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Sammler-Tipps |
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3. Bereich Sammeln Vor dem Öffnen von Geräten lesen Sie unbedingt diese Sicherheitshinweise.
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| 1) Welche Informationen brauche ich ueber
mein Radio-Gerät und wo müssen sie gelagert werden? Vielen Sammlern genügt es, Radios zu sammeln, zu restaurieren und dann ins Regal zu stellen. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, was mit Ihren Radios geschieht, wenn Sie einmal in der Zukunft die Sammlung nicht mehr betreuen können? Spüren Sie die Veantwortung, die Sie für die Ihnen anvertrauten Radios haben? Wird der zukünftige Besitzer (und vielleicht Sie auch) nicht erfreut sein, folgende Informationen über Ihr Radio zu haben: Schaltbild, Bedienungsanleitung, Werbung der damaligen Zeit, Prospekt, Baujahr, Verkaufspreis, Restaurationshinweise, Sammlerwert im Jahr xxxx. Gehen Sie davon aus, das zukünftig diese Informationen immer schwerer zu beschaffen sein werden. Es ist wenig sinnvoll, sich irgendwo die Daten aufzuschreiben und abzulegen. Diese Informationen werden irgendwann vom Gerät getrennt. Die oben gelisteten Unterlagen gehören in das Gerät!!! Nur so besteht zumindestens die Chance, dass sie nicht verloren gehen. Kleben Sie zumindestes ein kleines Kärtchen mit den wichtigsten Daten (nicht mit Drucker hergestellt, nicht mit Tinte oder Filzschreiber beschriftet) beschriftet mit Bleistift in das Radio. |
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2) Altes Radio gekauft? Prüfen Sie
die Röhren. |
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3) Ersatzteil-Beschaffung
für Radio-Oldtimer
Heben Sie alle Teile, auch die Sie im Augenblick nicht brauchen, auf. Achten Sie auf Flohmärkten, Sammlerbörsen und Internet-Auktionen auf ALLE Angebote. Denken Sie voraus. Vorsicht beim Erwerb von Elko-Lagerware. Diese scheinbar brauchbaren Elkos haben oft ihre Kapazität verloren. Prüfen Sie am besten beim Kauf mit einem mitgebrachten Ohm-Meter, ob ein kurzer Auflade-Ausschlag zu beobachten ist. Röhren-Kauf auf Flohmärkten ist Vertrauenssache und ein Risiko. Im Zweifelsfall nicht kaufen. Bei sehr alten Röhren immer den Heizfaden mit einem mitgebrachten Ohm-Meter prüfen. Oder Sie bauen sich das Portable-Prüfgerät nach, Vergessen Sie nicht Ihre Röhren-Daten-Tabelle. Sie haben eine Sammlung von fünf Volksempfängern, die alle einwandfrei funktionieren. Sie sehen auf einem Flohmarkt einen Lautsprecher für einen VE301 dyn. KAUFEN und auf Lager legen. Sie müssen auch improvisieren können. So kann eine Siebdrossel notfalls gegen einen Widerstand getauscht werden. Eine fehlende Gleichrichterröhre gegen einen Selen- oder zur Not gegen einen Silizium-Gleichrichter getauscht werden, usw. Leuchtstarke Magische Augen, insbesondere der Vorkriegs-Modelle, zu beschaffen wird immer schwieriger (und teurer). Gehen Sie vorsichtig mit den Bauteilen Ihrer Radios um. Insbesondere bei Reparaturen VORSICHT beim Ab- und Anschrauben von Knöpfen. Misstrauen Sie sich ständig selbst. Kurze Unachtsamkeit zerstört schnell Skalenscheiben, Lautsprecher, Tastensätze, dünne Litzen an Spulen etc. Kommen Sie mit der Beschaffung von Teilen nicht weiter, versuchen Sie ein zweites Gerät zu erwerben: ein gutes Ersatzteil-Lager. |
