radios


1. Bereich Reparaturen und Hinweise
Vor dem Öffnen von Geräten lesen Sie unbedingt diese Sicherheitshinweise und die Liste "Was Sie auf keinen Fall machen sollten".

Die Tipps sind nicht thematisch geordnet, sondern zeitlich nach Erstellungsdatum.
Orientieren Sie sich bitte thematisch an Hand des Inhaltsverzeichnisses.

1) Magische Augen regenerieren
Es gab hin und wieder Arikel und Hinweise zur Röhrengeneration (auch der Magischen Augen)gibt Literatur (z.B. Gebrauchsverlängerung von Rundfunkröhren, Funkschauverlag München, 1944) oder auch in der "Funkschau" und in der "Funktechnik" oder in der "Funkgeschichte" der GFGF. Ich habe allerdings damit weniger gute Erfahrungen gemacht. Das Hauptproblem bei den Magischen Augen ist nicht das Nachlassen der Emission von der Kathode, sondern die Leuchtschicht des Schirms. Da gibt es Vorschläge die Anodenspannung und / oder die Heizspannung zu erhöhen. Also nochmals: Ich halte nicht viel davon, oft ist der Erfolg nur gering und / oder nur von kurzer Dauer.

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2) Alte Radios können einen schlechten Geruch verbreiten
Gegen das Riechen kann man was machen: Innen säubern. Der Geruch kommt vom Staub, der immer etwas feucht ist (Raumfeuchtigkeit). Rückwand ab, dann das Radio auf den Balkon oder vor das Haus und dann mit dem umgekehrt angeschlossenen Staubsaugerrohr (es muss pusten, nicht saugen) V O R S I C H T I G den Staub aus dem Radio blasen. Kann der Staubsauger "nur" saugen, muss sehr vorsichtig gereingt werden.

Dabei V O R S I C H T I G mit einem weichen Pinsel den Staub vom Chassis lösen. Keine feinen Drähte (insbesondere) am Tastensatz oder bei der Ferritantenne beim Pinseln oder Pusten abreissen. Auf die Skalenscheibe und das Skalenseil und die Lautsprechermembran achten, auch hier gilt V O R S I C H T !!! Auch nicht die Chassis-Unterseite vergessen. Ist dieser Staub komplett raus, hört das Riechen auf. Mit einer guten Reinigung reduziert sich auch die Gefahr von Schmorbränden des heiss werdenden feuchten Staubes.

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3) Knoten löst sich beim Auflegen von Skalenseil
Beim Neuauflegen von Skalenseil sollten die Knoten mit einem kleinen Tropfen Nagellack auf den Knoten gegen späteres Aufgehen gesichert werden. Weitere Tipps zum Skalenseil auflegen.

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4) Knacken beim Drehen des Drehkondensators
Bei alten Radios kommt es wieder vor, dass ein Knacken beim Drehen des Abstimmknopfes hörbar wird. Ursache ist eine fehlerhafte Umschlingung des Skalenseils um die Antriebsachse des Drehknopfes. Wurden z.B. drei statt einer Umschlingung(en) über einen halbrunden Hohlteil (Zentrierteil) der Achse geführt, passiert folgendes: Das Seil will immer in dem Hohl-Teil an der Seitenwand "hochklettern" und springt dabei über. Der Vorgang beginnt von vorn. Eigentlich reichen immer ein bis zwei Umschlingungen.

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5) Alter Netzstecker passt nicht in die Schuko-Steckdose

Die Netzstecker sehr alter Radios aus der "Vor-Schuko"-Steckerzeit passen nicht in moderne Steckdosen. In Deutschland gibt es bekanntlich viele Vorschriften. Wenn man den Stecker gegen einen Schuko-Stecker tauschen will, darf man das eigentlich nur machen, wenn ein dreiadriges Kabel mit Anschluss an den Schutzkontakt im Radio erfolgt. Natürlich machen das die Menschen so aber nur selten. Meist wird einfach der Stecker an die zweiadrige Leitung angeschlossen. Das ist u.U. gefährlich. Es gibt auch Isolierstecker ohne Schutzkontakt, die sind aber eigentlich nur für schutzisolierte Geräte. Es muss natürlich prüfen, ob das Radio nicht ein reines Gleichstromgerät ist (die gab es damals aber nur seltener). Ein solches Gerät darf natürlich nicht in eine Wechselstrom-Steckdose stecken. Vielleicht auf einem Flohmarkt eine Nicht-Schuko-Steckdose beschaffen, an die ein Kabel mit Schukostecker angeschlossen wird. So braucht der alte Stecker nicht abgetrennt werden.

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6) Batteriefächer von Säure reinigen
Es gibt verschiedene Strategien. Ich selbst sprühe die verschmutzten (vielleicht auch mit Batterie-Feuchtigkeitsresten versetzten) Stellen mit Kontakt 60 ein, wische dann mit einem trocken Lappen nach und wiederhole das bis der Belag weg ist. Notfalls kratze ich auch angegriffene Metall-Teilstellen mit einem Messer blank und sauber. Wenn alles fertig ist, kommt ein Sprüher Kontakt 61 rauf. Fertig.

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7) EB91 - EAA91
Die EAA91 ist eine Röhre mit zwei Dioden und kam zuerst auf den Markt. Später wurde die gleiche Röhre als EB91 angeboten. Beide Röhren sind austauschbar. Die Buchstaben AA und B bedeuten in etwa das selbe. Auf verschiedenen Röhren-Kartons und auf Röhren der EB91 steht gleichzeitig auch EAA91 mit drauf. Internationale Bezeichnung der EB91 ist 6AL5.

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8) Auf einer Skalenhälfte fehlen auf MW die Sender
Bei einem Grundig-Radio geht UKW gut. Leider fehlen auf MW auf der rechten Hälfte der Skala die Sender. So ganz an der richtigen Stelle sind die Sender links auch nicht.

Die Richtigkeit der Betriebsspannung (Anodenspannung für Misch und Oszillator-Stufe) müsste geprüft werden. Sie könnte vielleicht zu gering ist. Dann tritt öfters der Effekt ein, dass zuerst der höherfrequente Teil des jeweiligen Bandes ausfällt, weil vielleicht der Oszillator schon aussetzt. Eigentlich müßte auch KW-Empfang schwierig werden. Am besten geht dann noch Langwelle.

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9) EL84 glimmt außen dunkelrot
Eine Röhre EL84 glimmt ein wenig aussen an dem Anodenblech, nicht nur innen wo der Heizfaden ist. Das Radio funktioniert aber sonst, vielleicht ist der Ton leicht verzerrt.

Wahrscheinlich ist der Koppelkondensator von der NF-Vorstufe oder ein Klangregelnetzwerk-Kondensator in der Endstufe selbst mit einem Feinschluss fehlerhaft geworden. So kommt eine positive Spannung an das Gitter der EL84 und obwohl diese Röhren meistens eine automatische Vorspannungs-Erzeugung in der Kathodenleitung haben, fließt dann doch ein zu hoher Anoden-Ruhestrom. In seltenen Fällen kann die Röhre auch schwingen. Ohne Messgerät ist aber die Fehlerermittlung aber schwierig.

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10) Selengleichrichter mit modernen Silizium-Dioden ersetzen
Defekte Selengleichrichter veraten sich oft an einem faulen Geruch. Ist ein Original-Selengleichrichter nicht beschaffbar, kann auch ein moderner Siliziungleichrichter genutzt werden. Es sind aber einige Dinge zu bedenken. Zuerst muss die Diode (Dioden) die Spannung und den Strom vertragen (z.B. 1N1007. Dann sollte jede Diode mit einem 4.7 nF-Kondensator überbrückt werden, der auch die Spannung vertragen kann. Dann ist zumindest ein Schutzwiderstand in Reihe mit der erzeugten Gleich-Plus-Anodenspannung zu legen, noch vor dem Lade-Elko. Dieser Widerstand sollte so 4-6 Watt haben und einen Wert von ca. 10-50 Ohm. Warum dieser Widerstand? Die alten Selengleichrichter hatten einen höheren Innenwiderstand und dadurch wurden z. B. die Netzelkos nicht so schlagartig aufgeladen.

Informationen zur Ermittlung von Daten eines unbekannten Selengleichrichters hier.

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11) Endbuchstaben bei der EF12
Bei der EF12 steht der zusätzliche der Endbuchstabe k steht für "klirrarm" und die Buchstaben spez. für spezial. Die EF12spez war für FM/ZF - Stufe gedacht, der Metallkolben wurde über einen eigenen Kontakt herausgeführt.

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12) Gehen Sicherungen von sich aus kaputt?
Ja, Sicherungen könnnen auch von allein kaputt gehen. Das passiert u.a. auch bei Geräten ohne Netz-Gleichrichterröhre, die immer wieder mal für lange Zeit nicht benutzt werden und damit die Netzteilelkos besonders hohe Einschalt-Aufladeströme aufweisen. Allerdings sollte eine Sicherung nur einmal ersetzt werden, geht diese wieder kaputt, ist unbedingt von einem Fehler auszugehen. Es sei denn, es ist eine falsche (zu schwache) Sicherung eingesetzt worden, das kommt nicht selten vor. Natürlich ist auch ein Zeitfehler nicht auszuschließen, also noch Vorsicht. Ich empfehle sowieso immer alte Röhrenradios nicht ohne Aufsicht stundenlang laufen zu lassen.

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13) Skalenbirnen immer wieder schnell defekt
Brennen Skalenbirnen schnell durch, kann es daran liegen, das FALSCHE Skalenbirnen benutzt werden. Also als ersten prüfen, ob die Birnen die richtigen sind. 4 V / 0,1 A sind nicht für 6,3 Volt geeignet, usw.

Besonders aufpassen muss man bei Allstromgeräten, hier liegen die Birnen oft mit dem Heizkreis in Reihe. Eine falsche Birne kann sogar andere Röhren zerstören. Also bitte genau prüfen.

Hinzu kommt das Problem, dass einige wenige der derzeit angebotenen Birnen von der Qualität her suboptimal sind.

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14) Kann eine UCL82 gegen eine ECL82 getauscht werden?
Ohne ERHEBLICHE und recht komplizierte Umbaumaßnahmen ist das nicht möglich. Ich empfehle Finger weg davon.

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15) Dürfen alte Radio sehr warm werden?
Heiß werden insbesondere kleine Radios wie z.B. der Fips von Emud, weil die Wärme der Röhren und der Vorwiderstände schlecht abziehen kann. Die Kaminwirkung ist da nicht optimal. Deshalb sollen alte Radios nicht ohne Aufsicht betrieben werden. Staub sollte sorgfältig entfernt werden, denn der kann sich auch entzünden.

Einige Bauteile können so heiß werden, daß man sie nicht mehr mit der Hand berühren kann. Dazu zählen die meisten Radio-Röhren, Skalenbirnen und dicke Porzellanwiderstände (zumeist im Heizkreis und im Netzteil). Aber auch "normale" Widerstände, Netzdrosseln, Feldspulen von Lautsprechern und Netztransformatoren können recht heiß werden.

Ist eine beobachtete Hitzeentwicklung noch normal? Ja, wenn keine Rauchentwicklung oder Geruch oder dynamische Bauteileverfärbung zu beobachten ist.

Elektrolyt-Kondensatoren dürfen nicht heiß werden.

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16) Tastensatz schaltet nicht richtig um
Oft wird verharztes Öl oder Fett das Problem sein. Aber auch hier gilt: Zuerst versuchen, das alte Öl oder Fett mit einem Fettlöser zu entfernen und erst dann neu ölen oder fetten, so wenig wie möglich Öl oder Fett nur an DEN Stellen wo es hingehört. Weniger ist hier mehr. Und wie immer der Tipp: nicht an das Skalenseil mit Öl oder Fett rankommen. Beobachten, welche Teile des Tastensatzes für UKW und AM aktiv sind und wo die Kupplungen für die Antriebe eingreifen. Aufpassen: Z.B. bei Grundig wurden teilweise Filze oder Plastik-Schäume zur Kupplung der Seilzug-Umschalt-Kupplungs-Antriebe verwendet: Hier KEIN ÖL, KEIN FETT. Weitere Details.

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17) Heizvorwiderstand lötet sich selbst aus
In machen Fällen kann der neue Widerstand mit seinem Anschlußdraht an einer Lasche des alten (vom Widerstandsdraht befreiten) Widerstandes gelegt befestigt werden, um die dortige Schraube sorgfältig umlegt und elektrisch sicher befestigt werden. Aber oft geht das nicht. Wird die Lötstelle im Dauerbetrieb (Rückwand geschlossen) nicht zu heiß, geht auch weichlöten, aber dann nach einer Stunde Betrieb einen Weichlötdraht an die Reparatur-Lötstelle halten, um sicherzustellen, daß dieser Lötdraht nicht anschmilzt (isoliert anfassen). Am besten ist eine Hartlötung mit Hartlot so ab 600 Grad, in Verbindung mit einem kleinen Gasbrenner, der sicher 650-700 Grad erreichen kann. Vorsicht: Hitze eng auf die Lötstelle begrenzen, Flußmittel verwenden. Es kann auch sein, dass der Ersatzwiderstand unterdimensioniert ist, oder noch ein Fehler im Gerät vorhanden ist.

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18) Bei der CF3 geht die goldfarbige Schicht ab.
Frage: Nicht nur bei einer Röhre CF3 platzt der goldfarbige Lack ab. Ich gehe davon aus, daß ich keine Goldbronze als Ersatz aufstreichen kann?

Antwort: Goldbronze fällt komplett aus. Dieser goldene oder bei anderen Röhren silbrige oder grauschwarze Außenbelag ist eine Schirmung der Röhre. Wird der Belag komplett entfernt, können HF- oder NF-Einstrahlungen (auch brummen) in die Röhre gelangen. Soll die Röhre also weiter in einem Gerät genutzt werden, kann mit einem Graphit-Spray ein neuer Schirm aufgebracht werden, vorher sogfältig entfetten. Nur die Stellen sprayen, die vorher auch bedeckt waren, Platz um Anodenkappe frei lassen. Nun zum Problem mit der Kontaktgabe zum Schirmanschluss der Röhre. Bei manchen Typen kann man VORSICHTIG den Röhrensockel (Fassung) ablöten, dort einen längeren Draht anlöten und diesen dann fest (VORSICHT GLAS) um die neue Schirmung winden. Manche verkleben auch die Übergangsstelle vom alten Restschirm mit dem neuen Schirm, dabei ist der elektrische Kontakt der Übergangszone kritisch. Ist aber alles mit Vorsicht zu geniessen. Erfolg und Mißerfolg liegen dicht nebeneinander.

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19) Nach Erwärmung laufen die Sender auf UKW etwas weg.
Wenn sich der Fehler nicht durch Austausch der Röhre beheben lässt, kann das ein erhebliches Problem werden. Es ist bei den UKW-Teilen so, daß eine Kombination von verschiedenen frequenzbestimmenden Bauteilen (Kondensatoren und Spulen) mit unterschiedlicher Temperatur-Drift so eingebaut wurden, daß sich diese Driften kompensieren. Wenn auch nur eins dieser Bauteile fehlerhaft ist, beginnt das Radio frequenzmäßig zu "laufen". Schwierig, solchen Fehler (mit VORSICHTIGEN Einsatz von Kälte-Spray) zu finden. Es kann auch nicht einfach IRGENDEIN Kondensator auf Verdacht gewechselt werden, weil dieser vielleicht eine andere Temperaturdrift hat, also Vorsicht. Allerdings kann auch die Röhre(n) im UKW-Teil Ursache sein. Mangelnde und durch Durchwärmung nachlassende Emission des Oszillator-Systems kann den erwähnten Fehler auch hervorrufen. Also als erstes die Röhre prüfen oder tauschen.

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20) Testweiser Röhrenwechsel innerhalb eines Gerätes
Röhren mit selber Typenbezeichnung können mehrfach in einem Gerät zum Einsatz kommen. Diese Röhren können teilweise zur Fehlerermittlung herangezogen werden, wenn noch keine Ersatzröhre zur Hand ist.

Beispiel: Bei einem Radio liegt ein Fehler im Niederfrequenzverstärker vor, kein Ton ist zu hören. In der ZF-Stufe und in der NF-Vorstufe wird eine EF11 verwendet. Die ZF-Röhre kann testweise für die NF-Vorstufe genommen werden. Die vielleicht fehlerhafte NF-Röhre muss dabei nicht in die Fassung der ZF-Röhre gesteckt werden. Die Brummprobe schafft Klarheit, ob die NF-Stufe nun funktioniert. Solche Tests gehen nur bei Parallelheizkreisen.

Besonders gut geht ein solcher Röhrenwechsel bei Stereogeräten. Die Röhren der beiden NF-Kanäle können gut gegeneinander getauscht werden, wenn sie nicht gemeinsam genutzt werden (z.B. ELL80).

Wenig Sinn macht dagegen ein Untereinandertausch von zwei parallelgeschalteten Netzteilgleichrichterröhren.

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21) Radio wird lauter und verzerrt etwas.
Schwingschutz
Das wird wahrscheinlich an einem Fehler in der Gegenkopplung der NF-Endstufe liegen. Beispiel eines Grundig 1040W: Dort ist dort eingebaut: 1 Klangregler 1,3 MOhm, ein Widerstand 300 Kohm, ein Widerstand 50 KOhm, ein Kondensator 2,5 nF, ein Kondensator 1 nF. Entweder ist einer der Widerstände hochohmig geworden oder der 2,5 nf Kondensator hat seine Kapazität verloren oder die Masseverbindung des Lautsprechertrafos (sekundär) ist unterbrochen.

Die hier gezeigte Schaltung hat übrigens einen relativ hohen Widerstandwert für den Schwingschutzwiderstand R56 (330 kOhm). Üblich wären hier Werte von 1-10 kOhm.


Ein weiteres Beispiel. Philips Philettta, hier könnte R44, 8,2kOhm hochohmig geworden sein.

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22) In der Mitte dunkel verfärbte Widerstände, die aber noch funktionieren.
Müssen diese Widerstände getauscht werden? Das kommt drauf an. Leichte Verfärbungen sind tolerierbar. Stärkere Verfärbungen weisen aber auf einen zu hohen Stromfluß (vielleicht irdendwann in der Vergangenheit) durch einen zwischenzeitlich reparierten Fehler hin. Starke Verfärbungen zeigen oft auch eine Veränderung des Widerstandswertes an. Solche Widerstände würde ich immer erneuern. Im Zweifelsfall austauchen oder zumindestens den Widerstandswert messen, bei Abweichungen nach oben tauschen.

Mehr zu Widerständen.

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23) Lautsprecher-Anschlußdraht an der Membran abgebrochen
Man kann durchaus den Draht dort vorsichtig anlöten. Es ist nur darauf zu achten, daß das Lötzinn sich nicht in den Litzendraht weit hineinziehen kann. Sonst würde der Draht starr und der Lautsprecher-Trichter würde Verzerrungen produzieren.

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24) Generelle Entfernung der Abblockkondensatoren parallel zu den Netzgleichrichterstrecken sinnvoll?
Diese Kondensatoren haben schon ein Sinn: Da auch die Netzteil-Dioden eine nichtlineare Kennlienie haben, erzeugen sie Mischungen mit der Netzfrequenz und anderen Frequenzen. Zu bemerken ist das insbesondere in den amplitudenmodulierten Rundfunkbändern. Versuch macht klug, einfach mal einen starken und dann einen schwachen MW-Sender sauber abstimmen und dann den Kondensator ran und ab.

p.s. HF-Abblock-Kondensatoren abknipsen ist Radio-Frevel und wird mit einem Jahr Netzbrummen bestraft.

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25) Plattenspieler läuft ein wenig zu langsam
Kann ein Tropfen Öl helfen? Einige Hersteller hatten eine zeitlang kleine Motore mit Sinterlager eingebaut. Eigentlich soll man ja Sinterlager nicht nachölen, aber ich habe festgestellt, ein Tropfen (wörtlich genommen) kann man an das obere und untere Lager geben. Ich meine die Motore, die die Wicklung auf dem Kern neben dem Rotor haben und über Nebenschluß-Kurzschluß-Einwindungen verfügen (Das ist technisch nicht der richtige Begriff).

Plattenspielerantriebe mit Zwischengetrieben oder Zwischenrädern zwischen Motor und Plattenteller können auch verharzte Lager an diesen Teilen haben. Entölen oder entfetten und leicht nachölen oder nachfetten.

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26) Pendler und ARI und RDS
Frage: Können UKW Pendler moderne Radiosender mit Stereo, ARI und RDS problemlos empfangen? Beispiel eines Schaub UZ 51. Er hat im Hintergrund ein nerviges Pfeifen wenn man einen Sender über Antenne empfängt. Allerdings mit einem alten Monomeßsender (natürlich auch ohne ARI und RDS) angesteuert ist kein Pfeifen zu hören. Ist das Pfeifen ein typisches Pendler Problem oder ein anzunehmender defekt meines Gerätes?

Antwort: Ja und nein. Es ist so, daß die Pendelfrequenz der alten Pendler nicht bei allen Modellen gleich ist. Ich habe schon Radios mit UKW-Pendler gefunden, die etwas weniger auf bestimmte Kombinationen von RDS, ARI und Stereo oder Teilkombinationen davon regagierten, hängt auch ein wenig mit der jeweiligen Feldstärke des Senders zusammen. Allerdings ist es richtig, der Pendler hat mit den aufgesattelten Signalen für RDS, ARI u. Stereo einfach Probleme, weil er eben noch eine weitere "NF"-Frequenz hinzufügt und so Mischprodukte im NF-Bereich entstehen

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27) Radio brummt noch nach Austausch der Netzteil-Elkos
Frage: Das Radio brummt immer noch, obwohl ich die beiden Elkos im Netzteil ausgetauscht habe, sonst geht alles. Was kann da noch sein?

Antwort: Da gibt es noch mehrere Möglichkeiten:

  • Mittelohmiger Katoden-Heizfadenschluß bei indirekt geheizten Röhren, insbesondere Endstufe.
  • Fehler in einer eventuell vorhandenen Brummkompensations-Schaltung. Schaltungsänderungen (z.B. Ersatz einer Netzdrossel gegen einen falsch dimensionierten Siebwiderstand.
  • Feinschluß eines Kondensators über den (die) Gleichrichter).
  • Fehlerhaft gewordene Abschirmung (Leitungen im NF-Teil, Entfernung von Abschirm-Blechen.) Die hochohmigen NF-Leitungen ab der Demodulation und der Steuergitterbereiche der NF-Vorstufe und der Endstufe sind im hohen Maße brummempfindlich. Deshalb müssen Leitungen in diesen Bereichen abgeschirmt werden.
  • Garnicht selten: Die neu eingebauten Elkos haben ebenfalls einen Kapazitätsverlust.

     

Dieser Katalog ist nicht abschließend.

 

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28) Ersatzlautsprecher für Volksempfänger passt nicht
Frage: Kann ich einen modernen Lautsprecher in einn Volksempfänger einbauen?.

Antwort: Ein moderner permanent-dynamischer Lautsprecher mit leichtaufgehängter Membran ist für die Freischwinger-Lautsprecher als Ersatz ohne Anpasstrafo nicht geeignet (Ausnahme ist der VE301dyn). Ein originaler Ersatz muss dann her. Weitere Informationen zu alten Lautsprechern.

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29) "Ausgetrocknete" Lötstellen
Frage: Mir wurde ein Radio (Libelle von Lorenz) übergeben, das sehr lange in einer Scheune gestanden hatte. Nach der gründlichen Reinigung stellte ich viele merkwürdige Lötstellen fest. Die sehen aus, als wenn sie "ausgetrocknet" sind, spröde und krümelig. Haben die damals schlechtes Lötzinn verwendet nach dem Krieg? Die Kontaktgabe ist nicht mehr stabil. So habe ich mich rangemacht, diese Lötstellen nachzulöten.

Antwort: Lötzinn ist ja eine Legierung mit Zinnanteil. Der Begriff Zinnpest * beschreibt bei reinem alten Zinngeschirr die Zerstörung des Metalls. Es ist wohl auch so, daß Zinn (also auch Lötzinn) bei langer Lagerung unter 14 Grad diese beschriebenen Effekte zeigen kann. Und in einer Scheune herrschen jahreszeitlich bedingt lange solche Temperaturen. Ich habe auch solche Lötstellen schon gesehen. Merkwürdig ist nur, daß nicht alle so gelagerten Radios davon betroffen sind. Vielleicht eine Folge doch unterschiedlicher Zusammensetzung von diversen Lötzinnsorten in Verbindung mit unterschiedlichen Flußmitteln.

* = Spezialisten streiten darüber, ob der hier beschriebene Effekt tatsächlich auf die "Zinnpest" zurückzuführen ist.

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30) KW-Entdämpfung an Katode der Mischerröhre
Frage: Bei einem Blaupunkt-Radio fiel mir im Schaltbild in der Kathodenleitung der Mischröhre ECH81 eine Leitung auf, die von der Kathode über zwei Windungen auf der KW-Spule nach Masse geht. Wofür ist das und warum ist das nur auf der KW-Spule und nicht auch auf MW und LW?

Antwort: Das wird sich hier um eine Entdämpfungsschaltung für KW (insbesondere dem oberen KW-Bereich) handeln. Es ist also eine leichte Rückkopplung, die zu einer Empfindlichkeitssteigerung führt. Die alten Rückkopplungs-Einkreiser arbeiteten ähnlich, aber die Rückkopplung wird bei obiger Schaltung nicht bis zum Schwingungseinsatz getrieben.

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31) Warum dauert es so lange bis Sender nach dem Einschalten zu hören sind?
Alte Röhrenradios (insbesondere Radios für Allstrom-Netz) brauchen eine gewisse Zeit nach dem Einschalten, bis die Röhren durchgeheizt sind. Eine Aufheizdauer bis zu einer Minute ist also kein Fehler. Bitte nicht irgendwo raufklopfen und nichts festdrehen.

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32) Heiße Netzteil-Siebdrossel
Frage: Bei der Überholung meines Telefunken T776WK fiel mir die zu heiße Siebdrossel auf. Das Radio hatte auch ein leicht erhöhtes Netzbrummen, trotz Austauch der Elkos. Ich habe durch Zufall eine ähnliche Drossel gehabt und die zu heiße Drossel ersetzt. Brummen weg, Hitze weg. Nun frage ich mich was da an der Drossel defekt ist.

Antwort: Es wird ein Windungsschluß vorliegen, meist nur eine Windung. Dadurch wird der Siebwechselstrom wie bei einem Trafo quasi kurzgeschlossen, was langsam aber sicher zur Erwärmung führt. Ausgeprägter tritt das bei Netztrafos oder Lautsprecherausgangstrafos zu tage.

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33) Elektrostatischer Lautsprecher geht nicht
Frage: Noch eine Frage zu meinem Loewe-Opta. Für die hohen Töne (3 D - Klang) sind zwei sogenannte elektrostatische Hochtöner eingebaut. Einer davon geht nicht mehr. Kann man die reparieren, Ersatz ist doch wohl neu nicht zu beschaffen.

Antwort: Es muß nicht gleich der Lautsprecher defekt sein, obwohl einige elektrostatische Lautsprecher gerade von Loewe Opta dazu neigen. Ich würde zuerst den Koppelkondesator vom Lautsprecher zur Endstufe testen (falls über Kondensator gekoppelt wird). Dazu reicht es, einfach einen zweiten Kondensator mit ca 22 nF über den anderen zu halten. Aber auf die Spannungsfestigkeit achten. Weitere Informationen zu alten Lautsprechern.

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34) Kann eine EL86 für eine EL84 genommen werden?
Die EL86 wurde hauptsächlich in sogenannten "eisenlosen" Röhren-Endstufen von Philips-Radios eingesetzt. Es wurden jeweils zwei Röhren in Reihe geschaltet, also von der Anode der oberen Röhre über deren Katode derselben zur Anode der unteren Röhre und deren Katode nach Masse. Es wurde dadurch der teuere NF-Röhrenausgangstrafo gesparrt, was zur einem besseren Klirrfaktor führte, aber es wurde ein Speziallautsprecher notwendig mit einer Impedanz von 800 Ohm. Die EL86 soll nicht als als Ersatz für eine EL84 genommen werden.

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35) Spröde gewordene Netzschnur
Frage: Komme gerade vom Flohmarkt zurück mit einer Neuerwerbung. Rein in die Wohnung, Radio auf den Tisch, Stecker in die Steckdose: Knall - Bumm - Sicherung raus. Blitz von der Stelle, wo die Netzschnur in den Radio reingeht. Ursache: Zerbröselnde Gummi-Isolierung der Netzschnur and der Stelle wo sie in die Zugentlastung geht. Die gesamte Schnur befindet sich unter der Stoffummantelung im Zustand der Auflösung.

Antwort: Das kommt mir doch sehr vertraut an. Ich hatte vor einiger Zeit auch so ein Kabel. Da fehlten ganze Stücke der Isolierung. Das Gummi (Plastik?) war wie Pulver. Jetzt prüfe ich die Kabel immer.

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36) Ersatz für Anodenbatterien
Frage: Anodenbatterien scheint es ja nicht mehr zu geben. Ich will kein Netzteil in einen Pappkarton einbauen, weil das Kofferradio soll ja auch unterwegs arbeiten. Wie kann ich am besten heutige Batterien für den Zusammenbau in ein von den Abmessungen passenden Karton verwenden?

Antwort: Ein weites Feld mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten. Es gibt auch im Internet beim Suchbegriff "Anoden-Batterien" durchaus einige Anbieter, die zumindestens Ersatz-Systeme anbieten und nicht auf Netzteile oder Spannungswandler angewiesen sind. Ich selbst habe Versuche mit den kleinen 9V-Blocks (gestaffelt bis zu 90 Volt), aber auch mit 4,5 Volt Flach-Batterien gemacht. Es ist primär eine Frage des Platzes. Den Raumbedarf habe ich durch Herstellung eines Papp-Leerkartons exakt in der Größe der Original-Batterie ermittelt und dann versucht, die notwendige Zahl von Batterien (unter Berücksichtigung der Verlötung oder der Clips) unterzubringen. Die 9 Volt Blocks reichen für manche Radios mit wenig Anodenstrom-Bedarf durchaus aus. Natürlich sind die 4,5 Volt Batterien mit mehr Kapazität ausgestattet, passen aber nicht in alle Batterien hinein. Um den dynamischen Innenwiderstand der resultierenden Batterie gering zu halten, habe ich dann auch schon mal hinter dem Ein-und Ausschalter einen 100 uF-Elko parallel zur Anodenspannung geschaltet. Natürlich können auch kompakte 1,5 Volt Knopfzellen gestapelt werden, hier sind aber die mechanischen Halterungen mit den Kontaktgaben u.u. ein Problem. Der nächste Punkt: Batterien oder Akkus. Notwendiges Nachdenken über Nachlade-Möglichkeit. Nicht zu vernachlässigen ist die Notwendigkeit des sicheren und niederohmigen Kontaktes zwischen den Zellen und der nicht zu komplizierten Austauschbarkeit der Batterien.

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37) Lautstärke läßt sich nicht auf Null drehen
Frage: Wenn ich bei meinem Röhrenradio den Laut-Knopf voll nach links drehe wird er nicht richtig leise. Muß ich die Kontakte reinigen und wie?

Antwort: Mir fällt da ein Fehler ein, den ich vor Jahrzehnten schon mal hatte: Der Masse-Kontakt des Lautstärke-Potentiometers war nicht mehr gut. Das lag an der Nietöse zwischen Poti-Schleifbahn und Anschluß nach außen. Damals wurde einfach das Poti getauscht. Das wird heute so nicht mehr gehen (Ersatzteil-Probleme). Warum es nicht brüllend laut wird, wenn die Masse-Verbindung unterbrochen ist? Weil u.U. am Poti eine Anzapfung in der Nähe des Masse-Punktes vorhanden ist, und je nach Stellung des Schleifers die Masse-Funktion mit übernimmt. (Das ist der Anschluß für die gehöhrrichtige Höhenanpassung). Sollte eine Überprüfung und Nachbesserung der Nietung keinen Erfolg haben und nicht etwa nur der Masse-Anschluß fehlen oder die Schleifbahn unterbrochen sein, dann kann der Anschluß für die gehöhrichtige Anpassung als neue Masse genutzt werden, unter Verzicht auf diese Fähigkeit. Ich glaube nicht, daß eine Kontaktreinigung mit einem Spray helfen wird.

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38) Ton kommt und geht langsam
Frage: Ich muß jetzt auch von einem ulkigen Fehler an meinem Grundig 88 berichten. Es geht zuerst gut, aber so nach 5-10 Minuten wird es ganz langsam leiser, ist dann 3-4 Minuten weg und wird dann ganz langsam wieder lauter. Nun wiederholt sich das. Müssen da die Kontakte gewischt werden?

Antwort: Es könnte sein, daß die Röhre ECL86 im Heizkreis eine Unterbrechung ( Aussetzfehler) hat. Prüfe doch mal im abgedunkelten Zimmer die Röhre bei abgenommener Rückwand. Es müßen innerhalb der Röhre an zwei Stellen die beiden Glühfäden zu sehen sein. Ich vermute, daß einer oder beide Fäden plötzlich langsam dunkler werden und verlöschen und dann später wieder heller werden. In diesem Fall ist die Röhre zu ersetzen.

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39) Teleskopantenne bleibt nicht senkrecht
Frage: Mein Portable von Grunding hat eine Teleskop-Antenne. Die bleibt aber nicht mehr senkrecht, sondern dreht sich zur Seite und kippt nach unden. Da ist auch eine Schraube an dem Gelenk. Die kann ich aber nicht weiter festdrehen. Die sitzt schon fest. Was mache ich da?

