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Der Radiomann-Experimentier-Kasten
fuer Kinder wurde von Kosmos (Franckh-Verlag Stuttgart, heutiger Name: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG) ) seit 1934 bis zum Ende der Sechziger (Siebziger) Jahre in diversen Varianten angeboten. Ein Seitenbesucher berichtete mir von seinem Radiomann, den er wohl 1935 zum Geburtstag erhalten hat. Ein anderer Seitenbesucher teilte mit, dass er seinen Radiomann noch um 1941/42 (also schon waehrend des 2. Weltkrieges) geschenkt bekam. Dieser Seitenbesucher wies auch auf eine Ungereimtheit bei der damals verwendeten Roehre DM300 hin. Sie soll wohl in unterschiedlicher technischer Gestaltung auf dem Markt gewesen sein *. Ein weiterer Sammler teilte mir mit, dass er einen Radiomann von 1957 hat, der mit DM300 bestueckt war. Also scheint der Roehrenwechsel zwischen 1958 und 1960 vollzogen worden zu sein.

Generell kann gesagt werden, dass die verwendeten Roehren (auch Raumladegitter-Roehren) gut geeignet waren, um bei geringsten Anodenspannungen (um 13,5 V) schon brauchbare Verstaerkungen zu liefern. Das gilt insbesondere, wenn man bedenkt, dass beispielsweise die EF98 nur mit 4,5 V statt 6,3 V geheizt wurden. Die EF98 gehoerte zu einer modernen Roehren-Serie, die eigentlich Ende der Fuenfziger Jahre den Transistoren im Autoradio-Bereich Konkurrenz machen sollten. Ein Zerhacker konnte so teilweise in den Autoradios vermieden werden, da diese Roehren mit 6-12 Volt Anodenspannung auskamen.

Zum Baukasten gehoerten eine oder mehrere Grund-Montageplatten aus Holz, spaeter aus Plastik. Ein Kopfhoerer mit Buegel, Spulen, Kondensatoren, Drehkos, Birnen, Widerstaende, usw.

Besonders reizvoll war es fuer die Kinder und Jugendlichen mit den Detektor-Empfaenger-Versuchen auch ohne Batterie Radio zu hoeren , die Sender-Energie lieferte ja quasi umsonst die Musik in den Kopfhoerer, fuer heutige Jugendliche sicherlich nur ein un-cooles naives Vergnuegen.

Als Ergaenzung zum Experimentierkasten
konnte eine Roehre (z.B. EF98 oder vorher RE074d oder DM300 *) erworben werden, mit der weitere Versuche moeglich waren. Versuche: Der Versuch von Edison, der erste Roehrenversuch, Elektronen im leeren Raum, die Anodenbatterie saugt Strom aus der Anode, die Roehre als Detektor, der Aufbau des Roehrenempfaengers, Rueckkopplung mit Regelung.


* = Zur Roehre DM300 gibt es in der Zeitschrift "Funkgeschichte" Nr. 139 einen interessanten Artikel von Wolfgang Holtmann, der auf das Problem Raumladeroehre / nicht Raumladeroehre hinweist. .