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Online seit 1996. Letzte bearbeitung. 05.06.2009

Tuning Eye Abstimmanzeigen für Radio-Oldtimer

Schon bald nach Einführung des Rundfunks bot die Industrie Abstimmhilfen zur exakten Einstellung des gewünschten Sender an. Für den Normalhörer war die genaue Sendereinstellung auf Kanalmitte wohl etwas schwierig. Es waren die ...

  • Zeigerinstrumente (auch Schattenzeiger) (z.B. eingebaut in Telefunken T656WLK, "Deutschland" aus dem Jahr 1934 mit dem Namen Orthoskop oder auch in Körting Cyclo-Selektor SB4340 aus dem Jahr 1934, bezeichnet als Optikator) oder Braun 4GW6 als "Feldstärkeanzeiger zur lautlosen Einstellung". Die Instrumente hatten in der Regel statt einem Zeiger (wie bei Messinstrumenten) eine durch den Strom verstellbare Maske, die zumeist von einer kleinen Skalenbirne hintergund-beleuchtet wurde. Je nach Stromfluss wurde mehr Licht freigegeben. Die Instrumente lagen üblicherweise in der Anodenleitung einer der HF-Röhren. Es gab auch Geräte mit für den Anwender sichtbaren Zeigerinstrumenten, z. B. Mende Ultraselektiv 450 oder Mende Super 1934W. Typischerweise lagen diese Strommesser in den Anodenleitungen zu HF-Vorstufen oder Folgestufen, auch in ZF-Stufen.

  • Glimmanzeigen, Glimmlampen (z.B.GB2207GW), z.B. eingebaut in Körting Novum 39W aus dem Jahr 1938 mit Glimmröhre DR9765/7 oder im Blaupunkt 4W95 (dort bezeichnet als Leuchtkugelmelder) . Es wurden Glimmröhren eingesetzt, die über eine Hilfselektrode in Abhängigkeit von der Spannung an der Anode einer HF-Röhre helligkeitsgesteuert waren. Genauer gesagt wurde die Länge des Leuchtstriches gesteuert. Die Grund-Vorspannung der Glimmlampe wurde der Gesamtanodenspannung des Gerätes entnommen.

  • Vakuum-Röhren-Anzeigen mit Leuchtschirm.

  • Leuchtdioden. Z. B. in Sony ICF111.


Schaltsymbole von ...
... 1, 3 = Schattenzeigerinstrumenten, 2 = Zeigerinstrumenten, 4 = Glimmröhren
Die Symbole gab es auch in weiteren Varianten.

Vakuum-Röhren-Anzeigen mit Leuchtschirm. Um 1935 kamen diese Röhren auf den Markt. Das Wirkprinzip des Magischen Auges wird bei der Vorstellung der AM2 beschrieben. Das Steuersignal wird aus der Richtspannung der HF-Gleichrichtung gewonnen oder aus einer gesonderten Gleichrichterstrecke. Diesem Schaltbild kann ein typischer Aufbau einer Rundfunkgeräteschaltung mit gesonderter Regelspannung dem Magischen Auge EM11 entnommen werden. Im Laufe der Jahre wurden eingeführt:

  • Die "Magische Augen", (z.B. AM1, AM2, EM11, usw). Eingebaut z.B. die AM2 im Philips Aachen-Super D52 im Jahr 1937.
  • Die Fächer-Röhren als halbrunde Seiten-Schirme (z.B. EM80)
  • Die rechteckigen Seitenschirme oder Bandanzeigen (z.B. EM87)
  • Sonderformen, wie z.B. die Schlüsselloch-Typen (z.B. DM71), eingebaut z.B. in Portable-Tonbandgeräte TK1 Luxus von Grundig.