Antwort: Eine Möglichkeit der Abhilfe, wenn sich die Schraube nicht fester ziehen läßt: Antenne ausbauen, dann einen stabilen Schraubenzieher in die Schraube einsetzen und die Antenne so auf einer Metallunterlage platzieren, daß mit einem Hammer ein gezielter Schlag auf den Schraubenzieher gegeben wird. Eventuell unter dem Austrittsende der Schraube ein Gegenkeil ansetzen. So wird die Antennenhalterung zum beweglichen Teil der Antenne etwas gestaucht und die Antenne sitzt fester. Weitere Informationen zu Radioantennen.

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40) Skalenzeiger verdreht sich
Frage: Wenn der Skalenanzeiger nach rechts gedreht wird, kommt er mit seinem unteren Ende immer dichter an die Skalenglasscheibe heran und schabt dann daran lang. Wenn er das Glas berührt, ruckelt er auch. Wie kann ich das abstellen.

Antwort: Da fallen mir zuerst zwei Dinge ein: 1. Manche Skalenzeiger werden zusätzlich zwischen 2 Fang-Schnüren (meist durchsichtig) geführt und können so nicht wegschwingen. Diese Zusatzschnüre sind am andern (unteren) Ende des Zeigers geführt. Diese Schnüre können fehlen oder der Zeiger ist dort nicht eingehangen. 2. Wenn das Skalenseil bei einer Neuverlegung mehrfach um sich selbst verdreht wurde, kann es vorkommen, daß der Zeiger diesem Drall (Spin) folgen will. Da hilft nur Neuverlegung. Weitere informationen zu Skalenseilen.

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41) Röhre CK1 wackelt
Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Glas der Röhre mit dem Sockel (Fassung) zu verkleben. Ich habe gute Erfahrungen mit einem Zwei-Komponenten-Kleber gemacht. Vorher sorgfältig mit Spiritus den Klebebereich entfetten. Trotzdem würde ich dann immer versuchen, die Röhre bei Bedarf am Sockel anzufassen, falls ein Herausziehen oder Hineinstecken notwendig wird.

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42) Wie finde ich die Stelle eines Aussetzfehlers?
Frage: Ich hab da ein Radio da geht immer der Ton weg. Wenn ich dran klopfe kommt der Ton wieder vor. Ich kann aber nicht erkennen wie ich die kaputte Stelle finden werden kann.

Antwort: Aussetzfehler können schwierig zu finden sein. Aber so geht es am besten: VORSICHTIG klopfen, vielleicht mit einem Kugelschreiber mit Plastikkörper, wo vorher die Mine entnommen wurde. Je vorsichtiger und leichter geklopft wird an den verschiedenen Stellen des Radios (in Betrieb, die Sicherheitshinweise oben auf dieser Seite beachten!) desto besser ist die Störstelle einzukreisen. Wird zu stark geklopft, tritt der Aussetzfehler fast an jeder Klopfstelle auf. Zartes klöpfeln, das ist der Weg!

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43) Milchiger Belag auf ECL11
Frage: Da habe ich einen Radio mit einer Röhre ECL11. Der Radio geht soweit. Mir sagte man früher wenn da eine milchige Schicht innen am Glas ist da ist die Röhre kaputt?

Antwort: Mache Röhren hatten von innen u.a. einen milchigen Belag, der teilweise auch etwas ungleichmäßig war. Das ist kein Fehler. Es stimmt aber auch, daß Röhren, wenn sie Luft gezogen haben an der Bruchstelle innen etwas weißlich werden.

Frage: Danke für die Info. Warum wurde denn die Milchglasschicht verwendet?

Antwort: Zumindestens wurde bei der Röhre RV12P2000 versucht, durch das Milchglas (Sandstrahlung) parasitäre Streuungen der Elektronen am Glas zu reduzieren. Das wurde aber wohl bald wieder verworfen. Ob das der Grund z.B. auch bei der ECL11 war. kann ich nicht sagen, glaube es aber eigentlich nicht. Es hängt z.B. bei der ECL11 auch vom Hersteller ab, so habe ich eine von Tungsram (ohne), Telefunken (mit) Milchglas-Effekt.

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44) Richtige Reparatur-Strategie
Frage: So einige Radios habe ich durch Eigenreparatur schon hinbekommen. Ich habe auch vor langer Zeit in der Berufsschule elektrisches Messen erlernt. Mir ist nur als Autodidakt im Bereich der alten Röhrenradios nicht so richtig die Strategie klar, wie man zielstrebig einen Fehler eingrenzen kann. Ich probiere mal hier und mal da. Ich habe auch vom Flohmarkt alte Bücher mit dem Tenor "Wie repariere ich ein Radio", aber da ist immer gerade der Fehler wie ich ihn gerade habe, nicht beschrieben. Sollte man vom Antenneneingang zum Lautsprecher durch die Stufen gehen oder umgekehrt?

Antwort: Für einige Fehler stellt quasi das Radio selbst die Prüfmöglichkeit bereit. Das NF-Teil ist so auch als Signalverfolger zu betrachten oder zumindestens die Endstufe, falls ein Fehler in der NF-Vorstufe vorliegt.

  • Die berühmte Brummprobe mit dem Zeigefinger am Metallteil eines kleinen Schraubenziehers bringt schnell Klarheit über die grundlegende Funktionsfähigkeit der NF-Endröhre oder der Vorstufen-Röhre. Dabei so das Steuergitter der jeweiligen NF-Röhren berühren, es muß ein deutliches Brummen, insbesondere bei der Vorstufen-Röhre hörbar werden. Das gilt bis zur Anode der Gleichrichter-Röhre. In diesem letzten Fall wäre der gesamte AM-NF-Zweig in Ordnung. Diese Brummprobe funktioniert bedingt sogar noch etwas im AM-ZF-Zweig des Gerätes. Zumindestens kann bei aufgedrehter NF zumeist beim Antippen der ZF-Steuer-Gitter etwas "Geräusch" wahrgenommen werden. Diese Brummprobe kann sinngemäß auch bei Transistor-Geräten angewandt werden. Auch bei der Brummprobe gilt: Beachten Sie die Sicherheitshinweise oben auf der Forumstartseite.

  • Leider gibt es heute kaum noch kleine NF-HF-Signalgeber. Damit könnte schnell auch im HF-Teil (ZF und Mischstufe) die Stufenfunktion getestet werden. Wer sich es zutraut, kann sich so einen NF-HF-Multivibrator mit zwei Transistoren oder einem IC aufbauen. Über ein Poti und einem Hochvolt-Kondensator kann das Quitsch-Signal z.B. nacheinander an die Steuer-Gitter der ZF-Röhren gelegt werden. Quitscht = ok, quitscht nicht = nicht ok. Das geht sogar noch am Steuergitter der Mischröhre. Problematischer ohne Oszilloskop ist die Überprüfung der Oszillatorstufe. Hier könnte an der Anode der Oszillatorröhre über einen Kondensator von ca. 250 pF ein modernes Vielfach-Digi-Instrument in Stellung Wechselsspannung angekoppelt werden, um zu sehen, ob HF-Spannung erzeugt wird. Die meisten Instrumente können Frequenzen von bis in den MW-Bereich hinein noch anzeigen, das reicht für eine Prüfung des AM-Oszillators aus. Sollte ein Ausschlag erfolgen, die Gegenprobe durch Rausziehen der Misch/Oszillator-Röhre machen, ob dann der Ausschlag weg ist. Übrigens biete ich in meinem Online Shop wieder die Fehlersuch-Hilfe mit Verzweigungstabelle an. Da kann man auch so einiges über strukturiertes Reparieren erfahren.

Zur Frage in welche Richtung: Immer von der Endstufe zum Antennen-Eingang.

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45) Röhrenpüfung ohne Röhrenprüfer?
Frage: Mir ist die Anschaffung eines Röhrenprüfer-Oldimers zu teuer. Kann ich mit einem Digi-Unimeter auch was machen?

Antwort: Man kann. Wenn nur ein Vielfachinstrument bereit steht, kann der Heizfaden ohmmäßig auf Durchgang getestet werden. Auch kann ein Kurzschluß zwischen Elektroden der Röhre festgestellt werden. Voraussetzung ist eine Röhren-Daten-Tabelle, aus der die Röhrenanschlüsse hervorgehen. Allerdings zeigen sich einige Kurz-oder Feinschlüsse erst unter Heiz-Erhitzung. Nun kann man sich für oft genutzte Röhren-Typen einen kleinen Heiztrafo besorgen (z.B. 230 - 6V für die E-Röhren-Serie) und die Röhre heizen, dann die Ohmmessung an den anderen Elektroden (die nicht innen verbunden sind) vornehmen. Es darf kein Durchgang geben. Eine Emissions-Messung läßt sich so aber kaum realisieren. Da gibt es auch hin und wieder im Internet Bauvorschläge für einfache Selbstbau-Prüfer. Aber es geht dabei auch folgendes: mit einer Anodenspannung von 27 Volt (drei 9 Volt-Batterien, + an Anode, - an Katode) kann man (wenn das (die) Steuergitter eines Systems an Masse kommt, eventuelle Schirmgitter an Anode und (falls gesondert schaltbar) das Fanggitter an Katode gelegt werden. In die Batterie-Leitung kommt dann ein Miliampere-Gleichstrom-Meter. Mit einer intakten Referenzröhre mißt man nun für maximal 10 Sekunden den angezeigten Strom. Dann kommt der Prüfling ran. Er muß mit einer Toleranz von nicht mehr als 20 % den gleichen Strom anzeigen. Wenn keine Vergleichsröhre vorhanden ist, kann zumindestens festgestellt werden, ob überhaupt eine Emission stattfindet. Bei diesem Simpelprinzip wird jede Röhre als Triode ohne Gittervorspannung geschaltet. Bei Dioden ist es noch einfacher, Spannung an Anode und Katode, Millivoltmeter dazwischen, messen.

Ein einfacher Röhrenprüfer-Bastel-Tipp ist hier zu finden.

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46) Drehkondensator verbogen
Frage: Eigentlich muß ich mich schämen. Ich hab beim reingen des Radio den Drehkondensator etwas verbogen, die kleinen Drehteilplättchen. Es kracht jetzt wie Sau und setzt aus. Wie bekomme ich die Plättchen wieder grade? Panik !

Antwort: Da bist Du bestimmt nicht der Erste, dem das passiert ist. Das bekommt man aber wieder hinjustiert, solge sich nur Rotor-Platten (also der drehbare Teil) verbogen haben. Zuerst einen Papierstreifen finden, der gerade noch leichtgängig zwischen die Platten (reingedreht) paßt. Nun jeden Schlitz durchtesten, ob dort der Streifen sich frei bewegt. Klemmt er irgendwo fest, ist das eine nachzujustierende Stelle. Vorsichtig anbiegen. Nachtesten, usw.

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47) Wima-Kondensatoren
Frage: Mir ist gerade eine Frage eingefallen, weil ich an einem Radio mit Wima-Kondensatoren herummache. Mir erzählte ein Radiomechaniker von den damals oft kaputt gehenden Wima-Kondensatoren. War das wirklich so. Die sind ja noch teilweise in Oldtimern zu finden. Betraf das alle Wima‘s?

Antwort: es ist schon so, wie Du vermutest. Die sogenannte "Malzbonbon-Serie" (Tropidur) von Wima war damals Arbeits-Grundlage für ganze Generationen von Rundfunk- und Fernseh-Technikern. Auch ich habe in den Sechziger Jahren manchmal täglich an die 50 Wimas wegen tatsächlicher Schlüsse oder Feinschlüsse oder aus Vorsorge getauscht. Problematisch waren insbesondere diese "Malzbonbons".

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48) Reparatur eines alten Sapir -TA
Ich kann von meinem - erfolgreichen - Versuch mit einem Telefunken-Tonarm und Dauersaphir von damals berichten. Das kleine Miniärmchen war dicht am Saphir abgebrochen. Ich habe nun die Bruchstelle mit einem Streifchen 180 Schleifpapier unter vorsichtiger Pinzetten-Entlastung gerade geschliffen. Eine wahre Quälerei ! Nur LEICHTESTER Schleifdruck. Dann habe ich eine Nachkriegs-Saphir-Nadel (Doppel-Saphir N und M) so abgetrennt (mit Mini-Trennscheibe) daß die Position N nach dem Verkleben mit Uhu Plus (eine Kleistdosis Kleber) gut an die Abbruchstelle des defekten Saphirhalters passte. Den Ersatz-Saphir hatte ich samt Pickup auf einem Flohmarkt gekauft (Philips). Der Plattenspieler kommt gut mit den Schellacks klar.

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49) Endstufe quitscht
Frage: Mein Telefunken 965WK quitscht, wenn ich die Lautstärke aufdrehe. Das sogar wenn ich ECH1 und die EBF11 herausnehme. Die ECL11 habe ich getauscht. Daran liegt es nicht.

Antwort: Dieses Radio hat eine getrennte Gitterspannungserzeugung im Netzteil. So werden die VCL11-Steuergitter davon auch mitversorgt. Nun kann es sein, daß einer der Sieb- und HF/NF-Abblockkondensatoren in diesem Vorspannungszweig Kapazitätsverlust haben. Im Schaltbild sehe ich da insbesondere einen 0,1 uF oder auch am Lautstärkepoti einen 10 uF und einen 0.2 uF, aber auch (kritisch) den 250 pf direkt am 1 K ohm-Schwingschutzwiderstand des Tetrodengitters der ECL11. Auch der Gegenkopplungszweig von der Anode der Tetrode könnte Ursache sein.

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50) Siebdrossel unterbrochen.
Frage: Ich mußte bei meinem Röhrenradio feststellen: Die Siebdrossel ist unterbrochen. Kann man die tatsächlich durch einen Widerstand ersetzen? Ich glaube nämlich nicht daran eine originale Drossel als Ersatz zu finden.

Antwort: Das geht sehr wohl, allerdings ist ein wenig Rechenarbeit notwendig, um den richtigen Widerstandwert und dessen Belastbarkeit zu ermitteln. Ich gehe davon aus, daß die Drossel nicht demontiert und bis zur Fehlerstelle abgewickelt werden soll, usw.) Als erstes muß der ungefähre durchschnittliche Gleichstrom durch die Drossel ermittelt werden. Grob genommen nimmt man den Anodengleichstrom der Endröhre und gibt 25 % zu. Das ist aber eine ungenaue Methode und nur sinnvoll, wenn der Strom durch alle Röhren schlecht ermittelt werden kann. So, nun bestimmt man, wieviel Gleichspannung die Drossel "vernichtet". Beispiel Spannungangabe im Schaltbild 300 V am Ladeelko und 250 V am Siebelko = 50 V. Als Strom nehmen wir 65 mA (0,065 A) R=U/I. 50/0,065 = 769 Ohm N=U*I 50*0,065 = 3,25 Watt Das ist, wie gesagt, eine grobe Wertermittlung, aber es geht so. Probieren, unter Kontrolle mindestens 1 Stunde laufen lassen und beobachten, ob sich der Widerstand selbst auslöten will oder sich verfärbt und prüfen, ob tatsächlich 50 Volt über den Widerstand abfallen.

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51) Schrift auf Röhren weg
Frage: Von Radios habe ich kaum Ahnung. Deshalb habe ich falsch gehandelt und die Röhren mit Fensterklar von die Schmiere befreit. Nun ist aber auch teilwaise die Farbe weg. bei 3 Röhren kann ich die Bezeichnung nicht mehr lesen. Auf der Rückwand sind die Röhrenorte gezeichnet. Ich kann die EL84 und die EABC80 und die EF89 nicht mehr erkennen. Die anderen Röhren sind wieder drinne.

Antwort: die längste von den 3 Röhren ist die EL84, die zweitlängste die EABC80, die kürzeste die EF89. Übrigens kann oft durch Anhauchen der Röhre und Betrachtung im Streiflicht die Beschriftung kurzzeitig lesbar gemacht werden.

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52) Potentiometer sitzt fest
Frage: Hallo, das Lautstärke-Poti sitzt fest. Mit der Zange habe ich Angst dass ich was kaput mache. Einfach Öl an die Schleifbahn?

Antwort: Ich würde, wenn es möglich ist, das Potentiometer ausbauen (Anschlüße merken oder aufzeichen). Ich glaube nicht, daß das Poti am Schleifkontakt festsitzt, sondern in der Lagerung der Poti-Achse zum Drehknopf. So, jetzt kann der erste Versuch mit einigen Tropen Kriechöl vorgenommen werden, während der Einwirkung feine Drehversuche in beide Richtungen machen. Reicht das nicht, mit einem Föhn (nicht Heissluftföhn) erwärmen und dabei immer mal wieder mit einigen Tropfen Kriechöl die Lagerung benetzen. Gegebenenfalls immer wiederholen, es geht auch mit Waschbenzin oder Petroleum. Dabei darauf achten, dass die Flüssigkeiten nicht an die Schleifbahn kommen. Dabei auch LEICHTE Versuche des Drehens der Achse mit einer Zange machen, LEICHTE Versuche. Sollte die Achse wieder frei kommen, mit Waschbenzin das alte Öl oder Fett unter Erwärmung auszuspülen. Aber Vorsicht, ganz ohne Gleitmittel, kann sich die Achse dann regelrecht festfressen. Wenn man ganz sicher gehen will, kann bei kritischen Fällen auch eine Demontage notwendig werden, um an die komplette Achse ranzukommen. Das verharzte Öl oder Fett kann so fest sitzen, daß eine Wäsche nicht ausreicht. Weitere Details.

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53) Wie sprühe ich Kontakt-60
Frage: Ich habe den älteren Beitrag im Forum über die Reinigungs-Sprays gelesen. Jetzt habe ich auch das Kontakt 60. Ich bin mir aber nicht sicher, wie ich richtig sprühe. Eins steht fest, an die Kontakte selbst komme ich ohne Ausbau des Tastensatzes nicht ran. Nun ist da ja dieses Sprühröhrchen. Kann ich das verbiegen damit es etwas um die Ecke sprühen kann und wieviel Menge muß ich sprühen? Das Spray ist nur für die Kontakte, nicht für andere Teile eines Tastensatzes oder Wellenschaltes, es ist auch kein Ölersatz.

Gerade Tastensätze und Wellenschalter, aber auch Röhrenstifte und Kontakte in Röhrenfassungen, Potentiometer, Drehkondensatoren und sonstige Kontakte neigen je nach verwendeten Materialen zum Oxydieren. Oxyd verhindert gute Kontaktgabe und täuscht echte Fehler vor. Es kann sein, dass LW, MW, KW nicht funktioniert, aber UKW bestens. Umgekehrt ist auch möglich, auch nur KW kann ausgefallen sein, usw.

Es gibt auch geeignete Sprays anderer Hersteller (z.B. Cramolin-Sprays). Hier wird beispielhaft "Kontakt 60" beschrieben. Dieses Reinigungsprodukt ist als "Familie" anzusehen. Kontakt 60 (Reiniger), Kontakt WL (Fettreiniger und Rückstandbefreier), Kontakt 61 (Oxydationsschutz und Schmierung). In der hier vorgestellten Reihenfolge anzuwenden. Gerät vorher stromfrei machen und so aufstellen, dass überschüssiges Spray nicht in die Schaltung laufen kann. Überschüssiges Spray (wenn möglich) mit saugfähigem Papier aufnehmen. Gut austrocknen lassen, zumindest 15-20 Minuten. Sicherheitshinweise dieses Forums beachten.

Kontakte reinigen und konservieren gegen erneute Oberflächen-Oxydation. Ich glaube, den Königsweg gibt es nicht. Frage 10 Sammler und Du bekommst 12 Meinungen (ich übertreibe leicht). Es ist wohl so, dass verschiedene Materialien die als Isoliermasse die Kontakte halten, empfindlich gegen einige Reinigungsmittel sind. Auch gibt es unterschiedliche Materialien für die Kontakte selbst, die auch unterschiedlich auf die Spays und Tinkturen reagieren. Ich habe Philips-Radios der Sechziger Jahre gesehen, wo Kleinkondensatoren vom Spray zumindestens oberflächlich angelöst wurden. Bei Kontakten, die eine veredelte Metalloberfläche haben und diese Schicht schon durchgerieben ist, werden immer und ständig Krachelprobleme machen. Auch die anschliessende Oberflächenversieglung der Kontakte hat nicht dauernde Wirkung. Irgendwann kommt das Gekrache wieder. Es gibt bestimmt verschiedene Wahrheiten und richtige Strategien. Ich kann nur wieder mal MEIN Vorgehen beschreiben (in Kenntnis, dass man das auch anders machen kann): Ich versuche zuerst immer zu sehen, ob ich an Kontakte direkt rankomme. Wenn ja, versuche ich sie mit einem Papierstreifen mechanisch zu reinigen (in SEHR seltenen Fällen, bei starker Oxydation u.u. sogar mit einem Glaspinsel, wenn mir die Oberfläche der Kontakte dick genug erscheint. Alternativ (weil weniger agressiv) nutze ich auch gerne alte Post-Telefon-Kontakt-Reinigungs-Stäbchen mit Leder-Reibe-Flächen, das geht aber nicht bei Messer- oder Zangen-Kontakt-Typen. Erst nach der mechanischen Reinigung kommt dann die chemische Reinigung. Kommt man an die Kontakte nicht direkt heran und das ist ja oft der Fall (bei machen Geräten droht da ja eine Fasst-Demontage des Tastensatzes), wird es schon schwieriger. In diesen Fällen versuche ich zuerst mit Luft-Spray Kontakt 67 Staub und Flusen aus dem Tastensatz-Kontaktbereich zu "verjagen". Auch Kontakt 600 ist für viele Kontakte geeignet (das trocknet schneller ab und hinterläßt weniger Rückstände).

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54) Der Netztrafo wird heiss und stinkt, Radio spielt aber.
Frage: Obwohl das Radio funktioniert, wird der Netztransformator sehr heiss und riecht nach verschmorter Technik.
Antwort: Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Wicklung des Trafos ein Windungsschluss vorliegt. Dabei ist die Isolierung zwischen zwei benachbarten Windungen fehlerhaft. Dadurch wird quasi eine Kurzschluss-Ein-Windungs-Spule betrieben, den den Trafo stark belastet und viel Energie in Wärme umsetzt. Ein Vorgang, der dynamisch zu immer mehr Schaden am Trafo führen kann. Ein solcher Fehler ist nur bedingt mit einem Mess-Instrument zu ermitteln. Aber die Wärmeprobe schafft schnell Klarheit. Ein so defekter Trafo wird schon nach 5-15 Minuten Betrieb so heiss, dass man ihn kaum noch anfassen kann. Sofort ausschalten, Trafo reparieren (teilweise oder komplett neu wickeln lassen (sehr teuer) oder komplett ersetzen. Das kann auch bei Lautsprechertrafos oder Netzdrosseln passieren.

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55) Auf UKW lässt sich der Empfang nicht auf Kanalmitte sauber einstellen
Frage: Ein Grundig 1004 verrzert leicht auf UKW, wenn sauber auf Kanalmitte abgestimmt wird. Erst, wenn ein wenig verstimmt wird, ist das Signal gut und unverzerrt.
Antwort: Obwohl das Radio auf UKW kein einfacher Pendler ist, wird die UKW-FM mit einem Flankengleichrichter (AM-Demodulator) in NF gewandelt. Eine solche Flankengleichrichtung erkennt man an nur einer Gleichrichter-Diode. Dabei MUSS der Empfänger leicht verstimmt werden. Das geht auf beiden Flanken eines UKW-Kanals. Die Klangqualitätist dabei nicht optimal. Weitere Probleme einfacher UKW-Empfänger (Pendler) sind bei Tipp 26 beschrieben.

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56) Wo kommt abegangener Draht hin?
Frage: Bei meinem alten Holzradio ist unten wo die vielen Teile sind ein Draht ab. Das Radio ging plötzlich nicht mehr. Ich habe zwar ein Schaltbild, aber kann doch den Draht nicht richtig zuordnen. Wie bekomme ich heraus, wo der Draht ran muss?

Antwort: in vielen Fällen "verrät" der Draht selbst, wo er hingehört. Der Draht hat durch die jahrelange Fixierung sozusagen seine Lage im "Gedächnis". Man muß sich ansehen wo der Draht hinwill. Ist vielleicht schwerer zu beschreiben als in der Realität erkennbar. Und an der vermuteten Abriß-Stelle kan man mit einer Lupe eigentlich immer den dort durchgetrennten Restdraht erkennen.

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57) Kein UKW. Kann ich ohne Mess-Sender feststellen, ob UKW oder ZF oder Demodulation defekt ist?
Frage: Mittelwelle, Langwelle, Kurzwelle geht. UKW nicht. Spannungen stimmen alle, Röhren wurden geprüft.. Wie bekomme ich ohne Messgenerator oder Signalgeber zumindest heraus, in welcher Stufe der Fehler ist?
Antwort: Mit der sogenannten HF-Brummprobe (ähnlich der NF-Brummprobe) kann recht einfach ermittelt werden, ob im Fall von UKW der ZF-Verstärker funktioniert. Bei herausgezogener UKW-Röhre an das Steuergitter 1 der AM-Mischröhre (im UKW-Fall oft als 1. UKW-ZF-Stufe verwendet) eine Quasi-Antenne mit ca. 5 Meter Draht oder dem Finger - über Schraubenzieherklinge - des Operators ein 10,7 MHz-HF-Signal zuführen. (Bei der Fingerprobe die Sicherheitshinweise beachten). Es muss sich etwas ändern: Aufrauschen - nicht sehr stark - aber unüberhörbar. Nur das Wort HF-Brummprobe trifft nicht ganz das erwartete Geräusch. Und weitere "Wellengeräusche" werden hörbar. (Wie muss das klingen? Steht ein Radio mit Kurzwellenbereich - der auch 10,7 MHz erfasst - zur Verfügung, kann damit sozusagen das Normsignal auf dieser Frequenz erspürt werden, denn das zu prüfende Radio ist ja gerade jetzt ein 10,7 MHz-Empfänger). Bleiben diese Signale weg, liegt ein Fehler im UKW-Teil des ZF-Zuges vor, bei den meisten Radios ist das ZF-Teil gleichzeitig für UKW und MW, LW, KW zuständig. Geht man zur nächsten ZF-Stufe (Gitter 1) muss sich alles in abgeschwächter Form wiederholen. Geht es dort plötzlich besser, ist die Stufe davor fehlerhaft, usw. Sogar an dem Ratio-Detektor muss noch leise was hörbar werden.

Sinngemäss funktioniert dieser Test auch bei AM, also dem MW, LW, KW-Bereich. Ist also auf AM nichts zu hören, aber auf UKW alles ok, kann der ZF-Verstärker mit der HF-Brummprobe ebenfalls getestet werden.

Es gibt auch einen anderen Weg zu prüfen, ob das UKW-Teil defekt ist. Von einem anderen fuunktionierenden Wechselstrom-UKW-Radio das Signal von dessen UKW-Teil mit zwei möglichst kurzen Drähten (jeweils über 1 nF Kondensatoren getrennt) zum UKW-ZF-Eingang des Sorgenkindes leiten. Empfang da? Dann ist bei dem defekten Radio das UKW-Teil defekt.

Bei einem intakten Radio kann zum Vergleich auch mit der Gitter1-Probe (HF-Brummprobe) an der Mischröhre getestet werden, um sozusagen eine Normierung des zu erwartenden Geräusches herzustellen. Die hier beschriebe Methode ist eine "starke Waffe" im Kampf gegen Fehler im HF- oder ZF-Teil eines Radios, insbesondere wenn kein Mess-Sender vorhanden ist und alle Spannungen im normalen Bereich sind. Man sollte deshalb wirklich bei intakten Radios diese Prüfung vornehmen, um für sich Erfahrungen zu sammeln, wie es klingen muss.

Mit einem Signalgeber (oft kleine Transistor-Multivibratoren, die von 1 KHz bis in den UKW-Bereich Oberwellen erzeugen) kann auch das prinzipielle Arbeiten vom ZF-Teil geprüft werden.

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58) Wie zählen die Röhrenstifte bei der EL84?
Frage: Ich will bei einer EL84 die Spannungen messen. Aber ich bin mir über die Zählrichtung der Stifte 1-9 nicht richtig klar?
Antwort: Es wird immer mit Blickrichtung von unten zum Röhrensockel oder zu den Stiften der Röhre gezählt, also nicht aus Blickrichtung von der Röhrenoberseite und dem Gasabsaugstutzen.
Die Röhre / die Fassung wird so gezählt: Wenn die Lücke in der Stiftreihe (sozusagen der nicht vorhandene Stift 10) unten ist, dann ist unten links neben der Lücke der Stift 1. Er wird dann im Uhrzeigersinn in Richtung Stift 9 gezählt. Sinngemäss wird auch bei den 7-Stiftröhren (wie z.B. EL95) so gezählt.

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59) Wie erkenne ich Feinschlüsse bei Lager-Kondensatoren ?
Frage: Feinschlüsse in Kondensatoren sind im Radio selbst durch Messen der Spannung vor und hinter dem Kondensator, oft Koppelkondensator, feststellbar. Ist ein solcher Kondensator ausgelötet, erkennt manchmal ein Standardohmmeter den Fehler nicht. Das gilt auch für Kondensatoren aus dem Ersatzteillager. Es ist doch sehr umständlich in Frage kommende Kondensatoren erst in ein Radio einlöten zu müssen um unter Spannung zu testen?
Antwort: Es gab früher Ohmmeter mit eingebauter Hochspannungsquelle. Die zeigten schnell hochohmige Feinschlüsse. Man kann sich recht einfach ein solches Instrument bauen: Sieben 9-Volt - Batterien in Reihe ergeben ca. 60 Volt, ein Stromschlag davon ist noch ungefährlich. Diese Spannung reicht aber aus, um Feinschlüsse mit einem empfindlichen Voltmeter zu erkennen. Ein solcher Aubau lässt sich mit jedem modernen Digi-Meter realisieren. Der Prüfkondensator liegt in Reihe mit der 60 Volt-Batterie und dem Voltmeter. Ein kleines Kästchen mit den Batterien und 2 Prüfschnüren und Buchsen für das Instrument und fertig ist der Hochohm/Hochvolt-Prüfer. Wird also nach dem Kurzaufladen des Kondensators kontinuierlich eine Gleichspannung gemessen, ist der Kondensator defekt.

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60) Kann ein 50 Hz-Radio an einem 60 Hz-Netz betrieben werden. Und umgekehrt?

Frage: In Europa ist das 50 Hz Stromnetz üblich. Können Sie aber ein 50 Hz Radio an einem 60 Hz-Netz betreiben oder umgekehrt?
Antwort:Ja, weil die Differenz der entstehenden Spannung im Gerät nur gering ist und innerhalb der sowieso vorhandenen Spannungsschwankungen liegt. Viel wichtiger ist die richtige eingestellte Spannung des Gerätes. Ein 110-Volt-radio arf nicht an 230 Volt betrieben werden. Wenn Sie sich mal die Mühe machen und Ihre Betriebsspannung des Wechselstrom-Netzes zu verschiedenen Tag- und Nachtzeiten messen, werden Sie Unterschiede bis zu 15 Volt feststellen.

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61) Brummen, nur bei abgestimmten AM-Sender

Fehlerbild: Ein Radio arbeitet auf UKW und Tonabnehmer einwandfrei. Auch im AM-Bereich, wenn nicht auf einen Sender abgestimmt ist, keine Probleme. Wird aber auf einem Sender abgestimmt, wird ein Brummen (Netzfrequenzbrummen) hörbar. Je stärker der Sender, desto lauter das Brummen.

Abhilfe: In den meisten Fällen ist der HF-Abblock-Kondensator parallel zum Netz-Trockengleichrichter oder Netz-Röhrengleichrichter defekt. Ein typischer Wert dieses Kondensators: ca 1-5 nF.

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62) Probleme mit Pertinax-Röhrenfassungen
Sollten in ihrem Radio Röhrenfassungen aus Pertinax eingebaut sein, prüfen Sie diese Fassungen sorgfältig von allen Seiten (auch unterhalb des Chassis) auf dunkle verkohlte Stellen, insbesondere ZWISCHEN den Kontakt-Federn. Durch die Hitze und hohe Spannung können sich im Laufe der Jahre schleichende Funkenstrecken bilden, die sogar zum Brand führen können.

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63) Probleme mit alten Elektrolyt-Kondensatoren.
Kapazitätsverlust, Polarität, Spannungsfestigkeit.
Alte Elektrolyt-Kondensatoren (erkennbar an den uF-Angaben) verlieren erheblich an Kapazitet durch Austrocknung der Elektrolyt-Flüssigkeit. Viele Fehler gehen darauf zurück, z.B. Netzbrummen. Sie können versuchweise einen Ersatz-Elko gleicher Kapazität, aber auch gleicher Spannungsfestigkeit (beachten Sie die Volt-Angaben auf dem vermuteten fehlerhaften Elko) parallel zum Fehler-Elko löten und so testen, ob der Fehler dann weg ist. Ist damit der Fehler ermittelt, können Sie dann den alten Elko ersetzen.

Achtung wichtig: Elektrolytkondensatoren haben eine Polarität. Ihr Pluspol muss mit der Plusspannung verbunden werden. Der Minuspol des Kondesators mit Minusspannung. KEINESFALLS UMGEKEHRT. Ein lauter Knall und Blitz mit einem Zerplatzen des Bechers könnte die Folge sein.

Der Minuspol liegt fast immer dann am Gehäuse (Aluminiumbecher). Alte Netzteilelkos hatten oft ein Schraubgewinde, um sie auf dem Chassis sicher befestigen zu können. Die beiden Pole wurden getrennt mit Lötösen nach aussen geführt. Ausnahme: Nur der Pluspol hatte eine Lötöse, Minus musste mit einer Unterlegscheibe mit Lötöse verschraubt werden, das konnte unsicheren Kontakt bringen. Später kamen Elkos mit koaxialen Drahtanschlüssen hinzu. Auch radiale Drahtanschlüsse gab es.