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4) Ist jedes alte Radio ein Volksempfänger? Wie es sich wirklich mit diesen Volksempfängern und "Goebbelsschnauzen" verhält, kann hier im Detail nachgelesen werden. |
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5) Bestandsaufnahme beim Erhalt eines alten Radios
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6) Welche Firmen sind sammelswert? Sind Spezialgebiete
sinnvoll? Geräte für Einsteiger. Radios als Wertanlage? Dann schränkt sich der Bereich der Firmen schon ein. Heute führt Braun und Saba in dieser Hinsicht den Sammlermarkt an. Das bezieht sich sich aber hauptsächlich auf die Nachkriegsproduktion. Bei Radios und Detektorempfänger der Vorkriegszeit gilt: Je älter, je wertvoller. Natürlich rufen Geräte-Serien wie der "D-Zug" hohe Preise auf, aber für den Bereich der Durchschnittsware ist eine wirkliche Wertanlage nicht zu erkennen. Im Gegenteil, viele Sammlungsauflösungen und Internetauktionen drücken die Preise Radios als Beleg für technische Entwicklung. Hier gibt es die Chance für Sammler mit kleinerem Geldbeutel. Viele innovative Geräte sind preisgünstig zu bekommen. Auch der Massenhersteller Grundig kann da so einiges bieten. Ich führe immer Körting als Beispiel für technische Leckerbissen an, wie. z.B. den Royal Syntektor. Allerdings setzt sich diese Erkenntnis langsam bei den Sammlern durch. Folge die Preise für die Körting-Modelle steigen. Aber im Bereich Technik muß natürlich auch SABA mit seinen Motorlauf-Geräten genannt werden. Weiter sind generell auch die Motor- und Tasten-Sendersteuerungen der Vorkriegszeit technisch interessant. Weitere Details hierzu. Andere sammeln Spezialgebiete, Beispiele: Radios mit HF-Vorstufe , Radios mit Ultra-Gegentakt-Endstufen , Radios mit eisenlosen Endstufen , Radios mit Synchron-Detektor , usw. Im Design-Bereich führt Braun (späte 50' iger Jahre, Anfang 60' ger Jahre) und Wega die Tabelle an. Wega ist hier eine gelungene Kombination aus eigenständigem Design (späte 50' iger Jahre , Anfang 60' iger Jahre) und relativ geringen Stückzahlen. Auch Durchschnittsware hat ihren Reiz. Gut restauriert macht sie durchaus was her und belastet den Geldbeutel nicht so sehr. Geräte für Einsteiger. Wer mit dem Radio-Sammeln anfangen will sollte bedenken, daß Geräte der frühen 20'ger Jahre und der 30'iger Jahre sicher sammlerwertmäßig oft höherwertiger sind, aber bei Reparaturen die Bauteile ungleich schwerer zu beschaffen sind und auch hohe Preise aufgerufen werden. Ein Radio der 50'iger Jahre und 60'iger Jahre hat zumeist auch mehr technische Möglichkeiten als ein Vorkriegsmodell. Deshalb der Rat mit Geräten von ca. 1950 - 1965 anzufangen. Frühe Transistorgeräte (ca.1956 - 1962) haben oft jetzt schwerer zu beschaffende Transistoren im Reparaturfall. Mit welchen Einstiegsgerät kann man nicht viel falsch machen? Hier EINIGE Beispiele. Fragt man fünf Sammler, wird man auch fünf verschiedene Auflistungen bekommen. Deuten Sie also die Liste lediglich als Anregung.
