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Deutsche RundfunkgeschichteVOX-Haus (Voxhaus (6) )und andere Sendestellen 85 Jahre Rundfunk in Deutschland, 1923-2004 Erste weltweite WEB-Seite über das
Voxhaus, seit 8.1996 online. | ||||||||||||||||
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| Historisches: Der erste deutsche Rundfunksender "Funkstunde" war im Voxhaus (6) in Berlin, Potsdamer Str. 4, beheimatet . Am 29.10.1923, 20.00 Uhr begann in Deutschland das offizielle Rundfunk-Zeitalter. Es gab aber schon regelmässige inoffizielle Sendungen des Voxhauses zumindest ab dem 02.10.1923 (Quelle: Zeitschrift "Radio", 1923, Heft 13, Seite 512). Die Vorstellung der Vortragsfolge des ersten Abendprogrammes am Ende dieser Seite. Im Herbst 1923 wurde die Aktiengesellschaft "Radiostunde Berlin" von der Muttergesellschaft 'Hauptgesellschaft für Industrien' (1) gründet und im März 1924 in "Funkstunde" umbenannt. Über den Namen und Struktur der Muttergesellschaft gibt es in der Literatur unterschiedliche Angaben, die sich sogar widersprechen. Es war ein rein kommerzieller Sender, der keine öffentlich-rechtliche Struktur hatte. Die VOX-Haus GmbH war zu diesem Zeitpunkt u.a. ein Hersteller von Fein- und Sprechmaschinen. Das Unternehmen vertrieb neben Schallplatten und Plattenspielern auch andere Produkte. Siehe den Voxhaus-Katalog von 1926 unten auf dieser Seite. Im Katalog wird als Firmensitz Potsdamer Str. 4 angegeben (2). Daten des ersten Voxhaus-Senders: Nähe Potsdamer Platz. Sendefrequenz: 750 Khz (400 m), später 430 m, 250 W Sendeleistung, Antennenlänge 30 m. Die Sende-Antenne befand sich auf dem Dach des Voxhauses und reichte zum Hotel-Komplex hinüber. Die Antenne hatte keinen guten Wirkungsgrad, Berlin konnte noch nicht flächendeckend versorgt werden. In der ersten Zeit war das Studio in der 3. Etage zu finden, später in der 5. Etage. 1924 wurde das Studio renoviert und vergrössert. Eine Ozon-Klima-Anlage wurde installiert, da die Luft- und Temperatur-Verhältnisse vorher teilweise recht schlecht waren. Ein weiterer grosser Studio-Raum kam hinzu. Insgesamt standen dann 8 Räume im Dachgeschoss zur Verfügung. Aber schon 1925 wurde das Studio nochmals vergrössert mit insgesamt 25 Zimmern in verschiedenen Stockwerken. Das von der Funkstunde genutzte Dachgeschoss erstreckte sich über Vorderhaus, 1. Seitenflügel, Teile des 1. Quergebaüdes, 2. Seitenflügel, Teile des 2. Quergebäudes. Im Herbst 1923 gab es nur ganz wenige Anbieter von fertigen Rundfunkgeräten in Deutschland (als Beipspiel seien die Firmen Radioresonanz, Deutsche Radiophon AG, Birgfeld, Daimon, Kramolin, Wohlpfeil, Haas & Schmidt, Behm & Co, usw) . Detektorapparate und auch schon einfache Röhrenempfänger wurden angeboten. Es gab aber schon eine relativ grosse Zahl von Funkbastlern, die teilweise noch illegal Funkempfang praktizierten. Sie hörten Versuchssendungen und Sendungen aus dem Ausland ab, weil es dort teilweise schon früher Rundfunksender gab. Diese Funkbastler bauten ihre Geräte selbst zusammen und waren die eigentliche Hörergemeinschaft in 1923. Ein starkes Hindernis für die erfolgreiche Einführung des Rundfunks war die im Jahr 1923 auf dem Höhepunkt befindliche Hyperinflation. Das Geld war total entwertet. Weite Bevölkerungskreise hatten keine Möglichkeit am Wirtschaftsleben teilzunehmen. Erst einige Tage nach der ersten offiziellen Rundfunksendung des Voxhauses (November 1923) wurde die sogenannte Rentenmark eingeführt und die Hyperinflation durch eine Währungsreform gestoppt. So konnte der Rundfunk schon aus finanziellen Gründen erst ab 1924/1925 "Fahrt aufnehmen", blieb aber für fast 10 Jahre nur etwas für betuchte Bürger. Ein Durchbruch für grössere Bevölkerungskreise gab es um 1933 durch die Einführung des Volksempfängers. | |
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In der zweiten Hälfte des Jahres 1924 wurde der Sender Berlin 1 im Voxhaus abgeschaltet. Nun war der Sender Berlin 2 am Magdeburger Platz aktiv. 1925 wurde der Sender Witzleben (unter dem "Funkturm") in Betrieb genommen. Weitere Informationen zu den frühen Sendern finden Sie hier und hier. Das Radioprogramm vom 25.8.1924 können Sie hier lesen. Ein bekannter und beliebter Sprecher war Alfred Braun. Die Funkstunde zog 1931 in das neue Gebäude in der Masurenallee um. April 1934 wurde die Funkstunde eingestellt. Die Sendeanstalt erhielt den Namen "Reichssender Berlin".