Der Minuspol ist auch oft an eine durchgezogenen Linie erkennbar. Die Spannungsangaben sind unbedingt zu beachten. Steht auf einem Elko 50 uF / 100 V darf er nicht an einer Spannung von z.B. 250 Volt betrieben werden. Am Elko darf keine reine Wechselspannung anliegen. Überlagerte Gleichspannungen (Spannungen die zwar schwanken, aber nicht ihre Polarität wechseln) sind aber erlaubt. Auch sehr kleine reine Wechselspannungen können u.U. genutzt werden, wenn deren Wert 5-10 % der angegebenen Gleichspannungfestigkeit des Kondensators nicht überschreitet. Beispiel: preiswerte Lautsprecherweichen.

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64) Probleme mit alten elektrostatischen Hochton-Lautsprechern.
Insbesondere in den Fünfziger Jahren wurden in Radios zur Verbesserung der Hochton-Abstrahlung oft elektrostatische Hochton-Flächenlautsprecher eingebaut. Gerade in den sogenannten 3D Raumklang-Geräten findet man diese Lautsprecher. Leider lassen einige von ihnen im Laufe der Jahrzehnte in ihrer Abstrahlleistung deutlich nach. Um sie noch weiter verwenden zu können: Zuerst sollten Sie prüfen, ob der Koppelkondensator zum Lautsprecher keinen Kapazitätsverlust hat oder einer der eventuell vorhandenen Vorwiderstände nicht hochohmig geworden ist.

Mit einem Zusatz-Trafo (ein üblicher Lautsprecher-Ausgangsübertrager ist gut zu verwenden) können Sie vom niederohmigen Lautsprecher-Ausgang des Radios über einen 50 Ohm-Vorwiderstand auf die niederohmige Seite dieses Trafos einkoppeln. Die hochohmige Seite des Trafos legen Sie in Reihe mit dem Hochtöner. Probieren Sie dabei die richtige Polarität aus. Bedenken Sie, dass die hochohmige Seite Betriebs-Anodenspannung führen kann, also auf richtige Isolation achten.

Der vermeintlich schwache Hochtöner wird wahrscheinlich wieder laut zu hören sein.

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65) Wann muss ein Radio abgeglichen werden?
Erfreulicherweise muss ein Radio-Oldtimer nur selten abgeglichen werden. Es gilt also zunächst: Finger weg von den Abgleichkernen, es sei denn, Sie sehen Abgleichspuren an den Filterkernen (Fixierwachs nicht mehr unberührt). Nur wenn Sie folgende Beobachtungen am Radio machen, ist ein Abgleich notwendig:

1. AM-Bereich. (Langwelle, Mittelwelle, Kurzwelle, Drahtfunk).
Stellen Sie zunächst den eventuell vorhandenen Höhenregler auf volle NF-Höhen ein (manche Radios verkoppeln NF-Höhen mit AM-ZF-Bandbreite). Suchen Sie sich einen Ortssender, der links und rechts von seiner Frequenz keinen Nachbarsender hat. Nun drehen Sie den Sender nach links soweit weg, bis er nicht mehr hörbar ist. Jetzt drehen Sie langsam wieder nach rechts. Der Sender wird wird langsam hörbar, erreicht seine höchste Lautstärke und wird wieder leiser und verschwindet. Dieses Ansteigen und Absteigen der Lautstärke sollte links und rechts gleichlang sein. Können Sie z.B. rechts vom Sender viel weiter den Sender hören, ist die Zwischenfrequenz (ZF) nachzugleichen. Sollten Sie sogar den Sender nochmals neben der eigentlichen Empfangsfrequenz beim Durchdrehen der Senderabstimmung hören (oder zumindestens ein kleines Doppelmaximum), ist ebenfalls die ZF nachzugleichen. Die typische ZF-Frequenz ist 473 kHz, in älteren Radios auch 468 kHz. In der Frühzeit der Radios gab es auch Modelle mit einer noch niedrigeren ZF-Frequenz.

2. FM-Bereich (UKW).
Im Prinzip gilt hier das Gleiche wie oben zum AM-Bereich gesagt, es ist hier nur so, dass der Durchlassbereich der ZF-Kurve deutlich breiter ist und deutliche Verzerrungen hörbar werden, wenn von der ZF-Frequenzmitte abgewichen wird. Die typische ZF-Frequenz ist 10.7 MHz.

3. HF-Bereich (FM und AM).
Hören Sie Sender auf der linken Skalenhälfte oder rechten Skalenhälfte deutlich besser (höhere Empfindlichkeit) und oder ist in Bandmitte der Empfang deutlich besser, muss eventuell das HF-Teil nachgeglichen werden.

Abgleich:
Der eigentliche Abgleich sollte mit einem modulierten HF-Mess-Sender erfolgen. Schaltbild und Abgleichanleitung ist sinnvoll. Erfahrene Bastler oder Techniker können auch mal ohne Mess-Sender abgleichen.

Weitergehende Informationen.

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66) Vorsicht beim Umgang mit Asbest in alten Radios!
In einigen alten Radios ist Asbest zur Wärme-Isolation verwendet worden. Prüfen Sie unbedingt, bevor Sie Radios reparieren, restaurieren oder auch nur reinigen wollen, ob irgendwo Asbest im Gerät verwendet wird. Eingeatmete Asbest-Spuren können Ihre Gesundheit schädigen, wobei die Schäden u.U. erst nach Jahrzehnten auftreten können.

So wurden beispielsweise Heizvorwiderstände oder Röhren, die dicht an einem Holzteil plaziert waren, oft mit Asbest wärmegeschirmt.

Finden Sie Asbest im Gerät, gilt:
Reinigen Sie das Gerät nicht mit einem Staubsauger. Reinigen Sie das Gerät nur ausserhalb geschlossener Räume mit einem leicht feuchten Tuch bei von Ihnen abgewandten leichtem Wind oder mit Hilfe eines Ventilators, vermeiden Sie Staubaufwirbelungen. Tragen Sie eine Atemschutzhaube. Entsorgen Sie das Wischtuch ordnungsgemäss. Am besten ist es, auch bei einer Reparatur eines solchen Radios eine übliche Atemschutzhaube zu tragen. Vermeiden Sie Durchzug im Reparatur-Raum.

Und: Überlegen Sie sich, ob sie solche Geräte mit Asbest heutzutage überhaupt noch in Wohnräumen lagern wollen. Sinngemäß gilt das auf für Radios mit URDOX-Widerständen.

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67) Lautsprecher kratzt.
Das Kratzen von Lautsprechern kann verschiedene Ursachen haben:

  • Wicklungslack durch Überlastung aufgequollen, dadurch Schaben im Luftspalt. Kaum zu reparieren.
  • Dezentrierung der Membran. Bei machen Lautsprechern justierbar.
  • Fremdkörper im Luftspalt. Kann man manchmal mit einem Stück alten Kleinbildfilm heraus bekommen.
  • Verquellung (durch unregelmäßige Feuchtigkeit) der Membran. Notfalls an der Quellstelle mit Rasierklinge oder Teppichmesser aufschneiden und leicht überlappt wieder verkleben.


Beispiele: In diesem Beispiel soll ein permanent-dynamischer Lautsprecher kratzen, dessen Korbaufhängungen nicht justierbar sind. (Justierbare Lautsprecher werden in einem späteren Tip beschrieben).Die hier beschriebene Methode hat eine Erfolgs-Chance von ca 50-60 %. Generell ist es ja so, dass man einen Lautsprecher, der kratzt und der von der Konstruktion her nicht demontiertbar ist, also nicht justierbar ist, wegwerfen muss oder kann. Aber bei einem alten Radio möchte man ja den Original-Lautsprecher erhalten und man ist bereit etwas Mühe und Sorgfalt aufzuwenden, um diesen weiterhin zu betreiben. Es ist einen Versuch wert.

Kratzen hat seine Ursache entweder in einer Dejustage der Schwingspule im Magnetspalt oder im "Aufquellen" dieser Schwingspule im Magnetfeld. "Aufgequollene" Spulen kann man nicht nachjustieren.

Es muss erst festgestellt werden, ob eine Dejustage der Schwingspule vorliegt

Versuch: Während der Lautsprecher Musik oder Sprache so laut abstrahlt, dass das Kratzen hörbar wird, mit dem Zeigefinger den Rand der Membran am aüsseren Ende des Pappkonus an einer Stelle LEICHT nach aussen ziehen (nicht nach oben oder nach unten), danach LEICHT nach innen. Geht das Kratzen weg? Schritt für Schritt diesen Test an immer wieder neuen Stellen des äusseren Membran-Randes wiederholen, bis 360 Grad geprüft wurden. Ist eine Stelle gefunden, wo das Kratzen weg geht, mit Bleistift markieren.

Ging das Kratzen durch Ziehen zum Rand weg?
Die markierte Stelle ca 15 % des Membranumfanges am Rand mit einem scharfen Messer in der Fuge einer der "Wellentäler" der Randsicke aufschneiden. Den Schlitz auf ca 1 mm erweitern. Nun mit Klebstoff die Schnittstelle bestreichen und zusammenkleben. Die Musik oder Sprache weiter zur Kontrolle mithören! FIXIEREN, solange der Kleber nicht abgebunden hat.

Ging das Kratzen durch Drücken zur Mitte der Membran weg?
Die GEGENÜBER liegende Stelle der Markierung ca 15 % des Membranumfanges am Rand mit einem scharfen Messer in der Fuge einer der "Wellentäler" der Randsicke aufschneiden. Nun mit Klebstoff die Schnittstelle bestreichen und leicht ÜBERLAPPEND zusammenkleben. Die Musik oder Sprache weiter zur Kontrolle mithören! FIXIEREN, solange der Kleber nicht abgebunden hat.

Der Grund für diese Aktivitäen ist der Versuch die Schwingspule im Luftspalt der Magnetpole neu zu zentrieren, so dass sie frei vor- und zurückschwingen kann.

Im Extremfall muss die Membran am Rand komplett (360 Grad) aufgeschnitten werden. Eine Position suchen, wo das Kratzen aufhört. Neu verkleben.

Ist das Kratzen durch diesen Versuch nicht zu beseitigen, ist wahrscheinlich die Schwingspule aufgequollen und der Fehler lässt sich so nicht beheben

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69) Welche Spannung und welchen Strom kann ein unbekannter Selen-Netzgleichrichter verarbeiten?
Bezeichnungen auf Selengleichrichtern.
Manche alten Radios verwenden im Netzteil zur Anodenspannungserzeugung statt Gleichrichterröhren Selen-Trockengleichrichter. Hier sind eine Anzahl von Selen-Elementen in Reihe geschaltet. Oft kann auf den Bauteilen nicht mehr die Beschriftung gelesen werden. Pro Selen-Platte kann eine Effektiv-Wechsel-Spannung von 10-16 Volt gleichgerichtet werden. Hat ein solcher Gleichrichter 14 Platten kann er bis 224 Volt verarbeiten. Hat eine Gleichrichterplatte einen Durchmesser von 18 mm kann der gesamte Gleichrichter 50 mA liefern, bei einem Durchmessser von 25 mm sind es 125 mA und bei 35 mm 300 mA.
Übrigens: ersetzen Sie nie einfach einen Selengleichrichter ohne weitere Massnahmen durch einen modernen Silizium-Gleichrichter! Mehr dazu hier. Informationen zur Ohmmessung am Selengleichrichter hier.

Was bedeuten die Angaben auf Selengleichrichtern: Man findet z.B.

  • E250/C80 = Einweggleichrichter 250 Volt, 80 mA Strom
  • E250/C100 = Einweggleichrichter 250 Volt, 100 mA Strom
  • B250/C80 = Brückengleichrichter (Graetzgleichrichter) 250 Volt, 80 mA Strom
  • B250/C100 = Brückengleichrichter (Graetzgleichrichter) 250 Volt, 100 mA Strom

 

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70) Kann ich eine Netzteil Siebdrossel durch ein anderes Bauteil ersetzen?

Einige Radios verwenden im Netzteil eine Siebdrossel. Es gibt auch Radios, deren Lautsprecher elektrodynamisch sind. Hier wird die Siebdrossel gleichzeitig als Feldspule für die Lautsprecherwicklung genutzt.

Wenn eine Siebdrossel nicht mehr zu beschaffen ist, kann diese durch einen belastbaren Widerstand ersetzt werden. Die Anodenspannung des Gerätes ist zwar etwas niederiger, aber das fällt eigentlich nicht auf. Beachten Sie bitte, dass der Widerstand eine Belastung von ca 6 Watt für ein Standard-Radio haben sollte. Widerstandwerte von ca 1-3 KOhm sind akzeptabel. Achten Sie darauf, dass über dem Widerstand nicht mehr als 20-25V abfällt. Beobachten Sie den Widerstand mindestens 1 Stunde während des ersten Betriebs. Er darf sich nicht verfärben oder qualmen!

Ist ein elektrodynamischer Lautsprecher (mit Feldwicklung, die als Siebdrossel genutzt wird) defekt und nicht mehr zu beschaffen, ersetzen Sie ihn durch einen permanentdynamischen Typ. Ersetzen Sie seine Feldwicklung durch den oben beschrieben Widerstand.

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71) Spannungs-Angaben in Schaltbildern
Beachten Sie bei Spannungsangaben in alten Schaltbildern, dass diese Werte zumeist für nieder- bis mittelohmige Messgeräte gelten. Moderne Messinstrumente haben oft einen hochohmigen Innenwiderstand. Deshalb werden Sie oft höhere Spannungswerte messen, als in den Schaltbildern angegeben. Das gilt insbesondere bei Spannungen unmittelbar an Röhren-Anschlüssen. Weitere Details zum Messen.

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72) Alte 220 V Radios an modernen 230 V-Stromnetzen
Seit einigen Jahren ist die Spannung des deutschen Stromnetzes von 220 auf 230 Volt erhöht worden. Die alten Radios sind in der Mehrheit nur für maximal 220 V (selten 240 Volt) ausgelegt. Normalerweise sollte ein solches Radio die ca. fünfprozentige Erhöhung der Betriebsspannung aushalten. Allerdings ist doch eine gewisse Vorsicht angeraten. Die gealterten Bauteile, wie Kondensatoren (insbesondere Netzteilelkos) und auch Röhren sind gegen höhere Spannungen empfindlicher geworden. Es empfiehlt sich, wenn ein solches Radio regelmässig betrieben werden soll, die Netzteil-Elkos unter Kontrolle zu halten. Diese Bauteile dürfen auf keinem Fall heiss werden. Weitergehende Informationen mit Bauvorschlag. Weiter ist sicherheitshalber 15 Minuten, 30 Minuten und 60 Minuten nach dem Einschalten des Radios die Temperatur des (eventuell vorhandenen) Netztransformators zu überprüfen. Solche Trafos können mehr als handwarm werden. Es gibt Radios mit Temperaturwerten nach 60 Minuten am Trafo von 40-65 Grad. Temperaturen darüber sind mit Vorsicht zu betrachten und können ein Hinweis auf Überlastung durch zu hohe Netzspannung sein; aber auch eine geräte-interne Überlastung unabhängig von der Betriebsspannung ist in diesem Fall möglich.

Haben Sie ein Radio mit einstellbarern 240 Volt, können Sie diese Spannung an 230 Volt nutzen. Es gibt hier hin und wieder die Ansicht, daß Unterspannungen (und damit auch zu geringe Heizspannungen) Röhren schädigen können. Ich sehe das zumindest für die meisten Röhren nicht so streng. Ich habe sogar jahrelang ein Radio in Stellung 240 Volt an 220 Volt betrieben und es nicht bemerkt - ohne Folgen!

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73) Probleme durch Staub

Viele alte Radios haben im Inneren des Gerätes eine dicke Staubschicht. Nehmen Sie ein solches Radio erst nach gründlicher Reinigung in Betrieb. Entfernern Sie mit Staubsauger und Pinsel VORSICHTIG den Staub. Beschädigen Sie dabei nicht das Skalenseil, die Skalenscheibe. Reissen Sie dabei auch nicht dünne Drähte ab. Passen Sie auf die Röhren auf.

Alte Schaubschichten können Kurzschlüsse auslösen und sogar zu Bränden führen

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74) Was bedeutet F, M, MT, T auf deutschen Sicherungen? Was sind Schaltleistungen?

Auf deutschen Feinsicherungen für Radios sind oft folgende Buchstaben zu sehen:

F = Flink
FF = Superflink
MT oder M = Mittelträge
T = Träge.
TT= Superträge

Damit ist die Ansprechschnelligkeit der Sicherung definiert.
Beispiel: T 2 = träge 2 Ampere.

Schaltleistungen: Viele Feinsicherungen haben noch Schaltleistungsangaben. Z.B.: B und C (ohne Sand) oder D und E (mit Sand) und E (Porzellan?). Damit wird festgelegt, bis zu wieviel Kurzschlußstrom noch wirklich getrennt wird, ohne daß ein "Zuschmelzen" über Lichtbogen auftreten wird.

Für G-Schmelzsicherungseinsätze (5*20mm):

--- bei 250V~: B=50Amp.; C=80Amp.; D=300Amp.; E=1000Amp.; G=1500Amp.

--- bei 250V=: B=12,5Amp.; C=20Amp.; D=75Amp.; E=250Amp.; G=750Amp.

 

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75) Alte deutsche Kondensatoren mit "cm" - Angabe
Alte deutsche Radios haben oft statt der üblichen Farad-Angabe eine cm-Angabe. Die Umrechnung:
1 pF = 0,9 cm
1 nF = 900 cm
1 uF = 900000 cm

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76) Röhren-Positionen.
Wenn Sie Röhren aus den Fassungen herausziehen, notieren Sie vorher in welche Fassungen die Röhren gehören. Ziehen Sie eine einzelne versteckte Röhre heraus, merken Sie sich die Lage der Stifte genau. So bekommen Sie später die Röhre besser in die vielleicht nicht sichtbare Fassung zurück.

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77) Batterien in Kofferradios
Entfernen Sie immer die Batterien oder Akkus aus Röhren- oder Transistor-Kofferradios. Vergessen Sie das, können auch moderne Batterien nach Jahren "auslaufen"

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78) Warum Sie alte Röhrenradios nicht ohne Aufsicht betreiben sollten!
Alte Röhrenradios verwenden auch innerhalb ihrer Baugruppen hohe Spannungen. Es wird auch durch die Röhren viel Wärme entwickelt. Dadurch können schnell Bauteile defekt werden. Diese Teile können sogar brennen. Es kann zu Wohnungsbränden kommen. Also immer bereit sein, sofort die Netzschnur aus der Steckdose zu ziehen.

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79) Können unipolare Kondensatoren falsch herum eingebaut werden?
Normale Kondensatoren haben 2 Anschlüsse. Es gibt Anwendungsfälle, wo es darauf ankommt, dass diese Kondensatoren "richtig herum" eingelötet werden. Solche Kondensatoren haben oft eine Strichmarke, die anzeigt, welcher Kontakt eine bessere Abschirmwirkung hat. Dadurch wird verhindert, dass eine hochohmige Verstürker-Schaltung Brummstörungen "einfängt". Also diese Kondensatoren so einlöten, dass die markierte Seite zur Masse (Erde) des Gerätes zeigt. Es gibt auch Kondensatoren, die extra einen dritten Anschluss haben. Dieser dritte Anschluss ist mit Masse zu verbinden.

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80) Alle "Schrauben" festziehen?
Widerstehen Sie dem Wunsch, alle "Schrauben" im Radio festzuziehen. Es gibt Schrauben im Radio, die keine Schrauben sind. Die meisten Radios haben ZF-Filter oder HF-Schwingkreise. Diese Schwingkreise sind abgleichbar. Diese Abgleich-"Schrauben" könen sich in verschiedenen Stellungen befinden und dürfen NICHT festgezogen werden! Das Radio würde total dejustiert werden.

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81) Reparatur eines Radios ohne Schaltbild?
Natürlich kann man ein Radio auch ohne Schaltbild reparieren. Der erfahrene Reparateur kann so machen Fehler einfach durch einige Messungen erkennen. Viele Fehler "verstecken" sich aber oft sehr gut. Die Fehlersuche dauert unnötig lange. Es werden Teile ausgetauscht, die nicht kaputt waren. Mit einem Schaltbild kann das vermieden werden. Wenn Sie selber keine Reparaturen ausführen können, ist der Servicemann immer über ein vorhandenes Schaltbild erfreut. Allerdings wird es zunehmend schwieriger, Fachleute für diese Reparaturen von Radio-Oldtimern zu finden.

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82) Altes Radio gekauft? Prüfen Sie die Einstellung des Spannungswühlers (wenn vorhanden).
Bevor Sie ein gekauftes Radio in Betrieb nehmen, prüfen Sie ob die eingestellte Betriebsspannung Ihrem Stromnetz entspricht (Derzeit in Deutschland 230V AC). Denken Sie daran, dass es alte Radios gibt, die nur an Gleichspannungs-Netzen betrieben werden können! Diese Geräte haben an der Rückwand zumeist das = Zeichen oder den Hinweis "Nur für Gleichstrom". Es gibt Allstromgeräte, die an Wechsel- und Gleichstrom-Netzen betrieben werden können.

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83) Auswechseln von Röhren (Herausziehen und einsetzen)
Die meisten Radioröhren haben einen Glaskolben der annährend luftleer ist. Ausnahmen sind die Stahlröhren (z.B. EF11) und teilweise viele amerikanischen Stahlröhren. Alle Röhren mit Glaskolben, aber auch die Stahlröhren müssen mit Vorsicht aus ihren Fassungen gezogen werden, wenn sie geprüft oder ersetzt werden sollen. Auch bei den Stahlröhren gibt es an der Trenn-(Isolier)Stelle der Anschlussstifte zum Röhrenkolben Glasteile.

Bevor eine Röhre herausgezogen werden kann, sollte sie Zimmertemperatur haben. Werden mehrere Röhren herausgenommen, Notizen über die Stelle (Fassung) machen, wo sie entnommen wurde und ihre Typenbezeichung mit dazuschreiben. Eine Typenbezeichnung ist z.B: EL84, ECC83, EF80 usw. Nicht aber eine eventuelle Chargen-Nummer wie "315" usw. Im Zweifel alles aufschreiben. Eigentlich passt eine Röhre in die dazugehörige Fassung nur in DER richtigen Position der Kontaktstifte hinein. Eigentlich, denn es gibt sehr frühre Röhren mit bananensteckerartigen Kontakten , die bei Unkonzentriertheit mit leichten Kraftaufwand falsch gesteckt werden können, ist jedenfalls schon vorgekommen. Bei diesen Typen ist besondere Vorsicht geboten. Beispiel REN904. Einige ältere Röhren haben oben eine Kontaktkappe (z.B. VF7). Hier steckt eine zumeist abgeschirmte Anschlussklemme drauf. Hier ist beim Abziehen dieser Kappe besondere Vorsicht geboten. Es kann sich leicht der alte Klebekitt lösen, dann hängt die Anschlusskappe nur nur am Draht. Wiederum andere Röhren haben an der Seite kleine Schraubklemmen zur Aufnahme einer Abschirmanschlusses. Hier ist ebenfalls Vorsicht geboten. Viele alte Röhren haben bronze- oder silber- oder grauschwarze Beschichtungen zur Abschirmung. Die alten Schichten lösen sich heutzutage leider oft leicht ab. Nun Sie wissen schon: Vorsicht, nicht anfassen.

Reine Glasröhren fasst man dicht unten am Röhrenfuss nur mit den Fingern an und zieht mit leichtem schwingenden Zug bis die Röhre raus ist. NIEMALS fasst man reine Glasröhren oben an dem kleine Luftabsaugstutzen an. Diese Vollglasröhren haben dünne Kontaktstifte, die sich teilweise leicht verbiegen lassen, insbesondere die 7 Stifttypen (wie z.B. EL95), aber auch die 9 Stifttypen (wie z.B. EL84). Hier muss am der Fassung die zum Sockel passende Lücke gesucht werden. Andere Vollglastypen, wie z.B. EL41 haben einen kleinen Glasnippel an der Seite. Nur so passt sie unverwechselbar in die Fassung. Die 7-poligen und 9-poligen Stiftkontaktröhren geben manchmal in den Fassungen keinen guten Kontakt. Man kann diese Stifte - Sie wissen schon - VORSICHT dejustieren. Es geht hier um einige 10 / tel Milimeter, dann stecken diese Röhren kontaktsicherer in der Fassung.

Glasröhren mit Plastik (zumeist Bakelit) - Sockel, kann aber auch Metall sein, fasst man zum Herausziehen IMMER nur an diesem Nichtglasbereich an. Sollte die Röhre so nicht herauskommen wollen, kann man auch VORSICHTG mit einem kleinen Schraubenzieher beim gemeinsamen wiegenden Ziehen beider Hände mithebeln, ich sagte VORSICHTIG. An anderer Stelle wird beschrieben, wie lockere Röhren in den Sockeln nachgeklebt werden können.

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84) Keine Reparatur ohne angeschlossenen Lautsprecher
Wenn Sie ein Radio reparieren und am Strom angeschlossen haben:
Schliessen Sie immer den Lautsprecher an. Sonst kann es im NF-Ausgangs-Transformator zu Spannungs-Überschlägen kommen. Der Trafo kann zerstört werden. Zumindest muss als Ersatz für den Lautsprecher ein 5 Ohm-Widerstand mit der Belastbarkeit der NF-Ausgangsleistung angeschlossen sein.

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85) Magnetismus-Verlust bei alten Kopfhörern und Freischwinger-Lautsprechern

Alte Kopfhörer verlieren ihren Magnetismus. Dadurch werden diese Kopfhörer immer leiser. Wenn ein Kopfhörer bei abgeschraubter Abdeckung die Metall-Membran nicht mehr festhalten kann, ist der Magnetismus zu gering.

Abhilfe:
Setzen Sie auf einen U-Form-Magneten Eisen-Stübe auf. Damit berühren Sie die Polschuhe des Kopfhörers. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals. Nun hat der Kopfhörer wieder genügend Magnetismus.

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86) Alte Sicherungen und Sicherungs-Halter
Tauschen bei der Reparatur eines Radios immer die Sicherungen aus, da die alten Sicherungen Übergangswiderstände bilden können. Reinigen Sie dabei auch die Kontakte des Sicherungs-Halters. Biegen Sie die Kontakte des Halters leicht nach. Dadurch gibt es einen besseren Kontakt.

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87) Ersatz alter Lautsprecher

Lautsprecher von alten Radios zerren oft oder sind defekt. Beim Austausch ist zu beachten:

Diese alten Lautsprecher haben harte Membranaufhüngungen. Moderne Lautsprecher sind fast immer für den Einbau in geschlossene Boxen gebaut. Die Membran-Aufhängungen dieser Lautsprecher sind weich. Die modernen Lautsprecher würden im Radio zu stark ausschwingen. Starkes Zerren wäre die Folge.

Sie müssen deshalb Lautsprecher mit harter Membran-Aufhängung einbauen. Der Lautsprecher muss genau in das Loch der Lautsprecherwand passen. Eventuell eine Holzmaske herstellen.

Alte europüische permanent-dynamische Lautsprecher haben 5 Ohm Impedanz. Moderne Lautsprecher haben 4-8 Ohm. Ein Austausch ist möglich.

Sie können alte Freischwinger-Lautsprecher nicht gegen permanent-dynamische Lautsprecher austauschen. Die Impedanz ist nicht kompatibel. Es müsste ein Impedanz-Transformator eingebaut werden.

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88) Austausch von Widerständen und Kondensatoren

Beim Austausch von defekten Widerständen ist folgendes zu beachten:

  • Widerstände: Beachten Sie, dass der Ersatzwiderstand mindestens die gleiche Leistung verarbeiten kann. Sie können keinen 1 W-Widerstand durch einen 1/4 Watt Widerstand ersetzen. Achten Sie auch auf die Fertigungstoleranzen. In bestimmten Baustufen sollen die ersetzten Widerstände möglichst genau der "versprochenen" Widerstandwert einhalten. Details dazu finden sie hier.

  • Kondensatoren: Ersetzen Sie Kondensatoren nur durch Typen mit gleicher Spannungsfestigkeit. Sie dürfen keinen 10 nF / 250V Kondensator durch einen 10 nF / 68V Kondensator ersetzen. In Hochfrequenzteilen, insbesondere auch in UKW-Teilen kamen unterschiedliche Bautypen von Kondensatoren zum Einsatz:

    Rollkondensatoren mit einer Aufwicklung von zwei isolierten Metallfolien. Diese Typen haben u.U. neben der Kapazität auch einen gewissen induktiven Anteil und sin in der Regel für hohe (UKW-) Frequenzen weniger geeignet.

    Keramische Kondensatoren haben eine geringe Restinduktivität und eignen sich für UKW besser.

    Allgemein: Dazu kommen weitere Unterschiede bei den Kondensatoren. Je nach Material und Bauform werden zu verarbeitende Frequenzen unterschiedlich bedämpft. Zusätzlich haben die verschiedenen Materialien unterschiedliche Wärmedriften. Gerade die Wärmedriften haben erheblichen Einfluss auf auf die Frequenzstabiltät von UKW-Teilen bei Erwärmumg. Es muss deshalb ausdrücklich davor gewarnt werden, in einem UKW-Teil (aber auch generell in HF-Teilen) einfach einen Kondensator eines bestimmten Kapazitätswertes gegen irgendein anderen dieser Kapazität zu tauschen. Erschwerend kommt hinzu, dass oft die Temperaturdriften auf dem zu wechselnden Kondensator nicht zu erkennen sind. Ich jedenfalls tausche in einem UKW-Teil niemals freiwillig und vorsorglich einen Kondensator aus.

    Elektrolytkondensatoren: Lesen Sie bitte in "Netzteil, Elkos" nach. Sinngemäss gelten die dortigen Informationen nicht nur für das Netzteil, sondern jede Stufe im Radio. Wichtig ist die richtige Polarität und Spannungsfestigkeit des Ersatzelektrolytkondensators.

    Drehkondensatoren: Lesen Sie bitte Details hier nach.

89) Kurzschlüsse bei alten Kondensatoren
Alte Kondensatoren haben oft Kurzschluss. Dieser Kurzschluss kann auch (relativ) hochohmig sein. Besonders bei Koppelkondensatoren kann Gleichspannung von der Anode der Vorröhre zum Gitter der nachfolgenden Röhre gelangen. Ergebnis: leichtes Zerren, leiser Empfang.

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90) Chassis-Aus- und Wiedereinbau

Bevor Sie ein Chassis aus dem Gehäuse nehmen:

Zu kurze Leitungen verlängern und / oder die Leitungen ablöten, Anschlussbelegung notieren. Die Skalenscheibe ständig im Auge behalten (Glassbruch droht).

Drehen Sie den Kondensator voll ein. So können nicht aus Versehen die Rotor-Platten verbogen werden. Das gilt umgekehrt auch für den Wiedereinbau des Chassis.

Ferritantennen und Skalenseilzug ständig im Auge behalten. Unterleg-Gummis und Unterlegscheiben sichern. Auf Leitung zu eventuell vorhandenen Bodenabschirmungen achten.

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91) Luftdrehkondensatoren reparieren.

Ölen-Fetten: Ölen Sie die Achsen und Lager des Drehkondensators vorsichtig mit einem guten süurefreiem Öloder Fett. Restliches Öl oder Fett entfernen Sie danach wieder. Altes verharztes Öl oder Fett ist besser zuvor zu entfernen. Weitere Details.

Justage verbogener Platten: Die beiden Kontakte des Luftdrehkos mit einem Ohm-Meter verbinden, Drehko durchdrehen und Kurzschluss-Stellungen aufspüren. Mit einer Lupenbrille seitlich in die Zwischenräume zwischen Rotor- und Statorplatten blicken und die Berührungsstellen suchen. mit einem feinen Uhrmacher-Schlitzschraubenzieher justieren, Ohmmeter beachten. Es wird unter Praktikern immer wieder das "Ausbrennen" eines Schlusses mit einer 25 Watt-Glühbirne in Reihe mit dem Stromnetz empfohlen. Das kann funktionieren oder die Blätter für immer verschweissen. Ich rate also davon ab.

Die Kontakte des Rotors mit einem Kontakt-Spray-Familie behandeln.

Einige Drehkondensatoren können auch an den Lagerstellen der Achsen justiert werden. Vorsicht.

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92) Zuwenig NF-Leistung. Tiefe Frequenzen fehlen

Fehler: Zuwenig NF-Leistung. Tiefe Frequenzen fehlen.

Ursache: Der Elektrolyt-Kondensator parallel zum Kathoden-Widerstand der NF-Endröhre hat keine Kapazität mehr. Dieser Kathodenwiderstand erzeugt ja die Gittervorspannung dieser Röhre. Die Kathode wird gegenüber dem Steuergitter positiver. Umgekehrt ist folgt daraus, dass das Steuergitter negativer zu Kathode wird und somit günstig in der Kennlinie der Röhre zur Übertragung von NF-Signalen liegt. Allerdings würde der Widerstand den Wechselstrom durch die Röhre dämpfen, deshalb wird der Kathodenwiderstand mit einem Kondensator überbrückt.


Kondensator C85, 100uF Kapazitätsverlust

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93) Leichtes Zerren auf allen Bereichen

Fehler: Das Radio verzerrt leicht auf allen Bereichen.

Ursache: Oft ist der Kondensator zwischen NF-Vorstufe und NF-Endstufe defekt. So kommt die positive Spannung der Anode (Vorröhre) an das Gitter 1 der Endstufen-Röhre.

Messung: Zwischen Gitter 1und Masse der Endstufen-Röhre liegen 0 Volt oder 1-3 Volt +. Normal- Wert - 3 bis - 8 Volt.

Erneuern Sie diesen Kondensator


Kondensator C82, 4,7nF Feinschluss

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94) Knöpfe und Schrauben

Wenn Sie Drehknöpfe zur Restauration entfernen oder Schrauben lösen und dann wieder anbringen:

Drehen Sie nie die Schrauben zu fest an. Das Plastik oder das Bakelit könnten brechen.

Madenschrauben können beim Lösen oder festziehen schnell am Schlitz abbrechen. Setzen Sie den Schraubenzieher sorgfältig an, damit er nicht abrutscht.

