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Lautsprecher in alten Radios
Online seit 25.05.2007. Letzte Bearbeitung 17.04.2010
(Copyright 2007-2010, Berlin, Rainer Steinführ)
Der Kopfhörer und der Lautsprecher wandeln das verstärkte
und demodulierte Hochfrequenzsignal eines Rundfunksenders nach ausreichender
Niederfrequenzverstärkung in akustische Signale um.
Es haben sich verschiedene Schallwandlerprinzipien schon
in den ersten Jahren des Rundfunks durchgesetzt. In den ersten Jahren
spielten die elektromagnetischen Kopfhörer (bei Detektorempfängern,
aber auch bei Radio) eine grosse Rolle. Diese wurden bald durch effektivere
elektromagnetische Lautsprecher (bei Radios) abgelöst. Mit der Einführung
der elektrodynamischen aber noch mehr der permanentdynamischen Lautsprecher
hat die Entwicklung ihren (vorläufigen?) Abschluss gefunden. Details
zur Zeitentwicklung finden Sie hier.
Lautsprecher (bis auf die Elektrostat- und Kristall-Systeme)
brauchen möglichst starke Magneten, in deren - oder möglichst
dicht bei diesem - stärksten magnetischen Fluss-Bereich sich das
beweglich antreibende Teil befinden sollte. Eine Vielzahl von Patenten
und kleinen und grossen Sensationen wurden dem geneigten Käufer in
Prospekten und Katalogen offeriert, vieles war mehr Schein als Realität.
Man darf nicht vergessen, der NF-Frequenzgang des Sendersignals ging über
4,5 bis 5 Khz auf den AM-Bereichen nicht hinaus. Trotzdem wurden Piano-,
Konzert-, Reinklang-, elektromagnetische Lautsprecher mit grosser Tonfülle,
mit klarer Wiedergabe, grosser Tonreinheit, unverzerrter Wiedergabe, wundervoll
weichem vollem Ton, kräftigem Ton, warmem Ton, unerreichter schöner
natürlicher Tonwiedergabe, strahlender Klangwiedergabe, usw, usw.
angepriesen.
Es wurden in der Frühzeit der Radiotechnik viele Lautsprechersysteme
entwickelt. Ziel war eine höherer Wirkungsgrad, eine höhere
Lautstärke, eine höhere Verzerrungsfreiheit, ein besserer Klang,
eine bessere Übertragungsbandbreite, eine bessere Bassabstrahlung.
Die Lautsprecher sollten das verarbeiten können. Die typische Form
der Membran und des Konus bildete sich erst durch viele Versuche heraus.
Metall-, Stoff- Holz-, Papier-Trichter wurden genutzt.
Es ist beim elektromagnetischen Typ nicht immer ganz einfach,
bei einem unbekannten Lautsprecher den richtigen Typ per Augenschein zu
erkennen. Dieser Artikel kann bei der Bestimmung des Typs helfen. Gerade
Standard-Zungenlautsprecher und Freischwinger müssen genau betrachtet
werden, um die Bestimmung vornehmen zu können.
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Trichterlautsprecher
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Freischwinger für Volksempfänger
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Begriffsbestimmungen.
Auf dieser Seite tauchen immer wieder die Begriffe "Gleichstromauslenkung"
und "Magnetische Vorspannung" und "Mechanische Vorspannung"
auf:
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Gleichstromauslenkung. Üblicherweise
werden die elektromagnetischen Lautsprecher direkt in die Anodenleitung
der NF-Endstufenröhre eingefügt. Dadurch fliesst natürlich
auch der Anodengleichstrom durch den Lautsprecher und lenkt deren
Membran oder Zunge damit aus der mechanischen Ruheposition aus. Dadurch
werden die Halbwellen des NF-Signal unsymmetrisch verarbeitet, was