Um die Anzeigegenauigkeit zu steigern, wurden verschiedene Typen (z.B. EM4) mit einer Zweistufen-Empfindlichkeit entwickelt. Dabei wurden 4 Schattenzonen gebildet, die paarweise anzeigten. Bei noch schwachen Signalen wurde erst das eine Paar steuerbar. Bei stärkeren Signalen begann auch das zweite Paar zu reagieren. Es gab auch Systeme, die nicht nur anzeigten, sondern auch als Verstärker (z.B. EFM11) mitgenutzt wurden. Mehrfach-Anzeigen konnten komplexere Vorgänge anzeigen (z.B. EMM803, EAM86, EM83) und auch zusätzlich Schaltzustände signalisieren (z.B. EAM86 und EMM803)).



Hier einige Beispiele für Abstimmanzeigen:

 

Hersteller
Roehren-Bezeichnungen
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Bemerkungen
Telefunken 
 

AM1 
AM1

Erstes deutsches "Magische Auge". Baujahr 1937 (1936). Dieser Typ kam bei Geräten deutscher Produktion wenig zum Einsatz. Die Industrie ging gleich zum Einsatz der AM2 über, da die AM1 sich zu schnell verbrauchte. Beispiele, wo die AM1 eingebaut wurde: Horny Olympia WE142/1, Kapsch Universum W, Philips Sonata 796 A-U.

Telefunken


AM2

Magisches Auge. Einstufenempfindlichkeit, zweiflügeliges Schattenbild. Für 4 Volt-Parallelheizkreise.

Schema AM2
f = Heizung, k = Kathode, g (linkes System) = Steuergitter, g (rechtes System) = Anzeigegitter, a = Anode, L = Leuchtschirm.

Das Magische Auge ist so aufgebaut, dass in Abhängigkeit von einem Steuersignal der Leuchtschirm einen sich ändernden Schattenbereich und einen ebensolchen grünlichen Leuchtbereich mit scharfer Trennung anzeigt. Der Leuchtschirm wird von dem Elektronenstrahl per Fluoreszenz angeregt. Durch entsprechenden mechanischen Aufbau kann die Grenzzone zwischen Hell und Dunkel klar getrennt werden. Je stärker das Steuersignal, desto grösser wird die Hellzone. Kein Signal ergibt eine doppelte Hellzone von ca. 5 %, volles Signal ergibt doppelt ca. 165 Grad.

Neben dem eigentlichen Anzeigesystem ist in der Röhre noch ein Triodenverstärker integriert, der entweder zur NF-Verstärkung oder zur Anzeige-Richtspannungsverstärkung herangezogen werden kann. Dieser Zusatzverstärker wird aus k, a und g (links) gebildet. Von der Anode a wird ein Beeinflussungssteg in das Anzeigesystem "durchgereicht". Wird die AM2 mit Vorverstärkung des Steuersignals genutzt, wird das Anzeigegitter g (rechts) nicht gesteuert. Anders beim Einsatz der Röhre als NF-Verstärker und Anzeigesystem, hier erfolgt die Steuerung über Gitter g (rechts) und zusätzlich über g (Gitter links)

Valvo
"Schlüsselloch"-Anzeige (Auch Ausrufezeichen-Anzeige genannt) für Batterieempfänger und portable Tonbandgeräte. Mit Kontaktstiften. Variante DM71 mit langen Anschlussdrähten.
Valvo
Zwei Systeme. Kompakte Rechteckanzeige an der Seite der Röhre. Abstimmanzeige und Diode.

( Vielen Dank für die Korrektur an "Martin.M" aus dem Wumpus-Gollum-Forum.)
Telefunken

Magisches Auge mit zusätzlichem regelbarem Pentodensystem. Einflügeliges Schattenbild. Dieses System wurde z. B. auch zur NF-Vorverstärkung verwendet.


f = Heizung, g2 = Schirmgitter Pentode, a = Anode Pentode, g1 = NF- und Steuerspannungs-Gitter, k gl g3 = gemeinsames Fanggitter Pentode u. festeingestelltes Steuergitter für Anzeigesystem und Katode, l = Leuchtschirm

An das Gitter g1 wurde über einen Kondensator die NF-Spannung und direkt die Regelspannung gelegt, an der Anode der Pentode wurde das verstärkte NF-Signal ausgekoppelt. Über das Schirmgitter der Pentode wurde das Regelspannungssteuersignal verstärkt in das Anzeigesystem auf den Steuersteg gekoppelt. Um das "Mitdurchreichen" der NF-Signale (flackern des Ausschlages auf dem Schirm) zu verhindern, musste das Schirmgitter nf-mässig gesiebt werden.