Sie müssen erspüren, wenn eine Schraubbewegung kritisch wird. Manchmal reicht es den Schraubenzieher mit Kältespay abzukühlen und die somit etwas Kälte in die Schraube zu leiten. Die zieht sich ein wenig zusammen und gleitet dann besser im Gewindegang.

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95) Skalenscheiben

Skalenscheiben von alten Radios sind sehr empfindlich. Reinigen Sie nie Skalenscheiben auf der bedruckten Seite. Die Bedruckung ist immer innen. Niemals mit Wasser waschen. Eine verschmutzte Rückseite ist immer noch besser, als eine Scheibe mit abgegangender Farbe.

Skalen-Scheiben können während der Reparatur eines Radio brechen. Bauen Sie lieber die Skalenscheibe während der Reparatur aus. Die Scheibe in einen Schutz-Karton legen. Beim Wiedereinbau die Schrauben nicht zu fest anziehen.

Gebrochene Glasscheiben nur mit speziellen Glas-Kleber reparieren.

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96) Skalenseil

Skalenseile alter Radios sind sehr empfindlich. Sie reissen leicht. Machen Sie sich eine Skizze von Seilen, die noch in Ordnung sind. Ist ein Seil gerissen, nicht sofort entfernen! Erst eine Skizze herstellen. Damit haben Sie eine Vorlage für das Neuauflegen des Seils.

Fetten oder ölen Sie nie Skalenseil. Umlenkrollen sehr sorgfältig ölen, damit kein Öl an das Seil kommt.

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97) Formierung von alten Elkos

Netzteil-Elkos verlieren u.U. ihre Formierung (damit ist nicht die Kapazität gemeint) , wenn sie lange nicht in Gebrauch waren. Sie bilden dann bei der ersten Wiederinbetriebnahme des Radios einen Kurzschluss oder formieren sich falsch herum. Deshalb sollten solche Elkos vorher mit dem Ohm-Meter geprüft werden. Dazu sind die Anschlussleitungen des Elkos abzulöten. Dann wird das Ohmmeter zwischen Plus und Minus gelegt. Bei Becherelkos ist am Gehäuse immer Minus.

Es ist vorher noch festzustellen, welche Polarität des Ohmmeters an seinen Anschlussleitungen liegt. Das kann mit einem Voltvolter gemacht werden. Der + Pol des Ohmmeters kommt an den + Pol des Kondensators, sinngemäss Minus an Minus.

Das Ohmmeter darf im 10-100 KOhm- Bereich nur kurz ausschlagen und dann langsam einen Ohmwert von mehr als 500 kOhm anzeigen. Bleibt der Ohmwert nach mehr als 20 Sekunden unter 250 kOhm, muss der Kondensator formiert werden.

Mit zwei in Reihe geschalteten 9-Volt-Batterien (Blocks) kann ebenfalls gefahrlos formiert werden: Minus dieser Quelle kommt an Minus des Kondensators. Plus der Quelle kommt über einen Widerstand von 100 kOhm (2W) an den Plus-Pol des Kondensators. Einige Stunden formieren. Dann die Leitungen zur Gleichspannungsquelle entfernen. Den Kondensator mit einem 2 kOhm- Widerstand (1/4W) überbrücken (entladen)! Nun mit dem Ohmmeter (wie oben beschrieben) die Messung wiederholen. Gegebenenfalls die Formierung wiederholen.

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Nach der Formierung und Inbetriebnahme des Elkos die Temperatur des Elkos sofort überwachen. Er darf bestenfalls leicht handwarm werden. Eigentlich dürfte aber in den ersten 15 Minuten KEINE Erwärmung feststellbar sein.

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98) Lautsprecher-Stoffe

Kleine beispielhafte Lautsprecherstoffauswahl, wie sie mir für meine Reparatur- und Restaurierungsprojekte zur Verfügung steht:
Stoff 1
Stoff 2
Stoff 3
Stoff 4
Stoff 8
Stoff 9
Stoff 21
Stoff 16
Stoff 19
Stoff 14
.
Stoff 24
Stoff 25
Stoff 26
.

Alte Lautsprecher-Bespannstoffe sind oft schmutzig oder verstaubt. Trotzdem sollte man es genau überlegen, ob die Stoffe gereinigt werden oder nicht. Die alten Stoffe sind sehr empfindlich. Ein Abnehmen des Stoffes ist gefährlich, da diese Stoffe oft mit dem Gehäuse verklebt sind und beim Entfernen reissen. Es gibt Geräte, wo der verwendete Kleber wasserlöslich ist. Aber Achtung, das ist nicht bei allen Stoffen so. Es ist in einigen Fällen möglich, Stoff und Holz vorsichtig mit Wasser oder Alkohol einzuweichen, bis der Stoff loskommt (feuergefährlich). Dieses feuchte Behandeln ist und bleibt risikoreich, löst sich nämlich der Stoff dabei nicht, kann es vorkommen, daß der Stoff sich beim Antrocken zu sehr spannt und reißt. Hat sich der Stoff gelöst und wurde Alkohol zum anfeuchten benutzt, kann dieser auch zum Reinigungsspülen genutzt werden. Auch haben sich echte flüssige Feinwaschmittel in vielen Fällen bewährt, sanfte Handwäsche ist ein MUSS. Nach dem gründlichen Austrocknen auf einem Handtuch (vielleicht unter mildem Spannen oder Nutzung eines Bügeleisens mit Dampfdusche) nach dem Reinigen den Stoff glatt wieder aufbringen. U. U. mit wasserlöslichem Kleber punktuell fixieren.

Ist der Stoff gerissen oder sehr schmutzig, ist es besser neuen Stoff anzubringen. Neuer Stoff, auch wenn er anders aussieht ist immer noch besser als alter beschädigter Stoff. Diese Ersatzstoffe sind schwer zu beschaffen. Der Ersatzstoff muß aber schalldurchlässig sein, am besten eine laute Sprechprobe dicht am Mund durch den Stoff machen. Für meinen Bedarf steht mir erfreulicherweise noch ein kleine Auswahl zur Verfügung.

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99) Netzteilelkos werden heiss
Die Elektrolytkondensatoren dürfen nicht warm oder heiss werden! Ist das der Fall, müssen die Kondensatoren ausgetauscht werden.

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100) Auf UKW leichtes zerren zu hören
Alte Mono-Radios mit UKW-Teil haben oft trotz richtig eingestellter Bndbreite einen leicht verzerrten Klang. Ursache: Die ZF-Bandbreite ist mit Einführung der HF-Stereophonie grösser geworden. Abhilfe: Eine UKW-ZF-Stufe etwas verstimmen. So wird die Bandbreite grösser. Das Zerren ist weg.

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101) ECLL800. Ersatztypen und prüfen von Gebrauchtware.
Die ECLL800 ist Mangelware und teuer. Deshalb wird versucht, Ersatzlösungen zu realisieren. Es hat sich die Kombination EC92, EL95, EL95 auf Adapter als HALBWEGS praktikabel herausgestellt. Allerdings werden die technischen Daten nicht voll getroffen. Diese Kombination wurde sogar schon gewerblich angeboten.Leider passen solche Adapterlösungen nicht in jedes Gerät. Mir wurde auch von Kombinationen ELL80 und EC92 berichtet.

Wer sich auf Trödelmärkten oder Sammlertreffen mit Ersatz eindecken will, sollte über meinen Bauvorschlag für einen speziellen portablen ECL800-Röhrenprüfer nachdenken. Besonders ist auch auf gewisses sogenanntes "Luftziehen" der ECLL800 zu achten. Die betroffenen Röhren neigen dabei zu einem bläulichen Leuchten und zeigen u.U. auch eine Verfärbung der Getterstellen.

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102) Warum gehen alte Radios so "schnell" kaputt?
Alte Röhrenradios werden warm bis heiss. Diese Wärme geht von vielen Bauteilen aus: Röhren, Widerstände, Transformatoren, Skalenbirnen sind die Hauptverursacher. Je heisser ein Bauteil, desto grösser ist die Gefahr nach einiger Zeit Fehler hervorzurufen. Hinzu kommen Gehäuseformen und Gehäusegrössen die Stauwärme erzeugen, ebenfalls eine Keimzelle für kommende Fehler. Falsche Plazierungen des Gerätes können ebenfalls Überhitzungen hervorrufen.

Die Geräteentwickler haben sicher nicht für Jahrzehnte Lebendsdauer geplant. Ein Radio von damals wurde bestenfalls für ca. 10 Jahre geplant (vielleicht 20 Jahre), aber wir haben jetzt Radios, die durchaus 80 Jahre alt sein können. Die Bauteile trocknen aus, verspröden, verharzen, oxydieren, usw. Im Gerät liegen an Bauteilen bis zu 350 Volt Spannung an und belasten Isolierungen. Röhren und Skalenbirnen sind per Definition Verbrauchsartikel. Kontaktsätze "wollen" oxydieren und kracheln.

Deshalb gehen alte Radios so "schnell" kaputt. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass kaum einer unserer Oldtimer wirklich fehlerfrei ist. Kontaktprobleme zumindest hat er immer oder nur kurzzeitig nach einer immer wieder notwendigen Kontaktpflege nicht.

In diesem Kompendium wird auf diese Dinge immer wieder hingewiesen. Der Rat, einen Oldtimer nicht ohne Überwachung laufen zu lassen, kommt nicht von Ungefähr.

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103) Allstrom-, Gleichstrom-, Wechselstrom-Geräte für welche Stromnetze?
Radios wurden zuerst mit Batterien und Akkumulatoren, dann mit dem Stromnetz versorgt. Dabei gab es Gleichstromnetze und Wechselstromnetze.

Gleichstrom: Es wurden Geräte gebaut die NUR an Gleichstromnetzen betrieben werden konnten. Das waren die Gleichströmer. An der Geräterückseite wird das oft mit dem Wort "Gleichstrom" oder "Nur für Gleichstrom" oder "Nur "Gleichspannung" oder auch nur einem Strich "-" (wie das Minuszeichen) deklariert. Diese Geräte dürfen NIEMALS am Wechselstromnetz angeschlossen werden. Oft hatten diese Netze nur 110 Volt. Wird ein Gleichstromgerät "falsch" herum in die Steckdose eines Gleichstromnetzes gesteckt, passiert nichts. Es gibt nur keinen Empfang. Es soll bis Ende der Sechziger Jahre noch vereinzelte Gleichstrom-110V-Netze in Deutschland gegeben haben. Heutzutage gibt es keine solchen Netze mehr. Im PKW gibt aber noch quasi ein kleines 12 Volt-Gleichstromnetz.

Wechselstrom: Modernere Netze wurden und werden mit Wechselspannung (in Deutschland mit 50 Hz) betrieben. Radios hierfür sind zumeist mit einem Transformator ausgerüstet. Auf der Rückwand steht z.B. "Wechselspannung" oder "Wechselstrom" oder "nur für Wechselstrom", usw. Eine liegende Schlange "~" (auch übereinander doppelt) kann ebenfalls ein Hinweis sein. Wechselstromgeräte dürfen NIEMALS an Gleichstromnetze angeschlossen werden.

Allstrom: Diese Geräte können sowohl an Gleichstrom- wie auch an Wechselstromnetzen betrieben werden. Auf der Rückwand gibt es Hinweise wie: "Allstrom" oder "Für Gleich- und Wechselstrom", usw. Symbolisiert wird das durch ein horizontalen Strich "-" über der Schlangenlinie "~". Wird ein Allstromstromgerät "falsch" herum in die Steckdose eines Gleichstromnetzes gesteckt, passiert nichts. Es gibt nur keinen Empfang. Das wahrscheinlich letzte Allstromradio wurde mit der Philips Philitina I Box19U im Jahr 1963 in der Bundesrepublik angeboten.

Allströmer und Gleichströmer haben immer galvanischen Kontakt zum Stromnetz, dadurch gibt es Sicherheitsprobleme. Als Beispiel wird hier die sogenannte "Netzantenne" genannt. Dabei wird über einen Kondensator das Stromnetz als "Antenne" genutzt. Schlägt dieser Kondensator durch, kann es gefährlich werden.

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104) Allstromröhren, Serienheizung

Allstrom- und Gleichstrom-Radios nutzten im Allgemeinen die sogenannte Reihenheizung oder Serienheizung für die Röhren. Dabei waren die Heizkreise so aufgebaut, dass man bei Geräten mit wenigen Röhren möglichst ohne zusätzliche Heizvorwiderstände (zumindest bei 110V-Netzen) auskam. Für höhere Netzspannungen wurde die Überschuss-Spannung mit Widerständen "vernichtet". Röhren in diesen Heizkreisen hatten in der Regel alle die gleiche Stromstärke. So konnten sie gut in Reihe geschaltet werden. Die U-Röhren-Reihe hatte z. b. 100 mA Heizstrom. Die Heizspannung für jede Röhre war unterschiedlich. Eine weitere Serie: Die P-Röhren (zumeist für Fernsehgeräte, die fast alle Allströmer waren) mit 300 mA Heizstrom.

In diese Serienkreise wurden auch die Skalenbirnchen integriert. Für die U-Röhren zumeist die 18V / 0,1 A-Typen.

Einschaltstromstösse der im kalten Zustand sehr niederohmigen Heizfadenwiderstände wurden mit temperaturabhängigen Vorwiderständen (z.B. Urdoxwiderständen) kompensiert. Bei sehr preiswerten Geräten wurde allerdings auf Kosten der Lebensdauer der Röhren auf diese Heissleiter verzichtet. Man ging dabei davon aus, dass ein Heizvorwiderstand an sich den Einschaltstromstoss bremsen würde. Wenn sich eine günstige Kombination von einem relativ hochohmingen Vorwiderstand und wenigen Röhren ergibt, ist eine Stromstossbegrenzung weniger notwendig.

In der Praxis war der Heizkreis aber komplizierter aufgebaut. Ein typischer Heizkreis für die Philips Philetta BD273U bildete sich beispielsweise aus den Röhren UCC85 (26V), UCH81 (19V), UF89 (12,6V), UBC80 (19V), UL84 (45V), UY85 (38V), zwei Skalenbirnen in Reihe a 12 V / 0,1A. Daraus ergibt sich eine theoretische Gesamtspannung von 183,6 Volt. Das würde für eine der beiden Betriebsspannungen des Radios (220V) mit einem zusätzlichen Vorwiderstand ausreichen, nicht mehr für 110 Volt. Also wurde der Heizkreis in Abhängigkeit der gewählten Betriebsspannung geteilt. Es wurden weiter zwei temperaturabhängige Widerstände (R5 und R6) eingebaut und mit einem Widerstandsnetzwerk verknüpft. Mittels eines Schaltes und einer Umklemmung konnte also die Netzspannung geändert werden. Die Skalenbirnern waren Bestandteil des Heizkreises, fiel eine aus, änderte (veringerte) sich die Versorgungsspannung des Teilheizkreises.


Heizkreis Philips Philetta BD273U


Ein weiterer Allströmer. Hier ist der Urdox in Glasumhüllung gezeichnet. Es gab verschiedene Schaltzeichen-Symbole für diese Heissleiter (U920)..

Die alten Urdox-Heissleiter lassen sich nur schwer mit modernen Bauteilen im Reparaturfall ersetzen. Moderne gut erhältliche Heissleiter treffen selten die benötigte Kalt/Heiss-Widerstandskombination.

Darüberhinaus wurden auch Eisenwasserstoffwiderstände zur Kompensation von Netzspannungsschwankungen eingesetzt.

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105) Potentiometer: Anzapfungen / Gehörrichtige Anzapfung / Linear - Logarithmisch / Stereo / Trimmer

Dreh-Widerstände mit veränderlichen Ohm-Werten werden in Radios als Potentiometer bezeichnet. Es gibt sie grundsätzlich in zwei Anwendungsformen:

  • Nutzung durch den Besitzer des Gerätes von ausserhalb des Radios zum Einstellen und Verändern von Lautstärke, Klang, Stereo-Balance usw.
  • Justage von Betriebsparametern des Radios durch den Service-Techniker. Damit kann z.B. eine Gittervorspannung, eine Regelspannung, die Heizspannung, usw. justiert werden. Die Festeinstellpotis wurden auch Trimmer genannt.

Folgende Bautypen kamen zum Einsatz:

  • Linear-Poti.Hier ändert sich der Widerstandswert pro Zentimeter Widerstands-Strecke immer um den selben Betrag. Anwendung: Tonblende, Stereo-Balance, Rückkopplung, usw.
  • Logaritmisches Poti. Hier ändert sich der Widerstandwert pro Zentimeter Widerstands-Strecke logaritmisch. Anwendung: Lautstärkeregelung.
    .

Üblich waren 6 - oder 4 mm -Achsentypen. Für Stereogeräte gab es Doppelpotentiometer (Lautstärkeregelung). Dabei wurden mit einer gemeinsamen Achse beide Widerstandsstrecken synchron eingestellt. Bei anderen Doppelpoti-Typen war auf einer scheinbar gemeinsamen Achse über die vorn aufgeschraubten Bedienknöpfe zwei Widerstandsbahnen getrennt einstellbar. Anwendung: z.B. Höhen / Tiefenregeleung.

Das menschliche Ohr hört bei geringen Lautstärken tiefe Frequenzen im Vergleich zu hohen Frequenzen schlechter. Die frequenzabhängige Lautstärkeregelung oder gehörrichtige Lautstärkeregelung konnte das kompensieren. Wird ein Lautstärkeeinsteller (früher nannte man sie Lautstärkeregler, obwohl sie nichts regelten, sondern nur etwas stellen konnten) im unteren Viertel (von Masse aus gesehen) eingestellt und verfügt das Lautstärkepotentiometer über eine Anzapfung, kann hier eine Reihenschaltung eines Widerstandes und eines Kondensators nach Masse (Zeitkonstante) angeschlossen werden. Die Höhen werden in diesem Bereich bedämpft. Für das Ohr werden also die Tiefen scheinbar etwas angehoben. Übrigens hatten die Lautstärkepotentiometer eine logarithmische Widerstandstrecke, der Widerstandswert änderte sich nicht linear. Solche logarithmischen Potentiometer mit Anzapfung sind heute neu kaum noch zu beschaffen. Wird ein lineares Poti ohne Anzapfung als Ersatz verwendet, ändert sich das Einstellverhalten deutlich. Tonblendenpotentiometer waren linaer aufgebaut.


Logarithmisches Lautstärkepotentiometer L mit Anzapfung für gehörrichtige Lautstärkeregelung. R47, 0,5 + 1,5 MOhm.
Lineares Potentiometer K zur Klangregelung.

Bevor ein altes Potentiometer ersetzt werden muss, sollte geprüft werden, ob eine Reparatur möglich ist. Die alten Typen sind kaum noch zu bekommen. Mit etwas Geschick können die Potigehäuse geöffnet werden. Ein Ausbau ist aber dafür meist notwendig. So kommt man an die Achsen zum Ölen heran, kann Nietprobleme an den Übergangsstellen Kontakt - Schleifbahn beheben, Bahnunterbrechungen mit Leitlack umgehen, Wakos beseitigen, Fehlende Schleifer-Kontaktgeber aus Restbeständen ersetzen, usw. Sinnvoll istdabei die genaue Aufzeichnung der Leitungsanschlüsse. In einzelnen Fällen kann es auch helfen, mit Leitlack (stromleitend) schlechte Nietübergänge von den Potianschlüssen zur Schleifbahn die Unterbrechung aufzuheben. Es leichtes Nachschlagen der oft eingesetzen Nieten an den Kontaktübergabestellen kann helfen. Die kleinen Kontaktstellen-Einsätze, die den Kontakt von der Schleifbahn zur variablen Abnahmestelle sicherstellen, können verbraucht sein. Vielleicht kann man sie durch einen Ersatz aus einem anderem Poti reparieren.

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106) Warum gibt es im Netzteil manchmal Zweiwegleichrichter?

Einweggleichrichter lassen nur eine Halbwelle der Wechselstrom-Sinus-Vollschwingung durch. Dadurch fliesst während der Hälfte der Zeit kein Strom. Am Ausgang des Gleichrichters steht also nur zur Hälfte der Zeit eine Spannung an (pulsierende Gleichspannung). Der Ladeelko und die Siebdrossel oder der Siebwiderstand und der folgende Siebelko glätten zwar diese Ungleichmässigkeit, aber es bleibt ein geringes Restbrummen von 50 Hz übrig. Wird dagegen eine Doppelgleichrichtung verwendet, wird jede Halbwelle der Wechselstromschwingung genutzt, es liegen pro Vollschwingung von 50 Hz ZWEI Halbwellen gleicher Polarität am Ladeelko. Das ergibt quasi 100 Hz. Bei 100 Hz hat aber die Siebkette (Ladeelko, Siebdrossel oder Siebwiderstand, Siebelko) eine höhere Wirkung. Das Ergebnis ist ein wesentlich weniger pulsierender Gleichstrom (Gleichspannung) mit einem deutlich geringeren Restbrummanteil.

107) Austausch von seltenen Germaniumdioden und Germaniumtransistoren

Germaniumhalbleiter werden immer schwerer beschaffbar. Können nun beleibige Typen gegeneinander getauscht werden? Nein. Auch bei Germaniumhalbleitern gibt es unterschiedliche Typen. So gibt es nieder-, mittel- und hochohmige Varianten. Unterschiedliche Ströme und Grenzfrequenzen sind auch zu beachten. Diodenvergleichslisten aus der damaligen Zeit helfen weiter. Leider gibt es in diesen Listen immer wieder mal Fehler, also Vorsicht.

Germaniumdioden (z.B. OA9, OA95, AA122, usw) sind sehr wärmeempfindlich. Die Lötkoblentemperatur sollte so gering wie möglich sein (heute in Zeiten der neuen bleifreien Lote ein Problem). Es ist UNBEDINGT erforderlich, dass mit einer kleinen Zange oder Pinzette die Hitze des Lötkolbes über den Anschlussdraht kommend, die empfindliche Diode erreicht und zerstört. Kurz und gezielt löten!

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108) Lötkolben, löten

In Rundfunkgeräten werden elektrische Verbindungen entweder verschraubt, verschweisst oder verlötet. Verlötungen schaffen schnell elektrisch und mechanisch sicherere temperaturbelastbare und niederohmige Verbindungen. In Zeiten der Röhrenradios reichten durchaus wuchtige Lötkolben mit ca. 100 Watt. Allerdings mussten auch hier Lötverbesserer eingesetzt werden. Später, mit Einführung der Halbleiter, insbesondere der Germaniumhalbleiter und später der hochohmigen Schaltkreise und Feldeffekttransistoren, mußte der Lötkolben und der Umgang mit den Bauteilen beim Löten "besser" werden.

Ein guter Lötkolben in der Radiowelt hat eine geringe Leistung um ca 20-30 Watt, ist in der Hitze regelbar (einstellbar), ist elektrisch geerdet und hat eine kleine verzundergeminderte austauschbare Spitze.

Als Lot darf nur "Lötzinn" mit integriertem säurefreien Lötverbesserer zum Einsatz kommen. Heutiges Lötzinn hat eine höhere Schmelztemperatur, alte Bauteile werden also temperaturmässig stärker belastet.

Beim eigentlichen Löten werden erst beide zu verbindende Metallteile vorverzinnt. Die eigentliche Lötung muss schnell und trotzdem ausreichend erhitzend vor sich gehen.Wenig, aber ausreichend, kurz und konsequent löten. Der Lötverbesserer in dem Lötzinn verdampft schnell und die Verlötung ist dann nicht mehr stabil und dauerhaft. Lötklumpen und Kleckse zeigen den Laien. Die Oberfläche der Lötstelle soll nach dem Löten glatt und "sauber" erscheinen. Löttropfen und Lötverbesserertropfen sind sofort aus dem Radio zu entfernen. Am Ende der Lötung dem Material verwacklungsfrei genügend Zeit zum Abkühlen geben.

Nach dem Löten ist die Lötspitze mittels Wasserschwämmchen sofort zu reinigen. Beginnt sich die Lötspitze aufzulösen (an einer unklaren Oberfläche zu erkennen) muss sie getauscht werden.

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109) Volksempfänger VE301W brummt

Diese Aufstellung geht von einem Netzbrummen oder unbestimmbaren Brummen aus, während das Gerät aber ansonsten funktioniert. Beachten Sie auch bitte, dass der VE301W ein gewisses leises Restbrummen ( 2-5 % der Zimmerlautstärke) schon immer hatte. Die Kapazitäten der Siebkette im Netzteil ist eben etwas knapp bemessen.

Wenn Sie ein Voltmeter haben, sollten Sie folgende Spannungen messen, um eine Übersicht zu gewinnen. Fliesst aus irgendeinem Grund zu viel Strom über das Netzteil, wird das Brummen auch lauter. Kein Sender eingestellt, Rückkopplung pfeift nicht, keine Antenne, keine Erde. Die Spannungen werden bei einem modernen Digi-Meter ca 10-15 % höher sein. Die Spannungen werden gegen E (Erde) gemessen.

  • Anode RES164 ca 190 Volt gegen Erde. Zu gering? Gittervorspannung zu gering? RGN354 verbraucht?
  • Schirmgitter RES164 ca 75 Volt. Zu gering? Gittervorspannung zu gering? RGN354 verbraucht? Schirmgitterwiderstand 100 k Ohm hochohmig? Schirmgitterkondensator 0,1 uF Feinschluss?
  • REN904 Anode ca. 60 Volt. Zu gering? RGN354 verbraucht? 50 K Ohm hochohmig? 60 cm oder 1 uF Feinschluss.
  • Gittervorspannungserzeugung. Über den 700 Ohm-Gitterspannungserzeuger sollen ca. 11 Volt abfallen. Ist diese Spannung deutlich geringer, muss das Gerät brummen! RGN354 verbraucht?

Es könnte sein, dass das Brummen gar kein Netzbrummen, sondern eine HF- oder NF-Einstrahlung ist. Solche Einstrahlungen sind zumeist in ihrem Ton strukturierter (schnarrender) als ein reiner 50 Hz-Ton. In Frage kommen elektrische Geräte in der Nähe des Radios (Fernseher, Computer, WLAN, drahtloses Telefon, FAX-Gerät und und und.

Kümmern wir uns zuerst um reines Netzbrummen:

Erster Schritt: Entbrummer. Ist der Entbrummer (100 Ohm) richtig eingestellt? Man kann diesen Trimmer auf Brumm-Minimum einstellen. Das gelingt aber nicht immer. Ausserdem wurde der Trimmer später aus Kostengründen durch Festwiderstände mit Anzapfung ersetzt. Mit einem Trimmer lässt sich das Brummen besser kompensieren.

In den meisten Fällen wird bei starkem 50 Hz - Netzbrummen einer der beiden (oder beide) Kondensatoren im Netzteil (Ladekondensator 2 uF und Siebkondensator 4 uF) Kapazitätsverlust haben. Achtung: Die original eingebauten Kondensatoren sind KEINE Elektrolytkondensatoren! Wie prüfe ich den Kapazitätsverlust? Ein Elektrolykondensator mit ca. 4-10 uF und ausreichender Spannungsfestigkeit von ca. 350 Volt wird mit richtiger Polarität testweise zusätzlich angeschlossen. Dabei gilt: Beim Ladekondensator 2 uF: Prüf-Kondensator parallel zum 2 uF, Minus an die korrespondierende Seite des 700 Ohm-Widerstandes, die Plus-Seite an die richtige Seite des 3000-Ohm-Siebwiderstandes. Beim Sieb-Kondensator 4 uF: Prüf-Kondensator parallel zum 2 uF, Minus an die korrespondierende Seite des 700 Ohm-Widerstandes, die Plus-Seite an die richtige Seite des 3000-Ohm-Siebwiderstandes. Ist das Brummen weg, werden die Prüfkondensatoren fest eingebaut.

Die Originalkondensatoren 2 uF und 4 uF sind wie schon erwähnt von Hause aus sehr knapp in ihrer Kapazität bemessen. Es schadet also nicht, wenn als Ersatz etwas höhere (aber nicht zu hohe Werte) verwendet werden. 5-10 uF sind ein guter Ersatzwert. Es kommt immer wieder mal vor, dass sonst das Restbrummen nicht wegzubekommen ist.

Ist das Brummen immer noch da?

Jede der Röhren kann das Brummen ebenfalls verursachen: Deshalb wird jetzt die Audionröher REN904 gezogen und das Gerät in Betrieb genommen. Ist das Brummen jetzt weg? Dann dürfte diese Röhre einen Fehler haben. Es könnte aber auch ein Fehler an der Kombination 2 MOhm und 100 cm vorliegen (falscher früherer Austausch oder Feinschluss des 100 cm Kondensators. Das Rückkopplungspfeifen muss sich sicher wegdrehen lassen. Schwingt die Audionstufe und / oder die Lautsprecherverstärkerstufe, kann ebenfalls ein Brummen hörbar werden.

Ist das Brummen noch da? REN904 wieder reinstecken, dafür die RES164 raus. Brummen noch da? Dann könnte ein Fremdeingriff oder eine unqualifizierte Änderung vorliegen. Ist das Brummen weg? Dan ergeben sich mehrere Möglichkeiten:

  • Röhre fehlerhaft.
  • NF-Trafo 1:4 könnte primär oder sekundär Windungsschluss haben oder sekundär hochohmig (auch Unterbrechung) geworden sein. Dann müsste aber auch die Lautstärke des Empfanges recht gering sein. Einen Windungsschluss (damit ist kein Wicklungsschluss gemeint) kann man ohmisch nicht messen. Dieser Fehler ist aber recht selten bei diesem Trafo. Bei Hochohmigkeit der Sekundärwicklung koppelt die Vorstufe quasi kapazitiv auf die Folgestufe, die Impedanzen stimmen nicht mehr, brummen kann auftreten. Auch auf die richtige Phasenlage der beiden Wicklungen des Transformators achten, könnte bei früheren Reparaturversuchen verbastelt worden sein (Hinweis von "Röhrenfreak" und "JHG" aus den Wumpus-Gollum-Forum).
  • Ist der Kern dieses NF-Trafos mechanisch und elektrisch mit dem Chassis verbunden?
  • Hat der Siebwiderstand des Netzteiles 3000 Ohm?
  • Hat der Gittervorspannungserzeuger 700 Ohm?

Ist das Brummen immer noch da?

Die Gleichrichterröhre RGN354 könnte defekt sein. Kein Ersatz? Testweise reicht auch eine moderne SI-Diode mit der entsprechenden Spannungsfestigkeit. Bitte nur mit einem 3 Watt 10 Ohm-Widerstand in Reihe testen, auf richtige Polarität achten. Der Strich der Diode muss zum Ladekondensator uF zeigen.

Brummen immer noch da?

Der Netztrafo könnte einen Feinwindungsschluss haben (selten). Er würde sich alsbald erwärmen und dann erhitzen.

Kommt das Brummen garnicht aus dem Lautsprecher? Wenn der Lautsprecher abgelötet wird, brummt es immer noch? Mechanisches Brummen des Netztrafos (garnicht so selten).

Gibt es schmierige Reinigungs- oder Kontaktverbesserungs-Mitteln am Chassis und den Röhrensockeln und Fassungen? Alter fettiger Staub? Weg damit.

Kümmern wir uns nun um HF-NF-Einstrahlungen (strukturiertes, schnarrendes Brummen:

Das Gerät mal ohne Antenne und Erde, Rückkopplung voll weg in einem anderen Zimmer, in einer anderen Wohnung betreiben.

Brummen immer noch da?

Hilft das Umdrehen des Netzsteckers?

Gibt es schmierige Reinigungs- oder Kontaktverbesserungs-Mitteln am Chassis und den Röhrensockeln und Fassungen? Alter fettiger Staub? Weg damit.

Geht das Brummen ohne Antenne und / oder Erde weg, könnte u.U. eine Schaltungsergänzung helfen: Parallel zum Siebkondensator 4 uF einen 5 nF Kondensator und / oder parallel zur Diodenstrecke der RGN354 mit guter Spannungsfestigkeit (ca.400 Volt) legen.

Sonstige Fehlermöglichkeiten:

Jetzt wird es langsam schwierig. Ist wirklich kein Fremdeingriff oder eine sonstige Verschlimmbesserung vorgenommen worden (gar nicht selten)? Sie glauben es nicht, was so in 75 Jahren alles an einem VE301W so alles gemacht wurde. Auch die nachträgliche Installation eines Schukosteckers MIT angeschlossener Schukoleitung zum Chassis wäre eine solche Verschlimmbesserung. Genauso der nachträgliche Einbau einer Netzantenne. Auch der Einbau eines Tonabnehmeranschlusses kann Brummen erzeugen. Erdanschlüsse liefern gern Zusatzbrummen. Langdrahtantennen lieben Störfelder, die sie dann direkt zum Empfängereingang liefern.

Sind wirklich alle Bauteile noch vorhanden? Gern verschwindet mal der 60 cm Kondensator an der Anode der REN904 nach Erde. Weitere Abknippskandidaten sind der 150 cm Kondensator parallel zur Sekundärwicklung des NF-Trafos oder der dicht dabei liegende 0.1 uF an der "kalten Seite" dieses Trafos.

Brummen endlich weg? Fein. Wenn nicht: Es gibt auch noch andere "verrückte" Fehler, die man aber vernünftigerweise in einer Handlungsanleitung wie dieser hier nicht alle aufführen kann.


(Photo von Roehrenfreak, Jürgen aus dem WGF)

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110) Audion / Einkreiser / Mehrkreiser / Neutrodyne / Geradeausempfänger / Rückkopplung / Anodengleichrichtung


Geradeausempfänger, Einkreiser, Audion, 0-V-1

In der Frühzeit der Radiotechnik war der Audioneinkreiser das Mittel der Wahl um einen Empfänger zu realisieren. Im Gegensatz zum erst später verwendeten Super (Superhetempfänger) kam hier nur ein Schwingkreis zum Einsatz, der dem Empfänger auf die Senderfrequenz abstimmte. Die Selektion war dadurch begrenzt. Starke Nachbarkanal-Ortssender konnten "durchschlagen" Man versuchte das mit dem Einsatz von zusätzlichen Sperrkreisen zu begrenzen. Der Volksempfänger VE301W zum Beispiel hatte neben dem eigentlichen Schwingkreis noch eine (für jeden Wellenbereich eine Antennenkoppelspule und über den 200 pF kommende Rückkopplungsspule.

