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Radios mit Synchron-Demodulator-Varianten

(Online seit 17.03.2007. Letzte Bearbeitung: 02.04.2008)

(C) Copyright Rainer Steinfuehr, Berlin, 2007-2008.

Gebräuchliche Modulations- und Demodulationsarten

Die in der Rundfunktechnik benutzten Modulationsarten sind fast ausschliesslich Amplitudenmodulation (AM) und Frequenzmodulation (FM)und selten SSB. Heute kommen noch die digitalen Modulationsarten DAB und DRM hinzu.

SSB: Auch die Einseitenbandtechnik (SSB=Single side band) wurde in geringem Maße verwendet. Bei SSB wird das Sendesignal mit unterdrückten Träger abgestrahlt. Eines der beiden Seitenbänder wird dabei unterdrückt. Der Vorteil auf der Sendeseite ist die entweder geringere Sendeleistung bei gleicher Reichweite gegenüber AM oder bei Verwendung der gleichen Gesamtleistung in einem Seitenband vereinigt wie bei AM insgesamt eine höhere Reichweite bei SSB. Auf der Empfängerseite wurde eine besondere Demodulatorstufe erforderlich: Der Produktdetektor oder als "kleine" Lösung der Überlagerer (BFO). Beide Varianten ersetzen sozusagen am Ort den fehlenden Träger des Signals und fügen diesen dem Seitenband hinzu. So kann das Signal wieder demoduliert werden. Es ist hierfür nur ein Seitenband notwendig. Diese Technk wird in der Nichtrundfunktechnik und bei Funkamateuren noch heute eingesetzt. Hohe Reichweite und wenig Bandbreite in dicht belegten Bändern ist so zu erreichen. Der Produktdetektor erzeugt bessere Signal als ein BFO (der eigentlich zur Dekodierung von Morsezeichen gedacht ist. Er arbeitet ähnlich einer Synchrondetektorschaltung. Der Produktdetektor kann auch bei schwierigen Empfangsverhältnissen zur Demodulation von AM genutzt werden, da nur ein Seitenband ausgewertet wird und schmalere ZF-Filter verwendet werden können, allerdings engt sich so der NF-Frequenzgang in Abhängigkeit zur ZF-Bandbreite ein.

SYNCHRONDETEKTOR für AM-Demodulation: Beim Synchrondetektor wird dem Sendersignal im Empfänger der Träger synchron zugefügt und ersetzt den Originalträger. Der Träger steht rekonstruiert zumeist phasenstarr zur Demodulation bereit. Es entsteht eine Mitziehzone (ein enger Frequenzbereich, in dem der im lokalen Oszillator erzeugte Träger auf den ursprünglichen Träger gezogen wird. Wird dieser Fangbereich verlassen, ist sofort ein zusätzlicher Pfeifton zu hören und das Signal wird unverständlich. Bei AM bleibt die Frägerfrequenz des Sendersignals immer gleich. Der Synchrondetektor zieht sich innerhalb dieser Fanggrenze auf diese Originalfrequenz und verbleibt dort, will ein Frequenzschwanken ausdrücklich vermeiden. Auch sehr schwache Signale erhalten so einen "besseren, u.u. stärkeren" Träger zugesetzt.

Bei AM wurden (werden) die Synchrondetektoren bei Kommunikationsempfängern und hochwertigen Weltempfängern eingesetzt. Dabei können beide Seitenbänder oder nur (umschaltbar) jeweils ein Seitenband genutzt werden. Vorteil: Klarerer Empfang bei stark schwankender Feldstärke und bei Nutzung jeweils eines Seitenbandes Unterdrückung von Nachbarkanalstörungen. Lag neben dem Nutzsignal auf einer Seite ein störender Sender, wurde auf das entferntere Seitenband umgeschaltet. Beim Einrasten oder Zuweitwegdrehen vom Nutzsignal hörte man das Ein- oder Ausrasten des zugefügten Trägersignals. Als ein Beispiel für einen solchen Empfänger sei der Sony ICF2001D genannt.



Sony ICF-2001D

SYNCHRO-DETEKTOR für FM: Auch FM-Modulation kann ähnlich demoduliert werden. In der deutschen Rundfunkempfängerlandschaft brachte Koerting um 1953 einen Empfänger (Royal Syntektor) heraus, der nach Herstellerangaben folgendes konnte: Zitat aus einer Werbung "Durch Körting-Syncro-Detektor-Schaltung extreme Trennschärfe 1:20000. Gleichwellen-Selektion. Optimale Störbegrenzung und Störstrahlungsfreiheit". Um 1970 nahm Elac mit seinen Spitzen-Hifi-Anlagen diese Technik wieder auf. Die Schaltung war zu diesem Zeitpunkt schon prinzipiell als "locked-in-oscillator" bekannt. Der Vorteil ist bei FM eine saubere Demodulation bei kritischen Empfangsverhältnissen und eine deutlich gesteigerte Unterdrückung von Fremd-Sendern auf gleicher Frequenz, deren Empfang nicht gewünscht ist. Unterdrückung solcher Sender bis 30% des Nutzsignals waren möglich. Beim Synchro-Detektor wird ebenfalls ein künstlicher Träger aus dem ZF-Signalfrequenzspektrum gebildet, dieser folgt aber starr der sich ständig ändern Zwischenfrequenz (sie ist ja frequenzmoduliert).