Miniwatt
Magisches Auge. Zweiflügeliges Schattenbild an der Stirn der Röhre. Eine Regelempfindlichkeit für 6,3Volt - Parallelheizkreise.
Telefunken.
Magisches Auge. Zweiflügeliges Schattenbild an der Stirn der Röhre. Eine Anzeigenempfindlichkeit. Geeignet für C-Serien-Heizkreise in Allströmern und 6,3-Volt-Parallel-Heizkreisen von Wechselstromgeräten. Geeignet für zusätzliche NF-Verstärkung.
Valvo
Magisches Auge. Zwei Anzeige-Empfindlichkeiten. Vierflügeliges Schattenbild.
VEB Neuhaus

DDR, Magisches Auge. Zwei Anzeige-Empfindlichkeiten. Vierflügeliges Schattenbild an der Stirndeite der Röhre.



f = Heizfaden, k und gl = Kathode verbunden mit Gitter gl, a1 = Anode für Empfindlichkeitsstufe 1, a2 = Anode für Empfindlichkeitsstufe 2, l = Leuchtschirm.

Das Anzeigesystem rechts wird vom Doppeltriodenverstärkersystem links gesteuert. An den Anoden a1 und a2 liegen Arbeitswiderstände verschiedener Ohmwerte und das führt zu unterschiedlichen Durchgriffen mit einer Schattenzone für schwache Signale und einer Schattenzone für stärkere Signale. Dieser Typ wurde nicht zur zusätzlichen Verwendung als NF-Verstärker entwickelt .


Schattenbilder der EM11:


1 = kein Sender, 2 = schwacher Sender, 3 = mittelstarker Sender, 4 = stärkerer Sender (Stufe 2), 5 sehr starker Sender (Vollaussteuerung, Stufe 2).

Valvo

Magisches Auge. Zwei Anzeige-Empfindlichkeiten. Vierflügeliges Schattenbild an der Stirnseite der Röhre.


Lorenz

Magischer Fächer an der Stirnseite der Röhre


Valvo

Magischer Fächer an der Seite der Röhre


RFT
DDR. Zwei Systeme. Magischer Doppel-Fächer an der Seite der Röhre. Eine interessanter Typ, der nicht in der damaligen Bundesrepublik gebaut wurde. Einsetzbar als "normale" Feldstärke-Anzeige. Dabei wurden beide Systeme einfach parallel betrieben. Wurden aber die Kennlinien beider Systeme unterschiedlich eingestellt, z. B. durch unterschiedliche Anodenwiderstände, konnte eine 2-Stufen-Empfindlichkeit realisiert werden. Zusätzlich konnte aber z.B. für FM-Mittenabstimmung das linke und rechte System von der Richtspannung des FM-Demodulator so gesteuert werden, dass beide Seiten bei optimaler Abstimmung gleichstark anzeigten.
Valvo
EM84
Rechteck-Bandanzeige an der Seite der Röhre. Im Wega 302 Radio wurde der Triodenverstärkerteil der Röhre auch als HF-Vorverstärker eingesetzt !
Lorenz

Magischer Fächer an der Seite der Röhre. Entwickelt von Lorenz.


 

Eine Anzeigeempfindlichkeit. Durch getrennte Herausführung des Steuerstegs für das Anzeigesystem ist der Triodenteil auch als NF-Verstärker nutzbar.Maximaler Schattenwinkel ca. 100 Grad. Auch schwache Signale werden schon deutlich angezeigt.

Valvo 

Rechteck-Bandanzeige an der Seite der Röhre


Heizung 6,3 Volt / 0,3 Ampere indirekt.
Anodenspannung 250 Volt
Gitter-1 Spannung 0 - -10 Volt
Anodenstrom 0,5 - 2 mA

ITT Lorenz

Zwei Systeme. Rechteck-Bandanzeigen an der Seite der Röhre.
Ein System zur Pegelanzeige.
Ein System zur ja-nein-Anzeige, z. B. für HF-Stereoanzeige. Die letzte Anzeigenröhren-Entwicklung.