zu gewissen Verzerrungen führt. Durch Kondensatorkopplung oder
Trafo-Kopplungen kann dieser Effekt umgangen werden. Gleichstromauslenkung
= Anodenstromgleichstromauslenkung.
Ein Effekt, der z.B. bei Freischwingern
zur Beachtung der Polarität der Leitung zur Röhrenendstufe
zwingt, denn bei einer hochohmigen Röhrenendstufe fließt
eben auch Gleichstrom durch den Lautsprecher. Nichtbeachtng würde
zu stärkerem Zerren des Tons führen.
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Magnetische Vorspannung. Liegt ein magnetisierbares
Teil nicht mittensymmetrisch im magnetischen Kraftfeld eines Magneten,
wird es in diese Mitte gezogen. Dadurch werden die Halbwellen des
NF-Signals unsymmetrisch verarbeitet, was zu gewissen Verzerrungen
führt.
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Mechanische Vorspannung. Die Membran oder
der Konus eines Lautsprechers, aber auch des eigentlichen Antriebelementes
müssen irgendwo befestigt werden. Das ist die Position, die ein
Lautsprecher ohne Aussteuersignal einnimmt. Allerdings unter Berücksichtigung
dessen, was in den beiden Vorpunkt ausgeführt wurde. Je geringer
diese mechanische Vorspannung ist, desto besser der Klang.
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Elektromagnetischer Lautsprecher.
Allen elektromagnetischen Lautsprecher ist der U-förmige
Magnet eigen. Sonderformen arbeiteten auch mit 2 Magneten . Einige der
Systeme können mechanisch nachjustiert werden.
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Trichterlautsprecher nach dem Kopfhörerprinzip.
Bei ganz frühen elektromagnetischen Lautsprecher wurde quasi
ein Kopfhörersystem verwendet, wo an die Schallöffnung ein
Trichter ((2)) - ähnlich wie bei einem Hörrohr - angebracht
wurde (Trichterlautsprecher). Bewegliches Antriebselement ist keine
Spule, sondern ein magnetisierbares Metallteil, dass gleichzeitig
auch der Schallgeber ist.
Der Wirkungsgrad beim Lautsprecher nach diesem Prinzip ist nicht hoch,
da die Polschuhe weit auseinander stehen und das dünne Membran-Metall
diesen Bereich nur unzureichend überbrückt. Ein Nachteil
ist die magnetische Vorspannung und die Gleichstromauslenkung.
Beim Kopfhörer ((1)) hat die Membran Scheibenform, beim Lautsprecher
Trichter oder Konusform. Das angetriebene Metallteil ist direkt das
schallerzeugene Teil. Dabei gibt es diverse Formvarianten. Auf einen
meist u-förmigen Permanentmagneten wird eine oder mehrere Wicklungen
Spulendraht angebracht und eine dünne Metallmembran dicht an
die Polschuhe gebracht. Wenn Wechselstrom durch die Treiberspule fliesst,
wird die Membran stärker und wieder schwächer angezogen
und Schallwellen generiert.
Die Impedanz dieser Systeme liegt in der Grössenordnung von
ca. 2000 Ohm. Der Gleichstrom-Widerstand beträgt ca. 200-2000
Ohm. So können die NF-Endstufenröhren vieler Radios direkt
mit dem Lautsprecher verbunden werden. Die Auslenkung der Membran
wird bei Annährung der Membran an den Magneten (grossen Amplituden)
noch stärker, so treten weitere Verzerrungen auf. Eine Variante
stellte ((3)) dar.
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Zungenlautsprecher. Verbesserte Variante des
elektromagnetischen Lautsprechers. Das angetriebene bewegliche Metallteil
ist nicht mehr direkt Schallwandler und kann deshalb besser in den