Spezialgeräte. Wer keinen Platz für eine große quantitative Sammlung hat, kann gut gleich Spezialgeräte ins Auge fassen. Miniatur-Radios, Radios eingebauter Uhr, Batterie-Tischradios, Radios mit mehreren Kurzwellenbereichen, Bakelit-Radios als einige Möglichkeiten. |
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7) Klangregel-Manie? Die Geräte bekamen simple Höhenblenden (oft auch mit dem Bandbreitenregler kombiniert), Bass- und Höhenabsenkungen über zwei Regler (Einsteller). Gefolgt von Klangregistern, die festverdrahtete Durchlasskurven erzeugten, die zumeist von zusätzlichen Reglern ergänzt wurden. Typische Bezeichnungen bei Radio-Tischmodellen (noch in der damals üblichen Beschriftungssprache deutsch!) für solche Klangtasten waren:
Um sich von der Konkurenz absetzen zu können, wurden insbesondere Ende der Fünfziger Jahre, Anfang der Sechziger Jahre erhebliche "Mäuseklaviere", oft auch in Sonder-Tastensätzen eingebaut. Viel half viel. Es ergab sich auch keine Normierung der Bezeichnungen (Klangblende, Höhen, Tiefen als gewissen Ausnahme). Jeder Hersteller schuf eigene Wort-Kreationen. Puristen meinen - vielleicht nicht ganz zu Unrecht - , daß eine gut kontruierte voneinander unabhängige Höhen- und Tiefen-Regelung und vielleicht ein Rumpel- und Kratzel-Filter bei Phono für ein Radio völlig ausreicht, alles andere wäre Werbe-Gefummle. Es waren in der Regel Abschwäch-Tasten den den Frequenzgang oben oder / und unten oder in der Mitte absenkten. Bessere Geräte boten sogar Frequenzgang-Anhebungen, so z.B. Geräte mit getrenntem Zusatzverstärker für die Höhen. Ein gutes Beispiel für eine Klangregelung ist Grundig mit einem Equalizer (obwohl es den Begriff damals in Deutschland so noch nicht gab. Eingebaut z.B. im Grundig 4019. Ein vierstufiges Klangregelregister auch mit ansprechender optischer Darstellung. Interessant ein menschlicher Aspekt: Die meisten Radios, die ich bei Reparaturen auf den Tisch bekam oder im Aussendienst reparierte und deren Besitzer ältere Menschen waren, fand ich mit rausgedrehten Höhen und Tiefen vor oder bei Klangtasten mit möglichst dumpfen Klang. Verstellte ich solche Geräte in Position "möglichst viel Höhen und Tiefen" wurde das fast immer vom Besitzer reklamiert. |
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8) Gerätetransport. Oder wie verschicke
ich ein altes Radio richtig? Beim Versenden eines Radio ist zu beachten:
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9) Bakelit-Radios, Catalin-Radios, Preßstoff
(Presstoff, Pressstoff) Weitere Informationen zur Bakelitbearbeitung und Bakelitpflege, Bakelitpolitur, Bakelitreinigung. Catalin ist ebenfalls ein auf Phenol basierender Kunstoff, der dem Bakelit ähnlich ist, aber doch anders produziert wird. Catalin ist in der Farbgestaltung flexibler als Bakelit. Catalin ist aber eher in den USA als in Deutschland genutzt worden. Preßstoff, Presstoff, Pressstoff, Press-Stoff) ist ein Material, was auch gern für die Herstellung von Gehäusen verwendet wurde. Hier ist die genaue Begriffsbestimmung nicht ganz einheitlich: Preßstoff wird aus Kunstharz vermengt mit Zusatzstoffen, wie Fasern, Holzmehl, Zellstoff usw hergestellt und dann verpresst. Es gibt aber auch Quellen, die diese Zusatzstoffe vermengt mit Bakelit oder Catalin nennen. So gesehen, kann also auch ein marmoriertes Volksempfängergehäuse nicht nur als Bakelit, sondern auch als Preßstoff bezeichnet werden. |
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10) Müssen alte Radios betriebsfähig
sein? Es ist sowieso so, daß der Tag kommen wird, wo zumindest auf den AM-Bereichen kaum noch Sender Rundfunkprogramme abstrahlen werden. Auf MW und LW geht die Senderzahl - insbesondere in Deutschland und Europa - deutlich zurück. Weitere Einschätzungen dazu hier. Auf UKW sollte (Stand 2010) schon längst der digitale DAB (oder DAB+) den FM-UKW-Rundfunk ersetzt haben. Nun hier haben wir aus Sammlersicht Glück: DAB und DAB+ sind eigentlich (nicht technisch) in Deutschland gescheitert. Hauptsache, Sie halten ein interessantes technisches Kulturgut aus dem vorigen Jahrhundert am Leben. Ob betriebsbereit oder "nur" als Schauobjekt ist im Grunde egal. |
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11) Sammeln, egal was und wieviel?