Lesen Sie den Ausschnitt aus den Lebenserinnerungen von Kammersänger Professor Albert Fischer, der Kontakt zum Voxhaus hatte. Das im 2. Weltkrieg zerstörte Gebäude des Voxhauses wurde 1971 gesprengt. Seit 1998 befindet sich beim Debis-Center in der Nähe des Potsdamer Platzes die "VOX-Strasse". Das Voxhaus lag schräg gegenüber dem Haus der Weinhandlung Huth (dieses Gebäude gibt es es noch, es ist das einzige erhaltene Vorkriegsgebäude in diesem Bereich). Zwischen 1904 und 1930 hatte das Voxhaus die Nr 4, davor und danach die Nr.10! Heutzutage gibt es kaum noch Spuren des Voxhauses: Genaue Ortsbestimmung
des Voxhauses:
Die Antenne des Senders 2 (Magdeburger Platz, Lützowstr. 33/37) Frequenz: 500 m, später 505 m funktionierte besser. Der Sendemast stürzte im Juli 1926 ein, was zu einem ca. 14-tägigen Ausfall des Senders führte. Zwischen 1924 und 1927 sind mehrere Sender hier aufgebaut worden und in Betrieb gewesen.
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| Sendestelle Witzleben, Funkturm Auch der Sender Witzleben Funkturm sollte die Versorgung verbessern. Offizieller Sendebeginn war der 25.9.1925, noch mit Behelfsantennen. Die Sendeanlage befand sich zuerst in einem Glaswand-getrennten Raum innerhalb der Rundfunkaustellungshalle (Haus der Funkindustrie). Der Funkturm wurde am 3.9.1926 eingeweiht. Entgegen den Erwartungen war der Funkturm als selbststrahlende Antenne nicht optimal. Trotz Porzellan-Fuss-Isolierung war die Abstrahlung im Westen Berlins nicht gut. So wurde ein zweiter Mast verwendet, zwischen diesem und dem Funkturm wurde eine T-Antenne gespannt, später wurde eine Antenne schräg zum Turm gespannt. Es muss wohl viele Versuche mit unterschiedlichen Antennen gegeben haben, Photos und Zeichnungen belegen das. Auf einem der Photos ist auch eine 5-fach-T-Antenne zu sehen, die zum Hilfsmast gespannt ist. Übrigens ist diese Antenne einmal von einem auf dem Gelände des heutigen Olympia-Stadions notlandenden Postflugzeuges gerammt und abgerissen worden! Insgesamt war der Sendestandort Witzleben nicht erfolgreich für eine flächendeckende Versorgung Berlins. Das änderte sich erst 1933 mit der Inbetriebnahme des Senders Tegel.
Zur Funkausstellung 1930 hielt zu Füssen des Funkturms Albert Einstein am 28.8. die Eröffnungsrede, beginnend mit den Sätzen:
Sogar eine Fernsehsende-Antenne gab es schon in in den Dreissiger Jahren auf dem Turm. Der Funkturm diente auch über Jahre der Flugsicherheit mittels eines starken drehenden Scheinwerfers. Im Jahr 1935 zerstörte ein Grossbrand die Restaurant-Plattform des Turmes, Tote waren zu beklagen. Ursache war der Abbrand der in unmittelbarer Nähe gelegenen Rundfunk-Ausstellungshalle (siehe Punkt 2 auf der obigen Luftbildaufnahme. 1943 erhielt er Bombentreffer. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erhielt der Funkturm einen schweren Granat-Treffer, sodass einer seiner vier Standfüsse in ca. 20 Meter Höhe fast komplett unterbrochen war. Nach 1945 beherbergte der Funkturm eigentlich nur noch kommerzielle Funktechnik, wie Polizeifunk, usw. Ein
persönlicher Hinweis für Funkamateure: Der Autor dieser Seite kennt den Funkturm
auch von seiner obersten Seite. Zur Funkaustellung 1971 baute er mit weiteren
Funkamateuren (DC7AL, DC7BH, DC7CH, DJ7IC, DL7MO, DL7OG, DL7RR, DC7BJ - der Autor)
auf der obersten Montageplattform (noch oberhalb des Fahrstuhlhauses) die Antennen
der Amateurfunk-UKW-Relais-Station DL0UB mit einem Ausleger auf. Schwindelfreiheit
war angesagt, als Belohnung ein unbeschreiblicher Blick nach unten. DL0UB hiess
dann später DB0WF. Jahrzehnte später war er wieder oben zur Mitbetreuung des
70cm-Relais DB0TA.