Die Audionschaltung (in unserem Beispiel bei der REN904) vereinigte mehrere Funktionen. Zum einen verstärkte sie das Hochfrequenzsignal bei gleichzeitiger Gleichrichtung (Demodulation) an der Gitter-Kathodenstrecke und ebenfalls gleichzeitiger Niederfrequenzverstärkung. Der Arbeitspunkt lag ohne HF-Signal bei C, also am oberen Sättigungspunkt der Röhrenkennlinie.Die Audiongleichrichtung erfolgte mit Hilfe des Koppelkondensators 100 pF und dem Gitterableitwiderstand 2 M Ohm und der Gitter-Kathodensztrecke der Röhre REN904. Bei Empfang eines Senders bildet sich zwar eine negative Vorspannung am Steuergitter aus, aber die Gleichrichterwirkung bleibt erhalten. Mit einer Röhre konnte ein kompletter Empfänger (Ohne Netzgleichrichterröhre betrachtet) aufgebaut werden. Im Falle des VE301W wurde das gleichgerichtete und verstärkte Niederfrequenzsignal (NF) noch einer Extra-Lautsprecherverstärkerstufe zugeführt. Dem Vorteil des Audions (hohe Empfangsempfindlichkeit gegenüber einer reinen Anodengleichrichtung, leichte Rückkopplungsrealisierung, gleichzeitige HF- und NF-Verstärkung) steht als Nachteil die leichte Übersteuerbarkeit der Röhrenkennlinie bei starken Signalen und die nicht einfach realisierbare Schwundregelungsmöglichkeit (siehe Körting Novum) gegenüber. Das veranlasste die Industrie um 1930 (siehe z.B. Mende 100W) umschaltbare Audion / Kraftaudion-Konstruktionen anzubieten.

An der Anode der Röhre entsteht eine verstärkte gleichgerichtete NF-Spannung und eine trotz Gleichrichtung verstärkte HF-Spannung aus. Die HF-Komponente kann bei Rückkopplungsempfängern in der richtigen Phasenlage in den Eingangskreis rückgekoppelt werden. Die Eingangsempfindlichkeit wird dadurch deutlich angehoben, der Empfänger kann nun auch weiter entfernte Sender empfangen. Wird die Rückkopplung zu stark gemacht, beginnt die Stufe zu "schwingen", sie wird zu einem Sender. Das zeigt sich durch ein starkes Pfeifen. Es wird auch in der Umgebung bei anderen Empfängern als Störung hörbar. Ein weiterer positiver Nebeneffekt bei Rückkopplungsempfängern ist die verbesserte Selektion, insbesondere bei Einstellung derselben kurz vor Schwingungseinsatz. Der Empfänger kann dann starke Nachbarstationen besser unterdrücken. Der kleine Kondensator 60 pF von den Anode nach Masse soll dem NF-Signalweg dem restliche HF-Anteil entziehen. Er könnte insbesondere bei weiteren NF-Stufen dort Störungen hervorrufen. Die Rückkopplungsfeineinstellung konnte über eine schwengbare Spule, einen Drehkondensator oder bei Schirmgittergeräten über die Änderung der Schirmgitterspannung vorgenommen werden.

Es gab auch Empfänger, die nur als Audion ohne Rückkopplung arbeiteten. Sogar, nach Einführung der Superhetempfänger, gab es noch für die Gleichrichtung der Zwischenfrequenz Audion-Stufen. Auch reine Anodengleichrichter kamen (im geringen Maße) zum Einsatz, dabei wurde die (vielleicht sogar verstärke) HF an einer Röhren- oder Kristalldiodenstrecke gleichgerichtet und einem NF-Verstärker zugeführt. Der Vorteil (aber auch der Nachteil) dieser Schaltung ist weiter oben des Themenpunktes 110 beschrieben.

Es hatte sich damals eine Bezeichungssystematik für diese Geradeausempfänger herausgebildet. Beispiele:

  • 0 - V - 1: Keine Vorstufe, Gleichricherstufe, eine NF-Stufe
  • 1 - V - 1: Eine HF-Vorstufe, Gleichrichterstufe, eine NF-Stufe
  • 2 - V - 2: Zwei HF-Vorstufen, Gleichrichterstufe, zwei NF-Stufen

Alle Empfänger ohne Mischstufe wurden als Geradeausempfänger bezeichnet. Zur Steigerung der HF-Verstärkung und der Selektion wurden auch Geradeausempfänger mit mehr als einer HF-Stufe gebaut, die Mehrkreiser. Schwierig war hier die Erreichung des Gleichlaufes der abgestimmten Empfangskreise. Es gab Geräte, wo man jeden Kreis eigenständig (und für Laien kompliziert) abstimmen musste. Bessere Geräte koppelten die Schwingkreisdrehkondensatoren auf eine Abstimmachse, allerdings gab es dann oft Abgleicheinrichtungen , um diesesen Gleichlauf sicherzustellen. Als Beispiel sei der Mende 100W genannt (Bei diesem Zweikreiser diente der rechte Drehknopf an der Frontseite zur Abstimmung beider Kreise, der linke Drehknopf konnte zur Erzielung des Gleichlaufes verstellt werden. Diese Gleichlaufeinstellung war erforderlich, die die einzelnen Kreise durch unterschiedliche kapazitive Belastungen beim gemeinsamen Verstellen des Drehkondensators auf unterschiedlichen Frequenzen in Resonanz waren. Geradeausempfänger mit hoher Stufenverstärkung konnten bei vernünftigen Aufwand nur als Neutrodyne-Empfänger realisiert werden.

Typische Fehler in Audionstufen: Röhre, Koppelkondensator, Gitterableitwiderstand defekt

Typische Fehler in Rückkopplungseinkreisern: Röhre, Spulen, Schalter, Röhrenkontakte, falsche Betriebsspannungen.

 

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111) Drehkondensatoren.

Drehkondensatoren dienen der Frequenzabstimmung oder der Antennenankopplung oder der Rückkopplungsstärke oder sonstiger Frequenzeinstellungen (z.B. bei Sperrkreisen). Es gibt Ausführungsformen, wo die Isolierschicht zwischen den Stator- und Rotorplatten aus Luft besteht (Luftdrekondensatoren) und Typen, wo diese Isolierung aus verschiedenem Vollmaterial besteht. Diese zumeist kompakten Typen werden auch "Quetscher" genannt. Die allgemeine Kurzbezeichnung für Drehkondensatoren ist Drehko. Drehkos werden oft zu Paketen (Mehrfachdrehkos) zusammengefasst.

Bei den Drehkos ist die gute Kontaktgabe des drehbaren Teils (Rotor) besonders wichtig. Diese Kontaktweiterleitung kann über einen flexiblen kurzen Draht vom Rotor zum Chassis (Masse, Erde) des Drehkos sichergestellt werden oder über eine Kontaktschleifstrecke. Diese Kontakte können bei alten Drehkos viele Probleme machen. Beim Drehen werden starke Kratzgeräusche im Radio hörbar, der Empfang kann sogar aussetzen. Hier ist eine Reinigung mit z.B. Kontakt 60 notwendig. Notfalls muss sogar vorsichtig der mechanísche Federspannung der Kontaktzungen nachjustiert werden, was aber leider oft eine Demontage des Drehkos erfordert.

Leider können die Kratzgeräusche beim Drehen eines Quetscher auftreten. Eine Abhilfe ist hier kaum möglich. Die Drehlager können verharzen und der Drehko ist u.U. nicht mehr drehbar. In diesen Fällen muss das alte verharzte Fett oder Öl entfernt werden und vorsichtig neu geölt oder gefettet werden. Auch in diesem Fall ist gegebenenfalls eine Demontage nötig. Man kann natürlich ersteinmal versuchen mit einem Tropfen Öl die Verharzung aufzulösen. das dauert etwas. In vielen Fällen bleibt der Drehko dann auf Dauer beweglich. Das klappt aber nicht immer. Wie verbogenen Drehkoplatten justiert werden können, können Sie hier nachlesen.

Lagern Sie nicht eingebaute Drehkondensatoren immer so, dass der der Rotor eingedreht ist. So wird ein Verbiegen verhindert. Das sollten Sie auch bei Reparaturen machen, wenn Sie das Chassis eines Radios aus- und einbauen! (Vielen Dank für diesen Tipp an meinen alten Ausbildungsmeister, Herrn Lipowski. Ein wirklich "goldener" Tipp).

Muss ein Drehko demontiert werden oder muss das Skalenseilrad angenommen werden, notieren Sie sich die genaue Lage des Rades in Bezug zur Drehkoachse.

Bei Radioselbstbauten achten Sie darauf, dass der Rotor - wenn das schaltungsmässig möglich ist - immer an Masse liegt.

Auch können Drehkoachsen verharzen. Die Gleitöle oder Fette trocknen aus und so kann das Drehlager um die Drehknopfachse festgehen. Das kann vorsichtig mit einem Fettlöser oder auch mit Kriechöl in kleinen Dosen (auch wiederholt) wieder beweglich gemacht werden. Es sollten dann möglichst viel von dem alten Fett / Öl abgetragen werden und neu geölt / gefettet werden. Bei Quetschern können die Metallpakete aufquellen (Rosteffekte) und die Platten zwischen den Isolierschichten verkeilen. In einigen Fällen hilft auch hier Kriechöl . Das ist aber mit gewissen Risiko verbunden, aber mehr als endgültiger Verlust droht nicht. Weitere Details.

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112) Wackelkontakte, Aussetzfehler.

Es gibt verschiede typische Kontaktprobleme in Radios. Aussetzfehler sind im Grunde auch Kontaktprobleme:

  • Umschaltkontakte: Kontaktdrehschalter, Schiebeschalter, Tastensätze neigen aufgrund von Oberflächenoxydationen und nachlassender Kontaktfederspannung zu Aussetzern. Kontakt-Spray kann, muss aber nicht helfen.
  • Steckkontakte. Antennen-, Erd-, Lautsprecher-, Plattenspieler-, Tonbandgerätebuchsen und Stecker können Oxydationsprobleme oder Kontaktfederprobleme oder Löt- oder Schraubverbindungsprobleme bekommen. Kontakt-Spray kann, muss aber nicht helfen.
  • Röhrenfassungen, Röhre. Kontakt-Spray kann, muss aber nicht helfen.
  • Transistorfassungen. Kontakt-Spray kann, muss aber nicht helfen.
  • Echte Aussetzfehler. Hier sind elektrische Unterbrechungen von Leitungen oder an Bauteilen oder in Bauteilen gemeint. Kontaktspray hilft nicht.

Aussetzer an regulären Kontaktstellen können durch reinigen, justieren und nachfolgender Konservierung behandelt werden.

Echte Aussetzter müssen durch einsetzen neuer Leitungen, nachlöten von Lötstellen oder der Reparatur oder Austausch von Bauteilen beseitigt werden.

Ausstetzfehler sind u.U. schwer ermittelbar. In diesem Kompendium wird an mehrrern Stellen darauf eingegangen werden.

Stichworte: Ausgetrocknete Lötstellen , Wo finde ich die Stelle des Aussetzfehlers , Wie sprühe ich Kontakt 60? , Alte Sicherungen und Sicherungshalter

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113) Aussetzfehler bei Röhren.

Röhren können Aussetzfehler verursachen. Zum einen können die Kontakte der Röhre Probleme bereiten, auch Schraubanschlüsse. Bei einigen Röhren gibt es zusätzliche Schraub- und Steckanschlüsse, die auch Aussetzfehler verusachen. Auch Abschirmungen gehören zu diesem Thema.

Zum anderen gibt es interne Aussetzer oder Wackelkontakte. Hier ist in der Regel nichts zu reparieren.

Kann man einen vermuteten Aussetzfehler durch Klopfen hervorrufen? Ja, aber das muss ganz VORSICHTIG erfolgen. Dieses beklopfen sollte eigentlich eine Art streicheln sein. Ein kleiner Madenzieher kann schon zu brutal sein. Ein kleiner Bleistift zwischen Zeigefinger und Daumen, das ist schon die schärfste "Waffe". Zartes Beklopfen des Glaskolbens bringt bei erwärmten Röhren schnell Aussetzfehler oder Krachen oder Prassen oder Rauschen hervor.

 

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114) Was Sie auf keinen Fall machen sollten:

  • Als Nichtfachmann ein Radio öffnen und sogar unter Strom betreiben, ohne vorher diese Sicherheitsbestimmungen gelesen zu haben.
  • Ein Gerät, das Jahrzehnte nicht in Betrieb war, ungeprüft einzuschalten ! (Vorher Sichtprüfung, ob alle Teile vorhanden und fehlerfrei sind, einschließlich der Netzkabel. Ist die richtige Betriebsspannung eingestellt? Ist das Gerät vielleicht ein Gleichstrom-Radio? Dann keinesfalls am heutigen Wechselstom-Netzt betreiben ! Elektrolytkondensatoren auf Kapazität prüfen, am besten vorher formieren.)
  • Ein Gerät unbeobachtet laufen lassen, insbesondere, wenn es zuvor jahrelang nicht in Gebrauch war.
  • Abgerissene Drähte IRGENDWO festmachen oder anlöten.
  • Ein Radio mit Wasser und Reinigungsmitteln "reinigen". (Wasser in Mengen hat im Radio (auch aussen am Gehäuse) NICHTS zu suchen. Ein Radiochassis hat nichts in einer wassergefüllten Badewanne zu suchen. In Ausnahmefällen können feuchte Tücher genutzt werden, wenn die Restfeuchtigkeit sofort wieder entfernt wird.)
  • Skalenseile ölen oder fetten oder "schmieren".
  • Skalenscheiben auf der beschrifteten Seite mit irgendwelchen Flüssigkeiten oder Sprühreinigern behandeln.
  • Irgendwelche Metall- oder Plastikteile ölen oder fetten.
  • Das Chassis mit Sprühöl einspritzen.
  • Ein Radio während der Reparaur auf den Kopf drehen.
  • "Überflüssige" Bodenabdeckungen nach der Reparatur nicht mehr wieder montieren. (Viele dieser Abdeckungen haben die Aufgabe, Störstrahlung vom Gerät zu verringern und oder Brummeinstrahlungen in das Gerät zu reduzieren.)
  • Abschirmkappen von Röhren, ZF-Filtern, UKW-Teilen, usw. nach der Reparatur wegzulassen.
  • Ohne genaue Sachkenntnis die ZF-Filter-Kerne oder HF-Teilkerne verdrehen ("festziehen") . Details dazu.
  • Die Lautsprecherbespannung feucht reinigen. (Teppichreiniger nur im Ausnahemfall anwenden.)
  • Keine grösseren Mengen Waschbenzin, Spiritus, Feuerzeugbenzin usw. in geschlossenen Räumen verwenden.
  • Holzgehäuse mit Fenstersprühreinigern behandeln.
  • Abgeschirmte Leitungen bei einer Reparatur durch unabgeschirmte Leitungen ersetzen.
  • Schabende Haushaltsreinigungsschwämme am Gehäusen einsetzen.
  • Am Gerät ohne genaue Sachkenntnis herummessen. Details dazu.
  • Mit dem Schraubenzieher irgendwie im Gerät herumstochern.
  • Vermeintliche Schrauben im Radio fest anziehen.
  • In Verbindung mit einem Radio einen Hammer in die Hand nehmen.
  • Elektrische Kontakte mit irgendeinem Haushaltsreinigern "verbessern" oder fetten oder ölen.
  • Elektrische Kontakte mit Standardölen wie Waffenöl behandeln.
  • Röhren die nicht vom Typ identisch sind, untereinander tauschen.
  • Sicherungen überbrücken oder mit höheren Werten ersetzen.
  • Mit Hartlötern und Hartlot und Lötern mit offener Flämme an Lötverbindungen arbeiten.
  • Ersatzheizwiderstände beim teilweisen Ersatz mit dem alten Widerstand verlöten. (Diese Widerstände können so heiss werden, dass sie sich selbst auslöten ! Nur schrauben, schweissen oder hartlöten.)
  • Hitzeableitbleche oder sonstiges Hitzeableitmaterial bei der Reparatur weglassen.
  • Madenschrauben mit Gewalt festziehen oder lösen.
  • Zur Aufspürung von Termofehlern ein Gerät absichtlich abdecken, damit es "richtig warm" wird. (Ein ablenkendes Telefongespräch und schon ist der Wohnungsbrand da.)
  • Abgerissene Drähte mit Klebstoff ankleben.
  • Geräte mit zerbröselter Netzschnur ans Stromnetz anschliessen.
  • Geräte ohne Netzstecker nur mit dem Kabel irgendwie in die Steckdose fummeln oder mit Bananensteckern einen Steckerersatz herstellen.
  • Die fehlende Netzschnur mit Klingeldraht ersetzen.
  • Batteriefächer mit Resten von ausgelaufener Batterieflüssigkeit ungereinigt weiterverwenden.
  • Radios mit ausgeprägten Staubschichten oder Staubfettschichten im Gerät ungereinigt in Betrieb nehmen.
  • Holzgehäuse mit Autoreinigern und / oder Autopolitur behandeln.
  • Urdoxwiderstände mit gebrochenen Gläsern mit den Händen berühren. GEFAHR !
  • Reinigungsarbeiten mit Aceton durchführen.
  • Ausgebaute Schrauben und Kleinteile während der Reparatur IRGENDWO weglegen. (Im Zweifel gehen sie verloren.)
  • Demontage von Baugruppen die mit verschiedenen Leitungen zu Chassis verbunden sind, ohne Leitungsskizze. (Später weiss man nicht mehr, was wo hin gehört.)
  • Heisse Röhren mit Wasser oder Reinigungssray anspritzen.

Sowas macht doch Keiner? DOCH, SOWAS KOMMT VOR !

Der Katalog ist nicht abschliessend und wird von Fall zu Fall ergänzt. Er kann Sie aber schon jetzt vor dem schlimmsten Fehlern bewahren.

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115) Drehbare Teile sitzen fest (Potis, Drehkos, Drehschalter, Sender-Abstimmungen, Tastensätze, usw)

Neben den schon an anderen Stellen des WK angesprochenen Punkten hier eine Zusammenfassung:

Potentiometer (Lautstärke, Klang, usw), Drehkondensatoren (Luftdrehkos, Quetscher), Drehschalter (Klangblenden, Wellenschalter), Tastensätze (Bandumschaltungen, Klangregister, usw) können "festgehen". Das heisst, man kann die beweglichen Teile nicht mehr bedienen.

Ursachen:
Hauptsächlich ist das Festgehen auf Verharzung und Austrocknung der damals verwendeten Fette und Öle zurückzuführen. Aber auch unsachgemässe Reparaturen können zur Austrocknung beigetragen haben (Reinigungen mit Fettlösern ohne Nachölung oder Nachfettung, Nutzung von Kontaktspays an falscher Stelle).

Weitere Ursache kann eingedrungene ehemalige Feuchtigkeit sein. Das kann zu Rost oder anderen Oxydationen auf der Oberfläche der Lagerteile führen. Rost deht sich aus und verkeilt Lagergänge.

Es sind auch "richtige" mechanische Fehler möglich, wie z.B. Bruch oder Verbiegung von steuernden mechanischen Teilen des Bauteils, Federn können gebrochen sein.

Abhilfe:

  • Verharzungen: Keine Gewalt anwenden. Kann ein Bauteil ohne grosse Probleme ausgebaut werden, ist das zu empfehlen.

    Ausbau, Erhitzung: Das Bauteil (Luft-Drehkos, Potis, Drehschalter) kann dann zum Beispiel unter strenger Temperturkontrolle im Backofen 30 Minuten auf 50-70 Grad erhitzt werden. Verharzungen lösen sich so fast immer. * Es muss nun sofort mit einem Kriechöl an die jetzt zugänglichen Lager gegangen werden. Drehen und sprühen. Können die Lagerteile separiert werden mit Fettlösern arbeiten, dann sofort ölen oder fetten. Nicht immer kann man erkennen, ob der Hersteller gefettet oder geölt hat, deshalb ein generalisierender Hinweis: Drehachsen wurden zumeist geölt, Schiebeteile zumeist gefettet.

    Ohne Ausbau, ohne Erhitzung: Ist ein Ausbau und / oder einer Erhitzung nicht möglich, ist bei * zu beginnen. In diesem Fall ist das Kriechöl verwenden. Eine stattdessen Behandlung mit Fettlöser wird nicht empfohlen, Fettlöser kann erst nach der erneuten Beweglichkeit angewendet werden. es besteht aber die Gefahr, dass mit beginnender Entfettung das Lager wieder festgeht.

    Bei Vorhandensein eines Ultraschall-Bad-Reinigers kann ein ausgebauter Luftdrehkondensator auch in diesem Bad gut von Fett und Öl befreit werden. Auch hier ist eine nachträgliche Neu-Fettung/ölung notwendig. Reinigungsflüssigkeiten sollten das Material nicht angreifen können.
    Drehko vor Ultraschall-Reinigung
    Drehkondensator vor der Ultraschall-Reinigung.
    (Photo von Bernhard, DL77RR , Wumpus-Gollum-Forum)
    Drehko nach Ultraschall-Reinigung
    Drehkondesator nach der Ultraschall-Reinigung.
    (Photo von Bernhard, DL77RR , Wumpus-Gollum-Forum)

     
  • Rost: In Grenzen kann Rost auch mit Kriechöl gelöst und rausgeschwemmt werden, wenn sorgfältig gearbeitet wird. Das Kriechöl und die Rostrückstände dürfen nicht an flasche Stellen gelangen. Besser ist auch hier ein Ausbau des Bauteiles, wie bei Verharzungen beschrieben. Der Rost muss komplett weg. Das Problem ist, dass die Glattheit der Oberflächen dauerhaft geschädigt ist. In sehr engen Grenzen kann man versuchen eine Oberflächenbehandlung mit Feinstschleifpapier und / oder Schleif-Poliermittel vorzunehmen.

    Sonderfall Quetscher: Neben dem Verharzen der Achsenlager ist eine weitere Störmöglichkeit zu beachten. Zwischen den Isolierfolien und den Stator / Rotor - Metallplatten kann sich Oxydation, Staub, Schmiere (bei voriger Fehlbehandlung), usw. festsetzen. Hier keinesfalls mit Gewalt rangehen. Ein Versuch mit Druckluft zwischen die Platten kann nicht schaden. Eine zerstörungsfreie Demontage ist fast nie möglich. Ich habe mehrfach erfolgreich Kriechöl eingesprüht, mehr als eine endgültige Zerstörung des Quetschers kann ja nicht passieren - anschliessend wurde mit Kontakt WL entfettet.

  • Gebrochene Teile, Federn: Kann ein Problem werden. Federn sind aber eigentlich immer ersetzbar. Gebrochene Teile reparieren oder zu ersetzen ist schon schwieriger. Es gibt hier diverse Möglichkeiten und Handlungsmöglichkeit. eine Beschreibung würde hier den Rahmen sprengen.

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116) Tonabnehmer für Plattenspieler
Die Plattenspieler (im Gegensatz zu Grammophonen, die den Schall rein akkustisch von der Platte über die Nadel und die Resonanzdose abnahmen und dann mechanisch über ein Trichter "verstärkten") wandelten im Tonabnehmer das mechanische Signal im Tonabnehmer in ein elektrisches Signal um, dass dann dem NF-Verstärker eines Radios in Stellung TA (Tonabnehmer) zugeführt wurde. Als Tonabnehmer kamen eletromechanische Abnehmer und Kristallabnehmer in Frage. Letztere waren preiswerter, hatten aber klangliche Nachteile. Die Nadeln wurden durch Saphire und (teuere, aber länger haltene) Diamant - Spitzen ersetzt. Hierbei wurde unterschieden zwischen N (Normal) - Nadeln die für die alten 78 Schellackplatten und deren Rillenprofil optimiert waren und M ( Mikro) für die neueren Vinyl-Platten (33, 45, 16 Umdrehungen pro Minute). Wurde eine Vinylplatte mit N abgespielt, sprang die "Nadel" aus der Rille - weil das Profil des Schliffes nicht passte. Umgekehrt waren die M - "Nadeln" nicht für 78 er Platten gut geeignet.

Es haben sich in den Fünfziger Jahren umschaltbare Tonabnehmer mit N und M Saphir oder Diamant durchgesetzt. Gegen Ende der Fünfziger Jahre wurden die M-Nadeln für Stereotonabnehmer Standard. Der Tonabnehmer hatte dabei zwei Erregersysteme, die die beiden Toninformationen der Rille (an den Seiten der Rille im gegenseitigen 45 Grad-Winkel geschrieben) vom gemeinsamen Saphir erhielten.

Weitere Informationen zum Thema Plattenspieler hier.


Philips Kristalltonabnehmersytem (Stereo)


Philips Kristalltonabnehmersytem (Stereo), ohne Saphir.


Philips Kristalltonabnehmersytem (Stereo), mit Mono-Steckadapter


Telefunken Kristalltonabnehmer mit eingesetztem Sahpir (N und M)

Vielen Dank für die Photos an Klaus aus dem Wumpus-Gollum-Forum

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117) Urdox-Widerstände (Urdoxwiderstand) (Heissleiter, Heißleiter) (NTC), Eisenwasserstoffwiderstand zur Stromregelung.
Urdox-Widerstände
(in Glasrohre gebettet - ähnlich wie Radioröhren) wurden in Allstrom- und Gleichstromgeräten mit Serienheizkreisen zur Kompensation des Einschaltstromstosses eingesetzt. Die Heizfäden in Radioröhren haben im kalten Zustand einen geringeren Widerstand (Ohmwert) als im glühenden Zustand. Das konnte Auf die Dauer zu einer Überlastung dieser Fäden beim Einschalten führen. Schneller Röhrenverschleiss wäre die Folge. Der Urdox-Widerstand hatte im kalten Zustand einen hohen Ohmwert, der sich bei Erwärmung deutlich reduzierte.

Neben den "echten" Urdoxwiderständen (immer durch Glaskolben geschützt) gibt es noch Heissleiter, die auf Nicht-Uran-Basis beruhen. Die sind ohne Glaskolben angeboten worden und aus Sicht der folgenden Warnung harmlos. Das ist aber nur eine Einschätzung von mir, da mir derzeit die genaue Zusammensetzung der unechten Urdoxwiderstände nicht bekannt ist (2.12.2008). Diese Substitute wurden einfach (zumeist) am Heizvorwiderstand angschraubt oder angehartlötet oder angeschweisst. Optisch haben sie in etwa das gleiche Aussehen wie echte Urdoxe , aber ohne Glas.


Warnhinweis:

URDOX (Urandioxyd . Urandioxid) ist radioaktiv.
Insbesondere im Alpha-Strahlungsbereich ! Deshalb sollte der direkte Umgang mit Vorsicht geschehen. Vor direktem Alpha- und Betastrahlungskontakt schützt in gewissen Grenzen der umhüllende Glaskolben. Brennstäbe aus Urandioxid werden in Kernkraftwerken verwendet, allerdings im angereicherten Zustand!

Ist der Glaskolben allerdings beschädigt, ist höchste Vorsicht geboten:

  • Durch plötzliche Sauerstoffzufuhr ist zumindest die Gefahr der Selbstentzündung des Urandioxids nicht auszuschliessen!
  • Nunmehr kann durch Handkontakt oder Einatmen von Verbrennungsgasen (bei Selbstentzündung) oder auch nur durch sonstige Ausgasung radioaktives GIFTIGES Material in den Körper gelangen.
  • Urdoxe mit defekten Glaskolben sind gefährlicher Sondermüll ! Raus aus der Wohnung und an entsprechender Stelle ordnungsgemäss unter grossem Eigenschutz entsorgen. Hierbei sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten.

Der Sammler alter Radios muss für sich selbst entscheiden, wie er mit Radios mit echten intakten glasumhüllten Urdoxwiderständen umgeht. Jedes technische Bauteil kann defekt gehen. Es kann also auch nach über 50 Jahren Betrieb oder Lagerung auch von sich aus das Glas kaputt gehen. Es kann im Betriebszustand oder während einer Reparatur ein Schluss (der zu einem Überstrom durch den Urdox führt) im Heizkreis auftreten, der u.u. zum Platzen des Glases führt. Es reicht bei einer Reparatur auch ein versehentlicher Schlag mit dem Schraubendreher. Runterfallen des Gerätes odes des Urdox, alles ist möglich. Abenteuerlustige Kinder im Haushalt sind gut, aber hier vielleicht eine zusätzliche Gefahr.

Aus heutiger Sicht sollte zumindest überlegt werden, ob man die echten Urdoxe nicht generell durch Ersatzwiderstände ersetzt, soweit das möglich ist. Das alles müssen Sie selbst entscheiden und entsprechend handeln oder aber eben auch nicht.

Überlegen Sie sich, ob Sie überhaupt Radios mit Urdox-Widerständen in Wohnräumen lagern wollen. Das gilt sinngemaäß auch für Asbest im Radio.


Eisenwasserstoffwiderstände: Einige Geräte nutzten bei Serienheizkreisen zusätzlich Eisenwasserstoffwiderstände (auch als Bauteilekombination Urdox und EW in einer Glasumwandung), mit denen z.B. Änderungen der Netzspannung (und damit verbunden, ein möglicher Anstieg des Heizstromes) in gewissen Grenzen ausgeglichen werden konnte. Im leicht glimmenden Zustand wirkten sie stromregelnd. Oft wurden diese EW-Widerstände auch mit Urdoxwiderständen und / oder mit Vorwiderständen kombiniert. Der Aufbau war glühbirnenähnlich, in einem wasserstoffgefüllten Glaszylinder war der Eisendraht aufgespannt. Im Betriebszustand glimmte der Eisenfaden leicht im stark erwärmten Zustand vor sich hin.

Heute werden diese EW-Widerstände immer schwerer beschaffbar. Als KOMPROMISS können sie deshalb auch durch einen [b]ausreichend belastbaren[/b] Widerstand ersetzt werden. Hierbei müsste in Anlehnung an einen Kompromiss ein Widerstandwert gewählt werden, der im erhitzten Zustand des Heizkreises den Röhrenstrom auf den Sollwert begrenzt. Also bei einem U-Röhrenkreis nicht mehr als 100 mA. Das Problem ist jetzt auch nicht mehr so gross, da die Ortsspannungen in der Regel ganz gut eingehalten werden. Die Belastbarkeit kann man GROB so rechnen: Abfallende Spannung über den Widerstand im Betriebszustand (heissen Röhren) x Strom durch den Kreis. Grob gerechnetes Beispiel: es fallen 30 Volt ab in einem U-Röhrenheizkreis , also 30 Volt x 0,1 Ampere = 3 Watt. Mit Reserve würde ich einen 6 Watt Widerstand nehmen, am besten einen Drahtwiderstand.

Urdox und Eisenwasserstoffwiderstand

Ergänzung von Wolle aus dem WGF:
Der Eisenwasserstoffwiderstand stellt zunächst einen Kaltleiter dar, verhält sich im Einschaltmoment also äquivalent einer ungeheizten Röhre. Erst nach dem Erreichen einer entsprechenden Temperatur des Eisenfadens in einer Wasserstoffatmosphäre steigt der Widerstand an. Dieses Verhalten ist aber eine zusätzliche Belastung der Heizfäden in einem Serienheizkreis. Insbesondere die Lämpchen der Skalenbeleuchtung nehmen dieses Verhalten übel. Aus diesem Grund wurde das Kombinationsbauelement EW/ Urdox entwickelt. Der Urdox- Widerstand bewirkt einen sanften Anlauf der Heizung und trägt damit zur Schonung der Fäden im Serienkreis bei. Ansonsten wäre nur der rein ohmsche Widerstand in der Heizschaltung begrenzend wirksam. Eisen- Wasserstoff- Widerstände verändern bei Einwirkung magnetischer Felder ihre Eigenschaften. Aus diesem Grund werden sie oft mit einer innen gerippten magnetischen Abschirmung versehen. Die Rippen sorgen dabei für eine gute Wärmeabfuhr. Leider hat bei vielen Geräten im Lauf ihres Lebens irgendwer diese Abschirmung "eingespart". Mit der Entwicklung neuer NTC- Widerstände hat man nach 1945 auf dieses Bauelement verzichtet und nur eine Begrenzung des Einschaltstromes der Heizfäden eingebaut. Eine zusätzliche Überbrückung der Skalenlampen mit einem NTK- Widerstand sicherte die Gerätefunktion auch nach dem Ausfall einer Skalenlampe. Durch die Einstellung der Fertigung von EW- Widerständen war man zum Ersatz durch einen entsprechend belastbaren ohmschen Widerstand gezwungen


Photo von Wolle aus dem WGF


Photo von Wolle aus dem WGF


Heissleiter auf Nicht-Uran-Basis.
Nicht im Glaskolben.
Aus Schaub Libelle 54. Wird dort (wie die Skalenlampe) als 18 Volt / 0,1 A bezeichnet.

Insgesamt geht ein Dank für Informationen und Diskussionen im WGF an:
kroepel, MB-Radio, roehrenfreak, Wolle und andere.

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118) Röhren-Sytematik (In Bearbeitung)
Es gibt eine riesige Menge von Röhrentypen. Die Röhren wurden jeweils speziell für einen Anwendungsfall entwickelt. Per Fakt haben sich aber auch einige Röhren zur universellen Anwendung geeignet, die unfreiwillig dazu geworden als Beispiel die RV12P2000. Grob gesagt unterscheiden sich Röhren durch ihren Anwendungsfall. Im Radio sind das die direkt geheizten und indirekt geheizten Röhren. Es gibt spezielle Röhren für HF-Verstärker, Mischstufen, HF-Gleichrichtung, NF-Verstärker, NF-Leistungsverstärker, Netzgleichrichter, Abstimmanzeigen. Auch Kombinationen (z.B. EABC80) sind im grossen Masse eingesetzt worden.