Man hört es nicht gern, aber: Wer plötzlich feststellt, dass er 3000 Radios an vier verschiedenen Orten extern und daheim angehäuft hat und die einzelnen Geräte nur noch stapelt ohne Chance sie als eigenständig präsentieren zu können, ist ein Sammel-Messie (man kann auch ein sauberer und reinlicher Sammel-Messie sein). 3000 Geräte, das gibt es doch nicht! Doch, gibt es sehr wohl. Um nicht mißverstanden zu werden. Ich will solche Sammler nicht als "krank" darstellen, aber so richtig "normal" ist das auch nicht mehr. Wer allerdings 1000 Quadratmeter externe Lagerfläche finanzieren kann (wer kann das schon) und nicht nur 8-10 Geräte einfach übereinanderstapelt, bis die 3000 Geräte (kaum noch erreichbar) ersammelt wurden, dem sei das wirklich gegönnt. Der kritische und schwierige Umkipp-Punkt liegt bei der ersten Erreichnung des Zustands "Wohnung voll" und der / die Lebenspartner (falls vorhanden) beginnt Schwierigkeiten zu machen und von Trennung spricht. Will man ein zukünftiges einsames Leben oder die "Wohnungszumüllung" vermeiden, ist eigentlich der Umstieg von Masse zu weniger - aber ausgesuchten - Geräten unbedingt erforderlich. Dazu gehört die "schlimme" Erkenntnis, daß weniger mehr sein kann. Glauben Sie: Auch zwanzig gut ausgesuchte und seltene Radios machen was her und können den Sammler voll zufrieden stellen. Können Sie einige hundert Geräte - nett präsentiert - in Ihrem privaten Umfeld qualfrei unterbringen: Herzlichen Glückwunsch. Haben Sie dagegen erhebliche Aufstellprobleme, dann denken Sie doch bitte mal über diesen Themenpunkt 11 nach, vielleicht ist ja doch was dran. Prüfen Sie: Können Sie jedes Gerät Ihrer Sammlung nach Betreten des jeweiligen Raums ohne Umstapel-Aktivitäten innerhalb von einer Minute erreichen und ist das Gerät als eigenständig erkennbar und können Sie es ohne "Baumaßnahmen" sofort auf einen Tisch stellen? Ja - dann ist alles völlig in Ordnung. Nein - Dann sind Sie ein Sammler-Messie !!! |
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12) Nachbauten, Nachempfindungen, Fälschungen Begriffe:
Fälschungen: Dabei werden durchaus möglichst viele alte oder nachgebaute Bauteile verwendet. Es können auch aus mehren Altgeräten "Original-Geräte" zusammengebaut werden, dabei werden aber zumeist NICHT ALLE Teile aus Original-Geräten entneommen sein. Gerade Gehäuse, Bedienteile und Skalen werden gern nachgebaut. Man kann allerdings darüber streiten, ob ein Aufbau aus 100 % Originalteilen aus verschiedenen Gerätes eines Modells ein Fälschung darstellt. Puristen werden sagen: Allein durch die Verwendung neuen Lötzinns wird ein Nachbau aus Originalteilen zur Fälschung, wenn es nicht angegeben wird. Fälschern gelingt oft nicht, eine 100 % - Kopie zu erstellen, kleine Abweichungen vom Original gibt es fast immer. Gerade frühe Radios aus den Jahren 1923 bis ca. 1930 sind von Fälschungen leider gut zu realieren, denn es gibt oft nur noch wenig Originale. Auch Photo-Suchen im WEB sind zumeist wenig erfolgversprechend, da diese Photos immer wieder zu wenig Details zeigen. Nicht Jeder hat in seiner Nähe die Möglichkeit, ein Museum mit Radiogeräte-Abteilung zu besuchen, um dann noch gerade dieses Gerät zu finden. Deshalb sind auch gerade die Fälschungen von frühen Detektor-Empfängern zu finden, denn die können als Originale schon recht hohe Sammlerwerte aufweisen. Detektoren lassen sich relativ leicht - fast echt - nachbauen. Gibt es Anhaltspunkte für ein Fälschung? Ja, bedingt:
Einzeln betrachtet, ist die Beachtung obiger Anhaltspunkte-Liste noch recht unsicher, aber in der gesamten Beachtung der Punkte kann sie doch Hinweise geben. |