stärksten magnetischen Flussbereich gebracht werden, was den
Wirkungsgrad und die erreichbare Lautstärke deutlich anhebt.
Damals wurden die Zungenlautsprecher gern als Flächenlautsprecher
oder Grossflächenlautsprecher bezeichnet. So sollten sie sich
von den trompetenartigen Trichterlautsprechern begrifflich absetzen.
Auch der Begriff "trichterloser" Lautsprecher wurde verwendet.
Dabei gab es sprachliche Ungenauigkeiten. So mancher Trichterlautsprecher,
der in einem Gehäuse versteckt wurde, galt plötzlich auch
als trichterloser Lautsprecher.
Mittels eines Verbindungsteils (Zunge) wurde erst der eigentliche
Schallgeber angetrieben (Pappkonus, usw). Es gab Varianten (wie z.B.
das Zungensystem mit Tiefenkompensation - Gealion, AEG), die weitere
Klangverbesserungen brachten.
Man unterscheidet dabei zwischen 2-Pol-Systemen und 4-Pol-Systemen
((4)). Das 2-Pol-System hat noch gewisse Probleme mit der magnetischen
Vorspannung. Der 4-Pol-Antrieb reduziert das in Grenzen. Die 4-Poligkeit
wird entweder durch einen weiteren Magneten oder durch konstruktive
Massnahmen an den Polschuhen erreicht. Auch die mechanische Vorspannung
wird geringer. Die Bezeichnung reicht bis zu 8-Polsystemen, wobei
der Begriff etwas missverständlich eingesetzt wurde. Ein Magnet
ist immer ein Dipol, hat also 2 Pole. Man verstand es aber so: Bekam
ein Polschuh eine Einkerbung oder einen mittigen Rückbau, war
es dann schon ein 4-Polsystem (2 * 2 Pole). Im echten Sinn müssten
bei einem 4-Polsystem 2 Magnete beteiligt sein, auch diese Lautsprecher
gab es.
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Induktordynamischer Lautsprecher. Zungenlautsprechervariante.
Bei den anderen elektromagnetischen Lautsprechern - unter Ausnahme
der Systeme nach dem Kopfhörerprinzip - wird das bewegliche Teil
im Bereich des stärksten magnetischen Flusses quasi quer oder
90 Grad zu diesem im Takt der NF verschoben.
Dadurch kann der notwendige Spalt zwischen den Polschuhen sehr klein
gewählt werden. Jeder Polschuh hat ein eigenes Antriebselement,
dass nichtmagnetisch mechanisch verbunden ist. Diese beiden Elemente
sind aber im Luftspalt etwas seitlich versetzt. Nur so kann es sich
im Takt der NF im Spalt vewegen.
Vorteil ist die konstante Auslenkung auch bei hohen Lautstärken.
Mechanische und magnetische Vorspannung ist gering. Guter Wirkungsgrad
und hohe Übertragungsbandbreite. Allerdings ist eine exakte Justage
erforderlich.
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Freischwinger.
Dieser Typ ((5)) ist eine Zungenlautsprechervariante und vermeidet
weitgehend die magnetische Vorspannung und verstärkt auch
nicht bei grossen Amplituden zusätzlich die Auslenkung. Die
Impedanz liegt um 2000 Ohm.
Der bewegliche Zungenteil liegt nicht mehr zwischen den Polschuhen,
sondern lediglich möglichst dicht daran. Bei starken Amplituden
wird der Bereich des stärken magnetischen Flusses schon ein wenig
verlassen, so können zusätzliche Verzerrungen wie bei den
Standard-Zungenlautsprechern vermieden werden.
Sicherlich der Höhepunkt der Entwicklung der elektromagnetischen
Lautsprecher. Bekannt geworden sind diese Antriebssysteme auch in
einigen Volksempfängern und bei den DKEs.
In einigen Publikationen wird der Freischwinger auch als Induktor-Lautsprecher
bezeichnet.
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((1)) Kopfhörer