Im Laufe der Jahre haben sich diverse System-Reihen herausgebildet. Im Grunde wurden die Röhrenserien aufgrund ihrer Heizspannung oder ihres Heizstromes zusammengefasst. In den meisten Fällen kann die Funktion einer Röhre recht genau an Hand ihrer Typenbezeichnung zugeordnet werden. Schwerer ist das schon bei den amerikanischen Serien.

Beispiele:
Vorsicht! Es gibt Abweichungen von den in den Tabellen gezeigten Unterscheidungen!
Am besten, immer noch mal sicherheitshalber in einem Röhrendatenbuch nachsehen!

Unterscheidung nach Heizspannung:
1. Buchstabe
Bedeutung
A
4 Volt
D
1,4 Volt
E
6,3 Volt
F
13 Volt
K
2 Volt
Ergänzt durch Wolle aus dem WGF

 

Unterscheidung nach Heizstrom:
1. Buchstabe
Bedeutung
B
0,18 Ampere
C
0,2 Ampere
P
0,3 Ampere
U
0,1 Ampere
V
0,05 Ampere
Ergänzt durch Wolle aus dem WGF

 

Anwendungsfall:
2. Buchstabe
Bedeutung / Typ / System
A
HF-Einweggleichrichter
B
HF-Doppelgleichrichter
C
Triode
D
Leistungstriode
E
Tetrode
F
Pentode (HF oder NF)
H
Heptode und Hexode (4 Gitter, 5 Gitter)
K
Heptode und Hexode (5 Gitter, 6 Gitter)
L
Leistungspentode
M
Abstimmanzeige
Q
Nonode, Enneode
Y
Einweg-Leistungsgleichrichter
Z
Zweiweg-Leistungsgleichrichter
Ergänzt durch Wolle aus dem WGF

 

Konkrete Röhren (kleine Auswahl):
Röhre
Aufgabe
EF11
E = 6,3 Volt / F = Pentode / 11 = konkreter Typ, hier Stahlröhre Kleinsignalverstärker
AL4
A = 4 Volt / L = Leistungspentode / 4 Konkreter Typ, hier NF-8 Wattverstärker
EZ80
E = 6,3 Volt / Z = Zweiweg-Leistungsgleichrichter / 80 = Konkreter Typ 2 * 90 mA
DC11
D = 1,4 Volt / Triode Kleinsignal / 11 = Konkreter Typ, hier Serie für Portablebetrieb
UM11
U = 0,1 Amp / M = Abstimmanzeige / 11 = Konkreter Typ
EABC80
E = 6,3 Volt / A = ein Einweg-HF-Gleichrichter / B = ein HF-Doppelgleichrichter / C = Triode NF Kleinsignal / 80 = Konkreter Typ Kombiröhre für AM-FM-Gleichrichtung und NF-Vorverstärker

 

> 1...9 = Quetschfußaufbau, Stift-, Außenkontakt- oder Oktalsockel

> 11...19 = Quetschfuß- oder Pressglasaufbau, Stahlröhre oder Röhre mit Stahlröhrensockel

> 20...29 = Pressglasaufbau, Loktal/Oktal, 8-stiftig

> 30...39 = Quetschfuß- oder Pressglasaufbau mit Oktalsockel

> 40...49 = Pressglastelleraufbau mit Rimlocksockel, 8-stiftig

> 50...60 = Spezial- und 9-stiftiger Loktalsockel

> 61...69 = Subminiatursockel, 5-drähtig

> 70...79 = Subminiatursockel, 8-drähtig, Loktalsockel

> 80...89 und 180...189 = Pressglastelleraufbau, Novalsockel, 9-stiftig

> 90...99 und 190...199 = Pressglastelleraufbau, Miniatursockel, 7-stiftig

> 500...599 = Pressglastelleraufbau, Magnovalsockel, 9-stiftig Bei HF-Penthoden kann die ungerade Endziffer auf eine Regelcharakteristik weisen! Beispiele:

> EF80 = HF/ZF-Penthode nicht regelbar

> EF85 = HF/ZF-Penthode, regelbar Röhrentypen, welche die Zifferngruppe zwischen dem ersten und den weiteren Buchstaben tragen sind in der Regel Röhren hoher Lebensdauer und Zuverlässigkeit, meist in kommerziellem Einsatz. Beispiel: > E88CC = Doppeltriode mit 6,3Volt Heizspannung, langlebig, entspricht in den elektrischen Daten der ECC88

(Beitrag von roehrenfreak aus dem WGF)

 


Vor der Einführung dieses Röhrenschlüssels wurden Röhren u.a. mit dem Buchstaben R, gefolgt von einem E bezeichnet. Unter dieser Bezeichnung finden wir Kurzfadenröhren, Röhren mit direkter und Röhren mit indirekter Heizung. Der dritte Buchstabe N verrät uns, daß diese Röhre für Netzbetrieb (Wechselstromheizung) gebaut wurde. Ein vierter Buchstabe S beschrieb Schirmgitterröhren. Beispiele: Röhre RENS1284, eine Röhre mit Wechselspannungsheizung 4 Volt und einem Schirmgitter. Röhre REN904, eine Triode für Netzbetrieb, 4 Volt Heizung. Röhre RES164, eine Schirmgitterröhre, direkt geheizt und für Wechselspannung gebaut. Röhren für Gleichstrom- Serienheizung bilden die Reihe RENS18xx. Die Ziffernfolge 18 beschreibt die Art der Heizung bei diesen Röhren. Sie sind mit 180 mA Heizstrom stromgeeicht, die Höhe der Heizspannung ist abhängig vom Röhrentyp. Bei Röhren, die von der Firma Tungsram hergestellt wurden, findet man zwei Bezeichnungssysteme. Einmal wird die Bezeichnung PP, gefolgt von einer Ziffernfolge, verwendet. Zur Identifizierung dieser Typen kommt man ohne Vergleichslisten nicht weiter. Die zweite Bezeichnungsweise verwendet den europäischen Röhrenschlüssel, wobei der Buchstabe "T" vorangestellt wird. Zum Beispiel ist der Typ TKC1 von Tungsram identisch mit der Röhre KC1. Eine weitere Sonderstellung nehmen die Röhren der Firma Loewe ein. Diese Röhren wurden für die eigene Gerätefertigung hergestellt, sind meist Verbundröhren (Mehrfachröhren) und haben einen speziellen Sockel. Einige Typen wären die WG34, WG35 und WG36, die in Radios der Firma Loewe zu finden sind. Bei fehlendem Originalersatz sind hier nur Lösungen mit Standardröhren und einem Zwischensockel machbar.

(Beitrag von Wolle aus dem WGF)

 

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119) Volksempfänger VE301W. Spannungsangaben im Schaltbild und Chassis-Unteransicht


Spannungen:
REN904: Anode 60 Volt, -2 bis -6 Volt *
RES164: Anode 190 Volt, Schirmgitter 75 Volt, Steuergitter -11 Volt.
Ladeelko 260 Volt, Siebelko 210 Volt.
Über 700 Ohm 11 Volt.
* = Je nach Innenwiderstand des Meßinstrumentes


Zur Arbeitserleichterung hier ein Photo von Roehrenfreak aus dem WGF von der Unterseite des VE301W:
(Spannungsangaben differieren immer ein wenig.)


(Photo von Roehrenfreak, Jürgen aus dem WGF)

Reparaturtipps zum Volksempfänger VE301GW
Reparaturtipps zum Volksempfänger DKE 38

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120) Leichte Netzspannungsreduzierung für alte Radios
Wir haben in Deutschland seit einiger Zeit die Umstellung des alten 220 Volt Wechselstromnetzes auf 230 Volt. Nun sind die Radio-Oldtimer ursprünglich für Spannungen von 220 Volt oder noch geringeren Spannungen gebaut worden. Oftmals konnten die Geräte mittels Umschalter oder Umstecker auf Spannungen unter 230 Volt angepasst werden. Es gab auch Geräte, die 240 Volt als Option hatten. Die jetztigen 230 Volt, also nur 10 Volt "Überspannung aus Sicht des alten Radios". scheinen wenig zu sein. Man darf aber nicht vergessen, dass viele Bauteile in den Radios über Jahrzehnte gealtert sind und damit empfindlicher gegen erhöhte Spannungen geworden sind.

Es empfiehlt sich deshalb (insbesondere auch Allströmer) am besten über einen Regeltrafo oder Reduziertrafo (noch besser einem Regeltrenntrafo) zu betreiben. Allerdings hat nicht jeder diese Möglichkeit.

Hier deshalb ein kleiner Bauvorschlag für eine "kleine" Lösung. Damit können durchschnittlich 35 Watt verbrauchende Geräte und durchschnittlich 60 Watt verbrauchende Geräte mit der durchnittlich resultierenden verringerten Betriebsspannung von 220 statt 230 Volt betrieben werden. Es werden also durchschnittlich (in Abhängigkeit vom tatsächlichen Verbrauch des Radios) ca. 10 Volt vernichtet (in Wärme umgesetzt).

Bauen Sie bitte nur nach, wenn Ihnen der Umgang mit gefährlichen Spannungen vertraut ist, lesen Sie auch vorher die Sicherheitshinweise dieses Kompendiums. Der Vorschlag zeigt auch nur den prinzipiellen Aufbau. Es kann natürlich auf eigene Bedürfnisse angepasst werden. Aus Sicherheitsgründen habe ich den Vorschlag nur für ein Schukonetz gemacht. Das Gehäuse soll aus Metall sein und in das Schutzkontaktsystem (einschliesslich Stecker und Kupplung) eingebunden sein. Die im Gehäuse platzierten Bauteile (Sicherung Si, Schalter S (a, b), das Wechselspannungsvoltmeter V für 230 Volt , die Widerstände R1 und R2 dürfen keinesfalls elektrischen Kontakt zum Gehäuse haben. Das gilt auch für die Leitungen, unter Ausnahme des Schutzkontaktes. Die Widerstände werden deutlich hinsichtlich ihrer Wattzahl überdimensinoniert. Wenn Sie können löten Sie die Widerstände nicht ein, sondern verschweissen oder verschrauben Sie sie besser. Das Geäuse sollte engmaschige Luftlöcher zur Wärmeabfuhr haben. Mit dem eingebauten Voltmeter kann man sofort die Spannungsreduzierung erkennen.

Die Sicherung des Vorschaltgerätes sollte ca. 80 Watt akzeptieren, also grob gesagt eine 300 - 400 mA mittelträge Sicherung wäre angebracht. R1 (für ca. 35 Watt-Geräte) sollte den Wert von 60-70 Ohm bei 6-8 Watt haben. R2 (für ca. 60 Watt-Geräte) 30-40 Ohm bei 6 bis 8 Watt haben.

 

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121) Volksempfänger VE301GW Reparatur-Tipps.
Da es sich um einen Allstromgerät handelt vorab der dringende Hinweis auf die Sicherheitsregeln. Arbeiten am im Betrieb befindlichen Gerät nur über einen geeigneten Trenntransformator vornehmen!

Bevor das Gerät überhaupt das erste Mal "angesaftet" wird ist der 100%ig einwandfreie Zustand der beiden besonders mit "!!!unbedingt prüfen!!!" gekennzeichneten Kondensatoren festzustellen. Im Zweifelsfall lieber gleich austauschen. So ist man vor unliebsamen Überraschungen sicher.

Ein besonderes Augenmerk ist dem URDOX-Widerstand zu widmen. Zu diesem Thema bitte auch im Kompendium die wichtigen Hinweise verinnerlichen. Der Glaskolben darf nicht die geringste Spur einer Beschädigung aufweisen!

Auf den ersten Blick ist die Verdrahtung stellenweise etwas verwirrend, da einige Lötfahnen der Röhrenfassungen als Stützpunkte verwendet werden jedoch mit der Röhre keine innere Verbindung haben.

Die Widerstand/Kondensator-Kombination von 2MegOhm/100pF am Steuergitter der VF7 ist als ein Teil in der Kappe an jener Röhre untergebracht und kann bei Bedarf gegen einzelne Teile ersetzt werden.

Die beiden 4µF-Elektrolyten wurden fachgerecht restauriert, ebenso der 15µF und der Kombi-C 0,5µF+0,2µF. Sie alle waren vollkommen unbrauchbar, was nach über 70Jahren jedoch nicht weiter überrascht.

Noch ein Hinweis: Nach dem Ausschalten mindestens fünf Minuten Wartezeit einhalten bevor das Gerät erneut eingeschaltet wird sonst droht Gefahr für die Heizfäden und die innere Verbindung der Kathode der VY1.

Alle Spannungsangaben beziehen sich auf 220Volt~ Netzspannung, gemessen mit Digital-Multimeter Ri=10MegOhm.

Dieser Beitrag ist von "Roehrenfreak", Jürgen aus dem WGF. Vielen Dank.
Reparaturtipps zum Volksempfänger VE301W
Reparaturtipps zum Volksempfänger DKE 38

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122) Die Röhre VCL11 im DKE (Deutscher Kleinempfänger).
Die Röhre VCL11 ist leider eine sehr störanfällige Konstruktion im DKE. Sie neigt zum Aussetzen des Heizfadens. Das kann sich durch langsamens Weggehen des Empfanges un späterem Wiederauftauchen des Empfanges äußern. Bei der Fehlersuche im DKE ist die VCL11 ein Spitzenkandidat.

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123)Deutscher Kleinempfänger (DKE 38). Reparaturtipps.
Da auch dieses Radiochen ein Allstrom-Gerät ist zuerst der Hinweis auf die Sicherheitsregeln. Arbeiten am offenen, unter Spannung stehenden Gerät nur über einen geeigneten Trenntransformator durchführen. Erfahrung im Umgang mit hohen Spannungen ist als obligatorisch anzusehen.

Das Gerät wurde gerade frisch z.B. auf einem Flohmarkt, einer Sammlerbörse oder aus einer Internet-Auktion erworben? Man widerstehe dem Drang, es sogleich in Betrieb zu nehmen. Es lauern böse Überraschungen wenn folgende Massnahmen ignoriert werden.

Die zwei mit !!!unbedingt prüfen!!! gekennzeichneten Kondensatoren auf einwandfreien Zustand prüfen oder im Zweifelsfall gegen Exemplare mindestens gleicher Spannungsfestigkeit ersetzen.

Die Netzzuleitung muss einwandfrei und ohne Brüche sein!

Die beiden Netzelkos von 4 µF sind mit hundertprozentiger Sicherheit defekt, falls sie nicht bereits vor nicht all zu langer Zeit ersetzt wurden. Auch im hier dargestellten Gerät wurden sie restauriert, d.h. die Hüllen mit Neuteilen bestückt. Wie so etwas geht, ist hier im Forum nachzulesen.

Der Netzschalter ist meist defekt (zerbrochene Teile) und wurde oft einfach überbrückt. Im hier gezeigten Gerät wurde er - nicht ganz original, aber sicher - instand gesetzt. Manchmal wurde auch einfach ein Kippschalter in die Rückwand eingebaut, nicht schön aber wenn ordentlich gemacht wenigstens sicher.

Die Drehkondensatoren (wegen ihres Aufbaus auch "Quetscher" genannt) müssen sich leicht drehen lassen. Sitzen sie fest steht weiteres Ungemach ins Haus. Beim hier gezeigten Gerät musste der Abstimm-Drehko komplett restauriert werden, da alle Aluminium-Platten zu Pulver zersetzt waren. In zeitraubender Kleinarbeit wurden sie neu angefertigt und ersetzt.

Der Umschaltkontakt am Abstimm-Drehko ist ein Dauerproblem. Wegen immer wieder kehrender Oxidation krachelt es beim Abstimmen im Mittelwellenbereich (weisse Zahlenteilung am Abstimmrad). Zeitlich begrenzt Abhilfe schafft leichtes Schleifen mit feiner Stahlwolle.

Sehr empfindlich sind die 50mA-Heizer in den Röhren, welche oft zum periodischen Aussetzen neigen. Man vermeide stärkere Erschütterungen, besonders wenn das Gerät in Betrieb ist. Ganz wichtig: Nach dem Ausschalten eine Wartezeit von mindestens 5 Minuten einhalten bevor wieder eingeschaltet wird. Grund: Wegen der damaligen Materialknappheit ist das Metallbändchen von der Kathode zum Fuß der Gleichrichterröhre VY2 zu schwach dimensioniert und überlebt nicht den Einschalt-Stromstoß bei noch heisser, emissionfähiger Kathode. Leider ist diese Röhre mittlerweile extrem teuer. Eine Ersatzlösung aus einer modernen Silizium-Diode plus Vorwiderstand und dem Ersatzwiderstand für die Heizung kann jedoch problemlos verwendet werden.

Dieser Beitrag ist von "Roehrenfreak", Jürgen aus dem WGF. Vielen Dank.
Reparaturtipps zum Volksempfänger VE301W
Reparaturtipps zum Volksempfänger VE301GW

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124) Warum haben Drehkondensatoren oft so einen merkwürdigen Plattenschnitt?
Drehkonkensatoren wurden in Radios oft zur Schwingkreisabstimmung verwendet. Nun ist es so, dass wenn der Plattenschnitt "linear" ist (also wenn sich die Kapazität pro Drehstreckeneinheit gleich ändert), muss die Radioskala unlinear skaliert sein. Es würde eine andere Wegstrecke des Zeigers von 500 zu 700 KHz und 1400 zu 1600 KHz entstehen. Wenn aber der Plattenschnitt darauf abgestimmt unlinear erfolgt, wird die Wegstrecke über den Abstimmbereich linear.

Dagegen können unlineare Drehkondensatoren eingesetzt werden, wenn es auf eine lineare Wegstrecke nicht ankommt: Rückkopplungseinsteller bei Geradeausempfängern, Antennenanpasskondensatoren, usw. Es gibt auch Trimmer-Kondensatoren, die also nur zur Justierung dienen. Diese können auch Lineardrehkos sein.


Beide Drehkos in Stellung "kleinste Kapazität".

 

 

125) Stroboskopscheibe zur Geschwindigkeitskontrolle bei Plattenspielern.
Bei Plattenspielern sollte die Umdrehungsgeschwindigkeit des Plattentellers möglichst genau der Geschwindigkeit entsprechen, wie sie bei der Aufzeichnung der Platte vorlag. Läuft die Platte zu schnell wird das gesamte Audiosignal in Richtung höherer Frequenz verschoben, läuft die Platte zu langsam, ergibt sich eine Verschiebung in Richtung niedrige Frequenz.

Um die Genauigkeit der Einhaltung der Geschwindigkeit prüfen zu können, kann eine Stroboskopscheibe auf den Plattenteller gelegt werden. Wird der drehende Plattenteller dann mit einer Glühbirne am 50 Hz-Wechselstromnetz bestrahlt, ergibt sich Stroboskop-Effekt. Tageslicht (Sonnenleicht) abhalten. Bei richtiger Geschwindigkeit scheint das Hell-Dunkelmuster der Scheibe stillzustehen, stimmt die Geschwindigkeit nicht, läuft das Muster durch, es bewegt sich.

Die folgende Grafik zeigt eine Scheibe für 33 Umdrehungen pro Minute bei 50 Hz. Sie kann ausgedruckt werden und auf den Plattenteller gelegt werden.

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126) Einige Abkürzungen, Fachbegriffe, Branchenbezeichnungen. Erstes gewerblich gefertigtes Radio der Welt
Innerhalb der Radiotechnik / Fernsehtechnik-Branche haben sich im Laufe der Jahre bestimmte Abkürzungen und Begriffe herausgebildet, die dem Einsteiger noch nicht bekannt sein könnten. Deshalb hier eine kleine Auflistung der wichtigsten Abkürzungen und Begriffe. Wenn Ihnen weitere Begriffe einfallen oder Unklarheiten, bitte im WGF als Antwort zu diesem dortigen Beitrag ansprechen.

Die Auflistung will aber kein Fachwörterbuch sein, nur die wichtigsten Begriffe können hier gezeigt werden.

Viele Begriffe werden auch hier angesprochen. Übersetzung vieler englischer Begriffe hier.

Begriff
Bedeutung
Abklatscher,
Abblocker
NF- oder HF- Ableitkondensator
3D,
3-D
Raumklang ohne Stereo
absaufen, säuft ab schlechter werdendes Signal
AM Amplitudenmodulation
ARI Verkehrsfunk-Informationen
Audion Einfaches Empfängerprinzip, zumeist gebildet aus Einkreiser mit Audiongleichrichtung und gleichzeitiger NF-Verstärkung, auch mit Rückkopplung
Birne Radioröhre
CW Continues Wave (Unmodulierte Morsezeichen)
Drehko Abkürzung für Drehkondensator
Einkreiser Einfacher Empfänger mit nur einem Empfangskreis
Elko Elektrolytkondensator
Entbrummer Bauteil (Festwiderstand oder Einstellwiderstand) zum Reduzieren vom Netzbrummen über den Heizkreis bei Röhrengeräten.
EW Eisenwasserstoffwiderstand
Flankengleichrichter Einfaches Gleichrichterprinzip für FM mit geringer Klangqualität
Flasche Radioröhre
Gebiss, Klavier Tastensatz bei Radios
FM Frequenzmodulation
Geradeausempfänger Empfangsprinzip ohne Mischung (Super) des Signals. Siehe auch Audion
HF Hochfrequenz
Ko Kondensator
KW Kurzwelle
Koppel-Ko,
Koppel-C
Koppelkondensator
Korona-Entladung Leichte sprühende Hochspannungsüberschläge im Fernseher.
kramolieren Kontakte reinigen (Kramolin war und ist (Cramolin) ein Kontaktreinigungsmittel
Kunstkopf räumliches NF-Übertragungsverfahren, wo eine über normales Stereo hinausgehende räumliche Zuordnung der Schallquellen möglich wurde. Allerdings können die meisten Menschen die Quellen nur hinter sich im Raum zuordnen. In einem Kunstkopf sind zwei Mikrophone eingebaut, gehört wird mit Kopfhörern. Es gab spezielle Schallplatten und FM-Radiosendungen.
liegt daneben Ein Messwert oder eine Stufe liegt ausserhalb des Normbereiches
Lutsche Lötzinnabsauger
LW Langwelle
MA Magisches Auge
Malzbonbon Alter Wima-Kondensator (wegen der optischen Ähnlichkeit)
Matsche
Matschige (verbrauchte) Bildröhre
Messe, Messeisen Allgemeiner Begriff für Messinstrument
MVC, MGC Manuelle Verstärkungsregelung
MW Mittelwelle
NF Niederfrequenz, Audiofrequenz
NTC Widerstand mit negativen Temperaturquoifizent, Heissleiter, Urdox
Oszi Oszilloskop, früher als Oszillograph bezeichnet.
Oszillator Erzeuger des Referenzsignals bei einem Superhetempfänger
PAL Gegenüber NTSC verbessertes Übertragungsverfahren für Farbfernseher, entwickelt von Walter Bruch
Pal-Schleuder Bildmustergenerator für das Farbfernsehen
Pendler Einfaches Empfängerprinzip bei dem das Gerät mit hoher Frequenz zwischen Empfang und stärkster Rückkopplung pendelt
Poti Potentiometer (Einstellwiderstand)
Pulle Radioröhre
Quetscher
Drehkondensator in kompakter Form mit einem Fest-Dielektrikum
Radio

Gerät zum Empfang von Rundfunk-Hörfunksendungen. Stammt von radius (lateinisch = Strahl) ab, Funkstrahl. So ist z.B. ein Morsezeichen-Seefunkempfänger kein Radio.

Erstes gewerblich hergestelltes Radio der Welt: "Catch In" (Detektorempfänger für Rundfunk)aus 1919, angeboten in Pittsburgh, PA, USA? (Quelle: Erb, "Radios von gestern")

Ratio,
Ratiodetektor
Gleichrichter für FM
RDS Radio Data System (Über UKW-Sender mitabgestrahlte Daten (Texte)). So werden zB. Stationsnamen in Klartext dargestellt.
Regler

Handeinsteller (Bedienelement). Lautstärkeregler, Klangregler, Rückkopplungsregler. Eigentlich sind das keine Regler, weil [i]regeln[/i] heute als automatischer Vorgang verstanden wird. So ist eine automatische Einstellung der HF-Verstärkung eine echte Regelung. Dreht der Benutzer aber an dem Lautstärke-Knopf, regelt er nicht, er stellt.

Rotbäckchen, rote Backen machen Radioröhre, deren Anodenblech aufglüht wegen Überlastung
Rundfunk Aussendung mit für an die Allgemeinheit gerichteten Nachrichten, Informationen, Unterhaltungen, Musik. Rundfunk wird von Rundfunksendern oder auch von drahtgebundenen Medien ausgestrahlt. Von z.B. Zeitzeichen-Sendern ausgestrahlte Informationen sind kein Rundfunk. Internet-Radio mit in den aktuellen Daten-Stream einkoppelbarer Empfangsmöglichkeit kann durchaus als Rundfunk bezeichnet werden. Heutige Pod-Cast Streams sind kein Rundfunk. Das sind eher Informationen auf Datenträger, die zu jeder Zeit mit Abspielgeräten wiederholtwiedergegeben werden können.
Rückkopplung Erhöhung der Empfängerempfindlichkeit durch Entdämpfung des Schwingkreises
Schwundregelung Automatische Verstärkungsreglung des HF-Bereiches. Fadingausgleich, AGC (Automatic Gain Control), AVR (Automatische Verstärkungsregelung)
SSB Single Side Band (Einseitenband-Modulation)
Stereo Zweikanal-Signalübertragung zur echten räumlichen Zuordnung von Schallquellen im Aufnahmeraum
Super,
Superhet
Empfängerprinzip mit Mischer, Oszillator, Zwischenfrequenz
Trafo Transformator
UKW Ultrakurzwelle
Zappel, Zappelphilipp Messinstrument
ZF Zwischenfrequenz
ZF-Filter Zwischenfrequenzfilter im ZF-Verstärker
zugestopft übersteuerter Empfang, auch mit versagender AGC (AVR) oder falscher Röhrenkennlinien-Lage


Vielen Dank an "lasse.ljungadal", "Roehrenfreak", "Wolle" aus dem WGF für weitere Begriffe.


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127) Löten - aber bitte richtig
Beginnen wir bei der Wahl der Ausrüstung. Gut geeignet sind schlanke, leichte Lötkolben mit schmaler, gerader zunderfester "Spatenspitze" von etwa 20-30Watt für kleine und mittlere Lötstellen, für grössere Lötarbeiten wie z.B. am Chassis (Masse-Verbindungen) sollte er mindestens 80Watt und eine entsprechend breitere Lötspitze mit höherer Wärmekapazität aufweisen.

Für gelegentliches Arbeiten reicht eine ungeregelte Type, wer jedoch ambitionierter heran gehen und längere Zeit an einem Stück zu Werk gehen möchte, dem sei eine elektronisch temperaturgeregelte Lötstation von etwa 60Watt mit Wechsel-Lötspitzen empfohlen. Als Lötmittel kommt ausschliesslich "Elektroniklot" mit integriertem Flussmittel (z.B. Kolophonium) in Frage. Keinesfalls Lötwasser, Salmiakstein, Lötfett oder andere aggressive Chemikalien benutzen. Sie verursachen schwere Schäden in elektronischen Schaltungen!

Bitte beachten, daß das heutzutage bleifreie Lot eine deutlich höhere Löttemperatur verlangt. Der Lötdraht sollte einen Durchmesser von etwa 1mm haben. Dickeres oder gar Stangenlot gehört in die Klemptnerei! Achten Sie auf eine sichere Ablage des Lötkolbens auf einer geeigneten, hitzefesten Ablage und lassen Sie den heissen Lötkolben niemals unbeaufsichtigt! Vorbereitung zum Löten: Alle miteinander zu verlötenden Teile müssen sauber und frei von Oxyden sein, ggf vorher mit geeigneten Mitteln (Scheifpapier, Schleiffleece, Feile o.ä.) reinigen.

Der Lötvorgang soll schnell, mit gut dosiertem Wärmeeintrag erfolgen. Für normale Lötstellen ist eine Temperatur von etwa 350-370Grad bei herkömmlichem Pb/Sn 40/60-Lot und 400-430Grad für bleifreies Lot geeignet. Lötkolben und Lot werden gleichzeitig an der Lötstelle angesetzt, wobei sofort etwas Lot an der Lötspitze in direktem Kontakt zum Lötpartner abgeschmolzen wird. Auf sofortiges, gleichmässiges "Annehmen" des Lotes achten, weiter löten bis das Lot gleichmässig verlaufen ist, ggf dabei noch geringe Mengen Lot zuführen bis eine allseitig, sauber umflossene Lötstelle entstanden ist, Lötkolben wegnehmen und das Lot erschütterungsfrei erstarren lassen. Im Bildanhang einige Beispiele wie es aussehen könnte.


Dieser Beitrag ist von "Roehrenfreak", Jürgen aus dem WGF. Vielen Dank.

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128) Lautsprecherreparaturen (am Beispiel des VE301Dyn und des VE301W)

Lautsprecher-Reparatur VE301dyn Volksempfänger
Bild 1: das "Opfer" Nummer 1. Ein Lautsprecher aus einem VE301dyn GW. Der gesamte Membranrand hat sich vom Korb gelöst,
die Schwingspule schabt im Magnetspalt weil nicht mehr zentriert.
Glückes Geschick: Die Zentrierspinne ist bei diesem LS-Typ nicht verklebt, sondern verschraubt. Das erleichtert die Reparatur ungemein.

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Lautsprecher-Reparatur VE301dyn Volksempfänger
Bild 2: Der LS ist komplett zerlegt. Vorsicht walten lassen mit der losen Membran und den Anschlussdrähten.
Den Magneten zum Schutz vor Verunreinigung mit magnetischen Partikeln (Rost!) weit weg und gut verpackt aufbewahren!
Nun den Korbrand von allem losen Rost und Schmutz befreien.

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Lautsprecher-Reparatur VE301dyn Volksempfänger
Bild 3: Mit Schreibpapier eine Zentrierhülse rollen, welche exakt über den Kern des Magneten und in die Innenwandung der Tauchspule passt.
Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Beim späteren Zusammenschieben darf sich die Hilfskonstruktion unter keinen Umständen verkeilen.
Die Hülse muss sich noch bewegen lassen!

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Lautsprecher-Reparatur VE301dyn Volksempfänger
Bild 4: Membran und Korb sind "verheiratet", der Korbrand wurde vorher mit einer dünnen, gleichmässigen Raupe essigfreiem
Silikonkleber versehen. Nun wird der LS auf einer ebenen, stabilen Unterlage ringsum gleichmässig fixiert bis der Kleber abgebunden hat.

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Lautsprecher-Reparatur VE301dyn Volksempfänger
Bild 5: Die Zentrierspinne ist wieder fest mit dem Korb verschraubt und die Zentrier-(Hilfs-)Hülse aus dem Spalt heraus gezogen worden.
Mit einem leichten, gleichmässigen Fingerdruck in der Mitte das Ergebnis kontrollieren.
Wenn nichts mehr schabt und kratzt war die Reparatur erfolgreich.

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Lautsprecher-Reparatur VE301W Volksempfänger
Bild 6: Ein Freischwinger-Lautsprecher aus einem VE301W mit beschädigter Membrane. Die "Rissohren" sind weich und knitterig.
Erste Massnahme: Die Rissohren vorsichtig so in Form bringen, daß die Ränder Stoß-an-Stoß sauber und möglichst glatt zusammen gefügt sind.

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Lautsprecher-Reparatur VE301W Volksempfänger
Bild 7: Mit verdünntem Holzleim (20% Wasser) und einem feinen Pinsel die Rissränder leicht tränken und nun mit den Fingern
gleichmässig unter ganz leichtem Druck einmassieren. Vorsicht: Die Rissränder dürfen sich dabei jetzt bloss nicht verschieben.
Die Fingerwärme soll das Lösemittel verdunsten lassen und damit eine Anfangsklebekraft erzeugt werden.

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Lautsprecher-Reparatur VE301W Volksempfänger
Bild 8: Auch bei diesem LS war der gesamte Membranrand vom Korb abgelöst. Hier bindet gerade der Silikonkleber.
Gut zu sehen: die Reparaturstelle in der Membrane, welche wieder "verheilt" ist und ihre ursprüngliche Festigkeit erlangt hat.

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129) Ist eine Röhre defekt, wenn sie innen teilweise schwarz oder silbern geworden ist? Getterung, gettern bei Röhren.
Sind Röhren mit einer teilweise silbrig-schwarzen Innenschicht defekt oder ausgebrannt? Nein, das ist normal, denn viele Röhren erhielten während der Produktion, wenn schon ein Vakuum aufgebaut wurde, eine sogenannte Getterung. Dabei wird zumeist durch Hochfrequenzerhitzung in der Röhre etwas Metall (z.B. Barium) in der sogenennten Getterpille verglüht. Dabei wird Restsauerstoff gebunden. Die aufgeglühte Getter-Pille schlägt sich als Metalldampf an der Innenseite des Röhrenglases nieder. Die Getterung verbessert das Vakuum in der Röhre, die Röhren halten so länger. Je nach Gettermaterial gab es auch bei sehr frühen Röhren farbige Glasniederschläge, die heute für Spezialsammler besonders interessant sind.

Die Getterung-Dampfniederschläge am inneren Glaskolben sind fast immer unregelmäßig und an der Seite der Getterpille konzentriert. Es gibt auch total-innenverspiegelte Röhren, hier liegt fast nie eine Getterung zugrunde.

 

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130) Vorverstärker für Plattenspieler.
Plattenspieler wurden mit Kristalltonabnehmern oder Magnettonabnehmern betrieben.