Koerting.
Glimm-Anzeige, selten, sich in der Länge ändernder Leuchtstrich an der Seite der Röhre. Feldstärke-Anzeige, 1934
Valvo
Abstimmanzeige für P-Serien-Heizkreise, z. B. Fernsehgeräte. Rechteckiger Schirm an der Seite der Röhre.
Valvo
2 Empfindlichkeiten, "Magisches Auge" mit vierflügeligem Schattenbild an der Stirn der Röhre. Für Allstromgeräte mit U-Serien-Heizkreisen.
Valvo

Magisches Auge. Vierflügeliges Schattenbild, zwei Anzeigeempfindlichkeiten.


   

  • Mini-Videoclip: UM11.AVI ( 800 KB im AVI-Format.)
  • Video clip: UM11.RM (90 KB. im RM-Format
Valvo
Magischer Fächer an der Seite der Röhre. Für U-Serien-Heizkreise von Allströmern.
Mazda
Magisches Auge, England
RCA?
Erste Vakuum-Abstimmröhre der Welt, 1935 (1934)! Magisches Auge.
Osram
Glimm-Anzeige, selten, Feldstärke-Anzeige. Sich in der Länge ändernder Leuchtstrich an der Seite der Röhre. 1934

Liste der Abstimmanzeigeröhren
(144 Röhren)
  • AM1
  • AM2
  • AW6
  • ACME
  • A39A
  • C/EM2
  • DM21
  • DM70
  • DM71
  • DM160
  • E82M
  • EAM86
  • EFM1
  • EFM3
  • EFM11
  • EM1
  • EM3
  • EM4
  • EM5
  • EM11
  • EM31
  • EM33?
  • EM34
  • EM35
  • EM71
  • EM71a
  • EM72
  • EM80
  • EM81
  • EM83
  • EM84
  • EM84a
  • EM85
  • EM87
  • EM171
  • EM800
  • EM840
  • EMM801
  • EMM802?
  • EMM803
  • E7046
  • E7047
  • E7082
  • E82M
  • FT4
  • HM34
  • HM71
  • HM85
  • ME4
  • ME4S
  • ME6
  • ME6S
  • ME41
  • ME91
  • ME920
  • OM5
  • PM5
  • PM84
  • RV2,4A1
  • RV12A1
  • Tunograph
  • TV4
  • TV4A
  • TV6
  • UFM11
  • UM4
  • UM11
  • UM34
  • UM35
  • UM40
  • UM80
  • UM81
  • UM83
  • UM84
  • UM85
  • UM171
  • VFT4
  • VFT6
  • VME4
  • VT98
  • VT138
  • VT215
  • Y61
  • Y62
  • Y63
  • Y64
  • Y65
  • Y73
  • Y61/3
  • Y119
  • Y62/4
  • 1M3
  • 1M90
  • 1N3
  • 2E5
  • 2G5
  • 41ME
  • 4FG6
  • 6AB5
  • 6AD6
  • 6AF6
  • 6AF7
  • 6AL7
  • 6BR5
  • 6CD7
  • 6DA5
  • 6DH7
  • 6DL7

  • 6DU6
  • 6E1P
  • 6E5
  • 6E5C
  • 6E5M (J)apan
  • 6EG5
  • 6FG6
  • 6FG8
  • 6G5
  • 6G-E7 (J)
  • 6GX8
  • 6H5
  • 6HU6
  • 6M-DE1 (J)
  • 6M-E2 (J)
  • 6M-E4 (J)
  • 6ME4
  • 6M-E5 (J)
  • 6M-E10 (J)
  • 6M1
  • 6M2
  • 6M40
  • 6N5
  • 6S5
  • 6T5
  • 6U5
  • 10E/305
  • 12CD7
  • 12DH7
  • 12FG6
  • 19BR5
  • 19DA5
  • 19DH7
  • 1629
  • 4677
  • 4678
  • 5624
  • 6977
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