((2)) Lautsprecher mit Trichter
nach dem Kopfhörerprinzip

((3)) Lautsprecher mit Trichter
nach dem Kopfhörerprinzip.
Variante

((4)) Elektromagnetischer Zungenlautsprecher
4-polig.

((5)) Freischwinger-Lautsprecher

Freischwinger. Die Zunge befindet sich nicht im
Luftspalt,
sondern kurz davor.
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Elektrodynamischer Lautsprecher. (Tauchspulensystem)
Alle elektromechanischen Lautsprecher haben mehr oder weniger
das Problem mit der magnetischen Vorspannung. Auch die mechanische
Vorspannung ist teilweise recht hoch. Elektrodynamische Lautsprecher
((6)) (auch Dynamo-Lautsprecher genannt) schaffen Abhilfe.
Das Magnetfeld wird elektrisch fremderregt und kann hohe
Werte annehmen. So kann nun die Antriebsspule sich im Magnetfeld bewegen
und den Pappkonus direkt antreiben. Anders als beim elektromagnetischen
Lautsprecher, wo die Erregerspule fest montiert ist.
Es ist kein Dauermagnet nötig. Da die Impedanz aufgrund
der geringen Windungszahl recht gering ist, wird eine Transformatorankopplung
an die Lautsprecherröhre notwendig.
Demgegenüber steht der Vorteil einer nicht mehr vorhandenen
Gleichstromauslenkung. Geringe mechanische Vorspannung.
Allerdings verbraucht ein Radio mit fremderregten Magneten
deutlich mehr Strom. Man kompensiert das teilweise durch Nutzung der Magnetierspule
als Siebdrossel im Netzteil.
Der Wirkungsgrad ist recht hoch und die Übertragungsbandbreite
grösser als beim elektromagnetischen Lautsprecher. Auch die Verzerrungen
sind geringer. Die Impedanz liegt um 5 Ohm. Der Gleichstromwiderstand
liegt um 1-5 Ohm.
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((6)) Elektrodynamischer Lautsprecher