Die Kristallsysteme waren in der Regel preiswerter und somit viel mehr in Gebrauch. Die Kristallsysteme lieferten eine genügend hohe Signalspannung und konnten somit einfach direkt in den normalen NF-Vorverstärker eingspeist werden. Kristallsysteme lieferten Spannungen um 100 - 300 mV.

Eine bessere Klangqualität und ein geringeres Auflagegewicht konnte dagegen mit magnetischen Systemen erreicht werden. Diese Systeme waren allerdings teuerer und lieferten eine im Vergleich zum Kristallsystem wesentlich geringere Signalspannung. Deshalb musste zusätzlich ein Vorverstärker genutzt werden. Dieser Vorverstärker musste gleichzeitig die nichtlineare Kennline des Gesamt-Systems kompensieren (Tiefe Frequenzen würden sonst weniger als die hohen Frequenzen verstärkt werden. Zumeist wurde die RIAA-Kennlinie angestrebt). Realisiert wurden die Vorverstärker als im Plattenspieler oder im Radio oder in der HiFi-Anlage eingebaute Module oder aber als externes Zubehör. Magnetsysteme lieferten ohne Entzerrerverstärker 2 - 5 mV.

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131) Regelspannung
Radios empfangen Sender mit unterschiedlichen Feldstärken. Das kann im Lautsprecher zu einem starken Schwanken der Lautstärke führen. Ausserdem fallen die Sender bedingt durch die Funkwellenausbreitungsbedingungen u.U. zeitlich betrachtet mit stark wechselnden Feldstärken (Fading, Schwund) am Empfangsort ein. Besonders starke Ortssender können sogar den Empfänger übersteuern und zu Verzerrungen führen.

Deshalb wurden bei hochverstärkenden Empfängern nach dem Superhet-Prinzip , aber auch in einzelnen Geradeausempfängern (z.B. Koerting Novum oder Graetz 47GW) Regelschaltungen eingebaut, die die Feldstärke- (Lautstärke-) Schwankungen versuchten auszugleichen. Durchschnitts-Super erhielten eine Regelung, die auf die Mischstufe des Gerätes einwirkten. Bessere Geräte wurden auch am Steuergitter der Mischröhre und der ZF-Stufe (und wenn vorhanden an der HF-Vorstufe) geregelt. Diese Regelung wurdegarnicht so selten mit "verzögerter" Regelung beeinflusst. Verzögert deshalb, weil die HF-Vorstufe oder aber der gesamte Regelzweig erst bei stärkeren Sendern einsetzte. Verzögert bedeutet also nicht "zeitlich verzögert", ein besserer Begriff wäre Schwellwertregelung. Dadurch behielt der Empfänger bei Normalfeldstärken und Schwund seine volle Empfangsempfindlichkeit. Normale Regelungen erzeugen schon bei kleinsten Signalspannungen und bremsen zu früh die Empfangsleistung. Die Regelspannung wird mittels Zeitkonstante (R-C-Glied) gesiebt, sodass sie nicht im Takt der Modulation hin- und herschwankt. In Spezialempfängern konnte man sogar diese Zeitkonstante ändern: Empfänger, die auch für CW-Empfang (Morsezeichen) gedacht waren.

Besonders gut gelang die Regelung, wenn sogenannte Regelröhren eingesetzt wurden. Deren Kenlinie konnte durch Ändern der Gittervorspannung weniger steil gemacht werden. Der Regelfaktor wurde besonders gross. Beispiel für eine Regelröhre: EF11 im Gegensatz zur EF12, die keine speziellen Regelfähigkeiten hatte.

Die Regelspannung wurde entweder direkt an der AM-Gleichrichterdiode abgenommen und nach NF-Siebung der ZF und /oder der Mischröhre und der eventuell vorhanden Vorstufe zugeführt. Es gab aber auch Geräte, wo die Regelspannung an einer eigenen Diode gebildet wurde. Trickschaltungen, wie auch beim Telefunken D770WKK verstärkten die Regelwirkung durch gemeinsame Versorgung des Steuer- und Fanggitters der Vorstufenröhre mit der Regelspannung. Es gab auch Schaltungen, wo die Regelspannung zusätzlich auf eine schon vorhandene negative Grundspannung "aufgesattelt" wurde (z.B. Koerting 10/SE 735W).

Die Verzögerung der Regelspannung wurde erreicht, indem der negativ gerichteten Regelspannung eine gewisse positive Spannung entgegengesetzt wurde. So konnte sich erst ab bestimmten Pegelwerten eine Zuregelung bilden. Diese "positive Vorspannung" konnte durch Spannungsteiler erreicht werden. Diese Spannungsteiler konnten z.B. von der Kathodenspannung der NF-Endstufenröhre abgeleitet werden (z.B. beim AEG 108WK oder Telefunken 8001WK) oder von der Gesamtanodenspannung abgeleitet werden. Es gab hier diverse Varianten, die u.a. auch versuchten die Regelverzerrungen möglichst klein zu halten. . Eine einfache Variante einer Schwundregelverzögerung kann schon durch die Einfügung eines Kathodenwiderstandes bei der zu regelnden Röhre erreicht. werden. Verzögerte Regelungen sind oft in komplizierten Schaltungen garnicht so einfach zu erkennen. Das liegt daran, dass Spannungsteiler und Siebungen an Kathode, aber an Anode der Gleichrichterröhren liegen und teilweise auch getrennte NF-Gleichrichter und Regelspannungsgleichrichter verwendet werden und Spannungen aus dem Netzteil zugefügt werden und noch der NF-Zweig abgeht. Auch ich habe mich schon bei der Einschätzung "Verzögerte Regelung oder nicht" getäuscht. Als generalisisierenden Aussage zur Bestimmung unbekannter Regelschaltungen kann gesagt werden: Ist die Kathode einer Regelspannungserzeugungsdiode gegenüber ihrer Anode positiv vorgespannt, liegt eine Schwellwert-Regelung vor oder aber es wird der negativen Regelspannung in der Regelleitung eine geringe positive Spannung zugefügt (entgegengesetzt).

Es wurden auch Geräte mit Regelspannungsverstärkung angeboten, eine einfache Variante ist weiter oben in diesem Beitrag (Telefunken D770WKK) erwähnt.

Bei frühen Transistorschaltungen im HF - oder ZF-Teil war das Regeln schwieriger. Die frühen Transistoren liessen sich schlecht regeln. Deshalb wurde mit einer Belastungsdiode in Abhängigkeit von der Feldstärke ein ZF-Schwingkreis mehr oder weniger belastet. Dabei wurde bei Bandbreite auch mitverändert.


Eine typische Regelspannungserzeugung ohne "Verzögerung":
Die Regelspannung wird am R25 der AM-Gleichrichterstrecke EABC80gesiebt entnommen und dem Steuergitter der ZF-Röhre EF41
und dem Mischgitter der ECH81 zugeleitet. Das geschieht über die Widerstände R 21, R29, R27, R28.


Zur vergrösserten Darstellung auf das Schaltbild klicken.
Eine typische Schaltung mit Schwellwertregelung. In der gemeinsamen Kathodenleitung der ABC1 liegt ein Widerstand
(als Spannungsteiler mit 625 und 5000 Ohm), der die beiden Gleichrichterdioden-Anoden und die Trioden-Anode um einige Volt
positiv vorspannt. Für die NF-Vorstufentriode ist das somit gleichzeitig die notwendige negative Steuergittervorspannung. Die rechte
Diode wird nicht benötigt und ist deshalb kurzgeschlossen. Die so verzögerte Regelspannung von der Anode
der linken Gleichterstrecke wird noch mit dem Kathodenspannungsteiler über einen 0,3 MOhm-Widerstand verkoppelt
und dem Steuergitter der ZF-Röhre AF3 und dem Steuergitter der HF-Vorstufe AF3 über weitere Siebung und
Widerstandanppassung zugeleitet. Die Mischstufe AK2 wird bei diesem Gerät nicht geregelt.

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Bei frühen Transistorschaltungen im HF - oder ZF-Teil war das Regeln schwieriger. Die frühen Transistoren liessen sich schlecht regeln. Deshalb wurde mit einer Belastungsdiode in Abhängigkeit von der Feldstärke ein ZF-Schwingkreis mehr oder weniger belastet. Dabei wurde bei Bandbreite auch mitverändert.

132) Misch- und Oszillatorschaltungen
Die meisten Radios wurden im Gegensatz zu den Geradeausempfängern als Superheterodyne (Super) - Geräte angeboten. Dabei wird das empfangene Hochfrequenzsignal in einer Mischstufe mit einem Oszillator so gemischt, dass eine konstante Zwischenfrequenz entsteht, die dann besonders selektiv hochverstärkt werden konnte.

Es wurde hierbei zwischen der additiven Mischung und der multiplikativen Mischung unterschieden.

Additive Mischung: Es wurde die Steuerelektrode einer Röhre oder eines Transistors mit einem Oszillatorsignal und dem Empfangsignal beaufschlagt. Dabei war das Oszillatorsignal deutlich stärker. Die Kennlinie des Verstärkerelements (Röhre oder Transistor) musste stark gekrümmt sein oder der Arbeitspunkt musste so auf einem Knick liegen, dass eine Audionwirkung zustande kam. Solche Stufen konnten nicht oder nur schlecht schwundgeregelt werden. Das notwendige Oszillatorsignal konnte in einer besonderen Röhre oder einem besonderen Transistor erzeugt werden. Es gab aber auch selbstschwingende additive Mischstufen. Additive Mischstufen wurden immer weniger verwendet, allerdinges noch lange in UKW-Empfangsteilen.

Multiplikative Mischung: Die Zusammenführung des HF- und das Oszillatorsignals erfolgte an getrennten Elektroden des Verstärkerelements. Dafür wurden spezielle Mehrgitterröhren oder auch Transistoren (z.B. Dual Gates) angeboten. Eine typische Mischstufenröhre war die ECH81 (mit getrenntem Oszillator-Triodenteil) oder der DK92 (Mischtufe und Oszillator in einem gemeinsamen System). Ein Vorteil der multiplikativen Mischung war die Möglichkeit, die Regelspannung des Gerätes gut direkt der Mischtufe zuführen zu können.

Oszillatoren: Um aus dem Empfangssignal eine Zwischenfrequenz erzeugen zu können, musste ein im Gerät eingebauter Oszillator eine veränderbare Zusatzfrequenz erzeugen. Beispiel: Steht der Empfangskreis des Radios auf 1000 KHz und soll eine Zwischenfrequenz von 468 KHz erzeugt werden, muss der Oszillator auf 1468 KHz (1000 + 468 Khz) schwingen, bei einer Empfangsfrequenz von 520 KHz beträgt die Oszillatorfrequenz 988 KHz (520 + 468 KHz) und bei der Empfangsfrequenz von 1600 KHz sind es 2068 KHz (1600 + 468 KHz). Die Oszillatorfrequenz lag also üblicherweise über der Empfangsfrequenz.

Da die Superhetempfänger üblicherweise eine sogenannte Einknopfabstimmung hatten, musste der (die) Empfangskreis(e) und der Oszillatorkreis gemeinsam abgestimmt werden. Das wurde normalerweise mit einem Mehrfachdrehkondensator oder einer mechanisch verkoppelten Mehrfachspule realisiert. Durch Abgleichmassnahmen musste ein ungefährer Gleichlauf zwischen diesen Kreisen erreicht werden.

Es gab diverse Varianten zur Oszillatorfrequenzerzeugung. Hier sind als Beispiele nur erwähnt die Rückkopplung durch Strom innerhalb des Verstärkerelements, kapazitive oder induktive Rückkopplung.

Schaltungsbeispiele:


Multiplikative Mischung in den AM-Bereichen und selbstschwingende additive Mischung im UKW-Bereich.
Die LW-MW-Mischstufe wird durch die ECH81 gebildet. Der Oszillator des Triodenteils C wirkt über verbundene Steuergittter
dieser Triode auf das Zusatz-Mischgitter des Mischröhrenteils H.
Im UKW-Teil wird das vorverstärkte HF-Signal aus den linken Triodensystem der ECC81 der selbstschwingenden additiven Mischstufe zugeführt.
Die Mischung des HF-Signals und des Oszillators erfolgt hauptsächlich am Steuergitter des rechten Triodenteils der ECC81.


Ein weiteres Beispiel für eine multiplikative Mischung mit einer ECH81


Ein weiteres Beispiel: Multiplikative Mischung mit ECH11.


Beispiel einer additiven Mischung im UKW-Teil (EC92) mit selbstschwingender Stufe ohne Vorverstärker UND auch für LW / MW ! mit EF89.

Beispiele für weitere Geräte mit den selteneren additiver Mischungen in den AM-Bereichen: Grundig 4035W/3D, Körting, Modell Royal-Syntektor 55 W, Stern-Rochlitz Modell Mittelsuper "Türkis". (Vielen Dank für Gerätenennungen an "Wolle" und "lasse.ljungadal" aus dem WGF)

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133) Autoradios. Zerhacker, Gleichspannungswandler, Umformer, Niedervolt-Röhren
Autoradios die mit Röhren bestückt waren, benötigten für die Anodenspannungsversorgung eine Gleichspannung von ca. 200-250 Volt. Im Auto standen aber nur üblicherweise Spannungen von 6 oder 12 Volt zur Verfügung. Diese Spannungen konnten direkt nur zur Heizung der Röhren herangezogen werden (Ausnahmen waren die sogenannten Niedervoltröhren, siehe weiter unten). Die notwendige hohe Anodenspannung wurde deshalb mit sogenannten Gleichspannungswandlern (auch als Umformer oder Wechselrichter bezeichnet) von 6 oder 12 Volt auf ca 200-250 Volt gebracht.

Dabei bildete sich dieses Schaltungskonzept heraus und wurde fast ausschliesslich angewendet: Ein Gegentaktzerhacker wurde primärseitig so mit einer mittelangezapften Wicklung eines Transformators verbunden, dass er für einen bestimmten Zeitaugenblick Gleichstrom durch eine der beiden Teilwicklungen fliessen lässt. Im nächsten Augenblick wechselt der Zerhacker die Speise-Teilwicklung. So entstand in der Sekundärhochvolt-Primärwicklung des Transformators eine stark pulsierende Gleichspannung (Rechteck- oder Trapez-Form), die noch gesiebt werden musste. Der Zerhacker war als eine Art Relais ausgebildet, das sich selbst im ständigem Hin-und Her - Betrieb hielt (ähnlich wie der sogenannte Wagnersche Hammer bei der guten alten elektrischen Türklingel). Es wurde eine Pulsfrequenz um 50 Hz angestrebt. Bedingt durch die Selbstinduktion bei den Schaltvorgängen entstanden an den Umschaltkontakten des Zerhackers starke Funken. Diese mussten mit Kondensatoren über die Kontakte unterdrückt werden. Durch weitere Massnahmen versuchte man, die Funkenstörungen zu reduzieren. Zerhacker waren auch in den meisten Autos rein mechanisch zu hören, insbesondere wenn der Motor nicht lief und das Radio leise gedreht war. Zerhackerwandler hatten einen Wirkungsgrad von 60 bis 80 Prozent. Oft "lutschten" sie im Betrieb mit nichtlaufendem Motor die KFZ-Batterie (eigentlich ein Akku) völlig leer und der Motor sprang nicht mehr an.

Zerhacker waren Verschleissmaterial. Obwohl die Kontakte aus speziellem Material aufgebaut waren, ergab sich nur eine begrenzte Lebensdauer dieser Kontakte. Die Zerhacker konnten deshalb auch ähnlich wie Röhren über Steckkontakte ausgewechselt werden.

Mit Aufkommen der Transistortechnik wurden Hybridgeräte angeboten, die einen Transistor-Eintakt - oder Gegentaktspannungswandler nutzen. Hier musste nicht mehr hin und wieder der Zerhacker getauscht werden.

Motorumformer wurden in der PKW-Autoradiorechnik kaum eingesetzt.

Niedervoltröhren, die mit Anodenspannungen von 6 oder 12 Volt auskamen (1957): Solche Geräte sollten sozusagen der aufkommenden Transistortechnik noch entgegengesetzt werden. Bei diesen Geräten wurden auch teilweise sogenannte Hybridschaltungen verwendet: Das HF-Teil arbeitete mit den Niedervoltröhren, das NF-Teil schon mit Transistoren, man ersparte sich den Zerhacker. Typische Niedervoltröhren waren die EBF83, ECH83, EF97 und EF98 . Damit konnten HF-, ZF-, Gleichrichterstufen und NF-Vorverstärker realisiert werden. Lediglich die NF-Endstufe brauchte Transistoren oder einen Transistorwandler für die Endröhre.

 

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134) HF-Stereophonie.
Schon Mitte der Fünfziger Jahre tauchten die ersten Stereo-Radios auf. Allerdings waren das reine NF-Stereogeräte. Um 1958 gab es dann Versuche mit HF-Stereophonie, zuerst benötigte man zwei UKW-Radios (der linke und rechte Kanal wurde auf zwei vershiedenen Sendern übertragen), die mit gewissen räumlichen Abstand nebeneinander auf zwei verschiedenen Frequenzen eingestellt waren.

Um 1962/63 wurde die UKW-Stereophonie in Deutschland (BRD) eingeführt. Details zu den Zeitabfolgen dieses Punktes 134 können hier nachgelesen werden. Dieses Verfahren war kompatibel zu den bisherigen UKW-Monogeräten, der Monoempfänger hörte beide Seiten-Informationen zusammen in einem Kanal (ohne Stereowirkung). Um das zu erreichen, musste der Sender zum einen das linke und das rechte Signal als Summe übertragen. Zusätzlich wurden zwei Seitenbänder als Differenzsignal und mittels Hilfsträger abgestrahlt. Dadurch wurde eine deutlich breitere FM-Kanalbreite (240-300 KHz) für Stereoempfänger notwendig. Der eigentliche Hilfsträger lag 38 Khz neben der Kanalmittenfrequenz. Die erzeugten Differenzseitenbänder lagen bei 23 - 37,984 Khz und 38,016 - 53 kHz. Der Hilfsträger wurde unterdrückt, stattdessen wurde ein Pilotton von 19 Khz zwischen dem Summensignal und den beiden Differenzseitenbändern ausgestrahlt. Damit konnte im Empfänger der Hilfsträger phasensynchron wieder hergestellt werden. Der Pilotton diente gleichzeitig als Stereo-Statussignal.

Im Stereo-UKW-Empfänger musste entweder mit einem steckbaren, einlötbaren oder festintegrierten Stereo-Dekoder das Stereosignal gebildet werden. Im Dekoder wurde zuerst der Pilotton genutzt, um daraus den phasenrichtigen 38-KHz Hilfsträger zu erzeugen, der dann wiederum zur Demodulation des aus dem Ratiodetektor zugeführten Bereiches (Differenzsignale) 23-37,984 und 38,06-53 KHz herangezogen wurde. Es gab verschiedene Varianten, diese Demodulation zu realisieren. Lag ein Stereosignal an (Pilotton von 19 Khz), wurde daraus ein optisches Signal (Status) gebildet.

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135) ARI (Verkehrsfunk).
Mit den in den Siebziger Jahren immer stärker werdenden Strassenverkehr und den damit verbundenen Verkehrstauungen wurden schnelle und direkte Informationen über die Verkehrslage an die Kraftfahrer immer wichtiger. Es gab zwar zur Einführung des ARI um 1974 schon einfache Verkehrsmeldungen, aber diese Informationen wurden recht unstrukturiert ins Programm gestreut. Das ARI-System brachte über technische Zusatzmassnahmen im Autoradio deutliche Komfortsteigerungen:

ARI (A utofahrer R undunk I nformation). Auf einem Unterträger von 57kHz wurden bei UKW-Sendern

  • die Senderkennung (SK, der Sender strahlt Verkehrsinfo´s aus)
  • die Bereichskennung (BK)
  • und die Durchsagekennung (DK) übermittelt.

ARI-fähige Autoradios oder Zusatzgeräte zur Decodierung der ARI-Signale verfügten über einen Kennungs-Wahlschalter (A....F) zur Aufschaltung des zuständigen Bereiches, will sagen, daß nur Stationen, welche für den befahrenen Bereich "zuständig" sind auch durchgeschaltet wurden. Autoradios der gehobenen Klasse steuerten damit ihren Sendersuchlauf. (Der kursive Text stammt von "roehrenfreak" aus dem Wumpus-Gollum-Forum (WGF).)

Dabei konnten die Autoradios teilweise auch so eingestellt werden, dass die Verkehrs-Durchsage unabhängig von der gerade eingstellten Normallautstärke, auf einen vorher fest eingestellten Lautstärkewert anstiegen. Man konnte also das Radio leise drehen, die Meldungen wurden trotzdem laut und klar wiedergegeben. Einige Autoradios mit TB-Cassette schalteten bei TB-Wiedergabe und ankommenden Verkehrsmeldungen (die allerdings einen eingestellten ARI-Sender im UKW-Bereich voraussetzten) auf diese Meldung um.

Für den reisenden Autofahrer war es bei den Geräten mit Bereichskennungauswertung besonders komfortabel, wenn er sich "seinen" aktuellen regionalen Durchsagebereich wählen konnte. Auf Autobahnen wurden diese Bereiche und auch die aktuellen Rundfunksender mit Verkehrsfunkmitteilungen auf Schildern genannt.

Man konnte bei einigen Radios auch festlegen, dass nur Verkehrsfunksender einstellbar waren. Radios mit Suchlauf zeigten dann nur Verkehrsfunksender an.

Heute nehmen auf etwas andere Art moderne KFZ-Navi-Systeme (GPS) dieses Durchsageprinzip wieder auf und modifizieren auf Grund von aktuellen Daten-Verkehrsmeldungen im unmittelbaren Fahrbereich die vorgeschlagene Fahrt-Route.

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136) UKW-Teil. Bauteiletausch
Das UKW-Teil hat Bauteile, insbesondere Kondensatoren, die einen speziellen Temperaturkoeffizient haben. Mit diesem Temperaturdrift-Verhalten soll eine Frequenzstabilität bei kaltem und erhitzem UKW-Teil (UKW-TUNER) sicherstellt werden. Bei vielen dieser Bauteile kann man diesen u.U stark unterschiedlichen Beiwert nicht erkennen. Deshalb sollten Kondensatoren NUR dann getauscht werden, wenn deren Fehler einwandfrei ermittelt wurden. Ein Tausch auf Verdacht sollte ein Tabu bleiben.

Wenn Bauteil getauscht werden müssen, darf z.B. ein kerammischer Kondensator nicht gegen einen Folienkondensator gewechselt werden und umgekehrt. Die Anschlussdrähte müssen so kurz wie möglich sein. Ist ein 1/4 Watt Widerstand zu tauschen, soll er nicht durch einen 1/2 oder mehr Watt-Typ ersetzt werden. Bauteile sollen auch nicht probeweise verbogen werden.

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137) Sperrkreise und Saugkreise für Radios, starke Ortssender, Abschirmungen, Verdrosselungen
Grundsätzliches zu Sperrkreisen in und für Detektorempfänger ist hier (Stichwort "Sperrkreise") gesagt worden. Diese Hinweise gelten aber auch sinngemäß für Sperrkreise in Radios. An dieser Stelle hier noch einige Ergänzungen zu Sperrkreisen in Radios:

Bei zum Teil hochverstärkenden Radios (Geradeaus-Einkreiser oder Mehrkreiser, aber auf in einigen Fällen bei einfachen Superhet-Empfängern) konnte der Einsatz von Sperrkreisen sinnvoll sein. Zumeist strahlten sehr starke Ortsender im Empfangsband auf andere neben dieser Frequenz liegende Sender ein. Dieses Einstrahlen konnte gerade bei Einkreisern recht breit sein.

Sperrkreise können als Parallelkreise, aber auch in einigen Fällen als Serienkreise ausgebildet sein.

Als Pararallelkreise liegen sie in der Regel in der Antennenzuleitung im oder ausserhalb des Gerätes. Der Sperrkreis hat für die Einstellfrequenz einen recht hohen Resonanzwiderstand und dämpft deshalb genau diese Frequenz stark ab. Diese Parallelkreise können aber nur wirken, wenn der Empfänger ohne angeschlossene Antenne und Erde den "Störsender" nicht empfängt. Ist ohne diese Anschlüsse der starke Ortssender immer noch zu hören, muss durch weitere Maßnahmen (Seriensperrkreis an den Steuergittern, Abschirmungen einer oder mehrerer Stufen oder der Schwingkreisspulen oder der Röhren oder des gesamten Gerätes, Verdrosselungen * der Stromversorgungsleitungen.) versucht werden, dieses zu verhindern. Bei einigen Radios waren die Sperrkreise fest eingebaut und konnten nachgestellt werden, andere wurden einmal fest eingestellt.

Serienkreise (Saugkreise) kommen nicht in die Antennenleitung, sondern werden im Gerät selbst parallel zum Signalweg vor die erste Verstärkerstufe (aber auch zusätzlich noch in folgenden Stufen) eingefügt. Sie leiten (saugen) ihre Resonanzfrequenz sehr effektiv gegen Masse ab, lassen aber alle anderen Frequenzen fast ungedämpft durch. Die Serienkreise können hilfreich sein, wenn das Radio schon ohne Antenne und Erde den starken Ortssender hören kann. Diese Kreise sollten so dicht wie möglich an den Steuergittern der HF-Verstärker- oder Audionröhren - elektrisch gesehen - plaziert werden. Wenn das nicht ausreicht, bitte unter "weitere Maßnahmen" im vorigen Absatz nachlesen. In vielen Radios sind diese Serienresonanz-Sperrkreise für die Zwischenfrequenz in Superhet-Empfängern eingebaut. Hinweis für Sammler. Ergänzende Maßnahmen kommen in Frage bei erheblichen Feldstärken und Eintrahlungen auch ohne Antenne und Erde, wenn trotz der Serienkreise der Ortssender immer noch so stark zu hören ist, dass er mehr als 10 % des Skalenweges überstreicht. Oft nimmt die Schwingkreisspule induktiv aber auch u.U. kapazitiv die Senderenergie auf. Es kann also sinnvoll sein, diese Spule abzuschirmen ( Hinweis für Sammler).

Auch Ausserbandeinstrahlungen, z.B. von starken Kurzwellensendern in den MW- oder (weniger) in den LW-Bereich können auftreten. Hier muss der Sperrkreis auf das Ausserbandsignal abgestimmt werden. Parallelsperrkreise können auch für verschiedene Frequenzen hintereinandergeschaltet werden.

Für erste Versuche kann ein alter Detektorempänger (an dessen Antenne und Erde) als Parallel-Sperrkreis genutzt werden, wenn es sich um einen Parallelschwingkreis-Detektor handelt. In diesem Fall, wenn es geht, den Detektorkristall herausziehen, keinen Kopfhörer anschliessen.

* = Verdrosselungen: HF-Einstrahlungen können über die Stromversorgungsleitungen zwischen Ortsnetz oder zwischen Netzteil und dem eigentlichen Radio, aber auch über Lautsprecherleitungen oder Leitungen von Plattenspieler oder Tonbandgerät einsgeschleppt werden. Man kann das mit Kondensator-Abblockungen nach Masse und oder mit eingeschleiften HF-Drosseln (Breitbanddrosseln) reduzieren. Hierbei haben sich Kombinationen aus Kondensator nach Masse mit einer Drossel in die Versorgungsleitung bewährt. Aus Sicht des Radios kommt erst der Parallelkondensator, dann die Drossel in Serie mit der Einschleppleitung.

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Werden Radio-Oldtimer (insbesondere Geradeausempfänger) heute in Betrieb genommen, können stark einfallende Innerband-Sender, aber auch Ausserband-Sender starke Beeinträchtigungen hervorrufen. Anders als damals gibt es heute z.B. viele starke Kurzwellensender. Die strahlen gerade (anders als damals) in dem jeweils hochfrequenten Bandteil des Geradeausempfängers ein, da hier Kurzwellen-Resonanzstellen auftreten können. Will man damalige Geräte heute betreiben und keine Eingriffe in das Gerät vornehmen, kann man die oben erwähnten Serienkreise (Saugkreise) in sehr kompakter Bauweise mit Festkondensator und Ferrit-Minitopfkreis und Mikro-Krokoklemmen reversibel in die Schaltung klemmen, der Sammlerwert sinkt dadurch nicht. Das gilt auch für provisorische Abschirmungen der Schwingkreisspule mit z.B. Haushalts-Alu-Folie. Diese Folie wird dicht schliessend um die Spule gewickelt und mit einem kleinen Draht mit zwei Mini-Krokoklemmen an Masse gelegt. Die Spulendrähte sind in der Regel isoliert, sodaß es zu keinem Schluss kommen kann. Natürlich wird die Spule ein wenig durch die Schirmung gedämpft, es ist also ein Kompromiß hinsichtlich der Empfangsleistung zu schliessen. Aber doch immer noch besser, als der nervige "Störsender". Das gerade beschriebene Abschirmen kann auch testweise für die Verstärkerröhre angewandt werden, weil auch diese Röhren direkt Einstrahlungen aufnehmen können. Nicht alle Röhren waren von Hause aus geschirmt. Bei einigen Röhren kann die Abschirmung abgeblättert und sonstwie schadhaft geworden sein.

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138) Fernbedienungen
Mit Fernbedienungen sollte der Bedienungskomfort im Umgang mit Unterhaltungselektronik deutlich gesteigert werden. Es haben sich im Laufe der Jahrzehnte folgende Konstruktionen durchgesetzt:

  • Kabel-Fernbedienungen (drahtgebundene Fernbedienungen)
  • Drahtlose Ultraschall-Fernbedienungen
  • Drahtlose Infrarot-Fernbedienungen

Kabelbedienungen reichten von einfachen Ein-Auschaltern bis zu komplexen Bedienungen für Motorsuchlaufgeräte wie Saba Freiburg. Typische Kabellängen lagen um 5 - 7 Meter. Die Regeltechnik war rein analog über Potentiometer für Lautstärke, Klang, usw. Aber auch das Umschalten von UKW auf AM konnte zumeist über Relaistechnik realisiert werden. Typische Fehler: Kontaktprobleme, Kabelbrüche an den Übergängen Fernbedienung-Kabel. Potentiometer-Kracheln.

Drahtlose Ultraschallbedienungen (beispielsweise eingesetzt im Tonfunk Zauberperle aus dem Jahr 1956 als 9 Khz-Fernschalter) kamen über einfache Steuervorgänge nicht hinaus. Ganz zum Anfang wurden sogar Metallstäbe rein mechanisch in Ultraschallschwingungen versetzt oder mit Blasebalg betriebene Pfeifen verwendet, wobei die Steuertonanteile im Schallbereich hörbar waren. Später wurden auch Steuertöne mit Tongeneratoren erzeugt. Ein-Aus, Lauter - Leiser. Das waren typische Funktionen. Typische Fehler: Bei mechanischen Generatoren kein sauberes Anstossen des Schwingmetalls, Ultraschallempfangsteil im Gerät fehlerhaft. Bei elektrischen Generatoren: Fernbedienungs-Batterie.

Drahtlose Infrarotbedienungen eröffneten erst wirklich komfortable Bedienungen. Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. In den ersten Jahren gab es bei Nutzung mehrerer Fernbedienungen von verschiedenen Herstellern Doppelaktionen: Man wollte das Radio lauter stellen, der Fernseher wechselte aber gleichzeitig auch von VHF auf UHF, usw. Zwischenzeitlich hat sich eine Art Firmen-Norm durchgesetzt, sodass Dopplungen deutlich nachgelassen haben. Moderne Fernbedienungen sind teilweise auch programmierbar. Universalbedienungen können tausende Geräte ansprechen, lernende Fernbedienungen können von Originalbedienungen lernen und deren Steuersignal kopieren. Universalbedienungen können gleichzeitig für (jetztiger Stand) bis zu 9 Geräte genutzt werden. Typische Fehler: Batterien! Kontakte der zumeist Folientastaturen, Feuchtigkeit (Kaffe, Tee, usw) im Tastaturbereich, verschmierter LED-Geberbereich. Verstellter oder verklebter und verschmierter Aufnehmerbereich am zu steuernden Gerät, zu helles Tageslicht fällt auch den Aufnehmer.

 

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139) Der Netztransformator des Volksempängers VE301W und VE301dyn. Ohmwerte und Spannungen und Ströme
Hier wird der Netztransformator des VE301W im Detail gezeigt. Die Ohm-Messwerte wurden mit einer Wheatstone-Messbrücke "Pontavi Wh2" von Hartmann und Braun bei einer Raumtemperatur von 20°C gemessen. Es sind Abweichungen von ein paar Prozent bei anderen Temperaturen möglich und unbedenklich. Im unbelasteten Zustand darf sich der Trafo bei 220V~ Eingangsspannung nicht merklich erwärmen und soll folgende Ausgangsspannungen liefern:

  • Anodenspannungswicklung: 375Volt~
  • Heizwicklung Gleichrichter: 4,30Volt~
  • Heizwicklung Audion / NF: 4,30Volt~

Die Leerlaufstromaufnahme beträgt bei

  • 220Volt~ 52mA
  • 225Volt~ 57mA
  • 230Volt~ 61mA
  • 235Volt~ 64mA
  • 240Volt~ 68mA

Noch etwas: Bei 240Volt~ Eingangsspannung steigt die Spannung der Anodenwicklung auf 410Volt~ an, liegt also 35Volt über dem Normalwert. Vorsicht ist also geboten! Besonders beim Ersatz von (Elektrolyt-)kondensatoren ist auf ausreichende Spannungsfestigkeit zu achten. Wenn möglich sollte das Gerät mit reduzierter Netzspannung betrieben werden. Das schont den Trafo, die Gleichrichterröhre und nicht zuletzt die Nerven.

Spannungsmesswerte mit Digitalmultimeter GTM2030 (BBC GOERZ METRAWATT) gemessen, Ri=10Meg Ohm. Der gleiche Transformator wurde offensichtlich auch im VE301dyn verwendet.