Sendestelle Boxhagener Strasse Nach wie vor war der Osten Berlins nicht optimal sendemässig versorgt. Deshalb wurde später in der Boxhagener Str. 111 noch ein Sender eingesetzt. Offizieller Sendebeginn 13.1.1929 auf 1060 KHz (283 Meter), Sendeleistung 500 W. Als Antenne kam wohl eine 3-fach T-Antenne zum Einsatz, gehalten von zwei 34 meter-Masten auf dem Dach. Die Senderräume befanden sich in einem Dachraum des posteigenem Gebäudes. 1934 ist der Betrieb eingestellt worden, da die neue Sendestelle Berlin Tegel nun viel wirksamer war. Leider gibt es über diese Sendestelle wenig Informationen oder Photos. Ein Besuch von mir auf dem Hof des in einem Altbau-Quartier gelegenen Grundstücks ergab nichts Bemerkenswertes. 1933 wurde in Berlin Tegel (am nördlichen Rand des heutigen Flugplatzes) ein weiterer wesentlich stärker Sender (100 Kw) in Betrieb genommen. Als Sendemast kam anfangs ein selbsttragender Holzmast von ca. 160 Meter Höhe und einer untereren Grund-Kantenlänge von ca. 29 Meter zum Einsatz. An der Turmspitze befand sich eine sogenannter Endkapazitätsring von ca 10 Meter Durchmesser. Für das Voxhaus war die Sendestelle aber nur noch ein Jahr (bis zur Auflösung der Funkstunde) im Einsatz. Nach dem zweiten Weltkrieg, während der Berliner Blockade (Luftbrücke) wurde der Sendemast von den französischen Allierten kurzerhand gesprengt, um Platz für die Landebahn der Luftbrücke zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt strahlte der Sender den unter sowjetischer Verwaltung stehenden Berliner Rundfunk ab. Ein kleiner verständlicher Racheakt? Jedensfalls wurden die Sendeanlagen von den Sowjets demontiert und in Königswusterhausen wieder aufgebaut. Noch heute kann dort der funktionsfähige Notstrom-Generator der ehemaligen Sendestelle Tegel besichtigt werden.
Sendestellen Königs Wusterhausen und Eberswalde
Zumindestens am 25.12.1923 wurde das Programm des Voxhauses aus Berlin via Königs Wusterhausen als Relais ausgestrahlt (Quelle: 50 Jahre Rundfunk aus der Sicht der Deutschen Fernmeldeverwaltung, 1973). Schon seit 1920 wurden von Königs Wusterhausen (KWH) rundfunkähnliche Versuchssendungen ausgestrahlt, bis hin zu regelmässigen Abendkonzerten. Die Lorenz-Versuchs-Sendestelle Eberswalde und KWH 'streiten' sich etwas um den Ruhm der ersten deutschen Rundfunkausstrahlung. Das Datenmaterial für Eberswalde sieht hierbei etwas schwach aus (siehe das Buch von Knut Berger, 'Hallo! Hallo! Hier Eberswalde'). Fest steht, das Voxhaus kann 'nur' mit dem ersten regulären (offiziellen) Rundfunkbetrieb ab dem 29.10.1923 dienen. Eberswalde hat aber nie offiziell das Programm der Funkstunde abgestrahlt.
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| Das VOXHaus als Rundfunk-Laden
Der Zeitschrift FUNK ging 1924 dieses Gedicht zu. Es wurde in Heft 16, Seite 258 veröffentlicht. Man spürt die damalige Begeisterung für das neue Medium. Können Sie sich im Jahr 2005 ein Gedicht vorstellen, dass den heutigen Dudelrundfunk preist?
Das erste Abendprogramm des Senders Voxhaus Vortragsfolge
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