Elektrodynamischer Lautsprecher von Graetz mit Koppeltransformator |
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Permanentdynamischer Lautsprecher. (Tauchspulensytem)
Sinngemäss gilt hier auch das zum elektrodynamischen
Lautsprecher gesagte. Beim permanentdynamischen Lautsprecher ((6)) wird
aber keine fremderregte Magnetfeldspule benötigt, der zusätzliche
Strom hierfür entfällt. Die Feldspule wird durch einen starken
Permanentmagneten ersetzt. Die Entwickung ging zur Entwicklung von Formen
und Materialien, die einen möglichst hohen magnetischen Fluss im
Luftspalt erzeugen. Mit Einführung der Hifi-Anlagen und abgesetzten
geschlossenen Lautsprecherboxen wurde eine andere Art der Konus- oder
Flachmembran-Aufhängung erforderlich. Hatten alle Radio-Lautsprecher
bis dahin relativ harte Aufhängungen am äusseren Rand der Pappmembran
und an der Führung des Konus nahe der Spule im Luftspalt, wurden
diese Aufhängungen jetzt weich. Zumeist aus Gummiartigen Material.
Die Konusmembran kann jetzt viel leichter bewegt werden. Da diese Lautsprecher
in geschlossenen oder halbgeschlossenen Gehäusen montiert sind, wird
ihr Hub begrenzt. Eine bessere Basswiedergabe wird so erreicht. Die
Impedanz liegt um 5 Ohm. Der Gleichstromwiderstand liegt um 1-5 Ohm.
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((7)) Permanentdynamischer Lautsprecher |
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Elektrostatischer Lautsprecher
Belegt man eine Isolierplatte oder Folie hinreichender Grösse
mit zwei metallisierten Platten oder Folien und versieht diese Platten
mit einer Gleichspannung, kann ein zusätzlich angekoppeltes NF-Signal
hörbar gemacht werden. Der Frequenzgang ist stark höhenbetont.
Der Wirkungsgrad ist gering. Neben einigen Anwendungen als Vollautsprecher
hat sich dieser Typ hauptsächlich als Hochtöner geeignet erwiesen.
Typische Gleich-Vorspannung um 100-150 Volt. Das Wechselspannungssignal
wird oft über die Primärseite des Lautsprechertrafos kapazitiv
entnommen. Ich habe keine Literaturstelle gefunden, die auf die Frage
der von mir vermuteten Gleichspannungsauslenkung in Analogie zur weiter
oben beschriebennen Gleichstromauslenkung eingeht. Erzeugt diese Auslenkung
eine zusätzliche Verzerrung oder Unlinearität? Die Impedanz
ist hochohmig.
In den Siebziger Jahren kamen einige Hochleistungskopfhörer
nach diesem Prinzip heraus, die einen hervorragenden linearen Frequenzgang
bei hoher Klanggüte lieferten. Als Beispiel sei der Unipolar von
Sennheiser genannt.
Der Gleichstromwiderstand ist extrem hochohmig bis unendlich.
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Elektrostatischer Lautsprecher von Siemens |
Kristall-Lautsprecher
Ähnlich wie bei Kristallkopfhörern kann ein solcher Lautsprecher
insbesondere Höhen gut abstrahlen. Wird an Kristalle eine Spannung
angelegt, biegen sich sich durch. Bei Wechselspannungen folgen dünne
Kristallscheiben dieser Spannung mechanisch und erzeugen (bei NF-Ansteuerung)
Töne.
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Zeittafel der verfügbaren
Schallwandler seit Einführung des Rundfunks in Deutschland:
- 1923. Elektromagnetischer Lautsprecher als Trichterlautsprecher.
Von 1923 bis 1927 wurden eigentlich nur Radios mit externen
Lautsprechern und / oder Kopfhörer angeboten.
- 1925. Elektromagnetischer Lautsprecher als Konuslautsprecher
(Zungenlautsprecher).
Externe Lautsprecher. Während die Radios selbst oft lediglich
designmässig einen rudimentären spröden Charme ausstrahlten,
waren diese externen Lautsprecher optisch oft eine Augenweide.
- 1926. Elekromechanischer Lautsprecher Flächenlautsprecher.
Es wurden grosse Flachkonus-Typen mit geringer Steigung,
aber auch Modelle mit kleinem Konusdurchmesser. Flächenlautsprecher
(grosser Durchmesser) galten als Spitzenmodelle.
- 1928. Elektromechanischer Lautsprecher 4-Pol-Anordnung.
Elektrostatischer Lautsprecher (z.B. AEG Geola oder Oszillophon)
Elektrodynamischer Lautsprecher.
Es tauchten die ersten Modelle mit eingebauten Lautsprecher
auf. Dazu gehörte auch der Protos-Empfänger. Sogar ein Radio
mit elektrostatischem Lautsprecher war in diesem Jahr vertreten (Lichtnetzanschluss-Empfänger
"Oszillophon". Eine der ersten "Musiktruhen" mit
eingebauten Lautsprecher wurde von Nora als "Form EW6" angeboten.
- 1932. Permanendynamischer Lautsprecher
Freischwinger
- 1935. Radios mit mehr als einem eingebauten Lautsprecher.
Der Körting Ultramar als Spitzengerät verfügte
über 2 dynamische Lautsprecher.
- 1937. Radios mit getrenntem Tiefton/Mittelton- und Hochtonlautsprecher.
Der Blaupunkt 7W77 ist wohl das erste Modell mit getrennten Tief-
und Hochton-Lautsprecher. Dabei war der Tieftöner ein elektrodynamisches
System und der Hochtöner ein permanentdynamisches System.
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Bekannte Lautsprecher-Hersteller (Modelle) der ersten Jahre (1923-1933)
- Acuston
- AEG
- Ahemo
- Alboton
- Amplion
- Amigo
- Angela
- Arcophon (Telefunken)
- Badul
- Berco
- Beteco
- Beyer
- Blaupunkt
- Caruso
- Draloid (Etola)
- DTW
- Dynuk
- Elion
- Eloden
- Emaco
- Excello
- Geha
- Grawor
- Famet
- FMG
- Held
- Hegra
- Helios
- Humpert
- Ideal
- Ihig
- Indu
- Isophon
- KEG
- Koch & Sterzel
- Körting
- Kramolin
- Laklato
- Lenzola
- Loewe
- Lorenz
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- Makrophon
- Membra
- Mende
- Mercedes
- Merkurit
- Meteor
- Monos
- N & K
- Nora
- NUK
- Ontri
- Orion
- Owin
- Paunag
- Perkeo
- Pfleger & Meyer
- Philips
- Piccolo
- Phonos
- Progreß
- Protos
- Radioglobe
- Richter
- Rotaphon
- Rotstern (Blaupunkt?)
- Saba
- Sachsenwerk
- Schaub
- Schuchardt (Hallophon)
- Seibt
- Selectite
- Siemens
- Staßfurt
- Sutra
- TeDeWe
- Tefag
- Telefunken
- Undy
- Weslo
- W.A.B.
- Woba
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Nora L27 als Beispiel für einen typischen elektromagnetischen
Lautsprecher:

Baujahr 1932.

Bemerkenswert ist die "Aufhängung". Die
Konusmembran ist einfach an die
Vorderseite geklebt. Das eigentliche Antriebsteil ist mittels eines
einfachen
Brettes am hinteren Teil des Gehäuses verschraubt.
Gut zu sehen ist die Justage-Einstellschraube.

Von oben nach unten:
Holzbefestigung, Justage, Lötleiste, Magnet mit Polschuhen,
Zunge zur Membran, Konusmembran.
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Einige weitere Lautsprecher aus der Frühzeit:
(Die gezeigten Modelle sind im Deutschen
Rundfunk-Museum Postdam photographiert worden.
Vielen Dank an Herrn Exner für die Bereitstellung)
Neufeld & Kuhnke. LK 2
Baujahr 1924. Holz-Umlenktricher-Lautsprecher.
Die "Kopfhörerkapsel ist gut zu erkennen.

AEG Clamo 1927. Konuslautsprecher. Zungenantrieb.
.... Antrieb
Preis damals 15 RM.

Philips 2016, 1928. Zungenantrieb.
Konus nach vor gewölbt.

Rückansicht des Philips 2016 Lautsprechers mit Austellhalterung.

Sandahl Fächerlautsprecher, Typ F. 1928, Preis
damals 38,50 RM

Rückansicht des Sandahl-Lautsprechers

Protos RFL 4. 1928
Besonderheit: Keine runde mittensymmetrische Membran. (Falzsystem)

Hier ist der Längstknick in der Mambran gut
zu sehen.

Elion Flächenlautsprecher. 1928. Preis damals
40,15 RM
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Photos von Seitenbesuchern und Forumsbesuchern:
(Das Urheberrecht liegt bei den Einsendern.)
Zungen-Flächenlautsprecher der Firma Walter Richter - Hannover.
(Photos von Horst. email: Horst
)




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Zungen-Flächenlautsprecher der Firma Philips, Modell 2003
?, 1928 ?.
(Photos von Jürgen. email: Jürgen
)