 

 

Nachtrag (Angaben ohne Gewähr):
Primäer (Wicklung 1)

1 nach 2 =600 Wdg (220V) ,
2 nach 3 = 115 Wdg (125V) ,
3 nach 4 = 500 Wdg (110V).
0.32 CUL
Leerlaufstrom bei 220V max 80 mA.

Sekundär (Wicklung 2)
5 nach 6 = 2100 Wdg (0,1 CUL) 1*350V 24 mA
6 nach 7 = 24 Wdg (0,6 CUL) 1*4V. 1,4 A (Heizung für RGN1064)

Sekundär (Wicklung 3)
8 nach 9 = 24 Wdg (0,7 CUL) 4 V. 1,4 A

Dieser Beitrag ist von "Urs" aus dem Wumpus-Gollum-Forum. Vielen Dank.

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140) Leistungsabfall bei Umschaltung auf niedrige Ortsnetzspannung bei Allstrom und Gleichstromgeräten.
Viele Radiogeräte haben eine Betriebsspannungsumschaltung , um an verschiedenen Ortsnetzen betrieben werden zu können. Bei Allstrom- und Gleichstromgeräten tritt dabei besonders dieser Effekt auf: Es wird lediglich die Heizspannung der Röhren über Widerstandskombinationen geändert, die Anodenspannungserzeugung hängt dagegen direkt am Ortsnetz. Das bedeutet, dass diese Ortsnetzspannung an der Anodenspannungsgleichrichtung mit eben dieser Ortsnetzspannung sinken kann. Ein Radio hat also bei 110 Volt Ortsnetz eine geringere Anodenspannung zur Verfügung, als bei 220 Volt. Geringere Anodenspannung für die NF-Endstufe bedeutet geringere Ausgangsleistung.


Eine typische Allströmer-Schaltung (Beispiel des VE301GW).
Lediglich die die beiden Heizspannungskreise werden beim Wechsel der Ortsnetzspannung umgeschaltet.
Achtung ! Auf dem Schaltbild ist ein Fehler:
Die Heizleitung von der VL1 über die VC1 muss nach Geräte-Masse gehen und nicht an die Anodenspannung!

 


Ein Allstrom-Empfänger, der allerdings versucht, nicht nur die Heizspannung an die eingestellte Ortsnetzspannung anzupassen. Allerdings wird auch hier die Andoenspannung der NF-Endstufe nicht mit geändert. Bestimmte Spannungen der HF-Vorstufe und der Audionstufe werden mit umgeschaltet. Diese Schaltung ist eine Ausnahmeschaltung.

 

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141) Netztransformatoren
Alte Radios, die vom örtlichen Stromnetz versorgt wurden, benötigten angepasste Spannungen. Hatte das Ortsnetz beispielsweise 110 Volt Wechselstrom, musste ebenfalls beispielsweise diese Spannung einmal auf 250 Volt Anodenspannung und 4 Volt Heizspannung gebracht werden, war dafür ein Transformator notwendig. Dieser Transformator änderte die Primär-Wechselspannung von 110 Volt auf sekundär 250 Volt und 4 Volt. Das konnte mit einem Spartransformator oder einem Mehrwicklungstransformator erreicht werden. Bei getrennten Wicklungen trat ein Sicherheitseffekt auf: Die Netzspannung wurde galvanisch (elektrisch) von den im Gerät benötigten Spannungen getrennt. Dadurch veringerte sich für Benutzer des Gerätes die Stromschlag-Gefahr erheblich. Berühte Jemand bei einer Reparatur mit der Hand den Anodenspannungs-Elko an der Plusseite und hatte die andere Hand an der Wasserleitung, bekam er keinen erheblichen Stromschlag. Spartransformatoren konnten diese Sicherheit nicht bieten.

Netztransformatoren können nur an Wechselstromnetzen betrieben werden. An Gleichstromnetzen würden sie auf der Primärseite einen Kurzschluss hervorrufen. Transformatoren haben einen recht hohen Wirkungsgrad. Im Gegensatz zu Gleichstromnetzen, wo die Spannungsanpassungen in der Regel über Vorschaltwiderstände vorgenommen werden müssen. Hierbei wird viel Stromleistung "verbraten". Ein weiterer Vorteil bei Wechselstromnetzen mit unterschiedlichen Ortsnetzspannungen ist: Der Transformator kann bei primär 110 Volt sekundär 250 Anodenspannung lieferen. Im Gleichstromnetz geht das so nicht, hier würde ein Leistungsabfall eintreten.


Standard-Netztransformator mit 3 Wicklungen.
Links die Primärseite mit einer zusätzlichen Anzapfung für eine geringere Netzspannung.
Rechts zwei getrennte Sekundär-Wicklungen.

 

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142) Lautsprecher. Impedanz und Ohmwert. Kann ich die Impedanz mit dem Ohmmeter messen?
Lautsprecher werden neben ihrer Leistungsabgabefähigkeit (in Watt) hauptsächlich über ihre Impedanz (der resultierende Ohmwert (Scheinwiderstand), wenn der Lautsprecher mit 800 bzw. 1000 Hz betrieben wird) definiert.

Insbesondere wenn Lautsprecher als Fehlerquelle vermutet werden, wird der Reparateur vielleicht versucht sein, mit dem Ohm-Meter (z.B. eines Vielfachinstrumentes) den Lautsprecher zu prüfen. Das geht aber nur bedingt. Man kann mit dem Ohmmeter nur generelle Aussagen treffen, wie z.B.: "Null Ohm" (sehr selten) oder aber "kein Durchgang - unterbrochen". Was aber NICHT geht, ist den Impedanzwert des Lautsprechers zu messen, so nach dem Motto: Ein 5 Ohm-Lautsprecher muss mit dem Ohm-Meter 5 Ohm haben. Das ist keinesfalls so. Mit dem Ohmmeter wird man in der Regel immer einen KLEINEREN Wert messen. Hat ein 5-Ohm-Lautsprecher z.B. nur 2,1 Ohm, ist das KEIN Hinweis auf einen Fehler. Leistungsstarke 5-Ohm-Lautsprecher können auch 1 Ohm haben!

Sinngemäß gilt das auch für hochohmige Lautsprecher (Freischwinger, Lautsprecher für eisenlose Röhrenendstufen, usw.) Hat einer solcher Lautsprecher eine Impedanz von 800 Ohm, wird der reine Ohmwert vielleicht nur 500 Ohm betragen, hat ein Freischwinger eine Impedanz von 2000 Ohm (war üblich), beträgt der reine Ohmwert vielleicht nur 1200 Ohm.

Keinesfalls darf man einen 2000- oder 800- oder 400-Ohm-Lautsprecher durch einen 5- oder 4-Ohm-Lautsprecher ersetzen.

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143) Röhrenenstufe. Ausgangstransformator, Lautsprechertransformator, Luftspalt
Röhrenendstufen benötigten zumeist einen Lautsprechertransformator, um ihre hochohmige Impedanz (ca. 1200-8000 Ohm) an die des Lautsprechers (ca. 4-5 Ohm, selten 400 oder 800 Ohm) anpassen zu können. Dabei sollte der Lausprechertrafo in Röhren-Eintakt-Endstufen einen Luftspalt haben, um die Vormagnetisierung durch den Anodengleichstrom zu vermeiden. Diese Vormagnetisierung würde bei höheren Lautstärken die Halbwellen des NF-Signals unterschiedlich stark übertragen (verzerren). Deshalb sind moderne Ersatztrafos uas dem 100-Volt-Audiobereich nur bedingt geeignet, dad sie diesen Luftspalt nicht haben. Jedenfalls könnten bei hohen Lautstärken mit Röhren, wie EL84, usw Verzerrungen hörbar werden. Diese echten Ausgangstrafos können für Eintakt- oder Gegentakt-Betrieb ausgelegt sein, sie können Zusatzwicklungen für die Gegenkopplung haben und Anzapfungen auf der Primärseite um in Verbindung mit dem Schirmgitter der Endröhre die Brummkompensation zu verstärken. Bei Gegentaktendstufen waren auch Ultralinearschaltungen möglich.

Alte Radioschaltungen kamen ohne Ausgangstrafo aus, wenn hochohmige Lautsprecher, wie z.B. Freischwinger (ca. 2000 Ohm) oder Kopfhörer (ca. 2000 Ohm) verwendet wurden.

 

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144) HiFi, Raumklang, 3D, Stereo, Kunstkopf, Basisbreitenvergrösserung, HF-Stereophonie
Raumklang, 3 D: Die hohen Frequenzanteile von Musik und Sprache werden stark gerichtet vom Radio in den Zimmer abgestrahlt. Während sich Bässe gleichmäßig und fast rund ausbreiten, ist das bei den Höhen nicht der Fall. Sitzt der Hörer seitlich vom Lautsprecher eines Radios mit eben nur einem Lautsprecher, wird er ein Teil des Klangbildes nur schlecht wahrnehmen. Deshalb wurden bei besseren Radios Zusatzlautsprecher an den Geräteseiten hinter Zierblenden oder Stoffbespannungen angebracht. Nun konnte auch an den Geräteseiten im Zimmer ein luftiges Hörerlebnis sichergestellt werden. Als Namen nutzen die Firmen alle möglichen Begriffe. Beispiele: Raumklang, 3D, Plastik, usw. Es kamen elektrostatische Flächen-Lautsprecher, permanentdynamsiche Spezial-Lautsprecher mit oder ohne Schallumleitblechen oder Umleit-Rohrsystemen zum Einsatz.

Stereo: Mono-Radios strahlten die Musik oder Sprache ungerichtet in den Raum ab (Raumklang oder 3D verteilte nur die Höhen besser im Zimmer). Der Hörer konnte aber nicht erkennen, wo z.B. bei Orchestermusik die Streicher, das Klavier oder der Sänger im Studio sich befand. Wird die Tonaufnahme mit zwei Mikrophonen (vielleicht mit Richtwirkung und etwas nach aussen gerichteter Wirkung) nebeneinander auf zwei Tonkanäle aufgenommen, liegen nun akustische Informationen über die räumliche Lage der Tonquellen vor, allerdings muss bei der Wiedergabe (Radio, Plattenspieler, Tonbandgerät) ein zweikanaliger Verstärker zur Verfügung stehen. Diese zweikanaligen Verstärker werden als Stereo-Verstärker bezeichnet.. Werden zumindest zwei Lautsprecher, die so weit wie möglich auseinander stehen, verwendet, kann der Hörer im Zimmer die aufgenommenen Tonquellen hinsichtlich der Position im Raum gut zuordnen. Natürlich war die Stereo-Basis in Tischgeräten geringer, als in Musiktruhen, die Basisbreite war aber mit getrennten Lautsprecherboxen noch grösser, überigens ein Grund für die Einführung der Hif-Fi-Geräte ohne Lautsprecher im Radioteil. Der Klang wird echt räumlich. Zuerst kamen reine NF-Stereo-Geräte auf, die von Schallplatte oder Tonband Stereo wiedergeben konnten, später kam die HF-Stereophonie zu. Dabei konnte der Rundfunk (zuerst mit zwei Radios und zwei Senderfrequenzen, später mit Gleichkanal-Multiplex-Stereo) Stereosendungen bieten. Um bei kleinen kompakten Stereogeräten die Basisbreite zu verbesseren, kamen bald Stereo-Expander, Basisbreiten-Vergrösserer, usw auf. Hier wurde jeweils dem linken Stereo-Kanal ein kleiner Anteil des rechten Kanals gegenphasig zugeführt und umgekehrt. Durch diese Phasendrehung wurde der räumlich Eindruck künstlich verbreitet. Übrigens sollten beim Anschluss von Stereo-Lautsprechern die Polungen beachtet werden. Um nicht nur die Links-Rechts-Klangauflösung im Raum zu verbessern, wurde mit der Einführung der Kunstkopfstereophonie versucht, die räumliche Ortung der Tonquellen auch in der Tiefe des Raumes zu verbessern. Das Verfahren nutzt bei der Aufnahme einen Kunstkopf, in dem zwei Mikrophone eingebaut wurden. Dabei wird das äußere Ohr und der Gehöhrgang nachgebildet. Wird bei der Wiedergabe der Stereoaufnahme ein Stereokopfhörer verwendet, erlebt der Hörer nicht nur die reine Links-Rechtswirkung, sondern die Tonquellen werden in der Tiefe des Raumes erkennbar. Allerdings hören viele Nutzer die Tonquelle dabei innerhalb des Kopfes hinter sich, ist aber trotzdem beeindruckend.

HiFi (High Fidility): AM-Rundfunksender konnnten nur ein sehr eingeschränktes NF-Band übertragen, auf UKW war dieser Bereich schon deutlich grösser. Der UKW-Klang war luftiger. Die Schallplattenindustrie konnte schon bald Frequenzen von 50 - 17000 Hz auf den schwarzen Scheiben bieten. Da es aber sehr unterschiedliche Geräten mit sich sehr unterscheidenen Leistungsdaten auf den Markt kamen, wurde extra eine DIN-Norm geschaffen, die Mindestanforderungen festlegten: Die Hifi-Norm. Hifi-Geräte wollten ein möglichst linearen Klang sicherstellen. Obwohl die Geräte immer mehr echte Sinusleistungen bei neutraler Klangkurve brachten, konnte natürlich auch ordentlich Höhen- und Bässe zugeregelt werden.

Heutige moderne Geräte werden nicht mehr auf lieare Klangdarstellung bei hoher echter Ausgangsleistung optimiert, sondern auf hohe Musikleistung mit völlig unnormaler Bassüberhöhung.

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145) Fragen zu Röhren von Neu-Einsteigern.
Wer sich zum ersten Mal mit alten Röhrenradios beschäftigt, dem stellen sich bestimmt bald diese Fragen:

  1. Sind alle Röhren gleich oder gibt es Unterschiede? Kann ich eine Röhre mit der anderen einfach austauschen? Nein, es gibt Tausende von verschiedenen Röhren. Man kann sie in der Regel nur gegeneinander tauschen, wenn beide GENAU die gleiche Bezeichnung haben. Beispiel: Man kann eine EL84 gegen eine EL84 tauschen, aber nicht gegen eine EL95.
  2. Ist eine Röhre kaputt, wenn draußen auf dem Glas eine silbrige oder graue oder goldene Schicht beginnt abzublättern? Nein, dass sind in den meisten Fällen Abschirmungen, die im Laufe der Jahrzehnte beginnen sich aufzulösen. Erst wenn diese Schicht sich großflächig abgelöst hat, kann es zu Problemen mit Brummen und HF/NF-Einstreuungen kommen. Die eigentliche Röhrenfunktion ist aber davon nicht betroffen
  3. Ist eine Röhre kaputt, wenn innen drin an einer Stelle so ein silberner spiegelartiger Belag zu sehen ist? Nein, das ist ein sogenannter Getter-Belag, der bei der Röhrenherstellung das Vakuum quasi verbessert.
  4. Ist eine Röhre kaputt, wenn der Glaskörper in dem Röhrensockel leicht wackelt? Nein, das ist noch kein Hinweis auf eine defekte Röhre. Das gilt aber nur für Röhren, die nicht nur einen Vollglaskörper haben.
  5. In manchen Röhren kann man gut den Heizfaden sehen. Wenn diese Fäden beim Wacklen leicht hin- und Herschwingen, sind die dann defekt? Jein. Ein wirklich nur leichtes Zittern ist ok. Aber ein Hin-und-Herschlackern ist schon ein Fehlerhinweis.
  6. Ist eine Röhre defekt, wenn innen an verschiedenen Stellen unregelmäßig eine Art weissliche neblige Schicht am Glas zu sehen ist? Ja, das ist leider ein starker Hinweis auf eine Röhre, die "Luft gezogen" hat. Ist dieser weissliche neblige Belag ganz gleichmäßig innen verteilt, kann das aber auch bei einer intakten Röhre so sein. Es gibt solche Röhren die innen eine Art Milchglasschicht haben, z.B. Varianten der RV12P2000, usw.
  7. Wenn das Radio an ist, leuchten die Röhren nicht oder nur ganz schwach, irgendwie rötlich, innen, kaum sichtbar. Ist diese Röhre kaputt? Nein, es ist vielmehr bei den meisten Röhren der Hinweis auf den normalen Betriebszustand. Was da dunkelrot (machmal auch recht hellrot) glimmt, ist der Heizfaden der Röhre.
  8. Bei manchen Röhren glimmt der Heizfaden sofort nach dem Einschalten, bei anderen beginnt das Glimmen erst nach einigen Sekunden. Wenn es dauert, ist die Röhre defekt? Nein, es gibt direkt geheizte Röhren, da beginnt das Glimmen sehr schnell. Bei indirekt geheizten Röhren und Röhren in Serienheizkreisen kann der Glimmbeginn bis zu 30 Sekunden dauern.
  9. Nach einigen Minuten kann man eine Röhre nicht mehr anfassen, sie wird zu heiß. Ist das richtig so? Ja, Röhren, insbesondere Endstufenröhren und Netzgleichrichterröhren erhitzen sich sehr stark. Das ist normal.

 

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146) ZF-Sperre, ZF-Falle, ZF-Störungen
In Superhet-Empfängern können Störsignale über das HF-Teil in das ZF-Teil (Zwischenfrequenzteil) eindringen. Das kann ein Sender direkt auf der Zwischenfrequenz sein oder aber eine Produktbildung zweier Sender - die im HF-Teil eine Differenzfrequenz erzeugen, die der ZF entsprechen. Deshalb wird in vielen Superhet-Empfängern eine ZF-Sperre in das HF-Teil (möglichst dich am Antenneneingang) eingefügt. Die Sperre (Sperrkreis) kann als Serienkreis oder als Parallelkreis ausgebildet sein. Serienkreise leiten gezielt das über die Antenne kommende Störsignal nach Masse ab, Parallelkreise Sperren die Weiterleitung zum Misch-Gitter. Die ZF-Sperren sind zumeist abgleichbar. Ein Fehlbagleich wird oft nicht bemerkt - solange es keine Störsignal gibt. Ein Hinweis auf einen Fehlabgleich kein ein Peifen bei JEDEM empfangenden Sender sein.


Der Serien-ZF-Sperrkreis liegt direkt hinter der Antenne nach dem C31 (500pf) als S1 und C13 (100 pF) nach Masse. Ganz links im Schaltbild.

 

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147) Besonderheiten bei der Ohmmessung von Selengleichrichtern
Selengleichrichter sind bei ohmmäßiger Prüfung oft kritischer als Silizium-Dioden. Der Ohmwert ist in Abhängigkeit Sperr- zu Durchlassrichtung mit vielen Ohmmetern etwas schwerer zu ermitteln. Es kommt darauf an, dass das Ohmmeter in einem Messbereich genutzt wird, der eine aussagekräftigen Unterschied zwischen Durchlass- und Sperrichtung ermöglicht. Die Gleichrichter müssen ausgelötet sein. (Hinweise zu Strom- und Spannungsfestigkeit von Selengleichrichtern hier.)

Beispiele:

Selengleichrichter für Autoradio im Niedervolt-Netzteil.
Ohmbereich 1 Megohm Messbereich. Durchlassrichtung 125 KOhm, Sperrrichtung 330 KOhm. Uneindeutig.
Ohmbereich 10 KOhm. Durchlassrichtung 1,5 KOhm, Sperrichtung unendlich. So läßt sich eindeutig sagen, ob der Selen in Ordnung ist.

Selengleichrichter für Anodenspannung im Standard-Netzteil 250 Volt.
Ohmbereich 10 KOhm. Durchlassrichtung unendlich, Sperrichtung unendlich. Unbrauchbare Messung
Ohmbereich 200 KOhm. Durchlassrichtung 1,7 MOhm, Sperrichtung unendlich. So läßt sich eindeutig sagen, ob der Selen in Ordnung ist.
Ohmbereich 20 MOhm. Durchlassrichtung 1,8 MOhm, Sperrichtung 2,9 MOhm. Uneindeutig.

Muss ich genau wissen, welche Polarität das Ohmmeter hat? Ja und nein. Um die Gleichrichterwirkung bei einem Einweg-Selengleichrichter zu prüfen, reicht der signifikante Unterschied Sperrohmwert zu Durchlassohmwert. Beim Prüfen eines Brückengleichrichters geht es auch ohne Kenntnis der Ohmmeterpolarität. Sicherheithalber kann man aber mit einem Voltmeter feststellen, welche Polarität am Ohmmeter anliegt.

Brücken-Selengleichrichter:


Die Messung des Ohmwertes von ~ zu ~ und von + zu - unterscheidet sich fast garnicht (nur die Bauteiletoreranzen der vier Dioden).
Beispiel eines B250/C85: Ohmmeter Messbereich 2 MOhm. Von ~ zu ~ und von + zu - ca. 1,65 MOhm. Von ~ zu + und von ~ zu - ca. 1,2 MOhm. So ist ein Schluß einer der Diodenstrecken schwer zu ermessen.

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148 ) Tefifon
Der Begriff steht für ein Musik-Sprache-Wiedergabesytem, daß ähnlich wie ein Tonbandgerät, aber auch ähnlich wie eine Schallplatte arbeitet. Auf einem Endlosband wird ein Längsrichtung eine ebenfalls endlose Spur in Schallplattenrillen-Form aufgebracht. Die Tonabtastung erfolgt über ein auch bei Plattenspielern übliches TA-Kristall-System. Der Abspielpunkt kann in gewissen Grenzen frei gewählt werden. Das Tonband wurde über die Jahrzehnte in verschiedenen Größen angeboten und Abtastgeschwindigkeiten angeboten.

Durchgesetzt haben sich die 1-Stunden-Kassette), die 18-Minuten-Kassette. Die 3-Minuten-Kassette floppte dagegen. Als nachteilig für den Verbraucher stellte sich heraus, daß es kaum Original-Aufnahmen mit bekannten Interpreten gab. Die Aufnahmen wurden nur mit "namenlosen" Interpreten und Orchestern angeboten.

Tefifon steht aber auch für eine Firma, die neben den Kassetten und Abspielern auch Radios, Fernseher, Kofferradios, usw anbot.

Weitere Informationen über das Holiday Luxus-Kofferradio mit Tefi-Player.

 

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149) Plattenspieler, Phono, Schallplatten
Einfacher Plattenspieler  von "CriZz" aus dem WGFLange Zeit waren Plattenspieler im Zusammenhang mit Radios und Musiktruhen das Mittel der Wahl, Musikstücke unabhänging von der Programmgestaltung der Rundfunksender in den Wohnungen abzuspielen. Erst später kamen Tondrahtgeräte, Tonbandgeräte und Tonfoliengeräte hinzu, mit denen auch teilweise eigene Aufnahmen getätigt werden konnten.Vorläufer der Plattenspieler waren die Grammophone, die rein mechanisch die Ton-Konserven in Schallplattenform akkustisch über Trichteresysteme darboten. Die Edison-Tonwalzen waren davon wiederum die Vorläufer.

In der Welt der alten Radios wurden extene Plattenspieler, später auch Plattenwechsler, oder festeingebaute Abspielgeräte (Tischgerät mit Phono-Oberteil, Musikschränke, Musiktruhen) genutzt. Daneben gab es auch Plattenspieler mit eingebauten Verstärkern, die somit ohne Radio-Verstärker auskamen.

Schallplatten-Typen: Es kamen zuerst die gegen Bruch sehr empfindlichen Schellackplatten mit 78 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Später folgten Vinyl-Platten mit 45 Umdrehungen, dann Langspielplatten mit 33 1/3 Umdrehungen und schließlich Sprachplatten mit 16 2/3 Umdrehungen (die sich aber am Markt kaum durchsetzen konnten). Mit Einführung des Füllschriftverfahrens wurde der Platzbedarf der Rille zur eigenen "Vor- und Nachspur" deutlich dynamisch verringert, das führte zu einer teilweise bemerkenswerten Spielzeitverlängerung. Die Abspielung der Schallplatten erfolgte von aussen nach innen.

Abtastsystem: Im Zusammenhang mit Radios kamen als Abtastsysteme zuerst sogenannte Elektrodosen zum Einsatz. Es gab elektromagnetische und Kristall-Tonabnehmer. Die ersten Systeme nutzten Stahl oder Holznadeln, um die Schellackplatten abzutasten (siehe Photo rechts). Später (45, 33 1/3 und 16 2/3) ging man zu Saphir- oder Diamant-"Nadeln" über. Dabei wurde für 78 Umdrehungen die "N"-Spitze (Normal) und ansonsten die "M"-Spitze (Mikro) verwendet.

Abtastnadel-BeispieleViele Plattenspieler hatten deshalb umschaltbare Abtastnadeln. N-Nadeln konnten keine M-Rillen abtasten, sie rutschten aus der Spur. Heute gibt es sogar berührungslose Laser-Abtastung. Hochleistungsplattenspieler nutzten elektromagnetische Systeme, die allerdings einen Entzerrer-Zusatzverstärker benötigten.

Antriebssysteme: Diverse Antriebsvarianten (Synchronmotore, Reibradantriebe, Riemenantriebe, quarzgesteuerte Motore, Direktantriebe, usw.) kamen zum Einsatz. Um die Umdrehungsgeschwindigkeit von Instabilitäten zu befreien, wurden auch überschwere Plattenteller verwendet, die sozusagen als Schwungscheiben fungierten.

Klangverbesserung: Man versuchte, das Auflagegewicht des Tonarms zu verringern, die verschiedenen Kräfte auf das System zu stabilisieren (Anti-Skating, gekröpfte Tonarme, Ausgleichgewichten, Tangential-Abtastungen, usw).

Staub: Dem Staub versuchte man durch feuchte und trockende "Staubfänger" in den Griff zu bekommen. Das konnte per Hand mit Tüchern oder sogar zusätzlichen tonarmähnlichen Bürstenreinigern geschehen, die zusätzlich die Platte "abtasteten". Auch Sprays, die nach Abbinden der ausgesprühten Plastikschicht den Staub aus der Rille zog, kamen zum Einsatz.

Stereo: Mit Einführung der NF-Stereophonie wurden die beiden Kanal-Informationen 90 Grad im Winkel versetzt in die Seiten der Rille geschrieben (Flankenschrift). So konnte eine brauchbare Unterdrückung des jeweils anderen Kanals erreicht werden.

Komfort: Um das kritische Aufsetzen des Tonarms auf die Platte ohne Krachen oder Rausrutschen auf dem Einfangbereich am äußeren Plattenanfang zu verhindern, wurden Aufsetzautomatiken angeboten. Später konnte man auch mit einem kleinen Steuerhebel den Tonarm von der Platte abheben und später wieder dort oder an einer anderen Stelle wieder aufsetzen. Plattenwechselautomatiken ermöglichsten das Hintereinanderabspielen von bis zu 10 Schallplatten.

Kristall-Tonabnehmer von "Klaus" aus dem WGFTypische Fehler: Aus heutiger Sicht stehen Verharzungen (Fett, Öl) bei Motoren, Schaltgestängen, Getrieben und Antiebs-Vermittlungsrädern) an erster Stelle. Hier muß sorgfältig entfettet / entölt werden, bevor eine Neufettung / Neuölung in Frage kommt. Keinesfalls Riemen oder Gummiräder ölen oder fetten! Auch Reibräder aus Gummi oder Weichplastik und ausgeleierte Riemen erzeugen viele Fehler. Gummi-Räder verspröden oder bekommen Dellen. Festsitzender Schmutz an Saphir- und Diamantspitzen verzerren den Ton. Saphire und Diamanten werden auf die Dauer abgeschliffen, das führt ebenfalls zu verzerrten dumpfen Ton.

 

 

Plattenwechsler von  "Magisches Auge"  aus dem WGF

Das oberste Photo des RFT-Plattenspeilers wurde von CriZz aus dem Wumpus-Gollum-Forum bereitgestellt.
Das Photo vom Philips-Tonabnehmer stammt von Klaus aus dem Wumpus-Gollum-Forum.
Das Photo von dem Plattenwechsler stammt von Magisches Auge aus dem Wumpus-Gollum-Forum.
Vielen Dank.

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150) Miniaturröhren, Subminiaturröhren, Batterieröhren, D-Röhren, K-Röhren
Für portable Radios wurden bis zur Einführung der Transistoren möglichst kleine Röhren oder Röhren, die mit sehr geringen Andodenspannungen auskamen, eingesetzt. In der Rundfunktechnik waren (nach dem zweiten Weltkrieg) insbesondere die Miniaturröhren bei portablen Radios (Kofferradios) üblich. Röhren wie DA90, DAF96, DC90, DC96, DF97, DF97, DK96, DL96, DM71, usw. kamen üblicherweise zum Einsatz. Deren Heizspannung lag bei 1,2 - 1,4 Volt. Subminiaturröhren stellten im Rundfunkbereich eher die Ausnahme dar. Vor dem zweiten Weltkrieg nutzte man gern folgende Batterie-Röhren: KB1, KB2, KBC1, KC1, KC3, KC4, KF3, KF4, KL1, KL2, KL4, KL5, usw. Deren Heizspannung lag bei 2 Volt, das waren aber keine eigentlichen Miniaturröhren, höchstens im Vergleich mit damaligen üblichen Normalröhren.

Die Röhren hatten entweder Kontaktstifte oder (teilweise bei den Subminiaturröhren) Anschlußdrähte. Allen Batterieröhren war die hohe Empfindflichkeit der direkt geheizten Heizfäden gemein. Gerade bei Reparaturarbeiten (Messen direkt an den Röhren) konnte es vorkommen, daß kurzzeitig Anodenspannung an die Heizfäden kam. Da führte zum sofortigen Durchbrennen dieser feinen dünnen Fäden.

Im Vergleich zu normalen Röhren mit Anodenspannungen um 250 Volt (Miniaturröhren brauchten "nur" so ca. 20-120 Volt) und auch recht hohen Heizleistungen, konnten die Miniatur- und Subminiaturröhren pro Röhre doch erkennbar weniger Verstärkung bieten. Deshalb mußte oft (im Vergleich zu Normalröhren) die Röhrenzahl im Gerät erhöht werden.

Da insbesondere der Heizstrom die damaligen Batterien doch recht stark belastete und zu kurzen Standzeiten führte, wurden gern Heizakkus (DEAC, usw) eingesetzt. Hier war aber ein sorgfältiger Umgang beim Nachladen des Akkus nötig. Es musste vermieden werden, daß die Heizfäden der Röhren - wie immer es auch geschehen konnte - auch nur geringe Überspannungen abbekamen.

Die Anodenspannungsbatterieren hatten Entladekurven, die dazu führten, daß die Spannung immer weiter absank. Das führte zu Änderungen der Betriebswerte im Radio. Insbesondere die Misch-Oszillatoren waren davon betroffen. Es wurde deshalb bei einigen Geräten versucht, diese Spannungen zu stabilisieren. Oft half es schon, wenn zb. die Schirmgitterspannungen im HF-Teil durch Spannungsteiler etwas stabiler gemacht wurden. Echte Spannungsstabilisierungen (z.B. mit einer Regelröhre) waren doch eher die Ausnahme.

Auch waren Gittervorspannungen bei Batteriebetrieb kritisch. Deshalb nutzten wenige Hersteller Extra-Gitterspannungsbatterien oder sogar Akkus oder verwendeten in einigen oder allen Stufen keine automatische Gittervorspannungserzeugung, obwohl diese Gitterspannungs-Varianten doch schon eine gewisse Kompensation der nachlassenden Anodenspannung zuliessen. Vielmehr wurde die Gittervorspannung gemeinsam für mehrere Stufen gesondert erzeugt.

Direkt geheizte Röhren sind im Allgemeinen empfindlicher hinsichtlich von Einstreuungen und Verkopplungen über den Heizkreis zu den anderen Elektroden in der Röhre. Sorgfältige Verdrosselungen und HF/NF-Abblockungen mit Kondensatoren können nötig werden. Auch sollte die Leitungsführung des Heizkreises mit Bedacht gewählt werden, sogar abgeschirmte Leitungen können hier sinnvoll sein. Es muß auch an einen erhöhten Aufwand bei hoher HF- oder ZF-Verstärkung im Bereich Neutralisation gerechnet werden.

Die fehlende umhüllende Kathode bei den direkt geheizten Röhren führten zum fast sofortigen betriebsbereiten Zustand nach dem Einschalten.

Batterieröhren, Miniaturröhren, Subminiaturröhren
Von links: KL1, DC70, DL96, XIO76

 

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151) Skalenseile. Allgemein und Besonders
Besonders 1: AEG 3084. Bei diesem Gerät sind die Skalen für UKW und AM gegenläufig. Das heißt, daß das jeweils untere Bandende (der niedrigste Frequenzbereich) auf den beiden Skalenbereichen eben gegenläufig ist. Also beim Neuauflegen des Skalenseils darauf achten. (Danke für diesen Tipp an nobbyrad58 aus dem WGF.)

Besonders 2: Telefunken Bajazzo de luxe 201. Hier gibt es ein Umlenkrad mit variablen Durchmesser (durch interne Federwirkung). Dadurch wird elegant das langsame Ausleiern des Seils über die Jahre kompensiert. Anders als bei "normalen" Radios braucht hier keine Ausgleichfeder in das Skalenseil eingekoppelt werden. Man muß das aber beim Neuauflegen beachten.

Besonders 3: RCA Victor 3-BX-671. Wegen eines sehr kleinen Drehko-Seil-Antriebrad-Durchmessers ist der daraus resultierende Seilweg sehr kurz. Um disese Strecke zu verdoppeln, hat Zenit eine geniale Idee verwirklicht. Dort wo sich der Skalenzeiger befindet, ist dieses aufgetrennt und ein in der Mitte am Chassis festgemachtes schlaufenförmiges Hilfsseil eingekoppelt. An dieser Hilfsseilschlaufe ist der Zeiger festgemacht. Diese Konstruktion verdoppelt den Zeigerweg. Beim Neuauflegen beachten, insbesondere, wenn man das Gerät erwirbt. Läuft also der Zeiger nur über den halben Skalenweg, ist der Vorbesitzer bei einer Reparatur in die Falle gelaufen.

 

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