Synchro-Detektor (Syntektor) beim Körting Syntektor 54W

Das Radio kam 1953 auf den Markt und hatte im Bereich UKW folgende Fähigkeiten: Höchste Trennschärfe, grosse Rauschfreiheit, hohe Störsignalunterdrückung bei 2 Signalen auf gleicher Frequenz, gute AM-Unterdrückung, Rauschsperre zwischen den Sendern. Das verstärkte ZF-Signal gelangte auf die eigentliche Synchrondetektorstufe, die mit einer ECH81 bestückt war. Die Stufe war als Oszillator geschaltet, der auf der Grundfrequenz von 2,14 MHz schwang (2,14 * 5 = 10,7 MHz - also FM-ZF). Die Schaltung war so ausgelegt, dass ein hinreichend starkes ZF-Signal den Oszillator GENAU auf dessen Frequenz (5-fache Oberwelle von 2,14 MHz) zum Anschwingen zwang und in Grenzen synchron hielt. So war für die folgendene FM-Demodulatorschaltung (mit zwei Germanium-Dioden) ein stabiles Trägersignal vorhanden. Gleichkanalsender, die bis 30% der Feldstärke des eigentlich gewünschten Senders erreichten, wurden unterdrückt, da hier leichte Frequenzdifferenz - oder zumindest - Phasendifferenz auftrat. Schwankte die Feldstärke des Nutzsignals, erhielt die Stufe aber den Pegel stabil. Körting stellte 1959 die Weiternutzung ein.

Weiterführende Informationen:
Funktechnik, Heft 19,1953, Seite 608.
Funkschau, Heft 12, 1970, Seite 403 und Heft 13, 1970, Seite 429
Entwickler der Schaltung bei Körting: Dr.-Ing. W.Moortgat-Pick

 

Prinzipschaltbild Körting  Syntektor 54W
Prinzipschaltbild des Koerting Syntektor 54W.
Aus Funktechnik, Heft 19,1953, Seite 608.

Werbung für Syntektor  54W
Ausschnitt aus einer Werbung von Körting aus dem Jahr 1953.

Körting Royal-Syntektor 55W
Ausschnitt aus dem Schaltbild des Körting Royal Syntektors 55W.
Die Oszillatorstufe des Synchro-Detektors befindet sich bei der ECH81.
Die Demodulation bei der EABC80.
Es handelt sich um ein FM/AM-ZF-Teil.

AOR AR3030
AOR AR3030

AR3030 Stellung S.AM
AR3030 empfängt gerade 6075 KHz in Stellung S.AM (Synchron AM)

Schaltungsauszug Elac 4000T Syntektor
Auszug aus der FM-ZF-Stufe und dem Synchro-Detektor-Teil des Elac 4000T Syntektor.
T378 entnimmt das ZF-Signal der letzten ZF-Stufe, liefert das Synchronsignal und das FM-Signal dem
Synchro-Detektor T16 an. Hier erfolgt die Mischung und FM-Gleichrichtung.
Das Multiplex für Stereodecoder und NF und Rauschsperre wird über R334 (4,7k) weitergeleitet.
Die darüber liegende vermeintliche FM-Demodulation dient tatsächlich nur der Regelspannungserzeugung.
Das Gerät hat eine vollkommen getrennte AM-Stufe, die hier nicht zu sehen ist.


 


Manufacturer
Hersteller
Model
Modell
Remarks (in relation to the synchro-demodulator)
Bemerkung (in Bezug zum Synchro-Detektor
YOC
Baujahr
AOR
AR3030
AM. SSB. Synchron (USB/LSB). AM nur beide Seitenbänder synchron
1994
AOR
AR7030
AM
.
Drake
R8
AM
.
Elac
3402T Syntector ?
FM ?
?
Elac
4000T Syntector
FM
1969
Elac
4100T Syntector
FM
1971
Elac
4101T Quadrosound
FM
1972
Elac
4101 Syntector Quadrosound
FM
1972
Elac
5000T
FM
1973
Eton
E1 AM/FM Radio
AM
2005?
Grundig
Satellit 500
AM
1989
Grundig
Satellit 700
AM
.
Körting
Royal-Syntektor 54
FM
1953
Körting
Royal-Syntektor 55W
FM
1954
Körting
Royal Syntektor 640W
FM
.
Körting
(Neckermann?)
Syntector 1500L
FM
1970
Lextronix
E1
AM
.
Lowe
HF-150
AM
.
Lowe
HF-225
AM
.
Lowe
HF-250
AM
1995?
NRD
545G
AM
.
Siemens
RS17 Electronic
FM
1969
Sony
CRF-V21
AM
1988
Sony
AM
1982?
Sony
ICF-SW07
AM
.
Sony
ICF-SW55
AM
.
Sony
ICF-SW77
AM
.
Sony
ICF-SW 100E
AM
.
Sony
ICF-SW1000T
AM
.
Sony
ICF-SW7600
AM
.
TEN-TEC
RX350D
AM
.

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Vielen Dank für weitere Hinweise an "HolgerHa" aus dem Wumpus-Gollum-Forum (WGF)