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Wer weitere Photos von frühen Lautsprechern (mit Urheberrecht) hat,
bitte einsenden an diese Email-Adresse.
Ich nehme sie dann in diese Seite unter Nennung der Email-Adresse und
des Namens mit auf.
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Chassis, offene Box, halboffene Box, Bassreflex-Box, geschlossene
Box, Mehrweg-System, Transformator
Ein reines Lautsprecherchassis (ohne akustische Kurzschluß-Verhinderung
durch Schallwand, usw) hat einen schlechten Wirkungsgrad, insbesondere
die Bässe werden unterdrückt. Deshalb ist eine möglichst
großflächige Schallwand, in die der Lautsprecher eingepasst
ist, eine Notwendigkeit. Bis zur Einführung der geschlossenen Lautsprecher-Boxen
bei HiFi-Anlagen waren die Membranen in den Lautsprechern am äußeren
Rand "hart" aufgehängt. Der Übergang von der Membran
zum Chassis wurde durch eine klein auskränkende Mehrfach-Wellen-Form
der Sickenhaufhängung realisiert. Im Gegensatz dazu die zumeist gummiartige
Aufängung mit einer großauskränkenden Welle:

Um nicht ein riesiges Konstrukt hinsichtlich der Schallwand
nutzen zu müssen, wurde gedanklich die Schallwand "umgebogen",
um ein Gehäuse zu erhalten, wo der Schall nicht kurzgeschlossen ist.
Das so entstandene halboffene Gehäuse wurde bei Radios zum
absoluten Standard. Die Rückwand des Radios war (quasi) offen, Die
großen Löcher ließen den Schall fast ungehindert durch.
Mit Einführung der Stereotechnik und HiFi-Technik ergab
sich die Notwendigkeit, externe (vom Radio getrennte) Lautsprecher-Boxen
zu verwenden. Zuerst waren die externen Boxen ebenfalls halboffen. Die
Hifi-Technik verlangte besseren Frequenzgang und höhere Ausgangsleistungen.
Typische Radio-Röhren-Verstärker lieferten 5-15 Watt. Damit
konnten offene und halboffene Boxen zwar gut betrieben werden, aber der
Trend ging zu Transistor-Verstärkern mit Ausgangsleistungen über
15 Watt bis bald 50 Watt und mehr.
Es stellte sich heraus, dass geschlossene Boxen , insbesondere
bei Mehrwege-Systemen (getrennte Bass-, Mittelton- und Hochtonsyteme)
insgesamt ein besseres Klangbild bieten konnten. Allerdings brauchten
geschlossene Boxen deutlich mehr NF-Leistung, das geschlossene
Gehäuse bedämpfte das freie Ausschwingen der Membran beim Tiefton-System.
Mehrwege-Systeme benötigten Frequenzweichen, um das NF-Spektrum auf
die Lautsprecher zu verteilen. Oft mußten die Mitteltöner und
Hochtöner vor dem Schalldruck des Basslautsprechers geschützt
werden. Das konnte duch luftdichte Abdeckungen erreicht werden. Eine Probe,
ob bei einer geschlossenen Box der ungehinderte Luftaustausch wirksam
begrenzt ist, kann mit vorsichtigem Druck beider Hände auf
die Membran erfolgen. Die Membran darf nur leicht verzögert wieder
in die Ruhestellung zurückgehen.
Einen gewissen Kompromiß bei der Leistungsansteuerung
brachten Bassreflex-Boxen, wo ein definiertes "Loch"
Bass-Resonanz-Überhöhungen aufbaute und damit den Wirkungsgrad
im Bass-Bereich verbesserte. Allerdings verfälschten Bassreflexboxen
leicht einen möglichst linearen Frequenzgang.
Röhrenendstufen benötigten in aller Regel Transformatoren,
um die NF-Leistung an niederohmige Lautsprecher abzugeben. Transistorendstufen
kamen bald ohne Transformatoren aus. Es gab externe Lautsprecher, die
eingebaute Anpasstransformatoren hatten. Um auch größere Räume
mit langen Zuleitungen beschallen zu können, gab es die 100 Volt-Technik.
Dabei wurde von dem NF-Verstärker ein NF-Signal mit 100 Volt Wechselspannung
ausgegeben. In der Lautsprecher-Box wurde dann auf die Niederimpedanz
des Lautspreches heruntertransformiert. So konnten auch lange Strecken
recht verlustarm überbrückt werden.
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